U. Verwandtschaftliche Verknüpfungen

Wie durch die Verehelichung der jüngsten der beiden Töchter des Freiherrn Friedrich Wilhelm von Wimpffen BARONESSE PAULINE VON WIMPFFEN (1822 – 1900) mit ihrem Vetter GRAF GUSTAV ADOLF FELIX VON WIMPFFEN (1805 – 1880) der Generation 13 ein doppeltes Band der Verwandtschaft geknüpft wird und damit die württembergisch-freiherrliche Nebenlinie eine kolossale ansehensmäßige Aufwertung und Mehrung ihrer Selbsteinschätzung erfährt.

Wie in den Kapiteln S. Gräfliche Linie und T. Württembergische Nebenlinie bereits angerissen, hat die jüngere der beiden Schwestern des dort und auch schon mehrfach anderswo aufgeführten WILHELM VON WIMPFFEN (geb. 1820 in Stuttgart, gest. 1879 im zu Wimpfen am Neckar gehörigen Hohenstadt), die zunächst königlich bayrische Theresienordensdame gewordene BARONESSE PAULINE WILHELMINE VON WIMPFFEN (geb. am 17. Juli 1822 in Stuttgart) am 17. Februar 1850 ihren Vetter GRAF GUSTAV ADOLF FELIX VON WIMPFFEN (geb. am 28. Dezember 1805 in Troppau, gestorben am 25. April 1880 in Meran) geheiratet, welcher der Sohn ihres im Kapitel S. Gräfliche Linie genau umschriebenen Onkels väterlicherseits GRAF FRANZ KARL EDUARD VON WIMPFFEN (1776 – 1842) und ihrer Tante VICTORIE, geborener PRINZESSIN VON ANHALT-BERNBURG-SCHAUMBURG, verwitweten PRINZESSIN VON HESSEN-PHILIPPSTHAL (1772 – 1817), gewesen ist.

Die durch diese Heirat erfolgte genealogische Verknüpfung der Württembergischen Nebenlinie mit der Gräflichden Linie der Von Wimpffen lässt sich in der nachfolgenden Abb. nachvollziehen, die bereits im Vorkapitel T. Württembergische Nebenlinie in Abb. T 1 gezeigt worden ist:

  • Abb. U 1: Ausschnitt der nachbearbeiteten II. Stammtafel des Constantin von Wurzbach, bezogen auf die Württembergische Nebenlinie wie auch auf den Kernteil der Gräflichen Linie der Von Wimpffen mit der dort jeweils in Gelb hervorgehobenen PAULINE VON WIMPFFEN (1822 – 1900),

Zweifellos hat die Verheiratung mit dem 16 ½ Jahre älteren Vetter dieser nicht allein beste Vermögensverhältnisse beschert, sondern ihrer freiherrlichen Familie eine beachtliche Vermehrung des Ansehens und deren Selbstwertgefühls gebracht, Umstände, die bei der in Kapitel W. Wilhelm von Wimpffen noch zu schildernden denkwürdigen Versammlung der österreichisch-gräflichen wie französisch-freiherrlichen Verwandtschaft in Wimpfen am Neckar anlässlich der Hochzeit ihrer Nichte SOPHIE VON WIMPFFEN sichtbar werden. In dem im vorangehenden Kapitel T. Württembergische Nebenlinie zitierten Erbschaftszeugnis des Jahres 1875 erscheint diese beeindruckend als „Pauline Gräfin von Wimpffen, k. k. österr. Feldmarschalllieutenantsgattin in Gratz” aufgeführt. Durch diese Eheverbindung ist zur blutsmäßigen Verwandtschaftsverbindung der Württembergischen und der Gräflichen Linie der Von Wimpffen noch eine heiratsmäßige solche hinzugekommen.

Die bei Constantin von Wurzbach unter der Lebensbeschreibung Nr. 21 dargelegte Karriere des GRAFEN GUSTAV ADOLF FELIX VON WIMPFFEN als Offizier der k. u. k. Armee erscheint sehr beachtlich. In jungen Jahren in diese eingetreten, war er:

-1822 Unterlieutenant im 6. Chevaulegers-Regiment,
-1822 – 1829 Oberlieutenant bei Este Husaren Nr. 3,
-1830 – 1836 Kapitänlieutenant und Hauptmann bei Wimpffen-Infanterie Nr. 13,
-1837 – 1839 Major bei Bianchi Nr. 63,
-1840 – 1843 Oberstlieutenant bei Rukavina-Infanterie Nr. 64,
-1844 – 1847 Oberst und Commandant des Infanterie-Regiments Erzherzog Albrecht Nr. 44;
-1847 erhielt er die Kämmererwürde;
-1848 kam er als Generalmajor und Brigadier zur Armee in Italien;
-1849 – 1850 fungierte er als Stadtkommandant in Livorno und ging
-1851 (im Nachjahr der Heirat) mit dem Feldmarschall-Lieutenants-Charakter (mit 46 Jahren!) in Pension.
-1853 wieder eingestellt, diente er bis 1858 als Divisionär, zuerst in Mähren, dann in Siebenbürgen;
-1860 trat er zu Graz in den bleibenden Ruhestand.

Der Eheverbindung mit BARONESSE PAULINE VON WIMPFFEN entsprang (siehe in Kapitel W. Wilhelm von Wimpffen in der Abb. W  4a: Genealogische Übersicht) zunächst der Sohn FRANZ (DEMETRIUS EDUARD FRIEDRICH), geb. am 30. November 1850 in Mailand, der gegen Mitte der 1870er Jahre als k. u. k. Oberleutnant bei den Graf-Neipperg-Dragonern Nr. 12 fungiert und zuletzt Adjudant des Regimentsinhabers ist, aber schon am 26. April 1879 und damit ein Jahr vor seinem Vater zu Arco, dem damaligen k. und k. Wintersitz in der Provinz Trient, stirbt. Am 10. Januar 1854 kommt in Graz die Tochter ELISABETH (SOPHIE VICTORINE PAULINE) zur Welt. Diese verheiratet sich am 16. April 1880 zu Meran mit FREIHERR MAXIMILIAN (LUDWIG) VON GAGERN (geb. am 9. Oktober. 1844 in Monsheim, gest. am 3. Januar 1911 in Berlin), der im Großherzogtum Hessen in hohe bis höchste Beamten- und Staatsstellungen einrückt; Stationen dessen Aufstiegs sind:

-Zunächst Großherzoglich-hessischer Kammerherr,
-dann Gesandtschaftsattaché in Wien und Paris,
-von 1871 bis 1881 Ministerialsekretär bzw. Regierungsrat im Ministerium des Innern in Darmstadt,
-von 1881 bis 1888 Kreisrat zu Worms und Lieutenant à la suite des 2. Großherzoglich-hessischen Dragoner-Regimentes Nr. 24,
-danach Provinzialdirektor von Oberhessen in Gießen
-und um 1900 Provinzialdirektor von Rheinhessen in Mainz;
-1908 wird er bevollmächtigter hessischer Minster und außerordentlicher Gesandter beim preußischen Hofe in Berlin sowie Bevollmächtigter zum Bundesrat und ist es bis zu seinem Tod 1911.

Die vorgenannte Tochter ELISABETH stirbt im hohen Alter von 83 Jahren am 25. Juni 1937 in Hellbrunn bei Salzburg. Aus meinem im Sommer 1983 gewonnenen persönlichen Augenschein wurde diese in Sankt Gilgen am Wolfgangsee beigesetzt; denn dort fand ich vor anderthalb Jahrzehnten deren repräsentatives Grabmal unter jenen entlang der Mauerumfriedung des Friedhofs herausgehoben gereihten Grabstellen ähnlicher Art. Die dortige Inschrift wies den besagten Todestag 25. Juni 1837 und nicht (wie es bei GeneAll.net/Index heißt) den 25. Juli 1937 auf. Ihre Mutter GRÄFIN PAULINE VON WIMPFFEN starb am 21. April 1900 im 78. Lebensjahr in Mainz. Der Umstand, dass diese dort und nicht im späteren österreich-steiermärkischen Lebensraum verstorben ist, hängt sicherlich damit zusammen, dass der Gatte ihrer Tochter ELISABETH namens Freiherr MAXIMILIAN VON GAGERN (siehe oben) zu diesem Zeitpunkt Provinzialdirektor von Rheinhessen in Mainz gewesen ist. Was die Nichte und den Neffen der PAULINE VON WIMPFFEN GEB. VON WIMPFFEN namens SOPHIE VON WIMPFFEN und MAXIMILIAN VON WIMPFFEN betrifft, so wird auf die diese betreffenden Textteile in Kapitel W. Wilhelm von Wimpffen sowie oben schon angeführte Genealogische Übersicht der dortigen Abb. 97 verwiesen.