A. Grundlegendes

Warum und auf welchen Wegen ich dazu kam, in den Jahren 2013 bis 2016 vornehmlich das Adelsgeschlecht der Von Wimpffen aus der Sicht von dessen laut Familienüberlieferung Ursprungsstadt Wimpfen am Neckar sowie schließlich auch in seiner Gänze zu erforschen und zu beschreiben und wie komplex sich die Suche nach dem mir zunächst vorliegenden spärlichen Quellenmaterial entwickelte.

Diese Arbeit stellt eine Nebenfrucht meiner auf anderthalb Jahrhunderte Ortsgeschichte gerichteten und auf vier Bände ausgelegten Darstellung „Die Geschichte der hessischen Exklave Wimpfen (1802/03 – 1951/52)” dar, von der vom Verein Alt-Wimpfen bis jetzt zwei Bände herausgegeben worden sind. Bereits im 2004 erschienenen Band 1 (1802 – 1836) sah ich mich bei der Darstellung der Napoleonischen Kriege veranlasst, dem im deutschsprachigen Raum wohl am ruhmreichsten und verehrtesten Abkömmling jenes den Namen der Stadt Wimpfen tragenden Adelsgeschlechtes der Von Wimpffen kurzgefasst zu erwähnen, nämlich den österreichischen

FELDMARSCHALL MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN
(1770 – 1854).
Dieser sei hier gezeigt in der

001

  • Abb. A 1: Feldmarschall Maximilian von Wimpffen (1770 – 1854) als Kapitän der Ersten Arcieren-Leibgarde des Kaisers von Österreich, dekoriert mit dem Österreichischen Militär-Maria-Theresien-Orden am Hals und dem an einer Kette hängenden Ordenszeichen des Goldenen Vlieses auf der Brust, Gemälde von Clara von Both Wimpffen (1907 – 2000), seit 2009 im Museum von Aspern-Essling.

Anmerkung: Wird diese Abbildung einmal angeklickt, so erscheint diese in vergrößerter Form. Dieses gilt auch für die meisten nachfolgenden Abbildungen, insbesondere für solche mit Texten oder Textstellen, die auf diese Weise dann besser les- bzw. entzifferbar sind. Die Vergrößerung lässt sich durch einmaliges Anklicken des oben rechts jeweils erscheinenden „x“ entfernen.

Das im besagten Band 1 auf Seite 224 über diesen Berichtete sei hier erweiternd wiederholt: Dieser hatte an den Türkenkriegen und den Französischen Revolutionskriegen teilgenommen und trug als Generalstabschef und Generaladjudant von Erzherzog Karl von Österreich wesentlich zum Sieg über Napoleon im 5. Koalitionskrieg, dem ersten Sieg über diesen überhaupt, in der Schlacht bei Aspern und Essling am Marchfeld südöstlich von Wien vom 21. und 22. Mai 1809 bei. Und die bald danach am 5. und 6. Juli 1809 stattgefundene Schlacht bei Wagram nahe Wien brach er militärstrategisch richtigerweise mit Rücksicht auf die französische Übermacht ab. Das ermöglichte den österreichischen Truppen einen geordneten Rückzug, so dass sich der endgültige Sieg Napoleons in Grenzen hielt. Später nahm er u. a. als Feldmarschallleutnant an der Schlacht bei Leipzig des Jahres 1813 teil. Für seine außerordentlichen Verdienste als hoher Militär in seinem ganz dem Ruhme der österreichischen Armee geopferten langen Leben, in dem er achtmal verwundet worden war und vor dem Feind sechs Pferde verloren hatte, verlieh ihm kurz vor seinem Tod Kaiser Franz Joseph den 1430 gestifteten und einen der vornehmsten Ritterorden darstellenden Orden vom Goldenen Vlies. Seine letzte Ruhe fand er auf dem sog. Heldenberg im Schlosspark von Kleinwetzdorf (heute Gemeinde Heldenberg) nahe Hollabrunn, der „österreichischen Walhalla”, die von Kaiser Franz Joseph dem österreichischen Heer als Geschenk übergeben worden ist, um künftig allen hervorragenden Heerführern Österreichs als Ruhe-, Ruhmes- und Gedenkstätte zu dienen. Dort birgt ihn eine im Zentrum gelegene Gruft, deren Eingang von einem hohen Obelisken überragt wird und dessen Spitze einen Todesgenius mit gesenkter lorbeerumkränzter Lebensfackel trägt. In dieser ruhen neben ihm der dreieinhalb Jahre später verstorbene berühmteste und populärste unter den damaligen österreichischen Feldmarschällen

JOSEPH WENZEL GRAF RADETZKY VON RADETZ
(1756 – 1858)

sowie als Dritter beider Freund, der Besitzer des Schlosses mit Park Kleinwetzdorf, der zu Reichtum gekommene Industrielle und Armeelieferant

JOSEF GOTTFRIED RITTER VON PARGFRIEDER
(1782 – 1863).

Letzteres zu erwähnen, dazu fühle ich mich vor allem deshalb veranlasst, weil mein mich bei meinen Forschungen tatkräftig unterstützender Wimpfener Jahrgangskamerad Otto Maisenhälder (geb. 1926) mir von einem im Sommer 2010 stattgefundenem Besuch dieses „Heldenberges” durch den Verein Alt-Wimpfen insbesondere zu Ehren des Maximilian von Wimpffen im Rahmen der Studienfahrt „Auf den Spuren der Habsburger” höchst angerührt berichtet hat. Hierzu die Wikipedia, der freien Enzyklopädie, entnommene

002

  • Abb. A 2: „Radetzkys Ruhestätte zu Wetzdorf” auf dem Heldenberg mit im Hintergrund der Säulenhalle, der vor allem zahlreiche Standbilder von österreichischen Feldherrren und Festungskommandanten birgt, und vorne links dem einen Todesgenius tragenden Obelisken über der Gruft; Tonlithografie von J. W. Jankowsky/F. Lepié, 1860/65, Original in der Niederösterreichischen Landesbilbliothek, sowie

003

  • Abb. A 3: Der von einem Obelisken überragte Eingang zur 1850 geweihten gemeinsamen Gruft von Feldmarschall Maximilian Freiherr von Wimpffen, Feldmarschall Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz und Josef Gottfried Ritter von Pargfrieder, Fotografie von 2000.

Was mir aber in Anbetracht meines zunächst aus der Brockhaus-Enzyklopädie von 1908 und Meyers Konversations-Lexikon von 1909 geschöpften und somit höchst beschränkten, dazuhin teilweise fehlerbehafteten, Wissens über die Von Wimpffen nicht klar gewesen ist, das ist der Umstand, dass der seit 1982 in Bad Wimpfen am Berg heimische

DR. HANS HERMANN FREIHERR VON WIMPFFEN (geb. 1934),

sich als ein direkter Nachfahre des Feldmarschalls Maximilian von Wimpffen betrachten darf; denn dieser ist, wie an späterer Stelle nachzuweisen sein wird, als dessen Urururgroßonkel und er somit also als dessen Urururgroßneffe festzustellen. Da ich seit 1950 in Waiblingen tätig und ansässig bin, war mir dieser über eine lange  Zeit hinweg nur dem Namen nach und als Leiter der 1973 begonnenen und bis über die Jahrtausendwende hinaus gegangenen sehr beliebten und viel gesehenen Sendung des Bayrischen Fernsehens „Die Sprechstunde” mit Dr. Antje Katrin Kühnemann bekannt. Zwar hatte ich gehört, dass dieser sich im ehemaligen Fachwerkhaus Ebner, Haupstraße 25, angesiedelt habe und dessen betagte Mutter, die ungarischer Abstammung und Malerin sei, sich dann und wann in Wimpfen aufhalte. Von dieser sei hier vorwegnehmend eines ihrer sich im Besitz ihres Sohnes befindlichen Werke gezeigt, das diese im Alter von 83 Jahren geschaffen hat, sich auf meine Heimatstadt Wimpfen bezieht und wohl jeden Betrachter anrührt. Dessen Aussage möchte ich mit folgendem Titel umreißen:

004

  • Abb. A 4: Die Silhouette von Wimpfen am Berg, des angeblichen Ursprungsortes des Von-Wimpffen-Geschlechtes, mit einem unter einer der alten Kopfweiden auf den einstigen Viehweide-Wiesen am Neckar von Wimpfen im Tal bei Hund und Schafen sitzenden Schäfermädchen; Gemälde von Clara von Both Wimpffen (1907 – 2000), 1990, betitelt mit „Alte Weiden in Wimpfen im Tal”.

Kennengelernt habe ich Dr. Hans H. von Wimpffen aber erst per Zufall in etwa 2002/2003 gelegentlich eines meiner damals notwendigen vielen Besuche im Stadtarchiv Bad Wimpfen. Und die wenigen Begegnungen des Folgejahrzehnts waren leider nur zufällig und flüchtig und erbrachten keinerlei Gelegenheit, Ansatzpunkte zur Einordnung seiner Person in die mir über lange Jahre nur bruchstückhaft bekannt gewordene Genealogie der Von Wimpffen zu gewinnen.

In diese umfänglich einzudringen, dazu sah ich mich nach dem 2008 erfolgten Erscheinen meiner Arbeit „Die Geschichte der hessischen Exklave Wimpfen, Band 2 (1830 – 1870)“ im Zuge der Sammlung weiterer historischer Fakten für den Band 3 (1870/71 – 1918/19) aus einer Kette von Gründen veranlasst:

Bei meiner bereits in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begonnenen Erforschung der Geschichte Wimpfens als hessische Exklave, war ich im „Wimpfener Boten” bzw. in der „Wimpfener Zeitung” auf eine über die zweite Hälfte der 1870er bis beginnenden 1880er Jahre reichende Folge von Berichten gestoßen, die belegten, dass in diesem Zeitraum in Wimpfen bereits ein anderer Abkömmling der Von Wimpffen mit seiner Familie gewohnt hat und dort auch am 15. November 1879 gestorben ist, außerdem auf dem (heute Alten) Friedhof seine letzte Ruhe gefunden hat: Nämlich der ehemalige KÖNIGLICH-WÜRTTEMBERGISCHE KAMMERHERR UND RITTMEISTER BARON WILHELM VON WIMPFFEN (1820 – 1879), Angehöriger der Württembergischen Nebenlinie des Franzens-Zweiges der Von Wimpffen, dessen Gattin AMALIA (AMALIE, AMELIE) AUGUSTE VON WIMPFFEN, GEB. VON ROUX DAMIANI (1837 – 1925) mit den beiden Kindern SOPHIE CHARLOTTE (1861 – 1907) und MAXIMILIAN PAUL (1863 – 1917) Wimpfen nach dem Tod des Mannes bald wieder verlassen hat. Von diesen her gelangte auch der in denselben Berufspositionen gestandene Bruder des Vorgenannten, der ehemalige KÖNIGLICH-WÜRTTEMBERGISCHE KAMMERHERR UND MAJOR BARON DAGOBERT VON WIMPFFEN (1821 – 1881) mit Wimpfen und seiner Einwohnerschaft in engere Beziehungen. Überdies ging aus diesen Zeitungsberichten hervor, dass der Ansiedlung des Wilhelm von Wimpffen in Wimpfen ein von seiner älteren Schwester, der in München lebenden ST. ANNEN-EHRENSTIFTSDAME FREIFRAU KATHARINE VON WIIMPFFEN (1818 – 1875), gehegter, doch durch deren frühen Tod vereitelter Plan vorangegangen war, in Wimpfen umfängliche Baulichkeiten zu errichten und ein arrondiertes Gut zu gründen. Außerdem fand sich unter den ergiebigen Hinweisen auf deren weitgestreute Verwandtschaft der mich zu eingehenden genealogischen Nachforschungen veranlassende Umstand, dass dieser auch der hochgerühmte Schlachtenlenker des 1866er- und 1870/71er-Krieges GENERALFELDMARSCHALL HELMUTH VON MOLTKE (1800 – 1891) angehört hat und dadurch im Herbst 1876 dem damaligen großherzoglich-hessischen Exklavenstädtchen Wimpfen die hohe Ehre dessen Besuchs zuteil geworden ist.

Der den Auftakt des Bandes 3 bestimmende Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 mit der daraus erwachsenen Gründung des Deutschen Kaiserreiches lenkte darüber hinaus meinen Blick ganz speziell auf die von der Tragik des Geschehens umwitterte und damals in aller Munde gelangte Person des französischen sog. SEDANGENERALS FÉLIX EMMANUEL DE WIMPFFEN (1811 – 1884). Dass ich mich schließlich veranlasst sah, gerade dessen Leben und unglückliche Rolle des Verlierers der Schlacht bei Sedan des 1. und 2. September 1870 sowie Unterzeichners der für die Grande Nation so schmachvollen Kapitulationsurkunde ausführlichst zu behandeln, das erklärt sich vor allem aus folgenden Sachverhalten: Es stellte sich heraus, dass dieser ein Vetter des in das so nahe Blickfeld gerückten Freiherrn Wilhelm von Wimpffen bzw. ein Großvetter von dessen mit Wimpfen, wenngleich nur vorübergehend, eng verbundenen zwei Kindern des WILHELM und der AMELIE VON WIMPFFEN namens SOPHIE VON WIMPFFEN (1861 – 1907) und MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN (1863 – 1917) gewesen ist.

Wir werden über diese alle später noch vieles erfahren, dazuhin auch noch ganz besonders viel über den aus der in Wimpfen 1880 geschlossenen Ehe der vorgenannten Sophie von Wimpffen mit dem aus Estland stammenden BARON THEODOR LEONHARD RUDOLPH VON UNGERN-STERNBERG (1857 – gestorben oder umgekommen zwischen 1918 und 1923) und dem unstet-abenteuerlichen unter den Kugeln der Roten Armee in Sibirien geendeten Leben deren ältesten Sohnes ROBERT VON UNGERN-STERNBERG alias ROMAN UNGERN VON STERNBERG (1885 – 1921), der zwar zum Befreier der (äußeren) Mongolei vom chinesischen Joch wurde, wegen seiner dortigen unsägliche Qual und Tod bringenden grausamen Schreckensherrschaft aber in die Geschichte der russischen Revolution als „Der blutige weiße Baron” eingegangen ist.

Hinzu kam noch des Sedangenerals enge Berührung mit seinem Verwandten und tragischerweise Widersacher Graf Helmuth von Moltke in dessen Rolle als Gegen-Unterzeichner der Kapitulationsurkunde von Sedan.

Meine Forschungsarbeit wurde durch den Umstand beflügelt, dass der im Frühsommer 1909 an die Einklassenschule Wimpfen-Hohenstadt gekommene Lehrer Ludwig Will (1872 – 1953) in seinem 1911 in der Nr. 128 der „Wimpfener Zeitung” veröffentlichten Jubiläums-Aufsatz „Freiherr von Wimpffen – 1811 – 13. September – 1911” im Rahmen seiner grundlegenden Ausführungen über die Adelsfamilie Von Wimpffen, der ersten und bislang einzigen aus Wimpfener Feder stammenden diesbezüglichen Untersuchung überhaupt, gerade der Person des o. a. sog. Sedangenerals ganz breiten Raum gegeben hat. Hinzu kam noch dessen etwas veränderte Neufassung von 1929, die den Titel „Die Reichsfreiherren von Wimpffen” trägt. Während Ludwig Will in seiner älteren Arbeit vom damals auf dem Alten Friedhof zu findenden Grabdenkmal des Reichsfreiherrn Wilhelm von Wimpffen ausgeht, dann kurz auf dessen Geschlecht allgemein eingeht, danach die Namen und Titel von zwei (an späterer Stelle beschriebenen) namhaften Vertretern derselben nennt, schließlich recht ausführlich sich dem „Sedangeneral” widmet, knüpft er im jüngeren solchen an der damals bei Stadtführungen oft gestellten Frage an, „ob der französische ‚Sedangeneral’ etwas mit Wimpfen zu tun habe”. Als Antwort gibt er den Aufsatz des Jahres 1911 in der Weise wieder, dass er einige kleine Streichungen wie auch Zusätze vornimmt. Und er fügt all diesem noch drei historische Beispiele des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit hinzu, die zeigen sollen, dass auch andere Familien sich nach der „berühmten neuen freien Reichsstadt, in der das stolze Geschlecht der Hohenstaufen sich eine großartige Schloßanlage erbaut hatte, den Namen ‚von Wimpfenbeilegten”. Als Beispiel führt er zunächst den 1238 und 1250 genannten REICHSSCHULTHEISSEN WILHELMUS DE WIMPHEN an; dann nennt er den 1564 in einem Leichenreden-Buch als Mitautor erscheinenden Doktor der sieben freien Künste und der Philosophie sowie Professor der Akademie zu Ingolstadt namens JOHANN ALBERT VON WIMPFEN; schließlich den 1460 als KONRAD KOCH und Sohn eines bis Mitte des 15. Jahrhunderts in Wimpfen tätig gewesenen Gerbers geborenen ehemaligen Schüler des Dominikanerklosters Wimpfen, der später dessen Bruder, schließlich dessen Lektor sowie ab 1506 Professor und Rektor der neuen Universität zu Frankfiurt an der Oder gewesen ist und sich jetzt KONRAD WIMPINA oder auch KONRAD WIMPINENSIS genannt hat, gestorben auf einer Reise 1531 in Kloster Amorbach, der heftigste Gegner von Martin Luther und Verfasser der 106 Thesen Tetzels gegen diesen. Wir werden auf die drei Vorgenannten insbesondere im Endkapitel Z. Rück- und Weiterschau zurückkommen.

Was ich aus dieser örtlichen doppelten Quelle an Grundlegendem über das Werden der Von Wimpffen fast unhinterfragt übernahm und im Blick darauf, dass dieses – wie auch alles andere von Ludwig Will Konstatierte – mit den Aussagen sowohl der besagten Brockhaus-Enzyklopädie als auch mit Meyers Großem Konversations-Lexikon inhaltlich übereinzustimmten schien, das war vor allem Folgendes (die Unterstreichungen sind Heraushebungen des Verfassers):

„Die Familie derer Von Wimpffen ist ein weitverzweigtes Geschlecht, dessen eigentlicher Familienname Heeremann hieß. Ein Nürnberger Bürger, Dominik Heeremann, erhielt 1555 einen kaiserlichen Wappenbrief und seine Enkel wurden hundert Jahre später (1658) in den Reichsadelsstand erhoben. Sie nannten sich von jetzt ab nach ihrer alten Heimat, dem jetzt hessischen Städtchen WimpfenReichsfreiherrn von Wimpfen’, geschrieben in der Regel ‚Wimpffen’. Wir finden viele dieser Reichsfreiherren in verschiedenen europäischen Staaten in hervorragenden Stellungen, besonders als höhere Offiziere, so in Dänemark, in Österreich, Württemberg, Frankreich und als Gesandte in Preußen. Im Jahre 1800 starb der Zweiggründer Freiherr Franz Ludwig von Wimpfen. Der württembergische Generalmajor Franz Karl Eduard v. Wimpffen wurde 1797 von Kaiser Franz II. in den Grafenstand erhoben.”

Und aus den vorgenannten beiden Lexika konnte ich ergänzend entnehmen, dass es sich bei den 1658 in den Reichsadels- und Reichsfreiherrenstand erhobenen sog. Enkeln des ein Jahrhundert zuvor 1555 mit einem kaiserlichen Wappenbrief ausgestatteten

DOMINIK HEEREMANN
um (genauer gesagt) zwei Urenkel desselben handele:
nämlich die Gebrüder
JOHANN FRIEDRICH VON WIMPFFEN,
Losungsamtmann zu Nürnberg,
geb. (angeblich!) 1581 und gest. 1668,
und
JOHANN DIETRICH VON WIMPFFEN,
Spanischer Leutnant,
geb. (angeblich!) 1583.
Diese zwei seien die
Begründer der beiden sog. Hauptlinien:
des (ersten älteren) Johann – Friedrich – Stammes
und
des (zweiten jüngeren) Johann – Dietrich – Stammes.
Herausgewachsen sei
aus dem Erstgenannten
die im Mannesstamm 1883
erloschene
Dänische Linie,
aus dem Zweitgenannten
die jetzt, d. h. 1908/09, noch
blühende
Elsässische Linie.
Diese sei später, ausgehend von
JOHANN GEORG VON WIMPFFEN,
geb. 1689, gest. 1767,
über dessen 4 Söhne in 4 sog. Äste bzw. Zweige bzw. Linien
zerfallen

(die wechselnden Kategorisierungen wirkten für mich
kolossal verwirrend),
nämlich in die des:
1) STANISLAUS, geb. 1721;
2) FRANZ LUDWIG, geb. 1732 u. gest. 1800;
3) GEORG, geb. 1735 u. gest. 1816;
4) FELIX, geb. 1744 u. gest. 1814.

Was die in den beiden Lexika nun folgenden Lebensbeschreibungen dieser vier sog. Stifter sowie der von diesen für wichtig erachteten Nachkommen derselben betrifft, so differiert die getroffene Personen-Auswahl zwar um Einiges. Selbstredend erscheinen jedoch bei jedem die zwei vorumschriebenen großen Feldherren, nämlich der aus dem zweitgenannten Franz-Ludwig-Zweig hervorgegangene „Sedangeneral” (genannt und geschrieben hier) EMMANUEL FELIX VON WIMPFFEN (geb. 1811 zu Laon und gest. 1884 zu Paris) und der dem drittgenannten Georgs-Zweig entwachsene Sieger von Aspern MAXIMILIAN VON WIMPFFEN (geb. 1770 zu Münster in Westfalen, gest. 1854 in Wien). Außerdem wird auch der von Ludwig Will herausgehobene und ebenfalls dem zweitgenannten Franzens-Zweig entwachsene FRANZ KARL EDUARD VON WIMPFFEN (geb. 1776 in Stuttgart, gest. 1842 in Graz) angeführt, der von Kaiser Franz II. 1797 sogar in den Grafenstand erhoben worden sei. Die von beiden Lexikonwerken gegebenen Beschreibungen von Personen und deren Berufe belegen die Richtigkeit der von Ludwig Will für das ausgehende 18. sowie vor allem das 19. bis beginnende 20. Jahrhundert getroffenen Charakterisierung der Angehörigen des Adelsgeschlechtes der Von Wimpffen, sowohl was deren Verbreitung in viele Staaten Europas als auch deren vornehmliche Tätigkeit als hohe Militärs und daneben manchmal auch als Militärschriftsteller, außerdem als Botschafter (Diplomaten) betrifft. In Meyers Großem Konversations-Lexikon (2009) springt ins Auge, dass an die Spitze der Reihe der vier Stifter nicht STANISLAUS, der Älteste, gesetzt ist, sondern FRANZ LUDWIG, der Fünftälteste innerhalb der siebenköpfigen Brüderreihe, ein Umstand, der mir erst später klar geworden ist: Aus dessen sog. Franzens-Zweig ist dadurch, dass dieser sechs Töchter und sechs Söhne gehabt hat, die Mehrzahl der – wie schon gesagt – so sehr über Europa zerstreuten Von-Wimpfen-Familien herausgewachsen, wobei zu den von Ludwig Will aufgeführten europäischen Ländern noch eine ganze Reihe anderer solcher hinzuzurechnen ist, nämlich: Russland, Italien, Spanien, Ungarn, Schweiz, Baltische Staaten, USA. Und dem von Ludwig Will aufgeführten Preußen sind noch die folgenden anderen Länder bzw. Landschaften Deutschlands hinzuzufügen: Bayern, Württemberg, Franken, Westfalen, Hessen, Sachsen, Schlesien. Diese Auflistungen sind jedoch keineswegs als erschöpfend anzusehen.

Die Begegnung mit den bislang vorgestellten Personen des Von-Wimpffen-Geschlechtes, die alle mehr oder weniger bei der Erforschung der Geschichte Wimpfens der hessischen Zeit von 1802/03 bis 1951/52 und vor allem in der Ägide von 1870 – 1918 in mein Blickfeld gerückt sind, ist es also gewesen, die mich in Vorbereitung des besagten Bandes 3 veranlasste, vor dem Beginn und noch während dessen Niederschrift, über dieses jegliche fassbare genealogische Fachliteratur, darüber hinaus örtliches und überörtliches Quellengut, darunter auch Bildgut und dazuhin genealogische Darstellungen in Wort und Bild aller Zeitläufte und Staaten zu suchen, festzuhalten und vergleichend auszuwerten. Was mir zunächst als Erstes aus dem Stadtarchiv Bad Wimpfen zukam, stellte zwar nur sekundäres Quellenmaterial dar, erschien mir aber bestens geeignet, grundlegende Aufschlüsse über das Werden und Wachsen dieses Geschlechtes bieten zu können. Und zwar handelte es sich um die nachgenannten beiden fundamentalen Werkschöpfungen:

1. Den vom Stadtarchiv Bad Wimpfen im Kunsthandel erworbenen und sowohl titel- als auch datierungslosen Stammbaum des Nürnberger insbesondere Portraitzeichners und Kupferstechers Johann Wilhelm Stör von schätzungsweise 1750/60. Siehe hierzu die nachfolgende

  • Abb. A 5: Unbetitelter und undatierter Stammbaum der sog. Familie Hörmann von Wimpffen, Kupferstich von Johann Wilhelm Stör (Gestalter), geb. 1705 und gest. 1765 in Nürnberg, und Atanias (Stecher) von ca. 1750/60, signiert mit „Atanias sculpcit” – „J. W. Stör excudit”; hier versehen mit der Zählung der Generationen mittels arabischer Zahlzeichen von 1 bis 9 in Rot.

Anmerkung:
Beim Belegen dieser Abbildung (wie auch im Fortgang anderer textbesetzter solcher) mit dem Cursor erscheint automatisch eine Lupe, womit der unleserliche Text quasi abgetastet werden kann, um diesen einigermaßen entzifferbar sowie auch die Wappenbilder erkennbar werden zu lassen. Wahlweise kann diese auch durch einmaliges Anklicken in ihrer Gesamtheit vergrößert werden. Ob die eine oder andere Form der Herstellung der Lesbarkeit gewählt wird, muss der Betrachter auf der Basis des Vergleichens entscheiden.

Dieser Stammbaum reicht vom ausgehenden 14. bis in etwa zum ausgehenden 17./beginnenden 18. Jahrhundert und erfasst von den „HÖRMAN VON WIMPFFEN”, wie deren erstgenannter mit der Anmerkung „vixit 1377 (= lebte 1377)versehener Namensträger und Stammvater SIGMUND mit Nachnamen dort bezeichnet ist, die ersten 9 Generationen, endend beim nachweislich 1648 in Nürnberg geborenen Stammträger namens GEORG ABRAHAM. Alle dem Stammvater Folgenden bleiben, wohl hauptsächlich im Blick auf den Platzmangel, ohne Angabe der Geburts- und Sterbedaten und -orte. Sicherlich gab es ursprünglich einen ergänzende Text-Interpretation, die leider beim Kauf des Stammbaums nicht angeboten worden und vermutlich verloren gegangen gewesen ist.

2. Das 4 + 35 DIN A4-Seiten umfassende (den Von Wimpffen allein geltende) Genealogiewerk des österreichischen Bibliografen, Lexikografen und Schriftstellers Constantin von Wurzbach „Die Freiherren und Grafen von Wimpfen. Separatdruck aus C. von Wurzbach’s biographischem Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, LVI. Band. Mit zwei Stammtafeln”, Wien 1888.
Dieses umfasst:
– 4 mit I bis IV, dann 32 mit arabischen Ziffern gekennzeichneten DIN A4-Seiten Textes;
– 2 mit Stammtafel I und Stammtafel II überschriebene genealogische Darstellungen, die sich, beginnend mit SIGISMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN, nunmehr über insgesamt 17 Generationen erstrecken;
– eine Wappendarstellung mit Wappenbeschreibung.
Siehe zunächst in

  • Abb. A 6: Die Titelseite des einschlägigen Genealogischen Werkes „Die Freiherren und Grafen von Wimpffen“ (erschienen 1888) des Constantin von Wurzbach.

Es folgen die beiden Stammtafeln:

  • Abb. A 7: Die I. Stammtafel der Freiherren und Grafen von Wimpffen. Aeltere Linie des Constantin von Wurzbach aus dem Jahr 1888 (wegen Schwärzungen der Vorlage an den unbeschrifteten Randbereichen etwas beschnitten); hier die oberen zwei Drittel links am Rand mit der Zählung der Generationen mittels römischer Ziffern von I bis X in Schwarz versehen.

  • Abb. A 8: Die II. Stammtafel der Freiherren und Grafen v. Wimpffen. Jüngerer Hauptast des Constantin von Wurzbach aus dem Jahr 1888; hier im Hinblick auf Schwärzungen der Vorlage in gewissen unbeschrifteten Randzonen beschnitten; sonst unverändert.

Und nun sei noch angefügt

005

  • Abb. A 9: Das im Genealogischen Separatwerk des Constantin von Wurzbach von 1888 zu findende damalige Wappen der Freiherren von Wimpffen in einfarbiger Fassung mit angefügter Beschreibung desselben.

Dieses Werk des Constantin von Wurzbach Ritter von Tannenberg (geb. 1818 in Laibach, gest. 1893 in Berchtesgaden), so sein voller Name, präsentiert, entsprechend der späteren Erscheinungszeit, 17 Generationen des Zeitraumes von ca. Mitte des 14. Jahrhunderts bis in etwa zum dritten Viertel des 19. Jahrhunderts und stellt eröffnend ein auf die Vornamen gerichtetes „Alphabetisches Namen-Verzeichniß vor, das 51 Personen auflistet und in einer  Randleiste die Nummern jener Seiten angibt, in denen diese einzelnen Namen behandelt bzw. in anderem Zusammenhang erwähnt sind.

Siehe hierzu die

  • Abb. A 10: Das „Alphabetische Namens-Verzeichniß“ der Genealogischen Schrift des Constantin von Wurzbach „Die Freiherren und Grafen von Wimpffen“ (1888). Es folgen ohne klassifizierende Überschrift anderthalb Seiten, auf denen aufgezeigt wird, welche Personen dieses Adelsgeschlechtes sich tätigkeitsmäßig einen Namen gemacht habe und zu Ruhm gelangt sind.
    Siehe hierzu die

006a      006b

  • Abb. A 11a und A 11b: Die im genealogischen Werk des Constantin von Wurzbach von 1888 auf den Seiten III und IV aufgeführten – wie man sagen kann – „Besonders denkwürdigen Sprossen des Adelsgeschlechtes der Von Wimpffen”.

Dieses geschieht unter Aufgliederung derselben in die folgenden 8 Kategorien ihrer Tätigkeit mit dahinter jeweils der Angabe jener Textseiten, in denen über den Angeführten jeweils Aussagen zu finden sind:
– Ordensritter (insgesamt 3 Nennungen,
unterteilt in a) des goldenen Vließes und b) des Maria Theresien-Ordens
– Reisende (3 Nennungen),
– Schriftsteller (10 Nennungen),
– Zur See (1 Nennung),
– Staatsmänner und Staatsbeamte (11 Nennungen),
– Männer der Kirche und Mitglieder geistlicher Orden (5 Nennungen) und
– Im Auslande denkwürdig geworden (18 Nennungen).
Selbstredend ist dann und wann eine Person in mehrere der aufgeführten Kategorien eingegliedert, so z. B. der den Anfang der Liste einnehmende und in der Abb. A 1 gezeigte sowie dann beschriebene MAXIMILIAN VON WIMPFFEN. Den dem Vor- und Zunamen beigefügten Adelstitel bzw. bei in den Kirchendienst Getretenen oder ins Kloster Gegangenen die Kirchenamts-Bezeichnung beigefügt. Ab der fünften Rubrik „Staatsmänner und Staatsbeamte” sind dem Adelstitel noch in Klammer die Art der Tätigkeit sowie die Staaten oder Gebiete, in den diese ausgeübt worden sind, beigegeben. Damit wird evident, was Ludwig Will in seinen beiden Aufsätzen wie auch die vorgenannten beiden Lexika deutlich herausgestellt haben, nämlich der dem Adelsgeschlecht der Von Wimpffen zugewachsene Aufstieg in vielerlei hohe bis höchste berufliche und/oder amtsmäßige sowie auch neigungsmäßige Funktionen und Rangstellungen, wobei die Rubrik „Staatsmänner und Staatsbeamte“ mit 11 Nennungen den zweiten Rang einnimmt und die letztgenannte Rubrik „Im Auslande denkwürdig geworden” mit sogar 18 Nennungen an der Spitze rangiert. Nimmt man die beiden letztgenannten Rubriken „In Oesterreich denkwürdig geworden“ und „Im Auslande denkwürdig geworden“ zusammen und vergegenwärtig man sich die dort in Klammer beigegebenen Tätigkeitsarten und Staatsgebiete, so wird die Dominanz des Waffendienstes sowie die weite Verbreitung dieser „Militairs“ deutlich.

Im Weitergang der Seiten durch Constantin von Wurzbachs Genealogie stößt man auf den Folgeseiten 3 bis 5 oben auf die weitere Rubrik des Titels
„Zur Genealogie der Freiherren und Grafen von Wimpffen“. Diese soll hier im Hinblick auf deren Komplexität sowie vor allem elementare Bedeutung bezüglich der Entstehung und Werdens desselben zum Adelsgeschlecht unter Hinweis auf dessen im Endkapitel Z. Rück- und Weiterschau erfolgende tiefgehende kritiscche Analyse hier tunlichst übergangen werden. Vorausnehmend sei wenigstens der folgende Hinweis gegeben:
Bei genauer Durchforschung der Namenskette der Abb. A 9a und A 9b wird auffallen, dass bei einigen wenigen der aufgeführten Personen Lebensdaten beigegeben, und zwar bei:
– ARNOLD, BISCHOF VON WORMS (1044 – 1063),
– CONRAD, PROBST IN WORMS (1329),
– JOHANN ALBERT, DOMHERR ZU WÜRZBURG (geb. 1354).
Dazu ist auch noch rechnen der an siebtletzter Stelle angegebene
– HEEREMANN VOM LETZTEN MAGEDEBURGER TURNIER, das laut Lebensbeschreibung Nr. 23 auf das Jahr 1036 gesetzt ist.
Und in einer späteren Textstelle des C. von Wurzbach erscheint noch ein
– DAGOBERT VON WIMPFFEN, der sich bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts zurückführen lasse.
Überraschenderweise reichen diese im ersten, zweitletzten und letzten Fall bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts und in den anderen zwei Fällen immerhin fast bis in die Mitte bzw. in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Die fünf Vorgenannten erscheinen auch alle in der auf den Seiten 5 unten bis 13 oben angeschlossenen weiteren Rubrik des Titels „Zur Genealogie der Freiherren von Wimpffen” aufgeführt und demnach zweifelsfrei dem Geschlecht der VON WIMPFFEN zugerechnet.

In dieser finden aus der langen Reihe der im „Alphabetischen Namens-Verzeichnis“ aufgelisteten 51 Von Wimpffen-Abkömmlinge 41 und damit fast alle Würdigung in Form einer kürzeren bis längeren Lebensbeschreibung, und zwar in alphabetischer Namensfolge
– beginnend ca. mittig auf Seite 5 mit:
„1. Adolf Freiherr von Wimpffen (geb. 11. Juli 1818)“ und
– endend mit:
„41. Victor (siehe die besondere Biographie S. 39)“.
Wie aus der letztgenannten In-Klammer-Setzung zu ersehen, ist einer Anzahl der mit einer besonderen Lebensbeschreibung Bedachten gesondert eine besonders umfängliche solche beigefügt. Diese reichen von Seite 13 unten bis Seite 32 oben und gelten 6 männlichen Von Wimpffen-Abkömmlingen und einer weiblichen solchen, die der Autor also für ganz besonders hervorhebenswert betrachtete, nämlich:

Alphons Graf von Wimpffen, k. k. Oberst (1828 – 1866),
Felix Friedrich Wenzel Graf von Wimpffen, Staatsmann (1827 – 1883),
– Franz Emil Lorenz Graf von Wimpffen, k. k. General-Feldzeugmeister des Maria Theresien- und Grosskreuz des Leopoldordens) (1797 – 1870),
Heinrich Christian Freiherr von Wimpffen, k. k. Hauptmann (1827 – 1869),
Maria Anna Cäcilie Gräfin von WimpffenHumanistin (1802 – 1862),
 Maximilian Freiherr von Wimpffen, k. k. Feldmarschall, Ritter des goldenen- Vliesses, Commandeur des Maria Theresien – Ordens (1770 – 1834),
– Victor Graf von Wimpffen, k. k. Hofrath und Corvettenkapitän (geb. 1834).     

Diese alle mit einer kurzen bis längeren oder gar gesondert umfänglichen Lebensbeschreibung Bedachten sind in der I. und II. Stammtafel daran zu erkennen, dass hinter ihrem Vornamen in Klammer eine Nummer zu finden ist. Diese signalisiert, dass in der Rubrik „Besonders denkwürdige Sprossen des Geschlechtes Wimpffen“ unter dieser Nummer eine Lebensbeschreibung gefunden werden kann. In der I. Stammtafel (siehe Abb. A 7) taucht in der Durschau der Generationen als Erster Hans I. (26), in der II. Stammtafel (siehe Abb. A 8) Johann Dietrich (28) auf. Was die vorstehend aufgelisteten Sonderfälle getrennt dargestellter Lebensbeschreibungen großen Umfangs betrifft, so ist vor der gezeigten Nummer „S.“ = Seite gesetzt und damit angezeigt, wo diese Lebensbetrachtung beginnt. In der I. Stammtafel sind keine in dieser Weise Gekennzeichneten zu entdecken, in der II. Stammtafel als Erster solcher Maximilian (S. 23) ausmachbar.

Zwar schien mir der im vorletzten Abschnitt dargelegte Umstand, dass  Constantin von Wurzbach fünf der den Adelsnamen Von Wimpffen Tragenden Lebens- oder Geschehensdaten beigefügt hat, die ins 14. und teilweise sogar bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts reichen, beigefügt hat, sich in keiner Weise mit den von den Lexika wie  auch von Ludwig Will dargelegten Umstand, dass die aus Wimpfen am Neckar nach Nürnberg gekommenen Ahnherren der Von Wimpffen den (bürgerlichen!) Nachnamen HERMANN getragen haben sollen, zusammenzugehen und jeder Logik zu entbehren. Nichtsdestotrotz bildeten C. von Wurzbachs Personenbeschreibungen im Verein mit seinen beigegebenen beiden Stammtafeln I und II  für mich zunächst die Basis für die Gewinnung eines genealogischen Grundgerüstes, das die so wichtige Einordnung der fürs Erste erfassten Abkömmlinge des fraglichen Geschlechts in eine Gesamtgenealogie zu ermöglichen schien, zumal die gängigen allgemeinen Lexikonwerke des Adels der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Angaben über das Werden dieses Adelsgeschlechtes keinerlei Dissenz erkennen ließen. Gemeint sind die folgenden im Internet abrufbaren Genealogischen Kompendien:

– Zunächst und vor allem der berühmte nach dem Ort der Herausgabe (im Verlag Perthes) bezeichnete sog. Gotha, der den Titel „Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser“ führt und als dessen Verfasser der Ausgabe des Jahres 1853 sowie Weiterführungen der Jahre 1663, 1866, 1870 und 1874 Christoph Cellarius und Julius Gerhard Goldtbeeg erscheinen.

– Hinzu trat das vom Heraldiker, Arzt und Schriftsteller Ernst Heinrich Kneschke geschaffene Genealogische Speziallexikonwerk
„Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung” von 1853 sowie
„Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon, Band 9″, 1870.

– Außerdem wurden noch die folgenden Internet-Kompendien herangezogen, die ebenso weitgespannt wie die vorgenannten genealogische Informationen über den Adel in seiner Gänze bieten, so vor allem:
– GeneAll.net/Index,
Geni.com.people,
William Adams Reitwiesner Genealocical Services, World Roots.com Genealogy Archive,
rootsweb.
Diesbezüglich ganz besonders ergiebig zeigte sich auch
Wikipedia, die Freie Enzyklopädie.
Natürlich erwiesen sich alle die vorgenannten lexikalisch-digitalen Informationsträger auch unabdingbar notwendig für die Gewinnung von Informationen über die bestehenden verwandtschaftlichen Verbindungen der Von Wimpffen vor allem des 19. Jahrhunderts hin zu anderen Adelsfamilien, so vor allem:
– ausgehend vom vorbeschriebenen WILHELM VON WIMPFFEN (1820 – 1879) und seinem Vater FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN (1784 – 1845) sowie dem „Sedangeneral“ EMMANUEL FÉLIX DE WIMPFFEN (1811 – 1884) zu den VON MOLTKE und
– ausgehend von der Heiratsverbindung der Tochter des Erstgenannten SOPHIE VON WIMPFFEN (1861 – 190 ) des Jahres 1880 mit THEODOR RUDOLF VON UNGERN-STERNBERG und damit zur Adelsfamilie der VON UNGERN-STERNBERG. Was die letztgenannte betrifft, so konnte vor allem aus dem digitalisierten Genealogie-Werk des
Otto Magnus von Stackelbeerg des Jahres 1930 des Titels
„Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften, Band 1”
geschöpft werden. Hinzu kamen zwei spezielle von
C. Rußwurm im Auftrag der Familie von Ungern-Sternberg revidierten und ergänzten Bände (Breslau 1875 bzw. Reval 1877) des Titels
„Nachrichten über das Geschlecht Ungern-Sternberg aus authentischnen Quellen gesammelt von Rudolf Freiherrrn von Ungern-Sternberg zu Birkas”
sowie das 2008 ersterschienene aufsehenerregende Werk von
– James Palmer des Titels
„The Bloody White Baron …”.
Glücklicherweise fand ich im Internet darüber hinaus das folgende französische Lexikonwerk des ausgehenden 18. Jahrhunderts, das ebenfalls Grundlegendes über das Werden der – wie dort gesagt – „DE WIMPFFEN” (wenngleich sich später, was die dort aufgeführten Generationen I – VIII betrifft, als großteils mehr als fragwürdig Erweisendes) aussagt. Es stammt aus der Feder des als Sammler vielerlei genealogischen und sonstigen Materials bezeichneten Schriftstellers
Francois-Alexandre Aubert de la Chesnaye Des Bois (an späteren Stellen verkürzt „Aubert Des Bois” genannt) und trägt den folgenden Titel:
„Dictionaire de la noblesse, contenant les généalogies, l’histoire et la chronologie des familles nobles de France, l’explication des leurs armes et l’état des grandes terres du royaume; tome 12” (Paris 1778).
Dazu kam die 1788 erschienene und 223 Seiten umfassende Lebensbeschreibung des o. a. Stifters des sog. Franzens-Zweiges
François Louis de Wimpffen des Titels
„Mémoires du Général Baron de Wimpffen, écrits par lui même. Tome premier. Contenant sa vie privée et militaire, 1788 Paris chez Didot fils ainé”.
Aus dieser geht nicht allein der hauptsächliche höchst wechselvolle Lebensgang dieses FRANÇOIS LOUIS DE WIMPFFEN oder FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN (1732 – 1800) hervor, sondern im Vorspann finden sich auch aufschlussreiche (wenngleich sehr viel mehr als nur fragwürdig erscheinende) Aussagen über das Werden seines Geschlechtes.
Und was die mir ganz besonders wichtig erscheinende Erschließung des Lebens des französischen Generals EMMANUEL FÉLIX DE WIMPFFEN und vor allem dessen Erleidens durch die verlorene Schlacht bei Sedan betrifft, so bot mir der 1873 erschienene Band 1 des dreibändigen höchst bewunderungswürdigen Werkes des brandenburgischen großen Dichters und Schilderers seiner Zeit und der Menschen derselben
Theodor Fontane des Titels
„Der Krieg gegen Frankreich 1870-1871”
den benötigten Stoff fast lückenlos. Außerdem gaben noch zusätzlich die folgenden Selbstzeugnisse von
General Emmanuel Félix de Wimpffen weitere Aufschlüsse über dessen Denken und Handeln und die dahinterstehenden Intentionen:
„Sedan. Par le Général de Wimpffen”, 1871 Paris, sowie
„Souvenirs de captivité. De L’instruction en Allemagne par un officier général”, 1872 Paris.
Die letztgenannte Schrift heranzuziehen, erschien mir insofern wichtig, als diese aus des sog. Sedangenerals fünfmonatiger Gefangenschaft in Stuttgart herausgewachsen ist, jener deutschen Stadt, in der die Württembergische Nebenlinie der Von Wimpffen entstanden und rund 5 ½ Jahrzehnte (von ca. 1810 bis 1865) ansässig gewesen ist, zu der nicht nur der in Wimpfen niedergelassene und gestorbene BARON WILHELM VON WIMPFFEN, sondern auch dessen Vater FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN sowie Großvater, der Zweiggründer FRANÇOIS LOUIS DE WIMPFFEN / FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN gehören, dazuhin noch drei Großvettern des Wilhelm, nämlich der gleichnamige FRANÇOIS LOUIS / FRANZ LUDWIG sowie GERMAIN / HERMANN VON WIMPFFEN und CHRISTIAN FRIEDRICH DE WIMPFFEN, enge Berufs- und Lebensverbindungen gehabt haben.

Die zunächst aus der vorhandenen Literatur gewonnenen Angaben über WILHELM und seinen Bruder DAGOBERT, auch über deren Schwestern KATHARINA und PAULINE sowie deren Vater FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN erhärteten und konkretisierten sich weiter durch
meine 2014 im Stadtarchiv Stuttgart betriebenen umfänglichen Quellenforschungen.
Deren aus Adressbüchern, Zeitungsnachrichten, Familienregistern mit Angaben von Geburten, Taufen, Eheschließungen, Tod etc. gewonnenen Ergebnisse wurden in einem gesonderten Ordner erfasst und flossen insbesondere in jene Abschnitte ein, die dem im Wimpfen der 1870er Jahre zugezogenen oben erstgenannten WILHELM VON WIMPFFEN gelten. Über dessen und seines Bruders DAGOBERT VON WIMPFFEN Jugend, deren Heranwachsen im Stuttgarter höfischen Leben und Werden zum Offizier sowie die beruflichen Tätigkeiten derselben als künftige und schließlich bestallte Offiziere und Kammerherren etc. in den Garnisonen Stuttgart und Ludwigsburg bzw. am Stuttgarter Königshof konnten auch wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden aus
Robert Uhland (Herausgeber),
„Das Tagebuch der Baronin Eveline von Massenbach. Hofdame der Königin Olga von Württemberg”, Stuttgart 1987.
Darüber hinaus hat mir mein unermüdlich hilfreicher Jahrgangskamerad
Otto Maisenhälder (Jahrgang 1926), engster Wimpfener Freund und Vertrauter des ersten Jahrzehnts nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und damit jenes Zeitabschnittes, in dem uns gemeinsam die ständige die Gemüter erregende Auseinandersetzung der Einwohnerschaft der hessischen Exklave Wimpfen mit dem Problem der ungeliebten verwaltungsmäßigen Zuordnung durch die amerikanischen Militärbehörde zum damaligen nordbadischen Landkreis Sinsheim und schließlich nach einer Volksabstimmung der Hinordnung zum baden-württembergisch gewordenen Landkreis Heilbronn umtrieb, eine lange Kette wertvollster voranbringender Hilfen vermittelt. Und zwar handelt es sich um unzählige Text- und teilweise auch Bildkopien, die er vorausschauend hauptsächlich in seiner Zeit als Vorsitzender des Vereins Alt-Wimpfen e. V. (1975 – 1990) gefertigt und nicht allein aus aufschlussreichen Genealogiewerken, sondern vor allem auch aus Akten (Geburts-, Heirats-, Sterbe-, Erb-, Kaufurkunden u. a. m. des Landgerichts und späteren Amtsgerichts sowie Standesamtes Wimpfen) gewonnen hat. Gerade diese haben entscheidend mitgeholfen, erstrangig die Geschichte der Von Wimpffen des 19. Jahrhunderts und ganz speziell die der mit dem Wimpfen der 1870/80er Jahre in engste Verbindung getretenen sog. Württembergischen Nebenlinie und damit gleichzeitig ein wichtiges Stück Ortsgeschichte zu erhellen.
Per Zufall stieß ich 2010 auf den Umstand, dass
Dr. Hans Hermann Freiherr von Wimpffen, zu dem meinerseits damals immer noch keinerlei fester Kontakt bestand, damit begonnen hatte, im Internet auf seiner Website
„wimpffen.hu” fortlaufend von ihm verfasste Abhandlungen in bunter unsystematischer Folge über einzelne Glieder des Von-Wimpffen-Geschlechtes aller Jahrhunderte seines Bestehens zu veröffentlichen. Und zwar waren diese dort in der zweiten Rubrik „biographien” teilweise zusammen mit aufschlussreichem Bild- und Urkundengut im Rahmen der folgenden insgesamt 10 Rubriken umfassenden Gesamt-Konzeption zu finden:

wappen
biographien
literatur
militär
schlachten
wimpfen am Neckar
bilder
portraits
strassen
Sie starben für

Seit 2015 befindet sich diese Website, jetzt benannt mit
„wimpffen.de”, in der Umarbeitung begriffen und jetzt in die folgenden veränderten 12 Rubriken untergliedert:

Home
Biographien
Bilder
Die Feldherren
Literatur
Portraits
Militär
Schlachten
Sie starben für
Strassen
Wappen
Wimpfen am Berg

Die Vielfalt dieser Rubriken lässt spüren, dass der Autor dort nicht allein aufschlussreiches biografisches Material in Form von Einzelbiografien, sondern darüber hinaus auch vielerlei veranschaulichendes Wappen- und sonstiges Bildgut, dazuhin auch grundlegendes Urkundengut vorstellt sowie Verbindungen zwischen den beschriebenen Einzelpersonen herstellt, welche die Wesenszüge und Bedeutung seines Geschlechts aufzeigen. Bis Anfang 2016 fanden sich dort in der Hauptrubrik „Biographien” etwas mehr als vier Dutzend solche eingebracht, deren auf die Namen der jeweils behandelten Person bezogenen Titel sich innerhalb der Schluss-Rubrik
„QUELLEN-NACHWEISE / 2. Verwendete Darstellungen im Internet / Website wimpffen” aufgelistet finden. Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Zeit noch manch andere solche Lebensbeschreibung hinzukommen wird. Die überraschenderweise dort eine Vielzahl von Seiten füllende Rubrik „literatur” bzw. „Literatur” bezieht sich nicht auf Veröffentlichungen Außenstehender über das Von-Wimpffen-Geschlecht, sondern auf, wie es heißt,
„Publikationen, die im Verlauf von drei Jahrhunderten von Mitgliedern der Familie Wimpffen veröffentlicht wurden”
und vor allem die Bereiche Militärwesen und -strategie sowie Militärhistorie, Erziehungswesen und auch Reiseberichte betreffen. Darunter finden sich um die fünf Dutzend Titel, in denen Dr. Hans Hermann von Wimpffen hauptsächlich als Mitherausgeber von in den ca. dreieinhalb Jahrzehnten seiner schrittmachenden Tätigkeit beim Bayrischen Rundfunk und Fernsehen geschaffenen populärwissenschaftlich-medizinischen Schriften erscheint, die weite Bereiche der Medizin, der Krankheitsformen und deren Therapie berühren. Deren breiter Erfolg manifestiert sich vor allem darin, dass diese häufig weitere Auflagen fanden, auch vielfach in anderen Ländern erschienen sind und teilweise sich noch heute im Angebot der Verlage finden. Die wohl erfolgreichste dieser Veröffentlichungen war das 1973 erstmals von
Professor Theodor Hellbrügge, München, und Johann Hermann von Wimpffen auf der Basis einer Studie an 1660 Neugeborenen herausgegebene und zunächst von der TR-Verlagsunion München verlegte Elternbuch des Titels
„Die ersten 365 Tage im Leben eines Kindes. Die Entwicklung des Säuglings”. Dieses erlebte sehr bald neue und noch bis zur Gegenwart fortgeschriebene Auflagen und wurde raschestens in unzählige Sprachen der Welt von – um nur einige zu nennen – Albanisch über Chinesisch, Koreanisch, Lettisch, Französisch, Georgisch, Russisch, Griechisch, Tamilisch, Hindi, Holländisch, Iranisch, Türkisch bis Ungarisch übersetzt und in den jeweiligen Sprachen als Buch herausgebracht. Wie mein frühere Lehrerkollege und jetzige emeritierte Professor der Humboldt-Universität zu Berlin Dr. Martin Hahn urteilt, bildete und bildet dieses wissenschaftliche Kompendium eine nicht mehr wegzudenkende Basishilfe bei der Ausbildung von Studenten der Allgemeinen Pädagogik wie der Sonderpädagogik.
Hierzu sei nachstehend die im Knaur Verlag erschienene dritte deutsche Auflage gezeigt:

010

  • Abb. A 12: Titelseite des Eltern- und Erziehungsbuches von Dr. Theodor Hellbrügge und J. Hermann von Wimpffen „Die ersten 365 Tage im Leben eines Kindes. Die Entwicklung des Säuglings” (Erscheinungsjahr dort nicht angegeben).

Und 1990 erschien unter Dr. Hans H. von Wimpffens alleiniger Autorenschaft bei Mitarbeit von Susi Piroué im Verlag Orac Wien, München, Zürich (in der Reihe „Die Sprechstunde. Ratschläge für die Gesundheit”) das mit eindrucksvollen Bildern von Sauerkraut-Gerichten aller Art (Suppen, Salate, Vorspeisen und Snacks, Aufläufe, Kuchen und Pfannengerichte, Beilagen und Gerichte ohne Fleisch, Gerichte mit Fisch und Krustentieren, Gerichte mit Fleisch und Wurst, Gerichte mit Geflügel) versehene und von der Presse bestbewertete Koch- und Gesundheitsbuch
„Sauerkraut. Die besten Kochrezepte. Wirksame Heilanwendungen. Geschichte & Anekdoten”.
Hier sei die einige Jahre später herausgekommene erweiterte Neuausgabe gezeigt:

011

  • Abb. A 13: Titelseite des Koch- und Gesundheitsbuches von Dr. Hans Hermann von Wimpffen „Sauerkraut … ”, Zweite erweiterte Auflage 1996.

Was aus der in der Rubrik „literatur” bzw. „Literatur” verzeichneten großen Reihe der Werkschöpfungen des Dr. Hans H. von Wimpffen noch erwähnt werden muss, das ist dessen Dissertation, durch die dieser im Rahmen seines weitgespannten Studiums der Fächer Politische Wissenschaften, Soziologie und Völkerrecht sowie auch Mittlere und Neue Geschichte an den Universitäten Heidelberg, Hamburg, Paris (Sorbonne) und Würzburg 1968 von der letztgenannten Universität den Doktorgrad erlangt hat. Diese ist betitelt mit
„Die Kämpfe der 2. Armee 1942/43 am Don. Ein Beitrag zur Koalitionsführung im Zweiten Weltkrieg”.
Diese weist ihn als (auch!) Historiker aus. Das lässt verstehen, warum er sich so intensiv mit der Erforschung und Vermittlung der Geschichte seines Geschlechtes befasst. Selbstredend besitzt er einen sowohl durch Familienüberlieferung als auch durch wissenschaftliches Interesse und Sammelleidenschaft entstandenen höchst umfangreichen und vielfältigen Fundus von landes- und sprachenübergreifender Literatur, Urkunden- und Bildmaterial, das die Geschichte seines Geschlechts ausweist und ihm bei der Abfassung seiner teilweise sehr umfänglichen Abhandlungen Hilfe leistet.
Erst aus seinen ganz besonders ausführlichen und personal dichten Darstellungen über die Glieder seines eigenen Zweiges wurde mir klar, dass DR. HANS H. VON WIMPFFEN dem o. a. dritten sog. Georgs-Zweig entwachsen ist und innerhalb desselben der nach Ungarn gelangten Linie der Wimpffen-Mollberg angehört und sein Vater, Großvater und Urgroßvater den ungarisch-russischen Vornamen

IVAN
(= JOHANN = HANS)
getragen haben, nämlich:
IVAN I. VON WIMPFFEN-MOLLBERG
(1847 – 1895),
IVAN II. VON WIMPFFEN-MOLLBERG
(1880 – 1944),
IVan III. von Wimpffen-MOLLBERG
(1903 – 1990).

Näheres über diese und über die Linie der Wimpffen-Mollberg überhaupt, geschöpft aus des Autors ebenso fundiert-präzisen wie auch von der Materie her bannenden Personenbeiträgen, ist in Kapitel Y. Georgs-Zweig zu finden. Natürlich konnte ich auch aus allen dessen vielen anderen Internet-Beiträgen wertvolle Anregungen und Erkennisse für meine Textgewinnung allgemein entnehmen.
Nachdem ich zusammen mit meiner Frau schließlich im Spätherbst 2013 bleibende engere Verbindung zu Dr. Hans H. von Wimpffen und seiner Gattin fand und mich somit mit ihm nunmehr direkt und fortlaufend über seine und meine Forschungen austauschen konnte, wurde mir klar, dass er Kontakte in alle jene Gebiete Deutschlands (so vor allem auch nach Augsburg und Nürnberg mit Umraum hin!) sowie in all jene vielen Staaten Europas und dort insbesondere zu Bibliotheken und Museen wie auch zu Von Wimpffen-Sprossen (Ungarn, Österreich, Frankreich und dort vor allem ins Elsass sowie in die Île de France u. a. m., Dänemark, Russland, Spanien, Baltische Staaten) und darüber hinaus vor allem auch in die USA unterhält, wo sein vor kurzem verstorbener dreieinhalb Jahre älterer Bruder

GEORG IVAN (IVAN IV.) VON WIMPFFEN
(geb. am 13. 04. 1931 in Budapest,
gest. am  02. 01. 2016 in Weaton/USA)

lebte. Bei diesen Kontakten, die vor allem der Suche von Materialien und Auskünften über seine Vorfahren sowie auch nach Verbindung zu lebenden Gliedern und Zweigen seines Geschlechtes gelten, kommen ihm seine ausgesprochene Weltläufigkeit, umfänglichen Sprachenkenntnis und Beherrschung eines weitgespannten Kanons von Fachdisziplinen und Berufserfahrungen ganz besonders zustatten.

Von ihm empfing ich nunmehr bei meinen Bemühungen um die Erforschung seines Geschlechtes ganz entscheidende Hilfen zu einem Zeitpunkt stockenden Weiterkommens infolge sich mehr und mehr einstellender Zweifel an der Richtigkeit der aus der speziellen Genealogie der Von Wimpffen des Constantin von Wurzbach geschöpften Angaben über die frühen sog. Von Wimpffen des ausgehenden 14. bis beginnenden 17. Jahrhunderts. Diese Zweifel ergaben sich zunächst daraus, dass ich bei der systematischen Vergleichung des Stammbaumes des Augsburgers J. W. Stör mit der ersten Hälfte der I. Stammtafel des Wieners Constantin von Wurzbach vornehmlich auf Nichtübereinstimmung stieß. Und zwar ergab die Durchzählung der Generationen bei Stör (siehe in der Abb. A 5) von SIGMUND unten bis ABRAHAM oben) nur 9 solche (bezeichnet in Rot mit 1 – 9), bei Wurzbach (siehe in der Abb. A 7) von SIGISMUND oben bis ABRAHAM unten) dagegen 10 solche (zur Unterscheidung dort bezeichnet mit I – X). Und die Vergleichung der bei Stör und Wurzbach angegebenen Namen der (männlichen) Stammträger und deren Frauen erbrachte nur eine Übereinstimmung bei der Generation 1 (bei Stör) bzw. I (bei Wurzbach) beim Mann (nicht bei der Frau), außerdem bei den Generationen 8 und 9 (bei Stör) bzw. IX und X (bei Wurzbach) beim Mann, auch bei den beiden Frauen bei Generation 8 und IX; bei Generation 9 ist eine Frau nicht genannt, deshalb mit X eine Vergleichung nicht möglich. Ansonsten ergab sich diesbezüglich bei den dazwischenliegenden Generationen 2 bis 7 bzw. II bis VIII keinerlei Gleichheit. Das löste bei mir stärkste Irritationen aus. Gewiss genoss der Stammbaum Stör bei mir zunächst ein gewisses Vertrauen, weil dort in der 5. Generation der mir durch die beschriebene Wappenverleihung des Jahres 1555 durchaus als einstens existent gewesen erscheinende DOMINIK HERMANN dort als DOMINICUS HÖRMAN zu finden war, der sich bei Wurzbach merkwürdigerweise nirgendwo (auch nicht in den Begleittexten) verzeichnet fand. Doch vertraute ich letztlich denn doch dem vielgelobten und vielschreibenden österreichischen Adelsgenealogen C. von Wurzbach (1888) fast zweifelsfrei, nicht zuletzt auch deshalb, weil dessen Angaben so gut wie voll mit jenen älteren solchen von Aubert Des Bois (1778) sowie dazuhin auch mit jenen jüngeren von Ernst Heinrich Kneschke (1853) sowie des Gotha (1853) übereinstimmten. Also legte ich den Stammbaum Stör, nicht zuletzt auch mitveranlasst durch das Fehlen des Kommentartextes, wenngleich mit unguten Gefühlen, beiseite.

So entstand zunächst eine Darstellung, die sich allein und genau auf die von Wurzbach in seiner I. Stammtafel aufgeführten ersten Generationen I bis X der sog. „HEEREMANN VON WIMPFFEN” stützte, obgleich ich von vorneherein schon gewisse Zweifel an der Richtigkeit der angebenen Namen wie auch Lebensdaten und -fakten der Stammträger sowie ggfls. deren Geschwister hegte, weil merkwürdigerweise die Frauen der dort aufgeführten Stammträger wie auch die Ehepartner der Geschwister ohne Ausnahme als dem Adel entsprungen dargestellt sind. So werden z. B. beim erstgenannten Abkömmling des 14. Jahrhunderts namens

SIGISMUND HERRMANN VON WIMPFFEN
1) SUSANNA VON EBLINGEN
und
2) LUDOVICA VON KEIT

als Frauen genannt. Die Zweifel sollten schließlich noch genährt werden, als ich im Internet nach der Fertigstellung des Textes auf einen umfänglichen Beitrag des sog. älteren Hospitalpredigers der Stadt Nürnberg namens
Georg Ernst Waldau von 1778 des Titels
„Von dem Losungsamtmann Johann Friedrich von Wimpfen und dessen Familie” (siehe oben die aus der Brockhaus-Enzyklopädie und Meyers-Konversations-Lexikon übernommene auf diesen JOHANN FRIEDRICH VON WIMPFFEN bezogene Namensnennung) stieß. Im Vorspann dieser Abhandlung wird nämlich ein dem Autor von der Nürnberger Von-Wimpffen-Familie zugekommener in Kupfer gestochener großer Stammbaum aufgeführt und ganz offenkundig als teilweise Textgrundlage verwendet, der mir mit Sicherheit mit jenem des J. W. Stör identisch erschien; denn die Angaben von Waldau über die Generation 1 entsprechen jenen des Stammbaums von Stör, nur mit dem Unterschied, dass Waldau hier wie auch sonst im Unterschied zu Stör „WIMPFEN” (nur mit f) und nicht „WIMPFFEN” (mit ff) schreibt:

SIGMUND HÖRMAN VON WIMPF(F)EN
und
AGNES BRACHERIN
als dessen Ehefrau.

Und volle Übereinstimmung mit den Angaben von Stör waren auch hinsichtlich der, allerdings von der Gesamt-Genealogie her nur sporadischen, Angaben von Waldau festzustellen, welche die 4., 7. und 8. Generation (letztere sich auf JOHANN FRIEDRICH sowie dessen jüngeren Bruder JOHANN DIETRICH beziehend) betrafen, und zwar, sowohl was die aufgeführten Männer als auch die Frauen der letztgenannten beiden Generationen angeht. Und darüber hinaus ergab die Vergleichung der von Waldau aufgeführten sieben Namen von Nürnberger sog. besten und ratsfähigen (gemeint die sog. Ersten) Familien, in welche Angehörige dieses Geschlechtes eingeheiratet hätten, mit den Angaben von Stör vollste Übereinstimmung. Denn dort sind in den Generationen 5, 6, 7 und 8 sechs männliche Mitglieder und ein weibliches Mitglied der Von Wimpffen, also sieben Personen, zu finden, die sich mit diesen von Waldau genannten sieben Nürnberger Ersten Familien oder Geschlechtern ehelich verbunden haben. Namensnennungen tun hier noch nichts zur Sache und werden erst an späterer Stelle in allen Einzelheiten erfolgen.

Was mir jedoch letztlich den entscheidenden Stoß zur Verwerfung des über das Werden und Wachsen des He(e)r(e)mann/Von Wimpffen-Geschlechtes geschaffenen Ersttextes gab, das war die von mir vergebens gesuchte und mir überraschenderweise durch Dr. von Wimpffen zugesandte Textkopie eines im Nürnberger Raum 1984 erschienenen und auf einem Vortrag des Jahres 1881 bei der „Gesellschaft für Familienforschung in Franken” fußenden genealogischen Aufsatzes der Historikerin und Publizistin
Dr. Lore Sporhan-Krempel des Titels
„Zur Geschichte der Familie Hermann von Wimpffen”.
Beim Lesen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Bis auf wenige Unbedeutsamkeiten bestand zwischen deren hauptsächlich aus Nürnberger originalen Unterlagen, darunter auch Familienakten, geschöpften umfänglichen konkreten lückenlosen Angaben über die Generationen 1 bis 8 (und teilweise auch noch über die Generation 9) der, wie die Autorin sagt, „FAMILIE HERMANN VON WIMPFFEN” und jenen des „HÖRMANN” schreibenden Stammbaumes Stör beste Übereinstimmung. Auch hier kann natürlich die konkrete Vergleichung erst an späterer Stelle erfolgen. Das bedeutete, den bislang auf der Basis des von Wurzbach, Aubert Des Bois und dem Gotha entstandenen ersten Einführungstext endgültig zu verwerfen und einen neuen solchen zu verfassen.

Was ich aus Sporhan-Krempel Elementares erkennen konnte, das waren sechs Grundthesen, die großteils meine Vorstellungen über das Werden der Von Wimpffen erheblich veränderten (Genaueres dazu erst später):

Erstens:
Die Ahnen der Von Wimpffen nannten sich ursprünglich HERMANN und auch HÖRMANN.
Dieses ist das, was
– die Brockhaus-Enzyklopädie 1908 durch die Definition „schwäbisches Geschlecht, dessen eigentlicher Geschlechtsname Heeremann lautet” und Meyers Konversations-Lexikon 1909 „reichsunmittelbares Geschlecht, hieß eigentlich Heremann” sowie, von diesen wohl übernommen,
– 1911 und 1929 auch Lehrer Ludwig Will mit „ein weitverzweigtes Geschlecht, dessen eigentlicher Familienname Heeremann hieß” ausgedrückt haben.

Zweitens:
Nach der familiären Überlieferung galt die alte Freie Reichsstadt Wimpfen am Neckar als deren Herkunfts- und Ursprungsort.

Drittens:
Die Familientradition wollte konkret dazu wissen, dass im Jahr 1373 ein SIGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN für seine militärischen Verdienste durch Kaiser Karl IV. zum Ritter geschlagen und durch einen Adelsbrief sein alter Adel bestätigt worden sei. Demgegenüber stellt Sporhan-Krempel völlig anderslautend fest, dass der den bürgerlichen Namen SIGMUND HERMANN getragene Ahn Handel betrieben habe und zum Beginn des 15. Jahrhunderts von Wimpfen nach Augsburg gekommen sei.

Viertens:
Im Jahr 1512, so Sporhan-Krempel, zog ein Urenkel dieses Sigmund Hermann namens HEINRICH von Augsburg nach Nürnberg und gab als Erster, wohl der Unterscheidung gegenüber den anderen Hermännern wegen, seinem Namen Hermann den Zusatz „von Wimpffen” bei und hieß sich somit jetzt „HERMANN VON WIMPFFEN”. Diese Sachlage ist dem Sachverhalt entsprechend im Brockhaus von 1908 mit „Heimatsbenennung” und in Meyers Konversations-Lexikon von 1909 mit „nannte sich vielleicht nach seiner Heimat” umschrieben.

Fünftens:
Was Wichtiges allerdings nicht bei Sporhan-Krempel, sondern glaubhaft schon in den vorgenannten beiden Lexika und auch bei Ludwig Will zu lesen steht, ist Folgendes: Der Sohn des Vorgenannten des Namens DOMINIK HERMANN VON WIMPFFEN (bei Stör DOMINICUS) erlangte im Jahr 1555 einen (angeblich!) kaiserlichen Wappenbrief (zu ergänzen: mit dem Widder als Wappentier).

Sechstens:
Schließlich waren es laut Sporhan-Krempel zwei Urenkel des Dominikus, das Brüderpaar JOHANN FRIEDRICH und JOHANN DIETRICH VON WIMPFFEN GENANNT HERMANN, die von Kaiser Leopold I. unter „Verbesserung” ihres Wappens 1658 den Adelsrang empfingen, indem ihnen verbrieft wurde, dass sie „in ewige Zeiten rechtgeborene Lehen-Turniergenoss und rittermäßige Edelleut sein”.

Somit musste ich von allerlei falschen Vorstellungen abrücken und wurde eines Besseren belehrt, so insbesondere von der Meinung:

– a. der Weggang der sog. Hermann oder Hörmann aus Wimpfen sei direkt nach Nürnberg erfolgt und deshalb müsse man erstrangig dort (bei Wurzbach wie zuvor im Gotha oder bei Kneschke wie auch bei Aubert des Bois ist ja auch von einer vorausgegangenen Einwanderung in Augsburg nirgends die Rede!) nach deren  Spuren suchen;
– b. deren Adelserhebung sei bereits schon spätestens im ausgehenden Mittelalter (statt erst in der längst begonnenen Neuzeit) erfolgt;
– c. diese seien von Anfang an Ritter und später Militärs (statt Handelsleute oder besser Fernkaufleute) gewesen.

Von Dr. Hans H. von Wimpffen erhielt ich glücklicherweise nach und nach, d. h. verteilt auf einen mehrjährigen Zeitraum, die folgenden weiteren Dokumente, die mich in die Lage versetzten, schrittweise meine Erkenntnis vom wahren Werden der Adelssippe Von Wimpffen zu vervollkommnen:
Da kam zunächst von ihm ein erst vor wenige Jahren erschienenes Büchlein in französischer Sprache, das aus der Feder von
– Jean-Pierre Allart stammt, den Titel
„Le général de Wimpffen (1811-1884). L’autre homme de Sedan”
führt und somit das Leben des sog. Sedangenerals EMMANUEL FÉLIX DE WIMPFFEN beschreibt und 2012 in dessen Geburtsort Laon in der Reihe „Mémoires – Hommes et lieux de pouvoir dans l’Aisne“ Tome LVII 2012 erschienen ist. Wie der Titelzusatz „L’autre homme de Sedan“ (Der andere Mensch von Sedan) spüren lässt, sucht der Autor das diesem aus der Rolle des Verlierers der Schlacht von Sedan und des Unterzeichners der Kapitulationsurkunde zugekommene Negativbild durch die Darlegung dessen in mehreren Jahrzehnten vorausgegangenen fruchtbringenden militärischen und verwaltungsmäßigen Auf- und Ausbautätigkeiten in der französischen Kolonie Algerien ins rechte Licht zu rücken. Aus dieser Schrift konnte ich wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wozu auch gehört, dass bestehende Unklarheiten bezüglich dessen Vaters und dessen nirgends erwähnt gefundener Mutter beseitigt werden konnten.
Hinzu kamen dann nacheinander die folgenden elementar aufschlussreichen Dokumentkopien, welche die von Ludwig Will erwähnten Verleihungen zunächst eines Wappens und ein starkes Jahrhundert später der Adelseigenschaft belegen; zuerst diejenige eine über
die Wappenverleihung durch König Ferdinand von 1555, später diejenigen in Serie
die Adelserhebung durch Kaiser Leopold von 1658.
Diese lieferten mir nach ihrer Transkription wichtige Aufschlüsse hinsichtlich der Struktur und Bedeutung des dem DOMINICUS  (in der 5. Generation) zunächst zugeeigneten (bürgerlichen!) Widderwappens sowie über die der dem Brüderpaar JOHANN FRIEDRICH und JOHANN DIETRICH (in der 8. Generation) schließlich ein starkes Jahrhundert später zuerkannten Reichsadels-Eigenschaft. Diese trugen ganz entscheidend dazu bei, die oben geschilderten Veränderungen meiner Vorstellungen über das Werden der Von Wimpffen zu festigen.
Dann bekam ich aus der Hand von Dr. Hans H. von Wimpffen einen
Nürnberger Urkundentext des Jahres 1561, der sich auf die Witwe URSULA und Kinder des vorgenannten DOMINICUS bezieht und wertvolle Aufschlüsse über dessen zu seiner Tätigkeit als Fernhandelskaufmann passendes Wohn- und Geschäftsanwesen bietet. Es folgte die Abbildung einer diesem von der Fachwelt zugewiesenen und aus der Hand des
Nürnberger Medailleurs Matthes Gebel stammenden Schaumünze des Jahres 1533, die das Ansehen wie die Vermögendheit des dargestellten DOMINICUS dokumentiert. Hinzu kam dann noch eine Reihe von Kopien aussagekräftiger
– im Stadtarchiv Nürnberg vorhandener urkundlicher Dokumente des 17./18. Jahrhunderts, welche sich auf sowohl angebliche als auch auf wirkliche Angehörige der Von Wimpffen des 14. bis 17./18. Jahrhunderts beziehen.
Hinzu kamen einige Kopien von
Briefen des ausgehenden 18./ beginnenden 19. Jahrhunders,
die das Sein und Werden deren Adelseigenschaft betreffen und von Angehörigen der Von Wimpffen unter sich und mit KÖNIG FRIEDRICH I. VON WÜRTTEMBERG bzw. dessen Beauftragten gewechselt worden sind. Schließlich sandte Dr. von Wimpffen mir noch die Kopie von einem ihm nach seinen persönlichen genealogischen Recherchen in seiner Studienzeit zugegangenen
Schreiben des dortigen damaligen Leiters des Archivs, der Bibliothek und des Museums A. M. Burg vom 14. April 1959.
Dieses hat ganz entscheidend dazu beigetragen, den Nachweis der Existenz eines von Aubert Des Bois wie von Wurzbach als Stammträger der Generation IV eingesetzten und in Hagenau/Elsass sesshaft und dort Schöffe und Stettemeister gewordenen JEAN bzw. HANS (nach Wurzbach HANS I.) DE bzw. VON WIMPFEN im 15. Jahrhundert zu festigen und darüber hinaus eine Klärung zur Person dessen zunächst große Rätsel aufgebendem angeblichem Urgroßvater namens HERMANNUS À WIMPFFEN des 14. Jahrhunderts zu finden. Wie später in Kapitel I. Mysterlöser Hans ausgebreitet, lässt sich trotz sich ergebenden Nachweises der dortigen Existenz dieses sog. HANS oder JEAN oder JOHANN I. auf der Grundlage des heutigen aus Stör und Sporhan-Krempel geschöpften Forschungsstandes eine genealogische Verbindung nicht herstellen und dürften sich die dadurch entstehende Nöte der Erklärung und Interpretation nur durch weitgestreute weitere Urkundenforschung nicht allein im Augsburg-Nürnberger, sondern vor allem auch im elsässischen Raum beseitigen lassen.
Und zum Schluss nicht zu vergessen die mir von Dr. Hans Hermann von Wimpffen zugekommene Serie von
Farbdrucken im Ansichtskartenformat, ergänzt durch eine größere Anzahl weiterer solcher, die manchen der Lebensläufe von in seiner Website „wimpffen.hu” bzw. „wimpffen.de” behandelten Gliedern seines Geschlechtes illustrieren und alle nach den Originalgemälden seiner verstorbenen Mutter bedeutsame Persönlichkeiten desselben in denkwürigen Situationen der Geschichte nachempfindend wiedergeben und sich im Fortgang (wie schon vorausgehend jene der Abb. A 1 und A 4) teilweise an anderer passender Stelle und vor allem zuletzt massiert in Kapitel Y. Georgs-Zweig eingebracht finden.

Was aus der langen Liste der gefundenen und verwendeten Literatur und sonstiger Quellenträger noch als besonders stoffbietend zu betrachten ist und somit hier ebenfalls noch herausgestellt werden soll, das ist ein 2008 in Nürnberg erschienenes dreibändiges Geschichtswerk von
– Archivdirektor Peter Fleischmann des Titels
„Rat und Patriziat in Nürnberg. Die Herrschaft der Ratsgeschlechter vom 13. bis zum 18. Jahrhundert; Band 1: Der Kleinere Rat; Band 2: Ratsherren und Ratsgeschlechter; Band 3: Ratsgänge (1318/23 bis 1806/08). Register und Verzeichnisse”. Dieses heranzuziehen, zeigte sich notwendig, um die nach ihrer Niederlassung in der Freien Reichsstadt Nürnberg durch zahlreiche Heiratsverknüpfungen mit dem eingesessenen Patriziat erfolgte Einbindung der ursprünglichen Hermann und späteren Von Wimpffen sowie ihren dort erfolgten Aufstieg in der streng hierarchisch gegliederten Gesellschaft wie deren schließlichen dortigen tiefen Fall und Wegzug im ausgehenden 17. Jahrhundert richtig sehen und beurteilen zu können. Wollte man der Vollständigkeit huldigen, dann müsste hier noch eine Unmenge von zum Teil im Internet sowie sonstwoher aufgespürter Nebenliteratur aufgezählt werden, so z. B. vor allem solche über die mit den Von Wimpffen bzw. noch mehr ihrer angeheirateten patrizischen Verwandtschaft im alten Nürnberg verbundenen Örtlichkeiten sowie deren in den Nürnberger Umlanden existierten Schlösser und Herrensitze, wovon hier lediglich das folgende Sammelwerk des Jahres 1999 aufgeführt sein soll:
– Jörg Rainer Ruthrof:
„Nürnberger Herrensitze der Renaissance. Zur Typologie reichsstädtischer Herrschaftsbauten”. Das diesbezüglich gefundene und verarbeitete sowie das gesamte weitere verwendete weitgespannte Schrift- und Urkundengut findet sich ebenfalls unter „QELLEN-NACHWEISE” und dort unter „1. Benützte Literatur” und „2. Verwendete Darstellungen im Internet” verzeichnet. Und wenn nunmehr noch die 1993 erschienene Dissertation von
Andreas Hafer des Titels
-„Wimpfen. Stadt-Raum-Beziehungen im späten Mittelalter” als Quelle angegeben wird, so deshalb, weil ich dort auf Textstellen stieß, die mich veranlassten, das im Stadtarchiv Bad Wimpfen als eines der wenigen Dokumente des Mittelalters zu findende sog.
„Gerichtebuch” der Freien Reichsstadt Wimpfen, begonnen 1422 und endend 1432, in der Hoffnung durchzusehen, dort eventuell noch Namens- und somit vielleicht Blutsverwandte des laut Lore Sporhan-Krempel zu Anfang des 15. Jahrhunderts von dort nach Augsburg ausgewanderten Handelsmannes Sigmund Hermann aufzuspüren und damit diesem für die Stadt Wimpfen wie für das Geschlecht der Von Wimpffen zwar höchst bedeutsamen, doch von der Autorin unbelegt gebliebenen Faktum wenigstens zu einer Art indirekter Verifizierung zu verhelfen. Inwieweit sich die große Mühe zunächst von
– Stadtarchivar Günther Haberhauer, die nicht weniger als 198 Doppelseiten dieses Gerichtsbuches zu fotografieren und mir digital zu übermitteln, sodann meinerseits die schwierige genaue Durchsicht derselben mit Suche nach dem Nachnamen „Hermann” gelohnt hat, wird im ausgehenden Folgekapitel B, in dem die Person des als Stammvater zu betrachtenden SIGMUND HERMANN (Generation 1 bzw. I) eingehend zu behandeln sein wird, evident werden. Nicht vergessen darf ich die mir ganz zum Schluss der Einarbeitung des umfänglichen Bildgutes in den Text durch den
Stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Alt-Wimpfen” Rudolf Fischer geleistete rasche Hilfe der Herstellung der
drei in den Abb. Y 43a, 43b und 43c wiedergegebenen Fotos des Fachwerkhauses Von Wimpffen, Hauptstraße 25, was aber nur ein kleiner Dienst in einer über anderthalb Jahrzehnte erfolgten Kette ständiger Handreichungen im Rahmen der Schaffung mehrer Buchtexte wie auch der Tondokumente für eine Buchveröffentlichung sowie für die in diese Reihe aufgenommene Flurnamen-Dokumentation darstellt.

Die vorstehende ausgedehnte Aufzählung der Quellensuche in Verbindung mit der Nennung der vielen Personen, die mich auf diesem langwierigen Weg unterstützt haben und denen es von Herzen dafür zu danken gilt, schließt mit dem Hinweis zunächst auf
Frau Christine Teuchert, geborene Zotz, Marktoberdorf. Diese kam auf mich zwar in Sachen Genealogie der Zotz-Familie und speziell Auskünfte über einen ihrer Vorfahren zu, nämlich den 1840 als letzte katholische Person im Friedhof des Kreuzganggartens der ehemaligen Ritterstiftskirche St. Peter in Wimpfen im Tal sein Grab gefundenen Förster Wolfgang Zotz. Dabei erfahrend, dass ich mich gerade mit den „Hermann” bzw. „Hörmann” befasse, schickte sie mir eine genealogische Zusammenstellung von
– Bernd Michaelis-Hauswaldt aus Geneanet, in der die bei Stör auffindbare SUSANNA WALTERIN und ihr Gatte CHRISTOFF HÖRMANN (zu finden sind diese oben in der Abb. 5 innerhalb der Generation 6 rechts der Mitte) mit deren mir bislang unbekannten (ungefähren) Geburts- bzw. Lebensdaten sowie teilweise auch Abstammungsdaten (sie ca. 1542 geboren, er ca. von 1540 – 1611 lebend). Der Umstand, dass diese übermittelten Fakten sich nicht auf Nürnberg, sondern auf Augsburg, den angeblichen ursprünglichen Ort der Einwanderung des Von Wimpffen-Ahnen Sigmund, bezogen, dazuhin der Nachname des Vorgenannten (wie auch bei Stör) „Hörmann” lautet und nicht der bei Sporhan-Krempel generell verwendeten Schreibweise „Hermann” folgt, all dies veranlasste mich, im Internet nach weiteren Augsburger Trägern des Namens HÖRMANN und/oder HERMANN des 16. Jahrhunderts zu suchen. Was von mir auf die Schnelle Weiteres gefunden werden konnte, das waren vor allem zunächst die folgenden ortshistorisch-genealogischen Abhandlungen: Aus dem
Augsburger Stadtlexikon digital ein Text des Titels
„Hörmann von und zu Gutenberg”; dann die Zusammenstellung aus
– Historisches Lexikon Bayerns des Titels
„Kaufbeuren, Reichsstadt”; aus
Wikipedia, der freien Enzyklopädie die Darstellung
„Gutenberg (Oberostendorf)”; außerdem die Abhandlungin von
Luitpold Brunner des Jahres 1876 Nr. VI des Titels
„Aus dem Bildungsgange eines Augsburger Kaufmannssohnes vom Schlusse des 16. Jahrhunderts”, entnommen der „Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg”; außerdem die Abhandlung von
Richard Hipper in der „Familiengeschichtlichen Beilage” der vorgenannten Zeitschrift von 1926 des Titels
„Die Beziehungen der Faktoren Georg und Christoph Hörmann zu den Fuggern. Ein Beitrag zur Familiengeschichte der Freiherren von Hermann auf Wain”; schließlich von
Thomas Max Safley, in: Johann Burkhardt (Hrsg.), „Augsburger Handelshäuser im Wandel des historischen Urteils”, Berlin 1996,
„Die Fuggerfaktoren Hörmann von und zu Gutenberg”.

Alles dieses wies darauf hin, dass die „Hörmann” eindeutig früher als in Augsburg die „Hermann” in Kaufbeuren gesessen und jene auch mehr als ein Jahrhundert früher als diese in den Adelsstand gelangt sind sowie dazuhin sich im Laufe des 16./17. Jahrhunderts vor allem nach Augsburg hin und darüber hinaus im südwest- bis süddeutsch-österreichischen Raum in zahlreichen Teillinien sowie auch im ausgehenden 17. Jahrhundert sogar nach der damals gerade von den zu den Von Wimpffen gewordenen Hermann verlassenen Reichsstadt Nürnberg ausgebreitet haben. Daraus wuchs die Notwendigkeit, den Augsburg-Kaufbeurener „Hermann” bzw. „Hörmann” ein gesondertes Kapitel zu widmen, das, bezeichnet mit H. Kaufbeuren-Augsburger Hörmann, nachträglich in den bereits fast fertiggestellten Text einzuschieben war. Im Zuge dieser Hinwendung (zeitlich Rückwendung) nach Augsburg und Kaufbeuren stieß ich schließlich noch auf das folgende ebenso umfängliche wie aufschlussreiche zweibändige genealogische Digital-Kompendium:
Wolfgang Reinhard (Editor), betitelt mit
„Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts. Prosopographie wirtschaftlicher und politischer Führungsgruppen 1500 – 1620”, 1996 Berlin; Reprint 2015.
Ebenso überraschender- wie verwirrenderweise bot dieses Werk nur noch ganz wenige Träger des Namens „Hermann”, dagegen eine Vielzahl solcher des Namens „Hörmann” oder auch „Hoermann” geschrieben, was darauf zurückzuführen ist, dass einerseits die ebenfalls sich hauptsächlich als Fernkaufleute betätigenden Kaufbeurener solchen ab dem beginnenden 16. Jahrhundert in das größere und wirtschaftlich bedeutendere Augsburg umorientiert haben, andererseits die in Augsburg ansässigen und damals über Heinrich (später: den Älteren) nach Nürnberg gekommenen „Hermann” dort zu dieser Zeit im Abgehen begriffen waren. Wie schon die Eingrenzung der vorgenannten sog. Prosopographie auf den Zeitraum von ca. 1500 bis 1620 ahnen lässt, bot diese leider nichts über jene älteren in Augsburg zu suchenden Träger des Namens „Hermann” oder „Hörmann” der Generationen I bzw. 1 bis IV bzw. 4. Der Umstand, dass die vorgenannte Untersuchung erst bei ca. 1500 ansetzt, dürfte seinen Grund hauptsächlich darin haben, dass wegen der hauptsächlich durch die Mediatisierung wie Säkularisation des beginnenden 19. Jahrhunderts verursachte Verlust vieler älterer Urkunden heute in Augsburg wie auch in Kaufbeuren über diese Zeitgrenze weiter zurück ins 15. oder gar 14. Jahrhundert hineingehende genealogische Sachverhalte nur ganz spärlich und, was die Hermann bzw. Hörmann betrifft, so gut wie nicht zu greifen sind.

Mein Text in seiner Gesamtheit erschien mir Anfang Oktober 2016 endlich abgeschlossen, als unerwartet aus Kaufbeuren von Frau Gemeinderätin und Archivpflegerin
Helga Ilgenfritz in ihrer Funktion als Sprecherin des Archivteams der dortigen Evangelisch-Lutherischen Dreifaltigkeitskirche sowie Vorsitzenden des Ortsverbandes Kaufbeuren des Deutschen Evangelischen Frauenbundes per Mail eine ganze Serie von dort in den Jahren 2013 bis 2016 erstrangig unter ihrer Autorenschaft bzw. Regie bei maßgeblicher Unterstützung ihres Mannes
Karl Ilgenfritz gefertigte bzw. initiierte
Informations-, Zeitungs- und Internet-Texte übermittelt wurden, die erstrangig dem Lebensgang und Wirken der beiden namhaftesten Vertreter der Kaufbeuren-Augsburger Hörmann-Familie Wolfgang Ludwig Hörmann (1713 – 1795) und seinem Vorfahren Georg Hörmann (1491 – 1552) unter Einbettung insbesondere in die Wirtschafts- und Reformationsgeschichte an der Wende des Mittelalters zur Neuzeit gelten. In Anbetracht ihrer Fülle soll sich deren Aufführung auf die im Endteil „Quellen-Nachweise“ bei „1. Benützte Literatur” zu findende Autoren-Liste unter dem Namen „Helga Ilgenfritz” beschränken. Infolger der in diesen Unterlagen steckenden zahlreichen wertvollen Zusatzinformationen personaler wie dinglich-lokaler und auch bildlicher Art sah ich mich guterletzt veranlasst, das nachträglich eingeschobene Kapitel H. Kaufbeuren-Augsburger Hörmann noch einer ergänzenden Umarbeitung zu unterziehen.

Die oben aufgelistete umfängliche Quellengut sowie das gesamte weitere verwendete weitgespannte andere Schrift- und Urkundengut findet sich natürlich ebenfalls unter „QELLEN-NACHWEISE” und zwar unter
1. Benützte Literatur”
2. Verwendete Darstellungen im Internet,
3. Quellentexte und
4. Bildgut
verzeichnet.

Das sichtbare Ergebnis all dieser meiner jahrelangen intensiven Stoffsuche manifestiert sich in meinem Arbeitszimmer in der langen Reihe von das Geschlecht der Von Wimpffen berührenden oder speziell behandelnden Druckwerken sowie mehr als einem Dutzend Leitzordnern, gefüllt hauptsächlich mit Text-, Bild- und Urkundenkopien aus dem Internet bzw. Kopien von Fachliteratur, dazuhin von Dr. Hans H. von Wimpffen erhaltenen Kopien Urkunden-, Bild- und Textgutes u. v. a. m.

Damit ist im Zuge der in diesem Kapitel A. Grundlegendes erfolgten Vorbetrachtung das angerissen, was man aus dem Blick auf die Vergangenheit meiner Heimatstadt Bad Wimpfen sowie auf meine intensiven Bemühungen um die Erschließung der Stadtgeschichte wie der Geschichte der Von Wimpffen mit – konkret gesagt –

„Die Wirkungsgeschichte (Rezeption) der Erforschung des Von-Wimpffen-Geschlechts aus der zweifachen Warte der Stadt Bad Wimpfen und meiner Person”

überschreiben könnte.