{"id":134,"date":"2017-12-09T16:40:08","date_gmt":"2017-12-09T15:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/?page_id=134"},"modified":"2020-01-25T14:50:01","modified_gmt":"2020-01-25T13:50:01","slug":"g-zuzug-des-wilhelm-von-wimpffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/startseite\/g-zuzug-des-wilhelm-von-wimpffen\/","title":{"rendered":"G. Zuzug des Wilhelm von Wimpffen"},"content":{"rendered":"<p><b>DER PLAN DER M\u00dcNCHENER EHRENSTIFTSDAME KATHARINE VON WIMPFFEN DER BEGINNENDEN 1870ER JAHRE, IN WIMPFEN GR\u00d6\u00dfERE BAULICHKEITEN ZU ERSTELLEN UND EIN ARRONDIERTES GUT ZU GR\u00dcNDEN, ZERSCHL\u00c4GT SICH ZWAR DURCH DEREN FR\u00dcHEN TOD; DOCH W\u00c4HLT WILHELM VON WIMPFFEN, DER \u00c4LTERE IHRER BEIDEN BR\u00dcDER, WIMPFEN AM BERG ZU SEINEM ALTERSSITZ UND ZIEHT MIT SEINER FAMILIE 1875 DORTHIN, SO DASS DAS UNBEDEUTENDE HESSISCHE EXKLAVENST\u00c4DTCHEN 1876 DEN BESUCH DES VETTERS VON WILHELMS MUTTER, N\u00c4MLICH DES BEWUNDERTEN UND VIELVEREHRTEN GENERALFELDMARSCHALLS HELMUTH VON MOLTKE, SOWIE 1880 DIE HOCHZEIT DER TOCHTER SOPHIE MIT DEM BALTISCHEN BARON THEODOR VON UNGERN-STERNBERG ERLEBT; DIESE WIRD ZWAR ZUM DENKW\u00dcRDIGEN STELLDICHEIN DER ILLUSTREN VON WIMPFFEN\u2019SCHEN GR\u00c4FLICH-\u00d6STERREICHISCHEN UND FRANZ\u00d6SISCHEN VERWANDTSCHAFT, DOCH DARF DER VATER DER BRAUT DIESE DURCH SEINEN SCHON IM NOVEMBER 1879 AUF DEM FELD IN HOHENSTADT BEI DER JAGD ERFOLGTEN J\u00c4HEN TOD NICHT MEHR ERLEBEN.<\/b><\/p>\n<p><strong>1. Die in M\u00fcnchen lebende St.-Annen-Ehrenstiftsdame Katharine von Wimpfen erwirbt 1870 \u2013 1873 eine Reihe von unmittelbar beim Roten Turm gelegenen G\u00e4rten sowie ein dort vor dem Bering sich anf\u00fcgendes Weinberg-Hainbuchenwald-Grundst\u00fcck, au\u00dferdem das am Beginn des Burgviertels zwischen dem Rathaus und der Stadtmauer gelegene ger\u00e4umige ehemalige Usingersche Wohnhaus mit Hof- und Gartenteil.<\/strong><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte \u00fcberraschen, wenn hier nun einleitend in<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga001.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga001-1024x208.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 1: Meldung im \u201eWimpfener Bote\u201c vom 17. April 1873 \u00fcber einen von Graf Helmuth von Moltke geplanten Sommeraufenthalt in Wimpfen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>ausgerechnet der gro\u00dfe Widersacher des \u201eSedangenerals\u201c der in Kapitel A.2 beschriebenen Nacht der Kapitulationsverhandlungen von Donchery GRAF HELMUTH VON MOLTKE\u00a0mit dem kleinen unbedeutenden ehemaligen Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar in Zusammenhang gebracht wird. Leider findet sich in den Folgenummern der Sommermonate 1873 und auch sonst nichts, was auf eine Realisierung des in der Zeitung bekannt gemachten Aufenthalts-Planes dieses damals in aller Munde stehenden Gro\u00dfen des neugegr\u00fcndeten Deutschen Kaiserreiches hindeutet. Allerdings f\u00fchrt HELM WIENK\u00d6TTER\u00a0in seiner Geschichte des Mathildenbades des Jahres 1928 unter den Namen ber\u00fchmter G\u00e4ste desselben auch \u201eMoltke\u201c auf, so dass es denn doch m\u00f6glich erscheint, dass dieser damals dort k\u00fcrzer oder l\u00e4nger Gast desselben gewesen ist. Doch hat Wienk\u00f6tter m\u00f6glicherweise diese Feststellung nur deshalb treffen k\u00f6nnen, we\bil er darum wusste, dass MOLTKE bei seinem an sp\u00e4terer Stelle zu beschreibendem Kurzbesuch des Sp\u00e4tsommers 1876 in Wimpfen bei seinem Gro\u00dfvetter WILHELM VON WIMPFFEN von diesem zum gemeinsamen Mahl ins Matlhildenbad eingeladen worden ist.<\/p>\n<p>Der angek\u00fcndigte Aufenthalt Moltkes k\u00f6nnte, wenn er wirklich zur Tat geworden sein sollte, durch das bereits angesprochene Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis desselben zu der in den 1870er Jahren mit Wimpfen durch G\u00fcterk\u00e4ufe und Zuzug in engste Ber\u00fchrung gekommenen W\u00fcrttembergischen Nebenlinie der Freiherren von Wimpffen induziert worden sein. Der engere Kontakt derselben mit der Stadt Wimpfen beginnt folgenderma\u00dfen: Unter dem 17. 11. 1870 kauft laut Eintragung im Supplement-Band zum Grundbuch Wimpfen am Berg die ST. ANNEN-EHRENSTIFTSDAME BARONIN KATHARINE (auch als KATHARINA erscheinend) VON WIMPFFEN, wohnhaft in M\u00fcnchen,\u00a0von dem im Fr\u00fchjahr dieses Jahres als Lehrer in Wimpfen am Berg in den Ruhestand getretenen LUDWIG FRIEDRICH USINGER\u00a0und dessen Sohn JULIUS USINGER zu Lampertheim das am Eulenberghang zwischen der Stadtmauer beim Roten Turm und dem Eulenbergweg gelegene und als <u>Weinberg und Hainbuchenwald<\/u> ausgewiesene Grundst\u00fcck Nr. 746 mit darauf stehendem <u>Gartenhaus<\/u> mit einer Fl\u00e4che von zusammen 895 m<sup>2<\/sup>. Dieses war an Usinger 1848 durch Kauf aus der Hand von ASSESSOR HEID zu Darmstadt gekommen gewesen. Ungef\u00e4hr zum selben Zeitpunkt (1. 12. 1870) erwirbt die Genannte noch die diesseits der Stadtmauer den Roten Turm ost- bis s\u00fcdwestw\u00e4rtig umschlie\u00dfenden <u>Grabg\u00e4rten<\/u> Nr. 582 und 580 mit 244 m<sup>2<\/sup> + 175 m<sup>2 <\/sup> = 419 m<sup>2 <\/sup>(Besitzer ebenfalls L. F. USINGER UND SOHN). Ein knappes Jahr sp\u00e4ter am 20. 10. 1871 folgt der Kauf vom <u>Garten<\/u> Nr. 585 (Besitzer: JOHANN PHILIPP BORNH\u00c4U\u00dfER) mit einer Fl\u00e4che von 173 m<sup>2<\/sup>, der sich ostw\u00e4rtig dem Hausanwesen des POSTVERWALTERS WILHELM SCHMEHL\u00a0(ehemaliges Anwesen derer Von Gemmingen) anschlie\u00dft. Weitere anderthalb Jahre sp\u00e4ter am 22. 04. 1873 erwirbt die Vorgenannte noch das kleine dreieckige <u>Gartenst\u00fcck<\/u> Nr. 584 mit einer Fl\u00e4che von 56 m<sup>2<\/sup> (Besitzer: DIETRICH GL\u00c4\u00dfER UND FRAU), dessen stumpfe Spitze der Knickstelle der Stadtmauer am N\u00fcrnberger T\u00fcrmchen anliegt. Die erworbenen Grundst\u00fccke finden sich in der Planzeichnung der nachfolgenden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga002.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga002-920x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 2: Auf der Basis des Parzellenbroulilon-Kartenwerkes von 1840\/43 gefertigter Lageplan der beim Roten Turm gelegenen Grundst\u00fccke mit Kennzeichnung des von der Baronin Katharine von Wimpffen 1870, 1871 und 1873 dort innerhalb- und au\u00dferhalb der Stadtmauer erworbenen Garten-, Weinberg- und Hainbuchenwald-Gel\u00e4ndes<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazuhin erwirbt KATHARINE VON WIMPFFEN am 17. 11. 1870 laut Supplementband zum Grundbuch Wimpfen am Berg (Besitzrecht zun\u00e4chst beschr\u00e4nkt) bzw. 1. 12. 1871 (Besitzrecht uneingeschr\u00e4nkt) von L. F. USINGER UND SOHN die der Nordfront des Rathauses jenseits der Burggasse schr\u00e4g gegen\u00fcber gelegene und nach dem Gro\u00dfbrand von 1848 neu erbaute ger\u00e4umige <u>Hofraithe<\/u> Nr. 540,5 mit Wohnhaus sowie die nordw\u00e4rts zur Stadtmauer hin sowie auch ostw\u00e4rtig sich anschlie\u00dfenden <u>Grabg\u00e4rten<\/u> Nr. 541,5 und 542,5 und <u>Gartenhaus<\/u>. In Ermangelung eines historischen Bildes sowie Planes sei auf die in Band 2, S. 327\/328, gezeigte (den Zustand vor der Brandvernichtung darstellende) Planzeichnung und \u00dcbersicht der Hofraithen 540, 541 und 542 von 1840\/43 verwiesen, dazu auf das Foto des Geb\u00e4udes der Gegenwart in der nachfolgenden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga003.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga003-1024x788.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. G 3: Das von Baronin Katharine von Wimpffen 1870 erworbenen Haus, heute Burgviertel 1 (Foto vom 23. 08. 2016)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Obgleich das in den Grundrissform in etwa quadratische und aus einem h\u00fcfthohen Sockel wachsende zweistockige Geb\u00e4ude mit Walmdach nicht gerade den Eindruck eines Adelspalais machte, ragte es durch seine, gemessen an der eher kleinb\u00fcrgerhaften Ortsnorm Wimpfens, \u00fcbergro\u00dfe Stockwerksh\u00f6he und \u00dcberh\u00f6he der zweifachen jeweils f\u00fcnfteiligen Fensterreihe, au\u00dferdem durch die Verputzung sowie das unter der oberen Fensterreihe durchlaufende Steingesims und die \u00fcber den St\u00fcrzen der oberen Fenster heraustretenden steinernen Gesimsabschnitte durchaus heraus. Dazu kam, von der Stra\u00dfe her nicht sichtbar, auf der Gegenseite zur Stadtmauer hin ein durch einen die Dachzone einschlie\u00dfenden Mittelrisaliten repr\u00e4sentativ gestalteter Eingangsbereich, wo sich neckartalw\u00e4rts ein lauschiger Hof und Garten anschlossen.<\/p>\n<p>Die vorgenannte Tr\u00e4gerin des Namens derer Von Wimpffen KATHARINE VON WIMPFFEN (geb. am 10. 11. 1818 in Stuttgart, gest. am 21. 02. 1887 in M\u00fcnchen) war die \u00e4ltere der beiden T\u00f6chter des FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN (geb. am 27. 08. 1784 in Kirn an der Nahe, gest. am 16. 03. 1845 in Stuttgart), dem Beg\u00fcnder der sog. W\u00fcrttembergischen Nebenlinie derer Von Wimpffen, und dessen Gattin ELISE VON WIMPFFEN GEBORENE FREIFRAU VON MOLTKE (geb. am 27. 05. 1795 in Schwerin, gest. am 16. 03. 1845 in Stuttgart). Eine Orientierungshilfe f\u00fcr das Durchschauenk\u00f6nnen der hier aufgezeigten und im Fortgang noch darzulegenden komplexen genealogischen Gegebenheiten bietet die in der Abb. A 19 vorliegende korrigierte II. Stammtafel des Constantin von Wurzbach, wo der Vorgenannte mit Gattin am Ende der Generationskette 12c und dessen vorgenannte \u00e4ltere Tochter am Beginn der nachfolgenden solchen 13c zu finden sind. Zur F\u00f6rderung des Verst\u00e4ndnisses seien hier nunmehr die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-441\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a-1024x611.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a-1024x611.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a-150x89.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a-300x179.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004a-768x458.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 4a: Die \u201eW\u00fcrttembergische Nebenlinie\u201c und Teile der \u201eGr\u00e4flichen Linie\u201c der Von Wimpfen, Ausschnittsvergr\u00f6\u00dferung der mit Erg\u00e4nzungen versehenen II. Stammtafel des Constantin von Wurzbach von 1888 <\/strong>und<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004b.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004b-789x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 4b: Genealogische \u00dcbersicht: Herkunft, Zusammensetzung, Nachkommenschaft der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie des Franzens-Zweiges bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts unter Aufzeigung deren Verwandtschaft mit Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>eingef\u00fcgt. Aus diesen geht die jeweilige genealogische Position sowohl der schon genannten wie auch die der im Fortgang noch zur Vorstellung gelangenden \u00fcbrigen vielen Glieder dieser W\u00fcrttembergischen Nebenlinie hervor. Im \u00dcbrigen sei darauf hingewiesen, dass diese alle bereits im Rahmen des Unterkapitels A.2.a mehr oder minder Erw\u00e4hnung gefunden haben. Dort ist auch schon ausgef\u00fchrt worden, dass der vorgenannte FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN das \u00e4lteste der 12 Kinder bzw. der \u00e4lteste der 6 S\u00f6hne des FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN (geb. am 02. 04. 1632 in Minfeld in der S\u00fcdpfalz, gest. am 24. 05. 1800 in Mainz), des Begr\u00fcnders des sog. Franzens-Zweigs, und der MARIA KUNIGUNDE VON GOY (geb. am 31. 07. 1783 und gest. am 24. 01. 1820 in Frankfurt a. M) gewesen ist, was am besten in der Abb. A 19 nachverfolgt werden kann. Das Leben des vorgenannten Ehepaares findet sich im vorgenannten Unterkapitel A.2.a in Kurzform, demgegen\u00fcber ausf\u00fchrlichst in meiner Internet-Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c in Kapitel \u201eP. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig\u201c dargestellt. Der Todesort des FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN und gleichzeitig Geburtsort dessen Tochter KATHARINE VON WIMPFFEN Stuttgart belegt dessen dortige langj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit. Damit folgte dieser als F\u00fcnfter vier seiner n\u00e4chsten bis nahen Verwandten, die vor ihm im Herzogtum bzw. ab 1806 K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg t\u00e4tig geworden waren, n\u00e4mlich:<\/p>\n<p>&#8211; Seinem Vater, dem oben bereits genannten, FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN \u00a0(1732 \u2013 1800): Dieser hatte in j\u00fcngsten Jahren am \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg und dann nach absolvierter Offiziersausbildung am beginnenden Siebenj\u00e4hrigen Krieg teilgenommen und im R\u00e9giment Royal Deux Ponts den Rang eines Regimentsmajors erreicht. Doch war er dann in den 1760\/70er Jahren unter HERZOG KARL EUGEN VON W\u00dcRTTEMBERG als Herzoglicher Kammerher Mitglied dessen prunkvollen Hofes gewesen und dort sogar bis zum Kriegsratspr\u00e4sidenten (Leiter des Kriegsdepartements) aufgestiegen. Dabei hatte er die allergr\u00f6\u00dfte Gnade f\u00fcr Angeh\u00f6rige des Milit\u00e4rdienstes im Herzogtum W\u00fcrttemberg, n\u00e4mlich die Verleihung seines Namen an ein w\u00fcrttembergisches Regiment (\u201eF\u00fcsilierregiment Wimpffen\u201c) empfangen, bis er aber dann in Ungnade gefallen war und W\u00fcrttemberg hatte verlassen m\u00fcssen. Dessen bewegte Vita ist bereits unter A.2.a in Kurzform und in meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230; \u201c in Kapitel \u201eP. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig\u201c in aller Ausf\u00fchrlichkeit dargestellt.<\/p>\n<p>&#8211; Dem \u00e4ltesten der drei \u00fcberlebten S\u00f6hne seines \u00e4ltesten Onkels STANISLAUS VON WIMPFFEN (1721 \u2013 1793) und damit seinem Vetter FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN (1752 \u2013 1823): Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert ist dieser in Stuttgart zuerst als Kammerherr, dann als Major und Kammerherr sowie Adjudant von K\u00d6NIG FRIEDRICH VON W\u00dcRTTEMBERG und schlie\u00dflich 1811 als Erster Kammerherr von K\u00d6NIGIN, ab 1816 K\u00d6NIGINWITWE CHARLOTTE MATHILDE VON W\u00dcRTTEMBERG, geborene PRINZESSIN VON GRO\u00dfBRITANNIEN, t\u00e4tig gewesen und 1823 im Alter von 72 Jahren sogar in Stuttgart gestorben.<\/p>\n<p>&#8211; Dem j\u00fcngeren \u00fcberlebten Bruder des Vorgenannten und damit weiteren Vetter des \u00a0Friedrich Wilhelm namens HERMANN bzw. GERMAIN VON WIMPFFEN (1754 \u2013 1820): Dieser hatte sich nach einer erfolgreichen Karriere im Milit\u00e4rdienst Frankreichs, in der er 1791 zum Ritter des Saint Louis-Ordens ernannt worden und bis zum Oberstleutnant im Regiment Deux-Ponts (Zweibr\u00fccken) aufgestiegen war und 1792 in der Franz\u00f6sischen Revolution als Kommandant die Festungsstadt Philippeville erfolgreich gegen die vereinigten Armeen, Preu\u00dfens, \u00d6sterreichs und der Emigranten verteidigt hatte, nach der Absetzung und Einkerkerung des Monarchen und dessen Familie veranlasst gesehen, seinem Land den R\u00fccken zu kehren. Somit war er schlie\u00dflich um 1800 in milit\u00e4risch-diplomatische Dienste ebenfalls von HERZOG bzw. sp\u00e4ter K\u00d6NIG FRIEDRICH VON W\u00dcRTTEMBERG getreten; doch war er 1812 von KAISER NAPOLEON\u00a0wieder nach Frankreich zur\u00fcckbeordert worden.<\/p>\n<p>&#8211; Dem j\u00fcngsten Bruder des HERMANN bzw. GERMAIN und damit weiterem Vetter des Friedrich Wilhelm namens CHRISTIAN FRIEDRICH VON WIMPFFEN (1756 \u2013 1824): Dieser war zun\u00e4chst als Gardelieutenant und Hofjunker ebenfalls in herzoglich-w\u00fcrttembergische Dienste getreten, jedoch bald in kaiserlich-\u00f6sterreichische Milit\u00e4rdienste \u00fcbergewechselt und hatte sich schlie\u00dflich in B\u00f6hmen niedergelassen.<\/p>\n<p>Die letztgenannten drei Vettern des Nebenlinien-Gr\u00fcnders FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN finden sich bereits unter A.2.f Nr. 2, 3 und 4 erw\u00e4hnt. Und deren Lebensl\u00e4ufe lassen sich in meiner vorerw\u00e4hnten Abhandlung des Jahres 2013 \u2013 2016 in Kapitel \u201eT. W\u00fcrttembergische Nebenlinie\u201c in umgekehrter Reihenfolge vom J\u00fcngsten bis zum \u00c4ltesten nachlesen. Die genaue genealogische Position dieser vorgenannten drei Gebr\u00fcder bzw. Vettern des hier herausgestellten Gr\u00fcnders der sog. W\u00fcrttembergischen Nebenlinie FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN bzw. Gro\u00dfvettern dessen Tochter KATHARINE VON WIMPFFEN geht hervor aus der nachstehenden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004c.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga004c-1024x223.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 4c: Vergr\u00f6\u00dferter Ausschnitt der (korrigierten und erweiterten) \u201eII. Stammtafel der Grafen und Freiherren von Wimpffen\u201c des Constantin von Wurzbach des Jahres 1888, der sich auf die Generationen XIII bzw. 11 bis XIV bzw. 12 des a) Stanislaus\u2019 Zweigs (blau markiert) bis b) Josephs Zweigs (gelb markiert) beschr\u00e4nkt und in dem die drei o. a. Gro\u00dfvettern der Katharine von Wimpffen namens Franz Ludwig, Hermann bzw. Germain und Christian Friedrich von Wimpffen Rot herausgehoben sind<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es empfiehlt sich, diesen Ausschnitt \u00fcberdies zum Zwecke der Einordnung der vorgenannten drei Br\u00fcder in der Abb. A 19 zu suchen und damit das Erkennenk\u00f6nnen deren Position im Gesamtgef\u00fcge der Genalogie der Von Wimpffen zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>2. Der fr\u00fche Tod der Katharine von Wimpffen zerschl\u00e4gt zwar die auf Wimpfen bezogenen Baupl\u00e4ne derselben, doch bezieht um die Zeit ihres Todes der \u00e4ltere ihrer beiden Br\u00fcder, der ehemalige w\u00fcrttembergische Kammerherr und Rittmeister a. D. Wilhelm von Wimpffen, mit seiner Familie das von dieser in Wimpfen am Berg erworbene Wohnhaus, wo ihm im Herbst 1876 &#8211; f\u00fcr das hessische Exklavenst\u00e4dtchen Wimpfen ein Gro\u00dfereignis &#8211; der Vetter dessen verstorbener Mutter Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke einen Besuch abstattet.<\/strong><\/p>\n<p>Nunmehr wieder zu KATHARINE VON WIMPFFEN zur\u00fcckkehrend, sei gezeigt in<br \/>\n<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga005.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga005-1019x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 5: Die Todesanzeige vom 21. Februar 1875 der Freifrau Katharine von Wimpffen, St. Annen-Ehrenstiftsdame, im \u201eWimpfener Bote\u201c<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dadurch kommen wir jetzt eingehend zu jenen Ereignissen, die sich unmittelbar im St\u00e4dtchen Wimpfen selbst im Zusammenhang mit der bereits dargelegten Zuwendung und dem Zuzug von Abk\u00f6mmlingen des Geschlechtes derer Von Wimpffen ab ca. Beginn der 1870er bis in die beginnenden 1880er Jahre hinein abgespielt haben. Der Umstand, dass die Traueranzeige im Wimpfener Boten erschien, obgleich die Verstorbene das von ihr bereits 1870\/73 erworbene Anwesen neben dem Rathaus am Beginn des Burgviertels vermutlich wegen langer leidenserf\u00fcllter Krankheit nicht bezogen und weiterhin in M\u00fcnchen gelebt hatte, weist die bereits entstandene Verbundenheit derselben und ihrer vorbeschriebenen Angeh\u00f6rigen mit Wimpfen aus. Es finden sich diese in der Traueranzeige in der Abfolge von Alt zu Jung wie folgt genannt (siehe dazu vor allem auch die obige Genealogische \u00dcbersicht der obigen Abb. G 4b):<\/p>\n<p>&#8211; Zuoberst die Tante der Verstorbenen: FREIFRAU VON S\u00c9V\u00c9RINE, bezeichnet als Russische Catharinen- und Bayrische Theresien-Ordensdame, Schwester der schon 1832 verstorbenen Mutter der Verstorbenen Elisa(beth) von Wimpffen geb. von Moltke, beide Kusinen von Generalfeldmarschall Helmuth Graf Moltke;<\/p>\n<p>&#8211; dann die als k\u00f6niglich w\u00fcrttembergische Kammerherren titulierten beiden Br\u00fcder der Verstorbenen FREIHERR WILHELM und FREIHERR DAGOBERT VON WIMPFFEN;<\/p>\n<p>&#8211; dann die durch die Heirat mit ihrem Vetter im Adelsrang h\u00f6hergestiegene j\u00fcngere Schwester der Verstorbenen GR\u00c4FIN PAULINE WIMPFFEN, GEB. FREIIN VON WIMPFFEN, bezeichnet als Theresien-Ordensdame;<\/p>\n<p>&#8211; dann die (nicht aus dem Adel stammende) Schw\u00e4gerin der Verstorbenen BARONIN LOUISE WIMPFFEN (Gattin von Dagobert);<\/p>\n<p>&#8211; dann der Schwager (Gatte der Pauline)\u00a0der Verstorbenen GRAF GUSTAV (ADOLF FELIX) VON WIMPFFEN, bezeichnet als k. u. k. K\u00e4mmerer und Feldmarschall-Lieutenant.<br \/>\nDen Schluss bilden die 2 x 3 = 6 Neffen und Nichten der Verstorbenen; und zwar zun\u00e4chst die schon erwachsenen Kinder des Grafen und der Gr\u00e4fin Wimpffen:<\/p>\n<p>&#8211; GRAF FRANZ WIMPFFEN, Oberlieutnant (damals 24 Jahre alt), und<\/p>\n<p>&#8211; GR\u00c4FIN ELISABETH WIMPFFEN (damals 21 Jahre alt);<br \/>\ndann die beiden Kinder von Wilhelm und Amalie von Wimpffen:<\/p>\n<p>&#8211; SOPHIE WIMPFFEN (13 Jahre alt) und<\/p>\n<p>&#8211; MAX WIMPFFEN (11 Jahre alt);<br \/>\nzum Schluss die Kinder von Dagobert und Louise von Wimpffen:<\/p>\n<p>&#8211; CATHARINE WIMPFFEN\u00a0(10 Jahre alt) und<\/p>\n<p>&#8211; WILHELM WIMPFFEN\u00a0(9 Jahre alt).<\/p>\n<p>Im Blick darauf, dass LOUISE, die Gattin des DAGOBERT, wenngleich ohne das \u201evon\u201c, in der Reihe der Trauernden, jedoch nicht die andere Schw\u00e4gerin AMELIE, die Frau des WILHELM, aufgef\u00fchrt ist, legt die Vermutung nahe, dass diese evtl. keinen Wert darauf gelegt oder sich gar gesperrt hat, in der Traueranzeige neben der nicht dem Adel entsprossenen Schw\u00e4gerin Louise zu erscheinen. Freilich bleibt die Zutreffendheit dieser Vermutung offen.<\/p>\n<p>Die durch ihren Tod im Alter von nicht mehr als 56 Jahren vereitelten Pl\u00e4ne der KATHARINE VON WIMPFFEN\u00a0offenbaren sich in der bereits angesprochenen Meldung im \u201eWimpfener Bote\u201c folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><em>\u201eLocale Nachrichten. Wimpfen, 6. M\u00e4rz <\/em>(1875). <em>Wohl manchem unserer geehrten Leser und Leserinnen wird die Nachricht von dem unerwartet fr\u00fchen Tode der Freifrau Katharina v. Wimpffen \u00fcberrascht haben, und erachten wir es im Interesse namentlich des hies. Publikums, der Dahingeschiedenen auch hier an dieser Stelle zu gedenken. (Sie starb nach langem Leiden in M\u00fcnchen am 21. Februar.) Das so pl\u00f6tzliche Dahinscheiden der hohen Dame ist f\u00fcr hier umsomehr zu bedauern, als dieselbe namentlich in den letzten Jahren sich lebhaft mit dem Plane besch\u00e4ftigte, in hies. Stadt gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ulichkeiten herzustellen und ein bedeutendes arrondirtes Gut zu gr\u00fcnden. Durch die schon seit l\u00e4ngerer Zeit eingetretene Krankheit konnten die weiteren Ma\u00dfnahmen zu diesem Plane nun leider nicht ausgef\u00fchrt werden. M\u00f6ge der Entschlafenen auch hier ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt sich beim Lesen der vorstehenden Zeitungsnachricht die heute leider nur noch unzureichend kl\u00e4rbare Frage auf, was Katharina von Wimpffen, das \u00e4lteste der vier Kinder des einstigen bis zum Generalmajor und Generaladjudanten von K\u00f6nig Wilhelm I. von W\u00fcrttemberg aufgestiegenen Friedrich Wilhelm von Wimpffen, veranlasst haben k\u00f6nnte, gerade in Wimpfen, dazuhin ausgerechnet vielleicht gar auf dem von ihr erworbenen exponierten engen schwer bebaubaren Gel\u00e4nde am Roten Turm und der Mauer der einstigen staufischen Pfalz, einen Baukomplex zu erstellen und woher diese die hierf\u00fcr notwendigen Mittel gehabt hat. H\u00f6chstwahrscheinlich schwebte ihr vor, ihrer W\u00fcrttembergischen Nebenlinie, deren Angeh\u00f6rige in dem in etwa halben Jahrhundert deren Bestehens mit vielerlei und stets Mitbewohner aufweisenden Wohnpl\u00e4tzen hatten vorlieb nehmen m\u00fcssen, dessen Adelseigenschaft und erreichten Bedeutung gem\u00e4\u00dfen festen und auch repr\u00e4sentativen Wohnsitz zu verhelfen, wozu das den Namen ihres Geschlechts tragende ehemalige Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen ihr und ihren sicherlich ganz hinter ihr stehenden beiden Br\u00fcdern sowie vielleicht auch der gr\u00e4flichen Schwester offenbar ganz besonders geeignet erschien. Gerade dort ans\u00e4ssig zu werden und sich innerhalb einer exponierten bauhistorischen Umgebung einen m\u00f6glichgst herausragenden dauernden Wohnsitz zu schaffen, so war wohl die Grundidee, w\u00fcrde ihrer bislang so gut wie heimatlosen Nebenlinie eine Aufwertung des Ansehens im Allgemeinen wie auch im Besonderen eine Spitzengeltung innerhalb ihres Wohnplatzes bescheren.<\/p>\n<p>Ob nun bereits schon vor deren Tod geplant und gar schon realisiert oder erst danach, Tatsache ist, dass der \u00e4ltere ihrer beiden Br\u00fcder FREIHERR WILHELM VON WIMPFFEN\u00a0mit Familie um die Zeit des Ablebens der \u00e4lteren Schwester seinen Wohnplatz in M\u00fcnchen aufgegeben hat und nach Wimpffen gezogen ist, um im dortigen von der Schwester erworbenen Anwesen seinen Ruhestand als ehemaliger k\u00f6niglich-w\u00fcrttembergischer Kammerherr und Rittmeister sowie Ehrenritter des Johanniterordens zu verbringen. Da aus dieser Zeit Einwohner-Meldelisten noch nicht vorliegen und urspr\u00fcnglich auch keine anderen Dokumente auffindbar waren, lie\u00df sich der Zeitpunkt des Zuzugs zun\u00e4chst nur grob \u00fcber die W\u00e4hlerlisten zu den Reichstagswahlen bestimmen: W\u00e4hrend in der Liste vom 2. Januar 1874 dessen Name noch nicht zu finden ist, steht dieser in derjenigen vom 30. September 1876 unter Nr. 473a mit <em>\u201eWimpffen v., Wilh.\u201c<\/em> und in derjenigen vom 20. Juli 1878 unter Nr. 483 mit <em>\u201ev. Wimpffen, Wilhelm, Rentner\u201c<\/em> verzeichnet. Dessen Zuzug muss also zwischen Januar 1874 und September 1876, d. h. ca. 1875, erfolgt sein. Dieses geht denn auch gut zusammen mit der Mitte November 1879 anl\u00e4sslich des pl\u00f6tzlichen Ablebens des Wilhelm von Wimpffen durch die \u201eWimpfener Zeitung\u201c getroffenen Feststellung, dass dieser <em>\u201ehier seit mehreren Jahren\u201c <\/em>gewohnt habe. Damit stimmt auch zusammen, dass einerseits eine die Hinterlassenschaft der am 21. Februar 1875 in M\u00fcnchen verstorbenen FREIFRAU KATHERINE VON WIMPFFEN ledigen Standes betreffende Verf\u00fcgung des in Wimpfen amtierenden LANDRICHTERS CESSNER <span style=\"text-decoration: underline;\">vom 24. Februar 1875<\/span> \u00a0die als Erben derselben\u00a0bezeichneten drei Geschwister der Verstorbenen,<br \/>\n1. FREIHERR WILHELM VON WIMPFFEN,<br \/>\n2. FREIHERR DAGOBERT VON WIMPFFEN\u00a0und<br \/>\n3. GR\u00c4FIN PAULINE VON WIMPFFEN,<br \/>\nals \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">gew\u00f6hnlich zu M\u00fcnchen wohnend<\/span>\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Siehe dazu die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga006.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga006-740x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 6: Protokoll des Landgerichts Wimpfen aus der Hand von Landrichter Ce\u00dfner \u201eBetr. den Nachla\u00df der Freifrau Katharine von Wimpfen zu M\u00fcnchen\u201c, datiert mit \u201eWimpfen d 24 Febr 1875&#8243;<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andererseits aber tr\u00e4gt eine mit \u201eErschien Freiherr v. Wimpffen <u>von hier<\/u>\u201c beginnende und mit dessen Unterschrift schlie\u00dfende Erkl\u00e4rung, welche die H\u00f6he des Verm\u00f6gens der verstorbenen Schwester Katherine von Wimpffen mit 20.000 Gulden, darin enthalten zu Wimpfen gelegene Immobilien in H\u00f6he von 9.823 Gulden (letztlich von der Gro\u00dfherzoglich hessischen Obersteuerdirektion taxiert mit 16.840 Mark) beziffert, die Datierung <u>\u201eWimpfen d 23ten Juli 1875\u201c<\/u>. Siehe hierzu die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga007.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga007-758x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 7: Protokoll des Landgerichts Wimpfen aus der Hand des Landrichters Ce\u00dfner vom 23. Juli 1875 mit der nach dessen Verlesung durch Baron Wilhelm von Wimpffen geleisteten Unterschrift<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Somit muss also der Zuzug des Wilhelm von Wimpffen in Wimpfen zwischen den vorbezeichneten zwei Datierungen, grob gesagt, ca. im Fr\u00fchsommer 1875 erfolgt sein. Es ging dem Vorgenannten bei seiner vorstehenden Erkl\u00e4rung darum, dass nach hessischem Steuerrecht von im Inlande gelegenen Immobilien eines Ausl\u00e4nders im Sterbe- und damit Erbfalle eine sog. Collateralsteuer zu entrichten war, deren laut Berechnung des Stadtgerichts M\u00fcnchen in Bayern bezahlter Betrag in H\u00f6he von 701 Mark und 68 Pfennnig sp\u00e4ter jedoch von der Gro\u00dfherzoglich-hessischen Obersteuerdirektion und, dieser folgend, vom Gro\u00dfherzoglich-hessischen Landgericht Wimpfen, vertreten durch Landrichter Ce\u00dfner, auf 833,58 Mark beziffert wurde, und Wilhelm von Wimpffen nun, vom Landrichter unterst\u00fctzt, um Nachlass der nunmehr noch verlangten Entrichtung des Differenzbetrages in H\u00f6he von 131 Mark und 90 Pfennig bat. Wie diese Sache beschieden wurde, lie\u00df sich nicht ersehen.<\/p>\n<p>Leider finden sich nur ganz wenige Dokumente, die \u00fcber die Wimpfener Lebensumst\u00e4nde des Zugezogenen mit Familie Auskunft geben. So sucht man im \u201eVerzeichnis s\u00e4mtlicher Sch\u00fcler\u201c der St\u00e4dtischen Real- bzw. der H\u00f6heren B\u00fcrgerschule der Jahre 1874\/75 ff. nach dem Namen in der Zeit des Zuzugs 12 Jahre alt gewordenen Sohnes MAX(IMILIAN) PAUL vergeblich, was sich vielleicht damit erkl\u00e4rt, dass dieser u. U. in einem Internat untergebracht gewesen ist oder zusammnen mit der zwei Jahre \u00e4lterern Schwester Privatunterricht empfangen hat. Genau so sind Baron Wilhelm von Wimpffens Ehefrau AMALIE (oder auch AM\u00c9LIE, wie diese sich selbst in ihren Unterschriften nennt) und die beim Zuzug rund 14 Jahre alt gewesene Tochter SOPHIE CHARLOTTE leider hinsichtlich etwa ihres t\u00e4glichen Tuns oder ihrer Kontakte zu Wimpfens Einwohnerschaft u. a. m. nicht zu fassen. Dieses gilt auch f\u00fcr die eigentlich zu erwartende, doch fehlende Dokumentation des Eigentumswechsels des oben beschriebenen Haus- und Grundst\u00fccksbesitzes der KATHARINE VON WIMPFFEN\u00a0in den Grundbuch-Supplementb\u00e4nden, wobei ja davon auszugehen ist, dass deren Br\u00fcder WILHELM\u00a0und DAGOBERT\u00a0und die Schwester PAULINE\u00a0die Erben und damit die beiden Letztgenannten dessen Mitbesitzer geworden sind. Drei Eintragungen im Sitzungs-Protokollbuch des Gemeinderates benennen allerdings den ortsans\u00e4ssigen WILHELM VON WIMPFFEN als deren, so man muss man daraus eigentlich annehmen, alleinigen Eigent\u00fcmer:<\/p>\n<p>&#8211; Mai 1876: Der B\u00fcrgermeister verliest ein Schreiben des BARON VON WIMPFFEN, wonach derselbe vom Kauf eines aus dem Nachlass des (ehemaligen Kreisrates) FREIHERRN VON STEIN\u00a0stammendes und von der Gemeinde zu ersteigern beabsichtigtes Grundst\u00fccks (beim Steinhaus) Abstand nehmen will, wenn diese ihm ein beim Roten Turm gelegenes und seither an FRIEDRICH DUFAIS\u00a0verpachtetes Grundst\u00fcck zu einem entsprechenden Preis \u00fcberlassen will.- Beschluss: Der Freiherr soll das fragliche Gel\u00e4nde unter der Bedingung erhalten, dass er eine 10 Fu\u00df breite und im Gemeindeeigentum verbleibende Einfahrt nach dem Roten Turm herstellt und vom Kauf des von Stein\u2019schen Grundes zur\u00fccktritt. Man kann davon ausgehen, dass es sich bei dem der Gemeinde abgekauften Gel\u00e4nde am Roten Turm um den s\u00fcdwestw\u00e4rtigen Teil des in der nachfolgenden Abb. G 8 rot bezeichneten solchen handelt, womit der diesem Turm anliegende Von Wimpfen\u2019sche Gartenbesitz ausgedehnt wurde.<\/p>\n<p>&#8211; September 1878: Der Versch\u00f6nerungsverein Wimpfen will den bereits beim Roten Turm (im Norden neckarw\u00e4rts) angelegten freien Platz vergr\u00f6\u00dfern und bittet die Gemeinde, zu diesem Zweck ein dort gelegenes dem BARON VON WIMPFFEN\u00a0geh\u00f6riges G\u00e4rtchen zu erwerben.- Beschluss: Es soll dieses angekauft und dem Versch\u00f6nerungsverein zu besagtem Zwecke zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Anl\u00e4sslich der &#8211; sp\u00e4ter noch zu schildernden &#8211; in Wimpfen ausgangs September 1880 stattgefundenen Verm\u00e4hlung der Tochter SOPHIE ist in der Zeitung vom <em>\u201eelterlichen Wohnhause der Fr\u00e4ulein Braut\u201c <\/em>die Rede.<\/p>\n<p>Dies alles geschieht, obgleich im Supplementband des Grundbuches von Wimpfen am Berg dieses wie auch die G\u00e4rten und der Weinberg beim Roten Turm immer noch als der (schon seit 6 Jahren verstorbenen) BARONIN KATHARINE VON WIMPFEN\u00a0geh\u00f6rig eingetragen ist. Das gilt auch f\u00fcr den in der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga008.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga008-665x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 8: Metrischer Plan zu einem Messbrief des Jahres 1882<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>dargestellten Skizze mit Berechnungsgrundlegen des GEOMETERS GRO\u00df vom 30. November 1882, wo die Vorgenannte nach wie vor als die Grundst\u00fccksbesitzerin aufgef\u00fchrt ist. Allerdings ist vor deren Namen \u201emodo (= eben erst): Breuninger, Ludwig\u201c gesetzt, was wohl bedeutet, dass dieser die von Wimpffen\u2019schen G\u00fcter verwaltet und die Besitzer vertreten hat, nachdem Wilhelm von Wimpffen zwei Jahre zuvor gestorben und seine Gattin mit Kindern vermutlich damals weggezogen gewesen war. Der Vergleich dieses Planes der Abbildung G 2 mit jenem der Abbildung G 8 zeigt, dass die urspr\u00fcngliche L\u00fcckenhaftigkeit und damit fehlende Geschlossenheit des Wimpffen\u2019schen Gartenbesitzes, die eine von der Schwester bzw. Schw\u00e4gerin laut Angabe der Zeitung im Auge gehabten umf\u00e4nglichere Bebauung wohl kaum zugelassen h\u00e4tte, jetzt einer \u00c4nderung durch Erweiterung und Zusammenlegung im Benehmen insbesondere mit der Gemeinde Wimpfen unterworfen worden ist, die damit eine Verbesserung des Zugangs und der Freistellung des Roten Turmes durch die Vergr\u00f6\u00dferung des auf der nordw\u00e4rtigen Schau- sowie Nordwestseite schon bestehenden Platzes erreichte.<\/p>\n<p>Im Juli 1890 ist im Zusammenhang mit dem jetzt erfolgten Verkauf des gesamten ehemaligen Von Wimpffen\u2019schen Haus- und Grundbesitzes an den vorgenannten ehemaligen kurzzeitigen Besitzer des Mathildenbades LUDWIG BREUNINGER wieder in alter Manier in der Zeitung vom \u201eHaus des Barons von Wimpffen\u201c die Rede. Im Grundbuch-Supplement-Band Wimpfen am Berg ist der Wechsel der Besitzerschaft am gesamten Von Wimpffen\u2019schen Haus- und Garten\/Weinbergbesitz, wie schon gesagt, ohne Eintragung der Nacherben der Katharina von Wimpffen, folgenderma\u00dfen ausgewiesen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ge001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ge001-1024x136.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"136\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hieraus tut sich &#8211; wir eilen hier dem Geschehensverlauf etwas voraus &#8211; hinsichtlich der Bewohnung des Von Wimpffenschen Hauses eine Wissensl\u00fccke auf, welche den Zeitraum ab dem durch den fr\u00fchen Tod des Wilhelm von Wimpffen erfolgten Wegzug seiner Witwe Amalie mit Kindern in den beginnenden 1880er Jahren bis zum Zeitpunkt des Hauskaufs durch WILHELM LUDWIG V\u00d6RG\u00a0(geb. am 18. April 1833 \u2013 gest. am 9. Januar 1888) UND EHEFRAU\u00a0ausgangs 1886 umfasst. Wohl wichtig zu wissen, dass es sich bei dem oben ausgewiesenen K\u00e4ufer des Von Wimpffen\u2019schen Hausanwesens um eine unternehmerisch wie vereins-, gemeinde-, partei- bis landespolitisch enorm und bleibend aktiv gewesene Pers\u00f6nlichkeit Wimpfens gehandelt hat, dessen immenses berufliches Tun und \u00f6ffentliches Wirken sich wie folgt manifestiert: Zun\u00e4chst war dieser Inhaber des Gasthofes und Badehotels \u201eRitter\u201c an der oberen Steige beim \u201eKalten Loch\u201c und Mitmotor der 1869 erreichten Einbeziehung Wimpfens in das Eisenbahnnetz; auch Mitgr\u00fcnder und Teilhaber der darunter an der Steige in der ehemaligen Herrnm\u00fchle eingerichteten Papierfabrik; zeitweise Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, ab 1874 Gemeinderat, auch Rechner der sog. Pfennigsparkasse und entflammter Redner bei nationalen Feiern wie Fahnenweihen und am Sedanstag. Ab 1876 wohnte er nach \u00dcbernahme der P\u00e4chterschaft des dort neu erbauten gro\u00dfen Gastronomie-Geb\u00e4udes \u201eHarmonie\u201c in Heilbronn und war Mitglied der dortigen Freimaurerloge \u201eKarl zum Brunnen des Heils\u201c. Nach der R\u00fcckkehr nach Wimpfen gegen Mitte der 1880er Jahre lebte er dort als \u201eRentner\u201c oder auch \u201ePrivatier\u201c, war aber immer noch politisch t\u00e4tig. Im August 1887, nachdem er wenige Monate zuvor seine aus Berg bei Stuttgart stammende Frau BERTA, GEB. SCHNEIDER, verloren hatte, wurde er zum Abgeordneten des Hessischen Landtags f\u00fcr den Wahlbezirk 1 (Wimpfen-Neckarsteinach-Hirschhorn-Beerfelden) gew\u00e4hlt. Ein Herzschlag beendete ein knappes halbes Jahr danach im beginnenden Januar 1888 sein reich erf\u00fclltes Leben. Dessen pl\u00f6tzlicher Tod nach vermutlich entweder kaum einem Jahr des Wohnens oder auch l\u00e4nger, falls er zuvor dort bereits schon nach seiner R\u00fcckkehr aus Heilbronn in Miete gewohnt haben sollte, im ehedem Von Wimpffen\u2019schen Haus erkl\u00e4rt den Umstand, dass dieses im Sommer 1888 auf (ungekl\u00e4rtem) Erbweg in den Besitz von ROBERT FULDNER ZU HEILBRONN\u00a0gelangt ist.<\/p>\n<p>Dass damals der \u00e4lteste Bruder Wilhelm der 1875 verstorbenen Katharine von Wimpffen, obgleich dies aus der Eintragung im Grundbuch-Supplement-Band nicht hervorgeht, faktisch der wirkliche Besitzer all der von dieser hinterlassenen Wimpfener Immobilien gewesen ist, das geht aus dem Text einer Art General-Vollmacht hervor, die von der \u00fcberlebten j\u00fcngsten der vier Von Wimpffen-Geschwister PAULINE GR\u00c4FIN VON WIMPFFEN unter dem 22. August 1886 dem Wimpfener Beigeordneten und ehemaligen Apotheker sowie Freund der Von Wimpffen-Familie DR. EMIL M\u00d6RIKE anl\u00e4sslich des in Gang gebrachten Verkaufs des einstigen Von Wimpffen\u2019schen Haus- und Grundbesitzes an WILHELM LUDWIG V\u00d6RG UND EHEFRAU\u00a0erteilt worden ist. Diese lautet folgenderma\u00dfen:<br \/>\n<em>\u201eNachdem bei dem Ableben meiner Schwester, der St. Anna-Stiftsdame, Freiin Catherine v. Wimpffen, zu M\u00fcnchen eine Erbauseinandersetzung zwischen den hinterbliebenen erbberechtigten Geschwistern, nemlich mir und meinen seither verstorbenen Br\u00fcdern Wilhelm und Dagobert l\u00e4ngst erfolgt, u. hierbei der Immobilbesitz zu Wimpfen a. Berge auf erstern \u00fcbergegangen, wobei wie es scheint der grundb\u00fccherl. Eintrag unterlassen wurde, u. nachdem nun die Kinder u. Erben desselben seither verstorbenern Bruders Wilhelm die erw\u00e4hnten Immobilien anderweitig ver\u00e4u\u00dfert haben, so erkl\u00e4re ich, Endes-Unterzeichnete mich hinsichtlich aller mir zugefallenern Erb- u. andern Rechten als l\u00e4ngst befriedigt und ganz einverstanden mit der directen Umschreibung des Eigenthumsrechtes von meiner Schwester Katharine auf den neuen K\u00e4ufer, Herrn Wilhelm V\u00f6rg; erm\u00e4chtige u. bevollm\u00e4chtige auch den Gro\u00dfh. Hessischen Beigeordneten Dr. Emil Moerike zu Wimpfen a. Berg in meiner Nahmen alle gerichtlichen u. au\u00dfergerichtlichen Schritte zu thun, sowie Urkunden zu unterschreiben, welche die Beurkundung und Begleichung der directen Umschreibung und meinen Verzicht auf das genannte Eigenthum, respective meine Befriedigung bez\u00fcglich aller mir an den fragl. Immobilien fr\u00fcher zugestandenen Rechten jeder Art beurkunden sollen. &#8211; Zugleich ertheile ich dem genannten Dr. Moerike hiemit Substitutions-Befugni\u00df.- So geschehen <u>Seggau<\/u> Steiermark d. 22\/8 1886 Pauline Gr\u00e4fin Wimpffen FeldmschlLieutenants Wittwe geb. Wimpffen.\u201c<br \/>\n<\/em>Dieser Schriftsatz l\u00e4sst erkennen, dass Wilhelm von Wimpffen faktisch der Besitzer des Haus- und Grundbesitzes seiner verstorbenern Schwester durch Auszahlung seiner Geschwister Dagobert und Pauline geworden ist. Dazuhin hei\u00dft es in einer vorausgegangenen ersten kurzgefassten Erkl\u00e4rung der Pauline, die mit <em>\u201eGraz am 16. Juni 1886\u201c <\/em>datiert ist, wie folgt<em>:<br \/>\n\u201eIch &#8230; best\u00e4tige hiermit, da\u00df ich meinen 3. Antheil des Werthes des Hauses u. Gutes in Wimpfen am Neckar von meinem Bruder Wilhelm Freiherrn von Wimpffen vollst\u00e4ndig ausbezahlt erhalten habe.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Offenbar suchte man im Zuge der Erwerbung des Von Wimpffenschen Hauses des Jahres 1886 durch das Ehepaar V\u00f6rg die fr\u00fcheren amtlich-formellen Vers\u00e4umnisse aufzuarbeiten und damit nachtr\u00e4glich der gesetzlichen Ordnung zu gen\u00fcgen. Das geht auch aus der Tatsache hervor, dass damals \u00fcber die seitens der j\u00fcngeren Schwester der Verstorbenen PAULINE GR\u00c4FIN VON WIMPFFEN\u00a0an den GROSSHERZOGLICHEN BEIGEORDNETEN DR. M\u00d6RIKE\u00a0\u00fcbergebenen Vollmacht hinaus an denselben auch seitens der beiden Gattinnen der erbberechtigt gewesenen zwei Br\u00fcder WILHELM und DAGOBERT, n\u00e4mlich BARONIN AM\u00c9LIE WIMPFFEN GEB. ROUX DE DAMIANI und LOUISE FREIFRAU V. WIMPFFEN, wie diese sich in ihren diesbez\u00fcglichen Unterschriftsleistungen nannten, eingeschlossen deren Kinder SOPHIE\u00a0und MAXIMILIAN\u00a0bzw. KATHARINA\u00a0und WILHELM, eine gerichtlich best\u00e4tigte \u201eGeneral- und Specialvollmacht\u201c erteilt wurde. In gleicher Weise wurde Dr. Moerike durch diese unter dem 6. September 1886 erm\u00e4chtigt, diese alle<em> \u201eim Nachla\u00dfe der Sct. Anna Ehrenstiftsdame Freiin Katharina von Wimpffen zu M\u00fcnchen, insbesondere in Betreff des Verkaufs der zu diesem Nachlasse geh\u00f6renden Immobilien in der Gemarkung Wimpfen am Berg zu vertreten, indem wir Alles, was unser genannter Bevollm\u00e4chtigter bereits f\u00fcr uns gethan hat u. noch thun wird, als von uns selbst gethan ansehen, insbesondere soll Derselbe erm\u00e4chtiget sein, Mo- und Immobilien zu ver\u00e4u\u00dfern und zu verpf\u00e4nden, Erbschaften f\u00fcr uns anzutreten und auszuschlagen, Proze\u00dfe zu f\u00fchren, Vergleiche abzuschlie\u00dfen zu verzichten, Gelder f\u00fcr uns einzunehmen und g\u00fcltig dar\u00fcber zu quittieren, alle Urkunden f\u00fcr uns auszustellen und zu unterschreiben, \u00fcberhaupt alles Namens unser zu thun und zu unterlassen, was ein General- oder Specialbevollm\u00e4chtigter nach den Gesetzen zum thun berechtigt ist, wenn Solches hier auch nicht speciell gesagt sein sollte.\u201c <\/em>Auf diesem Wege ist es zum o. a. Eintragung des 22. Dezember 1886 (unter Verzicht auf Nachholung vers\u00e4umter Eintr\u00e4ge) sowie der durch Besitzwechsel entstandenen Fortf\u00fchrung in den Jahren 1888 und 1890 gekommen. Der vorgenannte Gang des Eigentumswechsels wird an sp\u00e4terer Stelle im Zusammenhang mit dem pl\u00f6tzlichen Tod des Wilhelm von Wimpffen noch einmal anzusprechen sein.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Zuzug von BARON WILHELM VON WIMPFEN in Wimpfen, um wieder zu dessen Person und damit eng dem Zeitgang folgenden Schilderung zur\u00fcckzukehren, ist \u00fcber den vom damaligen Landst\u00e4dtchen Wimpfen als historisches Gro\u00dfereignis empfundenen Besuch von GENERALFELDMARSCHALL HELMUTH VON MOLTKE\u00a0zu reden. Dieser erfolgte am 25. September 1876 und galt sicherlich allein dem \u201eVetter\u201c, wie es hei\u00dft (genauer: dem Vetter 2. Grades), WILHELM VON WIMPFFEN und dessen Familie. Vom \u201eWimpfener Boten\u201c ist dieser jedoch zu einem von dem gro\u00dfen Feldherren vorgenommenen Akt der \u201estrategischen Erkundung\u201c Wimpfens hochstilisiert worden:<\/p>\n<p><em>\u201eHeute erfreuten wir uns eines hohen Besuches. Generalfeldmarschall von Moltke traf mit dem Zug 8 Uhr 30 Min. Vormittags von Heilbronn her kommend hier ein und wurde am Bahnhof von seinem Vetter Herrn Baron von Wimpffen empfangen. Im Laufe des Vormittags besichtigte der hohe Gast die Kirchen und sonstigen Sehensw\u00fcrdigkeiten unserer Stadt. Zweck seines Besuches war jedenfalls, Wimpfen als strategischen Punkt kennenzulernen. Bei seiner Abfahrt war am Bahnhof eine Anzahl Realsch\u00fcler mit Trommel und Fahne als Ehrenwache aufgestelllt. Vor dem Einsteigen besichtigte er dieselbe und richtete an die Lehrer und einzelne Sch\u00fcler einige Fragen. Unter den Hochrufen des zahlreich versammelten Publikums setzte sich der Zug in Bewegung.\u201c<br \/>\n<\/em>In der Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde wird dieses denkw\u00fcrdigen Besuches folgenderma\u00dfen Erw\u00e4hnung getan:\u00a0<em>\u201eDen 25. September sah Wimpfen eine weltgeschichtliche Person in ihren Mauern, den ber\u00fchmten Schlachtenlenker Feldmarschall Grafen Moltke, welcher einen Besuch bei seinem <\/em>(f\u00e4lschlicherweise!) <em>Neffen, dem hier wohnenden Baron vom Wimpffen, machte.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Mehr, so etwa, in welcher Weise die VON WIMPFFEN-FAMILIE sich ihres hohen Verwandten angenommen hat, ist aus dem Zeitungsbericht und der Kirchenchronik leider nicht zu erfahren. Hierzu ein damals in vielen H\u00e4usern h\u00e4ngendes Konterfei des vielverehrten Schlachtenlenkers gezeigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga009.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga009-758x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"492\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 9: Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (1800 &#8211; 1891)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie in der Heilbronner D\u00fcrr\u2019schen Chronik zu lesen steht, kam dieser Besuch im Zuge der R\u00fcckreise Moltkes von Heilbronn nach Berlin zustande. Vorausgegangen waren die f\u00fcr den bald 76-j\u00e4hrigen Grafen sehr anstrengende Teilnahme an den Herbstman\u00f6vern,\u00a0anschlie\u00dfend Besuchstage in Stuttgart sowie dann am 24. September nach Einladung noch die ihm sehr unwillkommene Teilnahme an der Herbstfeier des Veteranenvereins Heilbronn zusammen mit seinem Adjudanten und Schwager Hauptmann von Burt mit vor dem Gasthof zum Falken gegebener Serenade und anschlie\u00dfender \u00dcbernachtung dort. <em>\u201eEr f\u00fchlte sich\u201c, <\/em>so schreibt D\u00fcrr, <em>\u201e &#8230; sehr angegriffen und reiste hierher in der Absicht, hier einige Tage ungest\u00f6rt und unbehelligt auszuruhen. Diese Absicht konnte er aber nicht erreichen, und er reiste deshalb sofort am andern Tag wieder nach Berlin.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dieses geschah jedoch nicht, ohne auf dem angetretenen Weg dorthin der Familie des WILHELM VON WIMPFFEN, des \u00e4lteren der beiden S\u00f6hne seiner bereits 1832 im Alter von nur 37 Jahren in Stuttgart verstorbenen Kusine ELISE VON WIMPFFEN, GEBORENEN FREIIN VON MOLTKE, im auf der Reisestrecke liegenden hessischen Neckarst\u00e4dtchen Wimpfen einen Besuch abzustatten. Bei einem vor stark dreieinhalb Jahrzehnten ausgangs Oktober 1840, d. h. zu einer Zeit, da die Besagte bereits acht Jahre verstorben gewesen ist, hatte er auf dem Weg in die Schweiz in Stuttgart einen kurzen Halt gemacht und dem dort als ehemaliger Generaladjudant von K\u00f6nig Wilhelm (I.) von W\u00fcrttemberg lebenden verwitweten Gatten derselben GENERALMAJOR FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN (geb. 1784 in Kirn an der Nahe, gest. 1845 in Stuttgart) einen Kurzbesuch abgestattet. Die beiden in der nahen Garnison Ludwigsburg als Lieutenants Dienst leistenden S\u00f6hne WILHELM und DAGOBERT, seine Vettern, wie er sie in Adelsmanier nennt, hatte er jedoch wegen seiner bereits am fr\u00fchesten Morgen des Folgetages mit der Post vereinbarten Abreise zu seinem Bedauern nicht sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>3. Nach dem unvermittelten Tod des Freiherren Wilhelm von Wimpffen auf dem Feld bei Hohenstadt w\u00e4hrend der Jagd im November 1879 zieht dessen Ehefrau Amalie von Wimpffen in den beginnenden 1880er Jahren, nachdem zuvor noch in Wimpfen die zum Stelldichein der freiherrlichen und \u00a0gr\u00e4flichen Verwandtschaft sowie des kraichgau-neckarunterl\u00e4ndischen Adels werdende Verm\u00e4hlung der Tochter Sophie mit dem baltischen Baron Theodor von Ungern-Sternberg vollzogen worden ist, mit ihrem Sohn Maximilian aus Wimpfen weg.<\/strong><\/p>\n<p>Den Gemeinderatsprotokollen des beginnenden Jahres 1879 ist entnehmbar, dass damals an BARON WIHELM VON WIMPFFEN\u00a0die Jagd der Gemarkungen Wimpfen am Berg, Wimpfen im Tal und Hohenstadt f\u00fcr j\u00e4hrlich 501 Mark verpachtet wurde, w\u00e4hrend diejenige der Gemarkung Helmhof mit Forstbezirk f\u00fcr 151 Mark an CHRISTIAN WACKER I.\u00a0ging. Den erstgenannten Sachverhalt erfahren wir auch aus den tragischen Begleitumst\u00e4nden des pl\u00f6tzlichen Todes des Barons Wilhelm von Wimpffen im Sp\u00e4therbst desselben Jahres im Alter von nur 59 Jahren, der in der Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde f\u00fcr das Jahr 1879 so vermerkt ist:<br \/>\n<em>\u201eAm 15. November starb pl\u00f6tzllch am Schlagflu\u00df, auf der Jagd in Hohenst\u00e4dter Gemarkung der Freiherr Wilhelm von Wimpffen, welchem von seiner Familie auf dem hiesigen Friedhof ein sch\u00f6nes Grabdenkmal errichtet wurde, gleich links am Eingang des Kirchhofes.\u201c<br \/>\n<\/em>Die Todesumst\u00e4nde lassen sich genauer der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga010.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga010-712x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 10: Standesamtliche Feststellung des Todes von Baron Wilhelm von Wimpffen vom 15. November 1879<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>entnehmen. Aus dieser geht hervor, dass der als Privatier bezeichnete ehemalige Apotheker und Freund des Hauses Wimpffen DR. EMIL M\u00d6RICKE (in den Akten oft auch als M\u00d6RIKE oder MOERIKE erscheinend), der das am Vormittag um elf einhalb Uhr eingetretene Ableben seines Jagdkollegen bezeugt, auf dem Felde zu Hohenstadt zugegen gewesen ist. Das traurige Ereignis ist im Sterbebuch der Evangelischen Kirchengemeinde Wimpfen des Pfarramtes I 1879 unter Nr. 73 folgenderma\u00dfen festgehalten:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga011.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga011-1024x823.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 11: Feststellung des Todes und des Begr\u00e4bnisses \u00a0des, wie es hei\u00dft, von Wimpffen, Paul Wilhelm Maria, Reichsfreiherr, K\u00f6niglich W\u00fcrttembergischer Kammerherr<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hiernach wurde dieser von PFARRER WILHELM SCRIBA am 18. November des vorgenannten Jahres vormittags um 11 \u00bd\u00a0Uhr \u201ekirchlich zu Grabe gebracht\u201c.<\/p>\n<p>Die \u201eWimpfener Zeitung\u201c gedachte dieses anr\u00fchrenden pl\u00f6tzlichen Todes und der Beisetzung des kaum 4 \u00bd Jahre \u00a0in Wimpfen beheimatet Gewesenen durch den hier angef\u00fcgten l\u00e4ngeren Bericht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga012.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga012-1024x772.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 12: Bericht der \u201eWimpfener Zeitung\u201c \u00fcber die am 18. November 1879 auf dem Friedhof zu Wimpfen am Berg erfolgte feierliche Bestattung des Freiherren Wilhelm von Wimpffen mit angef\u00fcgtem Nachruf<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei dem als Freund des Hauses bezeichneten Sprecher des Nachrufs am Grabe handelte es sich um JOSEPH FREIHERR VON ELLRICHSHAUSEN ZU ASSUMSTADT (geb. 1832 in Stuttgart &#8211; gest. 1906 in Assumstadt), Besitzer der Ritterg\u00fcter Assumstadt, Maisenh\u00e4lden, Ernstein bei Z\u00fcttlingen\/Jagst sowie Jagstheim bei Crailsheim. Wie ehedem der Verstorbene hatte dieser in der w\u00fcrttembergischen Armee bei der K\u00f6niglichen Leibgarde gedient und war 1862 Nachfolger des Wilhelm von Wimpffen in dessen Funktion als Rittmeister und Kommandant der w\u00fcrttembergischen Feldj\u00e4gerschwadron gewesen. Als solcher hatte er mit dem Dragoner-Regiment \u201eK\u00f6nigin Olga\u201c die Kriege von 1866 und 1870\/71 mitgemacht und daf\u00fcr 1870 das Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern des Ordens der W\u00fcrttembergischen Krone und das Eiserne Kreuz erhalten und war am Tage der Schlacht von Champigny-sur-Marne zum Major bef\u00f6rdert worden. In den letzten Jahren hatte er in der Preu\u00dfischen Armee beim 13. Ulanen- und 4. K\u00fcrassier-Regiment Dienst getan und 1876 dort als Oberstleutnant seinen Abschied genommen. Ellrichshausen war Mitglied der Ersten Kammer des W\u00fcrttembergischen Landtags als Vertreter der Ritterschaft des Neckarkreises. Sp\u00e4ter (1887) gelangte er sogar nach seinem eindeutigen Sieg \u00fcber den Demokraten Georg H\u00e4rle f\u00fcr den Wahlkreis W\u00fcrttemberg 3 (Heilbronn, Besigheim, Brackenheim, Neckarsulm) als Vertreter der rechtsgerichteten Kartellparteien (Deutschkonservative, Deutsche Reichspartei, Nationalliberale) als Abgeordneter in den Siebten Deutschen Reichstag. Nach der Neuwahl im Februar 1890 musste er dem vorgenannten Georg H\u00e4rle jedoch weichen.<\/p>\n<p>Aus der am Schluss des vorstehenden Zeitungsberichts gemachten Aussage, Wilhelm von Wimpffen habe <em>\u201ezuletzt die Stellung eines Majors und Kommandanten der damals so beliebten Feldj\u00e4gerschwadron\u201c <\/em>innegehabt, m\u00fcsste man eigentlich den Schluss ziehen, dass dessen Milit\u00e4rkarriere im K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg mit dem nachweislich ihm ca. 1864 in Stuttgart amtlich zugekommenen Titel \u201eRittmeister a. D.\u201c nicht zu Ende gewesen ist, indem seinem daraus zu schlie\u00dfenden Ausscheiden als Rittmeister der K\u00f6niglich-w\u00fcttembergischen Garde im Alter von erst 44 Jahren eine k\u00fcrzere oder l\u00e4ngere Neuverwendung im Milit\u00e4rdienst W\u00fcrttembergs mit Bef\u00f6rderung zum Major und Kommandanten der Feldj\u00e4gerschwadron gefolgt ist. Im Hinblick darauf, dass Joseph von Ellrichshausen das Kommando derselben aber erst nach den Kriegen von 1866 und 1870\/71 im Zusammenhang mit dem Wechsel in den Armeedienst Preu\u00dfens abgegeben hat, k\u00f6nnte diese aber erst danach erfolgt sein. Doch handelt es sich bei der Feststellung der Zeitung wohl schlichtweg um nicht mehr als eine irrt\u00fcmliche Angabe. Nicht nur dass Wilhelm von Wimpffen im Deutschen Adelslexikon von Kneschke des Jahres 1870 nicht mit Major, sondern nicht mehr als mit <em>\u201ek. w\u00fcrttemb. Kammerh. und Rittm. a. D.\u201c <\/em>betitelt ist! Dar\u00fcber hinaus geht aus den oben dargelegten Fakten in Sachen Erbauseinandersetzung hervor, dass er in der ersten H\u00e4lfte der 1870er Jahre wie sein j\u00fcngerer Bruder Dagobert und seine j\u00fcngere Schwester Pauline in M\u00fcnchen gewohnt und gelebt hat, wo er, wie in meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230; &#8220; (dort unter Kapitel \u201eT. W\u00fcrttembergische Seitenlinie\u201c) dargelegt, nach seinem Ausscheiden als Milit\u00e4r und Kammerherr des K\u00f6nigreichs W\u00fcrttemberg mit Familie sp\u00e4testens um die Mitte der 1860er Jahre, seinem wegen der Mesalliance mit einer B\u00fcrgerlichen den Dienst im K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg quittierenden und nach M\u00fcnchen gezogenen Bruder Dagobert folgend, von Stuttgart aus ebenfalls dort hin gezogen ist.<\/p>\n<p>Die im Nachruf gepriesene Wohlt\u00e4tigkeit des Verstorbenen wird in einer Zeitungsnotiz vom 28. Dezember des Nachjahres 1880 evident, die besagt, dass <em>\u201edie von dem verstorbenen Freiherrn von Wimpffen testierten Zinsen in H\u00f6he von 80 Mark auch in diesem Jahr zu Christtagsgeschenken f\u00fcr arme Kinder verteilt\u201c <\/em>worden sind. In \u00e4hnlich caritativer Weise bringt sich damals auch der Bruder Dagobert ein, von dem zu dieser Zeit, wie es in der Zeitung hei\u00dft, <em>\u201eeine Sendung aus M\u00fcnchen von Kleidungsst\u00fccken und Spielsachen\u201c <\/em>eingetroffen ist.<\/p>\n<p>Im Folgejahr des Todes des Vaters, n\u00e4mlich am 25. September 1880, heiratet die 19-j\u00e4hrige Tochter des Verstorbenen <u>SOPHIE<\/u> CHARLOTTE VON WIMPFFEN (1861 \u2013 1907) den in Kertel in Estland wohnenden 23-j\u00e4hrigen BARON <u>THEODOR<\/u> LEONHARD RUDOLPH VON UNGERN-STERNBERG (1853 \u2013 zwischen 1918 und 1923). Als Ersatz daf\u00fcr, dass man wohl damals sich den gro\u00dfen technischen Aufwand und die Kosten f\u00fcr ein Hochzeitsfoto vermutlich auch in Adelskreisen nicht geleistet hat oder auch sich nicht leisten konnte, seien hier zwei vorliegende getrennte Fotos der Heiratspartner wiedergegeben, die insofern gar nicht gut zusammenpassen wollen, als die Aufnahme der Braut nur eine Kopf-Schulter-Schr\u00e4gansicht, wogegen &#8211; abgesehen vom anderen Rand- und Gr\u00f6\u00dfenformat &#8211; die des Br\u00e4utigams eine bis zur Brust reichende Frontalansicht darstellt. \u00dcberdies gewinnt man den Eindruck, dass beim Vergleich das stark vier Jahre h\u00f6here Alter des Br\u00e4utigams gegen\u00fcber der Braut sich hier deshalb verkehrt, weil jener bei der Herstellung der Fotografie noch im ausgehenden J\u00fcnglingsalter und jene vergleichweise eher schon in etwas reiferem Alter gestanden erscheint:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-452 size-medium aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013-300x295.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013-300x295.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013-150x147.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013-768x755.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga013-1024x1006.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. G 13: Fotografie der Baronin Sophie Charlotte von Ungern-Sternberg, geb. von Wimpffen, geb. am 25. Juli 1861 in Stuttgart, unbekannten Datums (sicherlich aus der Zeit nach ihrer Verehelichung mit dem Nachgenannten)<\/strong>;<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-453 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"308\" height=\"471\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014-196x300.jpg 196w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014-98x150.jpg 98w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014-768x1177.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga014-668x1024.jpg 668w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 14: Fotografie des Barons Theodor Leonhard Rudolph von Ungern-Sternberg, geb. am 11. April 1857 in Kertel\/Estland, unbekannten Datums (sicherlich aus der Zeit vor seiner Verehelichung mit der Vorgenannten)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Br\u00e4utigam konnte einen imponierenden bisherigen Lebensgang vorweisen: Geboren am 11. April 1857 in Kertel (Estland), Besuch der Domschule der estnischen Hauptstadt Reval, Besuch des Gymnasiums in Ahrensburg (S\u00fcdestland), Studium der Geologie und Chemie ab 1876 in Leipzig, sp\u00e4ter in Paris, Berlin und Heidelberg, Dr. phil. et Mag. bon. art. in Leipzig, Habilitation; unterbrochen 1877\/78 durch die Teilnahme am Russisch-T\u00fcrkischen Krieg als Freiwilliger (Offizier) des Garde-Ulanen-Regiments. Wie die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga015.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga015-529x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 15: Bericht der \u201eWimpfener Zeitung\u201c vom 27. September 1880 \u00fcber die Verehelichung der Sophie Freiin von Wimpffen mit Baron Theodor Leonhard Rudolph von Ungern-Sternberg<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>ausweist, wurde die in Wimpfen stattgefundene Hochzeit zu einem Aufsehen erregenden Stelldichein von Teilen der weitgespannten Von-Wimpffen-Verwandtschaft einerseits und des unterl\u00e4ndisch-kraichgauischen Adels andererseits. Die nachfolgend gezeigten Dokumente stellen eine lesenswerte instruktive Datensammlung \u00fcber die Heiratenden und die hochgestellten Eltern des Br\u00e4utigams, dazuhin \u00fcber den oben bereits an zwei Stellen umschriebenen brautseitigen Zeugen BARON JOSEPH VON ELLRICHSHAUSEN ZU ASSUMSTADT\u00a0dar, der in der standesamtlichen Urkunde seiner Unterschrift als Zeuge den aktuellen Offiziersrang \u201eOberstlt. a. D.\u201c (Oberstleutnant au\u00dfer Dienst) beif\u00fcgt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga016.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga016-906x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 16: Die unter Nr. 10\/1880 gef\u00fchrte Urkunde des von B\u00fcrgermeister Ernst geleiteten Standesamtes Wimpfen \u00fcber die b\u00fcrgerliche Eheschlie\u00dfung der Freiin Sophie von Wimpffen mit Baron Theodor Leonhard Rudolph von Ungern-Sternberg am 25. September 1880 (verkleinert und von einer Textspalte auf zwei solche gebracht)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga017-636x1024.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 17: Eintragung im Traubuch der Evangelischen Kirchengemeinde Wimpfen am Berg unter Nr. 10\/1880 \u00fcber die am 25. September 1880 in der Evangelischen Stadtkirche Wimpfen am Berg stattgefundene kirchliche Eheschlie\u00dfung der Sophie von Wimpffen mit Theodor Leonhard Rudolph von Ungern-Sternberg<\/strong> <strong>Freiherr von P\u00fcrkel auf Erras in Estland<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenngleich im Zeitungsbericht auf die seit 1876 gesetzlich eingef\u00fchrte Ziviltrauung zuerst und auf die f\u00fcr die beidseits der Evangelisch-Lutherischen Kirche angeh\u00f6renden Heiratenden in der Evangelischen Stadtkirche Wimpfen stattgefundene kirchliche Trauung erst an zweiter Stelle hingewiesen ist, hat die letztgenannte gesetzesentsprechend nat\u00fcrlich vor der erstgenannten stattgefunden. Dass die, wie es hei\u00dft, <em>\u201eCiviltrauung &#8230; im elterlichen Wohnhause der Fr\u00e4ulein Braut\u201c <\/em>(d. h. im Haus am Anfang des Burgviertels neben dem Rathaus) durchgef\u00fchrt wurde, d\u00fcrfte sicherlich so etwas wie eine Verbeugung der Stadtbeh\u00f6rde vor der freiherrlichen Familie und ihrer hohen gr\u00e4flichen sowie ber\u00fchmten franz\u00f6sischen Verwandtschaft darstellen. Die im Zeitungsbericht nach der Braut und ihrem verstorbenen Vater sowie dem Br\u00e4utigam aus der G\u00e4steschar zuerst aufgef\u00fchrten Eltern des Letztgenannten <u>ROBERT<\/u> (II.) EGINHARD BARON VON UNGERN-STERNBERG (geb. 1813 in Birkas, gest. 1898 in D\u00e4g\u00f6-Kertel) und BARONIN WILHELMINE HELENE <u>NATALIE<\/u> VON UNGERN-STERNBERG GEB. RENNENKAMPFF (1823 \u2013 1909) aus Kertel in Estland (estnisch K\u00e4rdla), gelegen auf Dag\u00f6 (estnisch Hiiumaa), der zweitgr\u00f6\u00dften estnischen Insel, stammten aus namhaften deutsch-baltischen Adelsgeschlechtern, die weitverzweigten UNGERN sogar aus baltischem Uradel. Die UNGERN\u00a0hatten sich zun\u00e4chst in Estland und Kurland ausgebreitet und f\u00fchrten den Zusatz STERNBERG zuerst seit 1593 in Polen-Litauen. In der zweiten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts erfolgten schwedische Erhebungen der UNGERN-STERNBERG\u00a0in den Freiherrenstand, die dort vor allem hohe Milit\u00e4rstellen bekleideten. Damals wie auch in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts finden sich Abk\u00f6mmlinge derselben mehrfach als Ritterschaftshauptmann der Estl\u00e4ndischen Ritterschaft bezeichnet, welche die Politik des Landes autonom auch noch nach der 1721 erfolgten \u00dcbernahme der Herrschaft durch das russische Zarenreich bis zum Beginn der Russifizierungspolitik ab 1861 bestimmt hatte. Und in den Jahren 1874 und 1882 erfolgen sogar Best\u00e4tigungen bzw. Erhebungen in den russischen Grafenstand und 1885 die russische Anerkennung zur F\u00fchrung des Barontitels f\u00fcr die Gesamtfamilie. Hier sei das Wappen dieses Geschlechtes gezeigt, das heute noch u. a. auch in S\u00fcddeutschland sowie in der Schweiz zu finden ist:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga018-740x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"368\" height=\"509\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 18: Das Wappen der von Ungern-Sternberg, in dessen viergeteiltem Schild die Wappenembleme (u. a. zwei Dreiergruppen franz\u00f6sischer Lilien) der urspr\u00fcnglichen von Ungern und im zentralen Beischildchen ein auf die Sternberg bezogener goldener sechszackiger Stern \u00fcber gr\u00fcner Rundberg-Landschaft erscheinen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der im Zeitungsbericht an sp\u00e4terer Stelle aufgef\u00fchrte BARON VON UNGERN-STERNBERG aus Karlsruhe d\u00fcrfte in verwandtschaftlichem Zusammenhang mit der LINIE SCHWANENBURG\u00a0stehen, aus der WILHELM (VI.) VON UNGERN-STERNBERG (1777 \u2013 1847) 1819 das badische Indigenat erlangt hat und Badischer Kammerherr und Geheimer Rat wurde und sp\u00e4ter in Mannheim als Intendant des dortigen Hof- und Nationaltheaters lebte. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Anwesenden um des Vorgenannten Sohn AUGUST (IV.) VON UNGERN-STERNBERG (geb. 1817 in Mannheim) oder Enkel REINHOLD (XVII.) VON UNGERN-STERNBERG (geboren 1860). Auf die Nennung weiterer im 19. Jahrhundert im Kaiserreich vor allem als Erz\u00e4hler, Dichter und Maler bzw. Schriftsteller und Politiker bekannt gewordener Vertreter diese weitverzweigten baltischen Adelsfamilie wird hier verzichtet. Der aus der LINIE BIRKAS\u00a0stammende Vater des Br\u00e4utigams hatte in Berlin, Aachen und in Belgien Naturwissenschaften studiert und war Rittergutsbesitzer und aufstrebender Industrieller zugleich, n\u00e4mlich Besitzer des 1844 gekauften Dorfes Erras (estnisch: Erra) im Nordwesten Estlands und ab 1835 Direktor der Tuchfabrik Dag\u00f6-Kertel sowie Begr\u00fcnder der dort 1844 einzurichten begonnenen Arbeiterkolonie, ab 1872 gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor der AG C. u. E. Ungern. Diese so genannte Tuchfabrik, die nach einem Brand des Jahres 1870 von diesem modern wiederaufgebaut worden war, besch\u00e4ftigte in den 1880er Jahren \u00fcber 700 Arbeiter, war mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber des kleinen Ortes und eine der \u00e4ltesten und gr\u00f6\u00dften in Estland (begr\u00fcndet um 1830), bekannt f\u00fcr ihre hervorragende Qualit\u00e4t. Die geschaffenen zahlreichen in typischer Holzhausarchitektur erstellten Arbeiter-Wohnh\u00e4user der Arbeiterkolonie dr\u00fcckten Kertel fortan ihren Stempel auf.<\/p>\n<p>Nach den Eltern des Br\u00e4utigams, um nunmehr wieder dem Zeitungsbericht zu folgen, werden die folgenden weiteren Anwesenden genannt, wobei hier jetzt der schwierigen Durchschaubarkeit der Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse wegen im Fortgang neben der obigen Genealogischen \u00dcbersicht die II. Stammtafel von Wurzbach Generationen XIVc bzw. 12c bis XVIIc bzw. 15c sowie meine im Internet zu findende Arbeit \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c zu Hilfe genommen und dort zun\u00e4chst die \u201eGr\u00e4fliche Linie\u201c (siehe Kapitel \u201eS. Gr\u00e4fliche Linie\u201c) wie die \u201eW\u00fcrttembergische Nebenlinie\u201c (siehe Kapitel \u201eT. W\u00fcrttembergische Nebenlinie\u201c), sp\u00e4ter auch noch der \u201eFranz\u00f6sische Nebenzweig\u201c (siehe Kapitel \u201eR. Franz\u00f6sischer Nebenzweig\u201c), ins Auge gefasst werden sollten:<\/p>\n<p>&#8211; die verwitwete Mutter der Braut AMALIE VON WIMPFFEN, GEB. DE ROUX-DAMIANI (1837 \u2013 1925);<\/p>\n<p>&#8211; der Bruder der Braut MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN (1861 \u2013 1917);<\/p>\n<p>&#8211; GRAF VICTOR VON WIMPFFEN (1834 \u2013 1897), angeblich Feldmarschall aus Wien, doch in Wirklichkeit, was seinen milit\u00e4rischen Rang betrifft, einstiger \u00f6sterreichischer Corvettenkapit\u00e4n. Er, der j\u00fcngste der drei S\u00f6hne des k. u. k. General-Feldzeugmeisters FRANZ EMIL LORENZ VON WIMPFFEN (1797 \u2013 1870), war mit der reichen Erbin ANASTASIA FREIIN VON SINA ZU HODOS UND KIZDIA (1838 \u2013 1889) verheiratet und nach seinem Ausscheiden aus dem Milit\u00e4rdienst in den 1870er Jahren u. a. Pr\u00e4sident des Verwaltungsrates der nieder\u00f6sterreichischen S\u00fcdwestbahnen und sp\u00e4ter Hofrat und Generalinspektor der \u00f6sterreichischen Staatstelegraphen im Handelsministerium, schlie\u00dflich im Zivilstaatsdienste t\u00e4tig gewesen und im Jahr von Sophies Hochzeit 1880 ins Privatleben getreten. Neben der Verwaltung seiner vom Vater ererbten G\u00fcter Kainberg, Raitenau und Eichberg in der Steiermark sowie Battaglia in Oberitalien u. a. m. blieb er als der Dampfschifffahrt zugeneigter ehemaliger Marineoffizier immer noch lange Mitglied des Verwaltungsrates der ersten k. k. privaten Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft. Graf Victor hatte auf Sophies Hochzeit die umf\u00e4nglich gr\u00e4flich-\u00f6sterreichische Verwandtschaft zu vertreten, vor allem auch die wichtigste Person aus diesem Kreis, n\u00e4mlich die an Sophies Hochzeit gar nicht teilnehmende Tante PAULINE. Deren Fehlen d\u00fcrfte sich damit erkl\u00e4ren, dass ihr o. a. gr\u00e4flicher Gatte GUSTAV ADOLF FELIX VON WIMPFFEN (1805 &#8211; 1880) und Onkel des vorbeschriebenen GRAFEN VICTOR VON WIMPFFEN am 25. April 1880, demnach wenige Monate zuvor, in Meran verstorben war. Dazuhin hatten diese ihren einzigen Sohn FRANZ DEMETRIUS EDUARD VON WIMPFFEN (1830 &#8211; 1879) am 26. April des Vorjahres durch Tod verloren.<\/p>\n<p>Was die des Weiteren aufgef\u00fchrten beiden<\/p>\n<p>&#8211; BARONE KARL und LOUIS VON WIMPFFEN AUS PARIS betrifft, so sei zun\u00e4chst zur F\u00f6rderung des Verst\u00e4ndnisses das gerafft wiederholt, was der II. Stammtafel Generation XVc bzw. 13c entnehmbar ist: GR\u00c4FIN IRENE (MARIA VIRGINA IRENA) VON WIMPFFEN (1807 \u2013 1846), eine der T\u00f6chter des franz\u00f6sischen Forst- und Wasserbauingenieurs FRANZ KARL EUGEN (1762 \u2013 1835) und Gro\u00dfonkel der Braut SOPHIE VON WIMPFFEN\u00a0hatte JOHANN BAPTIST STEPHAN FRAN\u00c7OIS (1796 \u2013 1847) geheiratet, aus deren Ehe <u>KARL<\/u> FRAN\u00c7OIS (geb. 1835) hervorging, der bis zum franz\u00f6sischen Gesandten und Bevollm\u00e4chtigten Minister aufgestiegen ist. Diesen hatte seine Tante, d. h. die \u00e4ltere Schwester seiner Mutter, GR\u00c4FIN VIRGINIE (JOHANNA VIRGINA IRENA) VON WIMPFFEN (1801 \u2013 1886), verheiratet mit dem vielbewunderten franz\u00f6sischen Diplomaten und Pair von Frankreich deutscher Herkunft KARL FRIEDRICH GRAF REINHARD (1761 \u2013 1837), infolge des fr\u00fchen Todes seiner Eltern (siehe oben in den Jahren 1846 und 1847) mit seiner Vollj\u00e4hrigkeit im Jahre 1856 an Kindesstatt angenommen, der dann den Geschlechtsnamen und Adel der Mutter WIMPFFEN annahm und so einen FRANZ\u00d6SISCHEN NEBENZWEIG DER VON WIMPFFEN bildete. Aus dessen am 6. Mai 1857 mit seiner Base MARIE GR\u00c4FIN REINHARD geschlossenen Ehe ging 1858 die Tochter JOHANNA und 1859 der Sohn <u>LUDWIG<\/u> hervor, der franz\u00f6sischer Infanterie-Offizier wurde. Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die beiden durch Unterstreichung Herausgehobenen mit den im Zeitungsbericht als Trauerg\u00e4ste genannten beiden Baronen aus Paris, n\u00e4mlich dem Vater <u>KARL VON WIMPFFEN<\/u>, damals 45 Jahre alt, und dessen Sohn\u00a0<u>LOUIS (LUDWIG) VON\u00a0WIMPFFEN<\/u>, kurz vor Vollendung des 21. Lebensjahres stehend, identisch sind; d. h.: der Erstbezeichnete war der Adoptivsohn, der Zweitbezeichnete das j\u00fcngere dessen beiden Kinder bzw. der beiden Enkelkinder der VIRGINIE VON REINHARD, GEB. VON WIMPFFEN, die eine Kusine des verstorbenen Vaters WILHELM VON WIMPFFEN der Braut SOPHIE VON WIMPFFEN gewesen ist.<\/p>\n<p>&#8211; Bei den nunmehr aufgef\u00fchrten zahlreichen restlichen Festteilnehmern handelte es sich um nahestehende und fast ausnahmslos adlige Freunde der Wimpffen-Familie wie der Sternberg-Familie, worunter die\u00a0VON ELLRICHSHAUSEN, die VON HELMSTATT und die VON GEMMINGEN dem freiherrlichen bzw. gr\u00e4flichen Adel der kraichgauisch-neckarunterl\u00e4ndischen Nachbarschaft angeh\u00f6rten.<\/p>\n<p>\u00dcber die des Weiteren aufgef\u00fchrten in etwa ein halbes Dutzende anderen adligen Festg\u00e4ste l\u00e4sst sich heute Verl\u00e4ssliches nicht mehr sagen, au\u00dfer \u00fcber<br \/>\n\u2013 BARON BIRKHAIN ZU WEINHEIM. Zweifelsfrei liegt hier hinsichtlich dieses Adelsnamens ein Fehler des Berichtenden vor; richtigerweise m\u00fcsste der Nachname folgenderma\u00dfen lauten: BERCKHEIM. Denn zweifellos handelt es sich bei diesem Gast um den FREIHERRN SIEGMUND THEODOR FRIEDRICH VON BERCKHEIM (geb. 1851 in Mannheim, gest. 1921 in Weinheim). Dieses legt f\u00fcrs Erste die Namens\u00e4hnlichkeit, dazuhin auch der Umstand nahe, dass in der sog. Kur- und Fremdenliste von Wimpfens\u00a0\u201eBadehotel Ritter\u201c des Sommers zwei Jahre davor 1878 die Eintragung \u201eFreiherr von Berckheim, Major z. D., Weinheim\u201c auftaucht, womit niemand anders als der Sohn des h\u00f6chst namhaften\u00a0Schlossherrn in Weinheim an der Bergstra\u00dfe namens FREIHERR CHRISTIAN FRIEDRICH GUSTAV VON BERCKHEIM (geb. 1817 in Colmar\/Elsass, gest. 1889 in \u00a0Meran-Obermais) gemeint sein kann. Hier zwar nicht von Bedeutung ist der Umstand, dass der Vorgenannte als badischer Staatsminister und Gro\u00dfhofmeister am Hofe des Gro\u00dfherzogtums Baden dessen Verkehrserschlie\u00dfung in seiner Gesamtheit bis hin im S\u00fcden zum Breisgau und (\u00fcber Basel und somit Schweizerisch-Eidgen\u00f6ssisches Staatsgebiet) dem Bodenseeraum hin zustandegebracht hatte und nach der Gr\u00fcndung des Deutschen Kaiserreiches Badischer Gesandter in der Hauptstadt Berlin geworden war. Gewicht im Sinne der Verifizierung der personalen Schl\u00fcsse hat jedoch der weitere Umstand, dass der Vorgenannte im Jahr 1868 seinem Weinheimer Schloss einen m\u00e4chtigen 39 Meter hohen Schlossturm im Stile der Neugotik hatte anf\u00fcgen lassen, welcher der neugotischen Haube mit vier Eckt\u00fcrmen des Blauen Turmes in Wimpfen nachempfunden worden war. Daraus wie aus der in den Anf\u00e4ngen des anstehenden zu findenden Namens-Eintragung \u201eFreiherr von Berckheim, Weinheim, Major z. D.&#8220;\u00a0im G\u00e4steverzeichnis des \u201eRitter\u201c vom Jahr 1878 ist zu schlie\u00dfen, dass die Weinheimer FREIHERREN VON BERCKHEIM in den 1860er Jahren sowie auch in den 1870er Jahren Konnex zum hessen-darmst\u00e4dtisch exklavierten Wimpfen am Neckar, dem 1871\/72 die Zuordnung zum Kreise Heppenheim an der Bergstra\u00dfe gebracht hatte, gepflegt haben. Dass dieser sich auch auf die damals in Wimpfen angesiedelten FREIHERREN VON WIMPFFEN erstreckte, liegt auf der Hand, zumal der Vater wie auch die Mutter des SIEGMUND VON BERCKHEIM aus altem els\u00e4ssischem Adel stammten und dorthin beibend enge Verbindung pflegten. Wie sein Vater wurde dieser\u00a0Gro\u00dfherzoglich-badischer Diplomat und zun\u00e4chst u. a. badischer Ministerresident (Gesandter) in M\u00fcnchen; und als solcher war er dann von 1903 \u2013 1914 in Sachsen und in Preu\u00dfen t\u00e4tig. Nach dem Tod seines Vaters 1889 Schlossherr in Weinheim geworden, begr\u00fcndete er den\u00a0hinter dem Schlosspark sich anf\u00fcgenden ber\u00fchmten, 60 ha gro\u00dfen, sog. Exotenwald. 1900 wurde er sogar in den Grafenstand erhoben.<\/p>\n<p>Der zwischen diesen vielen adligen Namen aufgef\u00fchrte<br \/>\n&#8211; E(MIL). M\u00d6RICKE, ehemaliger Apotheker und Beigeordneter (des B\u00fcrgermeisters) aus Wimpfen am Berg, der in sp\u00e4teren Jahren, wie bereits offenbar geworden, der Familie als Interessenvertreter in deren problembehafteten Immobiliensachen zu Diensten gestanden hat, scheint als Freund des Hauses der einzige nichtadlige Gast gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Um wen genau es sich bei dem nach dem Vorgenannten aufgef\u00fchrten<\/p>\n<p>&#8211; BARON LOUIS VON WIMPFFEN handelt, lie\u00df sich trotz tiefster Eindringungsversuche in die Genealogie der Von Wimpffen nicht kl\u00e4ren. H\u00f6chstwahrscheinlich liegt hier eine versehentliche nochmalige Nennung des j\u00fcngeren der beiden franz\u00f6sischen Festteilnehmer BARON LOUIS VON WIMPFFEN AUS PARIS durch den verst\u00e4ndlicherweise angesichts der verwirrenden Vielfalt der Adelsnamen sowie der undurchschaubaren Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse letztlich \u00fcberforderten \u00f6rtlichen Berichterstatter vor.<\/p>\n<p>Dass und auf welche Weise diese in Wimpfen in Anwesenheit einer solch illustren Adelsgesellschaft geschlossene Ehe einen ungl\u00fccklichen Verlauf genommen hat und schlie\u00dflich zerbrochen ist und Sophie eine zweite Ehe mit dem BARON OSAKR VON HOYNINGEN-HUENE (geb. am 24. Juli 1860, gestorben, d. h. wahrscheinlich gefallen am 18. \u00a0M\u00e4rz in Krasnoyars\/Russland) ebenfalls baltischer Herkunft eingegangen ist, l\u00e4sst sich hier nicht schildern. Ebenso wenig kann hier das dramatische Geschehen um das Leben und den Untergang deren \u00e4ltesten aus der ersten Ehe hervorgegangenen und von Kind an \u00e4u\u00dferst schwierigen Sohnes ROBERT VON UNGERN-STERNBERG (1885 \u2013 1921) ausgebreitet werden, der nach einem unsteten Leben als russischer Milit\u00e4r, nachdem er w\u00e4hrend den der russischen Revolution folgenden K\u00e4mpfen zwischen Wei\u00df- und Rotarmisten die (\u00c4u\u00dfere) Mongolei von der chinesischen Vorherrschaft befreit und dann unter dem Namen ROMAN UNGERN VON STERNBERG dort als \u201eBlut(durst)iger wei\u00dfer Baron\u201c eine schreckliche Gewalt- und Mordherrschaft ausge\u00fcbt hat und schlie\u00dflich unter den Kugeln der ihn hinrichtenden Bolschewiki im heutigen Nowosibirsk in Westsibirien gestorben ist. Dieses alles l\u00e4sst sich in Kapitel \u201eX. Robert alias Roman\u201c meiner vorgenannten Abhandlung nachlesen.<\/p>\n<p>Wie die nachstehende<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-458\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019-1024x618.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019-1024x618.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019-150x90.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019-300x181.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga019-768x463.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 19: Todesanzeige vom 4. April 1881 \u00fcber das Ableben des K\u00f6niglich W\u00fcrttembergischen Kammerherren Dagobert von Wimpffen in der Nr. 42 der \u201eWimpfener Zeitung\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>zeigt, ist\u00a0der bei der Hochzeit seiner Wimpfener Nichte Sophie offenbar aus Gesundheitsgr\u00fcnden wie auch seine Gattin nicht anwesend gewesene Onkel DAGOBERT VON\u00a0WIMPFFEN (geb. am 29. 08. 1821 in Stuttgart) knapp anderthalb Jahre nach seinem Bruder Wilhelm in M\u00fcnchen gestorben. Als Unterzeichnende erscheinen nur die Gattin LOUISE (hier) REICHSFREIIN VON WIMPFFEN (hier sei erg\u00e4nzt: geborene LANG) und die beiden Kinder KATHARINA REICHSFREIIN VON WIMPFFEN und WILHELM REICHSFREIHERR VON WIMPFFEN sowie die von den drei Geschwistern des Verstorbenen jetzt nur noch lebende Schwester PAULINE REICHSGR\u00c4FIN VON WIMPFFEN. Da die beiden Kinder des Dagobert und der Louise (siehe deren Daten in der obigen Genealogischen Darstellung) noch minderj\u00e4hrig waren, die Tochter knapp 17, der Sohn 16 Jahre, bekamen diese vom Amtsgericht M\u00fcnchen HANS GRAF TAXIS,\u00a0K. U. K. HAUPTMANN AU\u00dfER DIENST, wohnhaft in Waizenkirchen in Ober\u00f6sterreich, als Vormund gestellt. Aus einer von Louise im Zusammenhang mit der oben dargelegten Wimpfener Erbproblematik an Dr. M\u00f6ricke geschriebenen Brief vom 23. Juli 1886 ist zu erfahren, dass Mutter und Kinder weiterhin in M\u00fcnchen lebten, die Schreiberin sich im Augenblick in Schloss Lichtenthurn bei Verwandten in der sch\u00f6nsten Gegend im Inntal aufhielt, ihre nunmehr 22-j\u00e4hrige Tochter Katharina gerade einer Kur bedurfte und ihr 21 Jahre alter Sohn Wilhelm F\u00e4hnrich im 5. Chevaulegers-Regiment zu Saargem\u00fcnd gewesen ist, doch sich gerade in der Kriegsschule zu M\u00fcnchen befand. Ihr sei, so meint sie (ihr Wegbleiben von Wimpfen zur L\u00f6sung der dortigen Verkaufsprobleme entschuldigend) diese Besitzung sehr l\u00e4stig geworden und die Reise dorthin von M\u00fcnchen aus mit Anst\u00e4nden verbunden gewesen. Mehr als dieses sowie das, was Zus\u00e4tzliches noch aus der obigen Genealogischen Zusammenstellung der Abb. G 4b \u00fcber diese alle zu erfahren ist, kann \u00fcber das Schicksal von Dagoberts Frau und Kindern nicht gesagt werden.<\/p>\n<p>Leider ist aus der \u00f6rtlichen Aktenlage nicht klar ersichtlich, zu welchem genauen Zeitpunkt die bei der Hochzeit des Jahres 1880 ihrer Tochter mit 43 Jahren noch relativ junge Witwe AMALIE VON WIMPFFEN, GEBORENE VON ROUX-DAMIANI, und ihr damals 17-j\u00e4hriger Sohn MAX(IMILIAN)\u00a0Wimpfen verlassen haben und wohin sie gezogen sind. Wie schon gezeigt, weist das Grundbuch-Supplement nicht mehr aus, als dass das von der Wimpffen-Familie bewohnte Hausanwesen sowie der gesamte Garten- und Weinberg-Niederwald-Besitz beim Roten Turm, wie schon dargestellt, durch Kauf am 22. Dezember 1886 an den ehemaligen Ritterwirt sowie Mitbesitzer der Papierfabrik und kurz darauf zum Abgeordneten des hessischen Landtags gew\u00e4hlten Wilhelm V\u00f6rg und Ehefrau, dann am 13. Juni 1888 nach dessen unvermitteltem Tod an Robert Fuldner zu Heilbronn durch Erbschaft und schlie\u00dflich dauerhaft durch Kauf an den aus Amerika zur\u00fcckgekommenen kurzzeitigen Besitzer und Betreiber des Mathildenbades von 1887 \u2013 1888\/89 sowie Schwiegersohn der Eheleute Karl Link (Besitzer der Papierfabrik) namens Ludwig Breuninger und Ehefrau geb. Link gelangt ist. Amalie von Wimpffen d\u00fcrfte mit Sohn Maximilian Wimpfen\u00a0sp\u00e4testens bereits 1882 verlassen haben. Die oben angesprochene an Dr. M\u00f6ricke in Wimpfen gegangene Bevollm\u00e4chtigung des Jahres 1886 weist aus, dass diese damals und wie auch vermutlich zuvor schon seit ihrem Weggang von Wimpfen in der Hauptstadt der Steiermark Graz gelebt und dort in der Strasoldogasse (heute: Strassoldogasse) Nr. 6 gewohnt hat, auch dass der nach dem Tod ihres Mannes wegen der Minderj\u00e4hrigkeit ihres Sohnes Maximilian amtlicherseits bestellte Mitvormund DR. KARL RECHBAUER\u00a0hie\u00df. Damit hat sie sich in den Lebensbereich ihrer sicherlich mit ihr sehr verbundenen Schw\u00e4gerin PAULINE GR\u00c4FIN WIMPFFEN begeben, die ja bereits im April 1880, ein halbes Jahr nach ihr, Witwe geworden und deren Wohnort damals das nur 25 km von Graz entfernte Seckau gewesen ist. Unweit von Graz lag dazuhin das im Besitz der Grafen von Wimpffen befindliche Schloss Kainberg. Im Blick darauf, dass von den vorgenannten weiblichen Gliedern derer Von Wimpffen Konkretes kaum zu greifen ist, seien hier wenigstens einige von diesen im Zusammenhang mit der Haushinterlassenschaft der Katharina von Wimpffen geleistete Unterschriften beigef\u00fcgt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-459\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020-853x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"792\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020-853x1024.jpg 853w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020-125x150.jpg 125w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020-250x300.jpg 250w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga020-768x922.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 20: Drei aufgefundende Urkunden-Unterschriften des Jahres 1886 von dem St\u00e4dtchen Wimpfen der zweiten H\u00e4lfte der 1870er Jahre nahegestandenen Frauen der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie derer Von Wimpffen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN wissen wir nur aus seinem (in Kapitel A2 am Ende von Abschnitt 2.g teilweise zitierten) Brief vom 18. September 1911 an die \u201eWimpfener Zeitung\u201c, dass dieser damals in Wien gelebt hat. Aus den dortigen Schlusss\u00e4tzen <em>\u201eNicht immer gl\u00fccklich, doch stets pflichttreu hat das Geschlecht derer von Wimpffen den Namen seiner Heimatstadt w\u00fcrdig gef\u00fchrt. Gegenw\u00e4rtig ist es im Aussterben begriffen\u201c, <\/em>ist zu schlie\u00dfen, dass dessen mit LUDOWIKA SKREBENSKY VON HRZISTIC geschlossene Ehe kinderlos geblieben ist.<\/p>\n<p>Vom Vorgenannten ist gl\u00fccklicherweise im Archiv der Katholischen Kirchengemeinde Bad Wimpfen ein an PFARRER KLEIN\u00a0gerichteter Brief vom 21. M\u00e4rz 1912 erhalten geblieben. Dieser stellt eine Antwort auf einen vorausgegangenen (vermutlichen Bitt-)Brief des Vorgenannten ca. des Fr\u00fchjahres 1912 dar, die sich auf eine <em>\u201eStiftung der Familie Wimpffen (freiherrlich und gr\u00e4flich) 1872 \u2013 1873\u201c<\/em> bezieht und folgenderma\u00dfen lautet (in Klammer stehend: Erl\u00e4uterungen des Verfassers):<br \/>\n<em>\u201eSchreiben betr. Familie von Wimpffen: Euer Hochw\u00fcrden, Hochgeehrter Herr Pfarrer! F\u00fcr die g\u00fcthige Benachrichtigung vom 15. d. M. spreche ich meinen ergebendsten Dank aus. Ich werde mir erlauben, Anfang n\u00e4chsten Monats zu dem frommen Zwecke den bescheidenen Beitrag von 20 M einzusenden. Au\u00dferdem werde ich an meine Mutter <\/em>(s. o.: Amalie von Wimpffen)<em>, die in Reval die Kinder <\/em>(N\u00e4heres \u00fcber diese sp\u00e4ter) <em>meiner verstorbenen Schwester <\/em>(s. o.: Sophie von Wimpffen, verheiratete und wieder geschiedene von Ungern-Sternberg, wiederverheiratete von Hoyningen-Huene; Weiteres dar\u00fcber in Kapitel X. Robert aliaS Roman) <em>betreut, und an eine Kousine Gagern geb. Wimpffen <\/em>(s. o.: Elisabeth Sophie Victorine von Wimpffen, verheiratet mit Maximilian Freiherr von Gagern, Tochter \u2013 s. o. \u2013 des Grafen Gustav Adolf Felix und Gr\u00e4fin Pauline von Wimpffen, geb. Freifrau von Wimpffen) <em>in der Sache herantreten. Folgende Familienmitglieder, die bereits avisirt sind, bitte ich Euer Hochw\u00fcrden ganz ergebenst, mit Aufforderungsschreiben zu beehren: 1. Seine Excellenz k. u. k. wirklicher Geheimer Rath, Feldzeugmeister Franz Freiherr von Wimpffen in Salzburg <\/em>(siehe diesen in der II. Stammtafel in der blauen Generationsreihe XVI a bzw. 14a: Freiherr Franz Cajetan Anton von Wimpffen, geb. \u2013 anders wie in Constantin von Wurzbachs II. Stammtafel gesagt ist \u2013 am 13. Februar 1829 in Graz, gest. am 18. Februar 1922 im hohen Alter von 93 Jahren in Salzburg; verheiratet mit Bertha, geborene Gr\u00e4fin von Kottulinsky; Weiteres in Nr. 13 der Lebensbeschreibungen von Wurzbach: Nach dieser stieg derselbe als Vorsteher der Kammer Seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Ludwig Victor, des Bruders des regierenden Kaisers Franz Joseph, \u00fcber den Rang eines Majors, dann eines Obersten, dann eines Generalmajors und schlie\u00dflich eines Feldmarschall-Lieutenants auf und bekleidete 1888 die Stelle des Obersthofmeisters dieses Erzherzogs sowie die W\u00fcrde eines Wirklichen Geheimen Rates)<em>, 2. Graf Siegfried Wimpffen in Wien I, Hoher Markt, Palais Wimpffen <\/em>(Graf Siegfried Simon Franz von Wimpffen, geb. 1865; siehe in Kapitel S. Gr\u00e4flich Linie)<em>.- Der erstere ist der 82j\u00e4hrige Chef der freiherrlichen Linie, der letztere der Chef der gr\u00e4flichen Linie und besonders eifriger Katholik.- Als Gnade erbitte ich mir, dass Hochw\u00fcrden bei Ihrer vielfachen Inanspruchnahme aber \u00fcber meine schwachen Kr\u00e4fte unbedingt verf\u00fcgen.- Mit dem Ausdruck der Ehrererbietung zeichne ich Euer Hochw\u00fcrden ganz ergebener Max Wimpffen. Wien am 21. M\u00e4rz 1912.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Welcher genauen Art und welchen Umfangs diese Stiftung sowie der Inhalt des pfarrherrlichen Briefes von ca. Fr\u00fchjahr 1912 gewesen ist und durch welche freiherrlichen wie gr\u00e4flichen katholischen Glieder der Wimpffen 1872\/73, d. h. um die Jahre des Erwerbs des Kaufs des Hauses und der Gartenst\u00fccke durch Katharina von Wimpffen und wenig vor dem Zuzug des Wilhelm von Wimpffen, diese Stiftung get\u00e4tigt worden ist, das alles erschien mir zun\u00e4chst v\u00f6llig offen bleiben zu m\u00fcssen, ebenso die Beantwortung der Frage, ob die zugezogene evangelische Familie des Wilhelm von Wimpffen an der Stiftung mitbeteiligt gewesen ist.<\/p>\n<p>Nachdem ich jedoch im Fr\u00fchjahr 2015 von Dr. Hans von Wimpffen erfahren hatte, dass auf der sog. Wohlt\u00e4tertafel auf der Empore der Katholischen Pfarrkirche Bad Wimpfen (ehemalige Dominikanerkirche) unter den 55 dort abgebildeten Stifterwappen auch der Name seines Ahnen MAXIMILIAN VON WIMPFFEN zu finden sei, regte ich einen gemeinsamen Besuch sowohl des Archivraumes als auch der Katholischen Pfarrkirche Bad Wimpfen an. Dieser fand am 18. April 2015 dankenswerterweise mit der liebensw\u00fcrdigen Unterst\u00fctzung von Herrrn Theo Seufer statt und f\u00fchrte zu den folgenden fruchttragenden Ergebnissen: Zwar blieb die intensive Suche im Archivraum nach einer eventuell vorhandenen Abschrift des o. a. vermutlichen Bittbriefes des katholischen Pfarrers Klein von ca. Fr\u00fchjahr 1912 erfolglos. Daf\u00fcr stie\u00df Dr. Wimpffen auf ein Exemplar der folgenden mir zwar bekannten, doch noch nie eingesehenen 64-seitigen Abhandlung: \u201eDr. Viktor W\u00fcrth, Regierungsrat in Darmstadt, Die Wohlt\u00e4tertafel in der Dominikanerkirche zu Wimpfen a. B., Darmstadt 1912\u201c. Die sofortige Einsicht in deren Inhaltsverzeichnis, S. 63, zeigte an, dass dort am Schluss der Namensauff\u00fchrungen der Wohlt\u00e4ter der Kirche auf S. 49 und 50 nicht weniger als sieben Angeh\u00f6rige bzw. eingeheiratete Anverwandte des Adelsgeschlechtes der Reichsfreiherren bzw. Reichsgrafen von Wimpffen aufgef\u00fchrt sind, die sich von ihren von 1738 bis 1910 reichenden Lebensdaten her zeitlich von den bis in die Mitte des 14. sowie das 15. Jahrhundert zur\u00fcckgehenden anderen Stiftern einschneidend unterscheiden und von Viktor W\u00fcrth als <em>\u201esomit au\u00dferhalb des Rahmens, den sich diese Arbeit gesteckt hat\u201c<\/em>, bezeichnet sind. W\u00e4hrend die letztgenannte bis ins Mittelalter zur\u00fcckgehende Gruppe von Stifterwappen urspr\u00fcnglich gro\u00dfe Bereiche der S\u00fcdwand der Gotik bedeckt hatte und im Zuge der Barockisierung 1718 auf die Emporenbr\u00fcstung vorbildgetreu (wie es die im Zentrum derselben angebrachte lateinische Inschrift berichtet) \u00fcbertragen worden war, waren die Wappen samt Namen und Titel dieser <em>\u201eum das Gotteshaus verdienten M\u00e4nner und Frauen\u201c<\/em> in direktem Zusammenhang mit ihren wohl teilweise 1872\/73 wie auch schon in den Jahrzehnten zuvor erfolgten Stiftungen auf die Empore im Anschluss an die seit 1718 vorhandenen sehr viel \u00e4lteren solchen aufgebracht worden. Und zwar handelt es sich laut W\u00fcrth (siehe dort auf S. 60) um die folgenden Stifter (die in Klammern gesetzten Textteile stellen Erl\u00e4uterungen des Verfassers dar):<\/p>\n<ol>\n<li>ALPHONS, REICHSGRAF V. WIMPFFEN\u00a0(1828 \u2013 1866): Gefallen im Preu\u00dfisch-\u00f6sterreichischen Krieg; Gatte von 2 (siehe diesen in Kap. \u201eS. Gr\u00e4fliche Linie\u201c meiner Arbeit \u201eDie Freiherrren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c sowie unten in Abb. G 21 zu findenden II. Stammtafel von Wurzbach in der ersten der drei in Rot gehaltenen Generationsleisten XVIc bzw. 14 an der 2. Stelle );<\/li>\n<li>CAROLINE, REICHSGR\u00c4FIN V. LAMBERG\u00a0(1830 \u2013 1883): Gemahlin von 1 (siehe Kap. \u201eS. Gr\u00e4fliche Linie\u201c sowie in der II. Stammtafel bei Nr. 1);<\/li>\n<li>FELDMARSCHALL FREIHERR MAX(IMILIAN) V. WIMPFFEN\u00a0(1770 \u2013 1854); der wohl Ber\u00fchmteste der Von Wimpffen; Tr\u00e4ger des Goldenen Vlieses; Urururgro\u00dfonkel des Dr. Hans H. von Wimpffen; ruhend in der Krypta auf dem \u201eHeldenberg\u201c; ehelos (siehe vor allem in Kap. \u201eA. Grundlegendes\u201c und \u201eY. Georgs Zweig\u201c sowie unten in der II. Stammtafel in der in Orange gehaltenen Generationsleiste XIVd bzw. 12d an zweiter Stelle);<\/li>\n<li>THEODOR FREIHERR V. BRUSSELLE\u00a0(1741 \u2013 1830): Gatte von 5 (siehe unten in der \u00a0II. Stammtafel in der durchg\u00e4ngigen Generationsleiste XIII bzw. 11an drittletzter Stelle );<\/li>\n<li>CHARLOTTE FREYIN V. WIMPFFEN\u00a0(1738 \u2013 1806): Gemahlin von 4; Schwester des Gr\u00fcnders des Franzens-Zweiges namens Fran\u00e7ois Louis de bzw. Franz Ludwig von Wimpffen; siehe diese in der II. Stammtafel bei Nr. 4);<\/li>\n<li>FRIEDRICH FREIHERR V. GAGERN\u00a0(1842 \u2013 1910): Gatte von 7 (siehe in Kap. \u201eS. Gr\u00e4fliche Linie\u201c sowie unten in der II. Stammtafel in der in Rot gehaltenen ersten der drei Generationsleisten XVIc bzw.14c an letzter Stelle);<\/li>\n<li>MARIA REICHSGR\u00c4FIN V. WIMPFFEN\u00a0(geb. 1842): Gemahlin von 6; Schwester von 1 (siehe in Kap. \u201eS. Gr\u00e4fliche Linie\u201c sowie II. Stammtafel bei Nr. 6).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Abschlie\u00dfend weist der Autor darauf hin, dass die drei letzten auf der Emporenbr\u00fcstung aufgemalten Wappenschilde leer geblieben sind.<\/p>\n<p>In der nachstehenden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom aligncenter wp-image-244 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-1024x611.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-1024x611.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-150x90.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-300x179.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-768x458.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 21: Die korrigierte und erweiterte II. Stammtafel des Constantin von Wurzbach<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>l\u00e4sst sich die Position der vorgenannten sieben der Von Wimpffen-Familie entstammenden oder mit ihr verwandtschaftlich verbundenen Spender ausmachen.<\/p>\n<p>Vor Ort in die Kirche gegangen, fanden sich die vorbeschriebenen Wappen mit den jeweiligen schwarz-wei\u00dfen Namens- und Titelb\u00e4ndern dar\u00fcber in der rechtsseitigern Endzone der Emporenbr\u00fcstung ganz genau so wie im Text beschrieben, dazuhin am unteren Ende die aufgef\u00fchrte &#8211; wei\u00df herausstechende &#8211; Dreiergruppe leer gebliebener Wappenschilde mit Namens- und Titelb\u00e4ndern. Siehe hierzu<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-460\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021-1024x562.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021-1024x562.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021-150x82.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021-300x165.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ga021-768x421.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 22: Die vier Angeh\u00f6rigen und drei Anverwandten der Reichsgrafen bzw. Reichsfreiherren von Wimpffen geltenden Wappenschilde mit Namens- und Titelb\u00e4ndern sowie die drei leer gebliebenen solchen, welche die rechte Endzone der auf der Empore der Katholischen Stadt- und ehemaligen Dominikanerkirche Bad Wimpfen angebrachten sog. Wohlt\u00e4tertafel einnehmen (Fotografie vom 18. April 2015)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was die vier Von Wimpffen-Abk\u00f6mmlinge Nr. 1, 3, 5 und 7 betrifft, so findet sich in deren Wappenschild \u00fcbereinstimmend der mit vor rotem Grund mit einem goldenen Kreuz mit hier merkw\u00fcrdigerweise doppeltem Querstab in den Vorderbeinen nach (heraldisch gesehen) rechts auf vierbergigem braunem Grund schreitende wei\u00dfe Widder oder H\u00f6rnermann. Aus der Existenz dieser Stifterwappen in Verbindung mit dem o. a. Antwortbrief des Max(imilian) von Wimpffen an Pfarrer Klein des Jahres 1912 ist mit Sicherheit zu schlie\u00dfen, dass der Letztgenannte damals, sicherlich angeregt durch die im Zuge einer infolge des \u201eKlosterbrandes\u201c von 1907 dringend notwendig gewordene und in den Jahren 1911 und 1912 durchgef\u00fchrte Innenerneuerung der Kirche mit dem Wiederauftauchen der \u00fcbert\u00fcnchten originalen Stifterwappen und der Erstellung der diesbez\u00fcglichen Abhandlung von Viktor W\u00fcrth, sich veranlasst gesehen hat, Angeh\u00f6rige und Anverwandte der vor etlichen Jahrzehnten als Stifter aufgetretenen und auf der Wohlt\u00e4tertafel verewigten Adelsfamilie derer Von Wimpffen brieflich als solche zu gewinnen. Da jedoch die f\u00fcr sp\u00e4tere Stifter vorgesehenen drei Schilde leer geblieben sind, muss angenommen werden, dass PFARRER KLEIN entweder auf taube Ohren stie\u00df oder vielleicht auch auf den Brief des Max von Wimpffen hin nichts Weiteres mehr unternommen hat, zumal er wachsend gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen unterlag und diesen 1917 denn auch erlegen ist.<\/p>\n<p>Der Umstand, dass der Briefschreiber MAX VON WIMPFFEN\u00a0seine bescheidene Geldzuweisung erst zum Anfang n\u00e4chsten Monats einzusenden gedenkt, spricht nicht daf\u00fcr, dass dieser mit einem betr\u00e4chtlichen Einkommen &#8211; ganz im Gegensatz zu seinen von ihm genannten steinreichen gr\u00e4flichen \u00f6sterreichischen Verwandten &#8211; gesegnet gewesen ist. \u00dcber den Genannten wissen wir, dass er promoviert und ganz im Geiste seiner Urahnen die nachfolgend genannten erziehlich-weltanschaulichen Schriften ver\u00f6ffentlicht hat:<\/p>\n<p>&#8211; Max von Wimpffen: Kritische Worte \u00fcber den Buddhismus, 64 Seiten, bei C. Konegen, Wien 1891;<\/p>\n<p>&#8211; Max von Wimpffen: Kampf ums Dasein und Association &#8230; de Max von Wimpffen (in franz\u00f6sischer und deutscher Sprache), 112 Seiten, bei C. Konegen, Wien, 1892<\/p>\n<p>&#8211; Max von Wimpffen: Zweikampf und Wille, 35 Seiten, bei Luckhardt, Berlin, 1902;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Max von Wimpffen: \u00dcber Fragen des Buddhismus, Wien 1913.<\/p>\n<p>Laut Dr. Hans H. von Wimpffen war dieser Berufssoldat im \u00f6sterreich-ungarischen Heer und erreichte wie sein Vater den Rang eines Rittmeisters. Als solcher hat er noch am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Er ist am 14. Mai 1917 im Alter von nicht ganz 54 Jahren gestorben und er sei auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt worden, und zwar neben dem zwei Jahre zuvor am 10. Mai 1915 in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof in Wien bestatteten Rittmeister PHILIPP VON WIMPFFEN aus dem Georgs-Zweig, der infolge seiner Verwundung in Polen im Zug bei der Heimbef\u00f6rderung nach Wien gestorben ist (N\u00e4heres \u00fcber diesen siehe in Kapitel meiner Arbeit \u00fcber die Von Wimpffen \u201eY. Georgs Zweig).<\/p>\n<p>Was das Grabmal dessen in Wimpfen-Hohenstadt 1879 so pl\u00f6tzlich verstorbenen Vaters WILHELM VON WIMPFFEN angeht, so war dieses laut der folgenden Einleitung des vorstehend angef\u00fchrten Aufsatzes des Hohenstadter Lehrers LUDWIG WILL\u00a0im Jahr des Erscheinens desselben 1911 noch vorhanden; denn dort hei\u00dft es:<br \/>\n<em>\u201eAuf dem alten Friedhofe zu Wimpfen steht ein Grabdenkmal eines Reichsfreiherren Wilhelm von Wimpffen, der als k\u00f6niglich w\u00fcrttembergischer Kammerherr am 15. November 1879 starb.\u201d<\/em><br \/>\nOffenbar hat dieses die erste Welle der Beseitigung von Grabdenkmalen \u00fcberstanden, die im Zuge eines Gemeinderatsbeschlusses des Jahres 1927 erfolgt ist, den Alten Friedhof zu einen Kurpark umzugestalten. Denn OTTO MAISENH\u00c4LDER (geb. 1926) erinnert sich zweifelsfrei, dass ihm dieses in seiner Kindheit von seinem Gro\u00dfvater FRIEDRICH FEYERABEND III. (1871 \u2013 1959) gezeigt worden ist und ihn dessen (ob seiner herausragenden Gr\u00f6\u00dfe und Repr\u00e4sentativit\u00e4t gegebene) Auff\u00e4lligkeit sowie die Inschrift ob deren Hinweises auf das den Namen der Stadt Wimpfen tragende Adelsgeschlecht der Von Wimpffen sehr beeindruckt und sich, sofern er sich richtig erinnere, von der Stadt, d. h. von au\u00dfen her gesehen, linkerhand des rundbogigen Eingangstores vor der s\u00fcdw\u00e4rtigen Einfriedungsmauer des Alten Friedhofes befunden habe. Die ihm erinnerliche Lage des Grabmals links vom Eingang des (heute sog. Alten) Friedhofes scheint zweifellos mit der in der Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde erscheinenden Angabe <em>\u201egleich links am Eingang des Kirchhofes\u201d\u00a0<\/em>zusammenzugehen, wenngleich nicht klar ist, ob der berichtende Pfarrer nicht doch die Position des Grabdenkmals von innen her gesehen hat. \u00a0DR. HANS H. VON WIMPFFEN erfuhr von der Existenz dieses Grabdenkmals durch den Wimpfener Photographen ENGELBERT GORIUP\u00a0(1904 \u2013 1997), laut dem sich dieses allerdings unmittelbar rechterhand des Eingangstores (von au\u00dfen her gesehen) befunden haben soll. Gegen diesen Standort schien mir jedoch au\u00dfer der Angabe der Evangelischen Kirchenchronik des Jahres 1879 sowie derjenigen von Otto Maisenh\u00e4lder der Umstand zu sprechen, dass dort auf dem ganz schmalen Streifen Erdreiches Richtung \u201eOchsenloch\u201c f\u00fcr ein einigerma\u00dfen stattliches Grabdenkmal kaum Platz vorhanden gewesen sein d\u00fcrfte. Die Versuche, von sehr alten einstigen Anwohnern der auf den s\u00fcdw\u00e4rtigen Haupteingang des Alten Friedhofes treffenden Feuerseestra\u00dfe WALTER KNELL (Jahrgang 1923)\u00a0und EUGENIE BERGMANN, VERH. PITSCH (Jahrgang 1921) \u00fcber deren Tochter FRAU\u00a0G\u00d6HRING etwas dar\u00fcber zu erfahren, blieben leider erfolglos. Ebenso brachte die Durchsicht des aus dem Jahr 1923 stammenden Aufsatzes von STADTPFARRER OTTO SCRIBA in dessen Sammelschrift \u201eWimpfen a. Neckar. Bilder aus Geschichte und Kunst \u201eDer alte Friedhof zu Wimpfen am Berg (1923)\u201c, Seite 25 \u2013 37, keine Kl\u00e4rung. Denn dort sind mit wenigen Ausnahmen nur \u00e4ltere Grabdenkm\u00e4ler oder -steine beschrieben und ist ein nur l\u00fcckenhaftes Bild gegeben. Und der von diesem Verfasser geschaffene Katalog aller damals dort vorhandenen Grabsteine und Grabdenkm\u00e4ler (siehe diesen erw\u00e4hnt auf Seite 32 dessen oben erw\u00e4hnten Aufsatzes und auch von FRITZ VICTOR ARENS in seiner Sammelschrift des Jahres 1958 \u201eDie Inschriften der Stadt Wimpfen am Neckar\u201c auf Seite 4 angesprochen) ist leider nicht mehr zu greifen.\u00a0Immerhin erscheint mir heute (Sommer 2019) eine Spur \u00fcber ein zwischen den Seiten 32 und 33 des Aufsatzes von Otto Scriba eingebrachte Bildblatt gelegt. Denn dort findet sich auf der Vorderseite, die vier auf Wimpfens Alten Friedhof bezogene Fotos zeigt, an dritter Stelle die folgende Aufnahme:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom aligncenter wp-image-1266 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53-673x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"1004\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53-673x1024.jpg 673w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53-99x150.jpg 99w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53-197x300.jpg 197w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Scan-53.jpg 753w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 23:\u00a0Blick in den alten Friedhof, Fotografie aus den beginnenden 1920er Jahren, entnommen dem Aufsatz von Stadtpfarrer Otto Scriba des Titels \u201eDer alte Friedhof zu Wimpfen\u201c des Jahres 1923.\u00a0 \u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenngleich den Zeitrahmen dieses auf die Epoche des Deutschen Kaiserreiches von 1870\/71 bis 1918 gerichteten Teiles 3 sprengend, dr\u00e4ngt es mich, darauf hinzuweisen, dass die nach dem Tod des vorgenanmnten WILHELM VON WIMFFEN in den beginnenden 1880er Jahren von Wimpfen weggezogene Gattin AMALIE (AMELIE) VON WIMPFFEN GEB. DE ROUX-DAMIANI sehr alt geworden und erst 1925 mit 88 Jahren in Graz gestorben ist. Demgegen\u00fcber ist die \u00e4ltere ihrer beiden T\u00f6chter SOPHIE, geschiedene VON UNGERN-STERNBERG und wiederverheiratete VON HOYNINGEN-HUENE, bereits 1907 im Alter von nur 47 Jahren in Reval verstorben. Also hat die Mutter sowohl den Tod ihrer Tochter Sophie als auch zehn Jahre sp\u00e4ter den Tod ihres Sohnes Maximilian erleben m\u00fcssen. Aus dem vorerw\u00e4hnten Brief des Letztgenannten des Jahres 1912 geht hervor, dass sie damals mit ihren 75 Jahren, wie es hei\u00dft, in Reval noch die Kinder ihrer verstorbenen Tochter Sophie betreut hat, womit aber nicht die zu dieser Zeit bereits 27 und 25 Jahre alten S\u00f6hne aus der ersten Ehe ROBERT und NIKLOLAUS VON UNGERN-STERNBERG, sondern deren drei alle in Reval geborenen j\u00fcngeren Kinder aus der zweiten Ehe mit OSKAR VON HOYNINGEN-HUENE (gest. 1918) namens HELENE WILHELMINE (geb. am 8. M\u00e4rz 1895), ISABELLA MAGARETHA (geb. am 27. August 1897) und MAX HERMANN VON HOYNINGEN-HUENE (geb. am 8. September 1899) gemeint sind. Der Letztgenannte Enkel, d. h. das j\u00fcngste der drei Kinder aus der zweiten Ehe, war beim Tod der Mutter erst 8 Jahre und dessen Schwestern waren damals nicht mehr als 10 und 12 Jahre alt! Somit oblag ihr im bereits fortgeschrittenen Alter noch die Pflicht der Mitversorgung der allzu fr\u00fch mutterlos gewordenen drei Enkel aus der zweiten Ehe. Und sp\u00e4ter im Jahr 1921 mit nunmehr 84 Jahren traf sie noch der Gram \u00fcber das schreckliche Treiben ihres \u00e4ltesten aus erster Ehe stammenden Enkels ROBERT alias ROMAN in der fernen Mongolei und schlie\u00dflich sein j\u00e4hes Ende per Exekution mittels Erschie\u00dfen im westsibirischen Russland. Da dessen damals erlangter Postiv- wie Negativruhm zeitlich au\u00dferhalb des von 1870 bis 1918 reichenden Untersuchung liegt, soll es dabei bleiben, hier nur auf den Umstand zu verweisen, dass dessen gesamtes so tragisch-unselig endendes Leben sich in Kapitel \u201eX. Robert alias Roman\u201c meiner ebenfalls im Internet zu findenden und mit vielerlei Bild- und Urkundengut versehenen Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c nachlesen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Es soll nunmehr, r\u00fcckblickend auf den vorstehend dargestellten Inhaltskomplex \u201eWimpfen und die Von Wimpffen\u201c, noch einmal die Frage gestellt werden, welche genaueren Motive das \u00e4lteste der vier Kinder des k\u00f6niglich-w\u00fcrttembergischen Generalmajors und Generaladjudanten K\u00f6nig Wilhelms I. von W\u00fcrttemberg FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN (1784 \u2013 1845), n\u00e4mlich die Ehrenstiftsdame des Sankt-Anna-Stifts M\u00fcnchen KATHARINE VON WIMPFEN\u00a0(1818 \u2013 1875), wohl veranlassten, im Jahr 1870\/71\/73, demnach im Alter von 52 bis 55 Jahren, die oben gezeigte Reihe von am auslaufenden Eulenberg beim Roten Turm gelegenen Garten- und Hainbuchen-Niederwald-Grundst\u00fccken mit dem Plan zu erwerben, dort, wie die Zeitung berichtet, <em>\u201egr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ulichkeiten herzustellen und ein bedeutendes arrondiertes Gut zu gr\u00fcnden\u201c<\/em>, au\u00dferdem das von der Familie ihres Bruders Wilhelm bezogene Lehrer-Usinger\u2019sche Haus- und Gartenanwesen n\u00e4chst des Rathauses am Beginn des Burgviertels zu kaufen. Da konkrete Hinweise auf die dahinter steckenden Motive nicht vorliegen, kann man dar\u00fcber auch jetzt nicht mehr als nur spekulieren. Sicher erscheint zun\u00e4chst nur, dass der Name \u201eVon Wimpfen\u201c durch die in etwa ab der 2. H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts begonnene und verst\u00e4rkt in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts fortgesetzte Ausbreitung insbesondere der zahlreichen Abk\u00f6mmlinge des Franzens-Zweiges \u00fcber viele L\u00e4nder Europas, dazu noch durch die Verleihung der Grafen-W\u00fcrde an einen der Nachkommen der Folgegeneration zu einem bekannten Adelsnamenbegriff wurde, der im Herbst 1870 durch die Trag\u00f6die um den \u201eSedangeneral\u201c Emmanuel F\u00e8lix de Wimpffen in Europa und der \u00fcbrigen Welt zusammen mit dem seines ber\u00fchmten milit\u00e4risch-politischen Gegenspielers Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke in vieler Munde kam. Dazuhin hatte in etwa zum Beginn des letzten Viertels des 18. Jahrhunderts die wissenschaftliche Ahnenforschung sich beflei\u00dfigt, das im \u00dcbergangsraum von Schwaben zu Franken liegende St\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar als namengebenden Ausgangsort des Wimpffen-Geschlechts festzustellen, was im Einzelnen Gegenstand der Betrachtung im Endkapitel \u201eZ. R\u00fcck- und Weiterschau\u201c meiner vorgenannten Arbeit \u00fcber das Geschlecht der Von Wimpffen ist. Alles dies d\u00fcrfte dazu beigetragen haben, dass das hessische Exklaven- und ehemalige Freie Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar in ganz besonderem Ma\u00dfe von den Angeh\u00f6rigen der von ihrem Lebensraum W\u00fcrttemberg und Neckarland diesem ganz nahen W\u00fcrttembergischen Von Wimpffen-Nebenlinie registriert worden ist und somit deren ganz besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend dr\u00e4ngt es mich noch, nicht darauf zu verzichten, den freilich mehr als unbedeutenden Akt der in dem kaum mehr als einem halben Jahrzehnt ihres Lebens in Wimpfen geschehenen Ber\u00fchrung der Familie Von Wimpffen mit meinen Wimpfener Vorfahren zu schildern:<br \/>\nIm Jahre 1984 befragte ich im Zuge der Sammlung historischen Materials \u00fcber die Geschichte Wimpfens im 19.\/20. Jahrhundert u. a. auch meinen damals in Heilbronn-B\u00f6ckingen lebenden und im 89. Lebensjahr stehenden Gro\u00dfvetter LUDWIG NEUWIRTH (1895 \u2013 1996); denn dieser hatte aus den Erz\u00e4hlungen seiner in Wimpfen am 20. November 1874 geborenen und 4. Februar 1951 in Heilbronn gestorbenen Mutter EMILIE NEUWIRTH GEB. EHEBALDT, die j\u00fcngere der beiden T\u00f6chter des Metzgers LUDWIG EHEBALDT und PAULINE EHEBALDT GEB. EBERLE, sowie im Zuge der bei den Wimpfener Gro\u00dfeltern immer wieder verbrachten Schulferien die famili\u00e4ren Gegebenheiten Wimpfens der 1870er bis 1890er und dar\u00fcber hinaus des ersten und der weiteren Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hautnah erfahren. Damals aus dem Studium aller vorhandenen Jahrg\u00e4nge der \u201eWimpfener Zeitung\u201c kaum mehr wissend, als dass ein BARON WILHELM VON WIMPFFEN mit Familie in der zweiten H\u00e4lfte der 1870er Jahre in Wimpfen gelebt und 1879 dort gestorben und begraben worden ist, erfuhr ich dar\u00fcber vom besagten Gro\u00dfvetter folgendes spontan Berichtete und von mir folgenderma\u00dfen Protokollierte (Textteile in in Klammer stellen meinerseitige Anmerkungen dar):<br \/>\n<em>\u201eIn der fr\u00fchen Jugend meiner Mutter lebte in Wimpfen im Hause <\/em>Schaar (gemeint ist das ehemalige Stadthaus derer VON GEMMINGEN, gelegen ganz oben am Ende der Schwibbogengasse nahe beim Roten Turm).<em> Mit seiner Tochter durfte meine Mutter <\/em>(d. h. meine GRO\u00dfTANTE\u00a0EMILIE)<em> oft ausfahren. Von da kam ihr gro\u00dfer Stolz her. Die Tochter heiratete einen Russen, der sie oft mit der Reitpeitsche traktierte. Generalfeldmarschalll von Moltke war ein Vetter des Barons und war \u00f6fter in Wimpfen bei ihm zu Gast.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#8211; Was ich damals in der G\u00e4nze der niedergeschriebenen Aussage trotz des Umstandes, dass mein Gro\u00dfvetter nicht mehr als nur ihm Erz\u00e4hltes und nicht selbst Erlebtes berichten konnte, als durchaus glaubhaft ansah, muss ich heute, d. h. 33 Jahre sp\u00e4ter, von meinen Forschungsergebnissen her wie folgt korrigieren sowie erg\u00e4nzend kommentieren:<br \/>\nIn puncto Wohnsitz hat ihm seine Phantasie in der Weise einen Streich gespielt, dass er dem BARON (WILHELM) VON WIMPFFEN das wohl repr\u00e4sentativste und ihm als ehemaliger Adelssitz derer Von Gemmingen bekannte Wohngeb\u00e4ude Wimpfens zuwies, wobei ihm vom wirklichen Wohnplatz, dem Hause Breuninger, in den Erz\u00e4hlungen der Mutter und\/oder Gro\u00dfeltern entweder nie berichtet worden ist oder er diesen Fakt vergessen oder unbewusst ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>&#8211; Was die erw\u00e4hnte Von-Wimpffen-Tochter betrifft, so besteht kein Zweifel, dass es sich um SOPHIE VON WIMPFFEN handelt, die beim Zuzug der Familie im Sommer 1875 gerade 14 Jahre alt war, w\u00e4hrend meine Gro\u00dftante EMILIE EHEBALDT damals beim Zuzug der Von-Wimpffen-Familie nicht mehr als rund ein halbes Jahr z\u00e4hlte. Da Sophie von Wimpffen nach ihrer Heirat mit BARON THEODOR LEONHARD RUDOLPH VON UNGERN-STERNBERG ausgangs September 1880 im Alter von 19 Jahren Wimpfen verlassen hat, muss das berichtete \u00f6ftere Mitfahrend\u00fcrfen (per Kutsche nat\u00fcrlich) meiner zur Zeit der Hochzeit noch nicht ganz 6 Jahre alten Gro\u00dftante in deren Kleinkindalter stattgefunden haben. Es steht zu vermuten, dass der Vater meiner Gro\u00dftante (mein Urgro\u00dfvater) METZGER LUDWIG EHEBALDT der Wurst- und Fleischlieferant derer Von Wimpffen gewesen und diese somit immer mal wieder sozusagen liebesdienstlich von der 13 Jahre \u00e4lteren Sophie von Wimpffen in der Kutsche \u201emitgenommen\u201c worden ist. Das am mittleren Marktrain im zweitn\u00e4chsten Geb\u00e4ude oberhalb des Brunneng\u00e4sschens gelegene Metzgergesch\u00e4ft Ehebaldt Nr. 121 (ab 1851) bzw. 130 (ab 1895), heute Nr. 8, war ja nicht allzuweit vom neckarw\u00e4rtig neben dem Rathaus befndichen Domizil derer Von Wimpffen entfernt.<\/p>\n<p>&#8211; Dass der vorgenannte mit Sophie von Wimpffen ehelich verbundene estnische Adelige von Ludwig Neuwirth als \u201eRusse\u201c bezeichnet wird, trifft sich mit der Wahrheit insofern, als Estland damals unter russischer Oberhoheit stand und die Sitten und Gebr\u00e4uche des dortigen Adels, so auch diejenigen bez\u00fcglich des gewohnten bracchialen Umgangs mit den Untertanen oder anderswie Abh\u00e4ngigen, mit denen des russischen Adels konform gingen. Ob die Feststellung zutrifft, dieser habe Sophie oft mit der Reitpeitsche traktiert, sei dahingestellt. Dass solches, wenn geschehen, sich nicht in Wimpfen abgespielt haben kann, liegt in Anbetracht des Umstandes, dass die beiden sich dort gemeinsam wohl nur zu ihrer Hochzeit aufgehalten haben, auf der Hand. Selbstredend ist der Umstand der ungl\u00fccklich verlaufenen Ehe sowie der psychischen Abirrung des Gatten von der Erwartungsnorm und der erfolgten Scheidung der beiden auch nach Wimpfen gedrungen. Und wenn man in meiner Internet-Darstellung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c die Anf\u00e4nge von Kapitel X des Titels \u201eRobert alias Roman\u201c nachliest und erf\u00e4hrt, was z. B. in den ausgehenden 1890er Jahren an dessen Ruf Belastendem in die \u00d6ffentlichkeit gedrungen ist, so wird klar, dass all dieses Negative nicht an Wimpfen und meinen dortigen Vorfahren spurlos vorbeigegangen sein kann. M\u00f6glicherweise stellt das dem ersten Gatten Sophies angelastete Schlagen seiner Gattin mit der Reitpeitsche nichts anderes als eine vom kollektiven Bewusstsein im Gang der Zeit weitergegebene Negativklassifikation fiktiven Charakters dar, welche die psychotischen Episoden des Th. L. R. von Ungern-Sternberg in Erinnerung gehalten hat.<\/p>\n<p>&#8211; Und was die beiden letztgetroffenen Feststellungen des Ludwig Neuwirth betrifft, dass der Schlachtenlenker Helmuth von Moltke\u00a0ein Vetter des Barons von Wimpffen (statt genauer ein Vetter der Mutter desselben) gewesen und \u00f6fter in Wimpfen zu Gast gewesen sei, so findet sich die erstgetroffene solche im obigen Bericht des \u201eWimpfener Boten\u201c \u00fcber den Moltke-Besuch vom 25. Februar 1876 in dieser Weise (<em>\u201eam Bahnhof von seinem Vetter Herrn Baron von Wimpffen empfangen\u201c<\/em>) verwendet und somit offenbar unausl\u00f6schlich in Wimpfens \u00f6ffentliches Bewusstsein gebracht. Da lag es auch nahe, Moltke in sp\u00e4teren Jahrzehnten nicht nur als einmaligen, sondern als \u00f6fteren Gast Wimpfens zu sehen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anmerkung<\/span>: In diesem Kapitel wird auf die Angabe der prim\u00e4ren wie sekund\u00e4ren Quellen ganz verzichtet. Das geht darauf zur\u00fcck, dass diesem das Kapitel \u201eW. Wilhelm von Wimpffen\u201c meiner vorausgegangenen Untersuchung\u00a0\u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c zugrunde liegt, wo die wichtigsten solchen entweder im laufenden Text oder in den Endnoten verzeichnet sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DER PLAN DER M\u00dcNCHENER EHRENSTIFTSDAME KATHARINE VON WIMPFFEN DER BEGINNENDEN 1870ER JAHRE, IN WIMPFEN GR\u00d6\u00dfERE BAULICHKEITEN ZU ERSTELLEN UND EIN ARRONDIERTES GUT ZU GR\u00dcNDEN, ZERSCHL\u00c4GT SICH ZWAR DURCH DEREN FR\u00dcHEN TOD; DOCH W\u00c4HLT WILHELM VON WIMPFFEN, DER \u00c4LTERE IHRER BEIDEN BR\u00dcDER, WIMPFEN AM BERG ZU SEINEM ALTERSSITZ UND ZIEHT MIT SEINER FAMILIE 1875 DORTHIN, SO &hellip; <a href=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/startseite\/g-zuzug-des-wilhelm-von-wimpffen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">G. 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