{"id":857,"date":"2019-05-30T11:32:46","date_gmt":"2019-05-30T09:32:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/?page_id=857"},"modified":"2020-01-28T12:06:22","modified_gmt":"2020-01-28T11:06:22","slug":"a1-krieg-1870-71-die-von-wimpffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/startseite\/a1-krieg-1870-71-die-von-wimpffen\/","title":{"rendered":"A1. Krieg 1870\/71 &#8211; die Von Wimpffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>IM SIEGREICHEN DEUTSCH-FRANZ\u00d6SISCHEN KRIEG VON 1870\/71, IN DEM AUS DER GRO\u00dfEN SCHAR DER INS FELD GERUFENEN S\u00d6HNE WIMPFENS SECHS IHR LEBEN GEBEN M\u00dcSSEN UND IN DER F\u00dcR FRANKREICH VERLOREN GEHENDEN UMFASSUNGSSCHLACHT BEI SEDAN MIT DEM UNGL\u00dcCKLICH AGIERENDEN \u201eSEDANGENERAL\u201c EMMANUEL F\u00c9LIX DE WIMPFFEN EIN ANGEH\u00d6RIGER DES DAMALS \u00dcBER VIELE STAATEN EUROPAS VERBREITETEN ADELSGESCHLECHTES DER VON WIMPFFEN IN DAS BEWUSSTSEIN DER MENSCHEN UND GANZ BESONDERS DES NAMENSGLEICHEN HESSISCHEN KLEINST\u00c4DTCHENS WIMPFEN TRITT, ENTW\u00c4CHST DIE VEREINIGUNG DER L\u00c4NDER DEUTSCHLANDS DURCH DIE GR\u00dcNDUNG DES DEUTSCHEN KAISERREICHES UNTER F\u00dcHRUNG PREU\u00dfENS; UND IN DEREN GEFOLGE FINDEN DIE ERSTEN REICHSTAGSWAHLEN STATT UND KOMMT ES ZU EINER INITIATIVE ZUR BESEITIGUNG DES ALS URSACHE F\u00dcR DIE STAGNATION WIMPFENS ANGESEHENEN EXKLAVENVERH\u00c4LTNISSES DURCH DIE EINGLIEDERUNG IN DEN NACHBARSTAAT W\u00dcRTTEMBERG BEI ZUERKENNUNG DES CHARAKTERS EINER BEZIRKSSTADT, DIE JEDOCH IN DEN ANF\u00c4NGEN STECKEN BLEIBT.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li><strong>Anders als im \u00d6sterreich-Preu\u00dfischen Krieg von 1866 finden im siegreichen Krieg der L\u00e4nder des Norddeutschen Bundes und der Staaten S\u00fcddeutschlands gegen den \u201eErbfeind jenseits des Rheins\u201c Frankreich drei der als hessische Soldaten unter der F\u00fchrung des Prinzen Ludwig von Hessen in den Kampf gezogenen S\u00f6hne Wimpfens in der verlustreichen Schlacht bei Gravelotte den Tod und sterben drei solche an den Folgen der erlittenen Strapazen.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nunmehr gilt es, an Ludwig Frohnh\u00e4users seherisch anmutender Eintragung in der Pfarrchronik der Evangelischen Kirchengemeinde Wimpfen des Jahres 1866 anzukn\u00fcpfen (siehe diese Ende des Bandes 2 auf Seite 633 sowie in der letzten der dortigen Abbildungen Nr. I 2, Seite 635 unten) und damit zu zeigen, dass dieser den vier Jahre danach ausgebrochenen Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg von 1870\/71 vorausgeahnt hat. Und wie dort bereits oben auf Seite 530 berichtet, hat dieser das Vorwort seiner in der Zeit dieses Krieges erschienenen \u201eGeschichte der Reichsstadt Wimpfen\u201c mit der f\u00fcr die Menschen dieser Zeit erinnerungstr\u00e4chtigen Eintragung \u201eAm Tage der Kapitulation Stra\u00dfburgs. 1870\u201c versehen. Damit ist der 27. September 1870 gemeint. \u00dcber den Beginn und den Ausgang dieses f\u00fcr die Deutschen siegreichen Krieges erfahren wir aus der Chronikeintragung dessen Nachfolgers Stadtpfarrer und Dekan Wilhelm Scriba<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> Folgendes:<\/p>\n<p><em>\u201eAuf dieses Jahr kann, wie unser ganzes deutsches Volk, so auch insbesondere die Gemeinde Wimpfen nur mit dem innigsten Dank gegen Gott zur\u00fcckblicken. Was der Herr Gro\u00dfes gethan hat dem deutschen Volk in dem Kriege gegen den Erbfeind jenseits des Rheins ist hier nicht zu verzeichnen, denn das geh\u00f6rt der Weltgeschichte an. Aber eine gro\u00dfe Bangigkeit herrschte in Wimpfen, nachdem der Krieg erkl\u00e4rt war, denn Niemand zweifelte, da\u00df S\u00fcddeutschland und also auch unsere Gegend, den ersten Anprall der Franzosen auszuhalten h\u00e4tten und die Schrecken des Krieges erfahren w\u00fcrden. Als dann am 30 und 31 Juli gro\u00dfe Truppendurchz\u00fcge mit der Eisenbahn, t\u00e4glich 12 gro\u00dfe Bahnz\u00fcge, statthatten, als die ersten Siegesnachrichten \u00fcber die Schlachten bei W\u00f6rth, Spichern etc. eintrafen, da wurden die schweren Herzen wieder leichter und der Geist dem\u00fcthiger Bu\u00dfe, der an dem Kriegsbettag am 27 Juli in feierlichem und besuchten Gottesdienst sich kundgethan hatte, durfte sich nun zu aufrichtigem Dank gegen den barmherzigen Gott heben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dass der Chronikschreiber Frankreich als <em>\u201eden Erbfeind jenseits des Rheins\u201c<\/em> bezeichnet und von der bangen Erwartung der Menschen berichtet, jetzt nach fast sechs Jahrzehnten der Verschonung wieder von den Schrecken des Krieges unmittelbar getroffen zu werden, geht zum einen auf die Rolle Frankreichs als Feind und Tod und Zerst\u00f6rung bringender Aggressor in den Zeiten von K\u00f6nig Ludwig XIV. und von Napoleon I. zur\u00fcck. Zum anderen wurde Frankreich durch die am 19. Juli 1870 von seiner Seite gegen\u00fcber Preu\u00dfen erfolgte Kriegserkl\u00e4rung als Verursacher des Krieges angesehen, wenngleich der Kanzler des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck durch seine Unterst\u00fctzung der Kandidatur der Hohenzollern-Sigmaringer (katholischen) Linie auf den K\u00f6nigsthron Spaniens sowie durch die von ihm verk\u00fcrzte und dadurch versch\u00e4rfte sowie in Extrabl\u00e4ttern verbreitete sog. Emser Depesche die Kriegserkl\u00e4rung durch Frankreich bewusst provoziert und somit die kriegerische Auseinandersetzung mit dem als Bedrohung empfundenen Nachbarland als Mittel der angestrebten Vereinigung der L\u00e4nder Deutschlands unter preu\u00dfischer F\u00fchrung bei Ausschluss \u00d6sterreichs ins Kalk\u00fcl genommen hatte. Und dass im in den ersten Augusttagen beginnenden Krieg anstatt des allgemein bef\u00fcrchteten Einfalls der franz\u00f6sischen Truppen in s\u00fcdwestdeutsches Gebiet erste Siegesmeldungen der von den in drei Armeen aufgegliederten und von der Pfalz aus \u00fcber die Grenze Richtung Metz und Stra\u00dfburg vordringenden deutschen Truppen gewonnenen Grenzschlachten (4. August: <u>Wei\u00dfenburg<\/u> im Nordelsass; 6. August: <u>W\u00f6rth am Rhein<\/u> im Unterelsass sowie <u>Spichern<\/u> in Nordlothringen) eintrafen, ist im Zusammenwirken folgender beg\u00fcnstigender Umst\u00e4nde zu suchen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die seit 1866\/67 in geheimen Schutz- und Trutzb\u00fcndnissen mit dem Norddeutschen Bund stehenden s\u00fcddeutschen Staaten (Gro\u00dfherzogtum Baden, K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg, K\u00f6nigreich Bayern) traten auf die Seite des Norddeutschen Bundes, wozu auch die nicht in diesen vor allem wegen dem von Kaiser Napoleon III. an der Mainlinie Halt gebotenen Vereinigung der L\u00e4nder Deutschlands einbezogenen hessen-darmst\u00e4dtischen Provinzen Rheinhessen und Starkenburg (mit u. a. Wimpfen) geh\u00f6rten. Somit wurden diese Provinzen laut Verordnung des Gro\u00dfherzogs Ludwig III. sowie der Regierung vom 22. Juli 1870 ebenfalls als im Kriegszustand befindlich erkl\u00e4rt. Daraufhin beschloss der Gemeinderat der Stadt Wimpfen auf der Grundlage des unmittelbar danach eingegangenen Mobilmachungsbefehls und der Bekanntgabe des Gesetzes \u00fcber einzubringende Kriegsleistungen durch das Kreisamt am 27. Juli, im Falle von Einquartierungen der Gemeinde obliegende Naturallieferungen an Brot und Fleisch vorl\u00e4ufig selbst zu beschaffen, anstatt diese von der Milit\u00e4rverwaltung gegen Bezahlung zu beziehen.<\/li>\n<li>Die mit Erfolg angezielte Mobilmachung in k\u00fcrzester Frist wurde, wie das laut Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde am 30. und 31. Juli jeweilig durchfahrende Dutzend Bahnz\u00fcge sp\u00fcren l\u00e4sst, insbesondere durch die seit langem vorbereitete Bef\u00f6rderung der Truppen mit der Eisenbahn bewerkstelligt. Nur so ist es auch zu verstehen, dass im August 1870 im nordwestlich der Stadt unweit des Nordrandes vom \u201eAllezberg\u201c gelegenen ehemaligen alten Salinehaus ein Lazarett eingerichtet wurde, in dem 8 leichverwundete fremde Soldaten bis zum Sp\u00e4therbst bis zu ihrer vollen Gesundung verpflegt wurden. Aus dem Bezirk Wimpfen mussten im gesamten 66 Mann Felddienst leisten, darunter gro\u00dfteils eigens dazu \u201eeingezogene\u201c sog. Reserve- und Landwehrm\u00e4nner, von denen z. B. die Frauen von LUDWIG KAUTTER, WILHELM STAUDINGER, FRIEDRICH WEYHING und KARL M\u00dcNCH vom Tage des Ausmarsches an bis zur R\u00fcckkehr ihrer M\u00e4nner eine w\u00f6chentliche Unterst\u00fctzung von je 2 fl 30 kr von der Gemeinde zugewiesen bekamen. Das durch den Klingelbeutel erhobene Kirchenopfer ab August wurde f\u00fcr die im Kriege Verwundeten und die Angeh\u00f6rigen derselben bestimmt, wie \u00fcberhaupt nach Angabe des Chronisten der Evangelischen Kirchengemeinde noch andere Leistungen zur Linderung der Kriegsnot sehr reichlich ausgefallen sind. Hinzu kamen noch 10 Mann, die sich \u201ein Garnison\u201c, d. h. in Ausbildung (Milit\u00e4rdienst) befanden, welche die Mehrzahl der M\u00e4nner nach dem Erreichen des 20. Lebensjahres abzuleisten hatte.<\/li>\n<li>Keiner der deutschen Staaten besa\u00df ein sog. Stehendes Heer (Berufsheer), sondern es bestand dort f\u00fcr diese \u00fcberall die sog. allgemeine Wehrpflicht. Somit besa\u00df die Mehrzahl der zum Kriegsdienst Herangezogenen eine milit\u00e4rische Ausbildung. Dieses System machte es m\u00f6glich, in k\u00fcrzester Zeit das f\u00fcr einen gro\u00dfen Krieg ben\u00f6tigte Massenheer aufzustellen. Ganz im Gegensatz hierzu setzte Frankreich auf ein Stehendes Heer (Kaderheer), das nach der Wehrreform vom Herbst 1866 die Zahl von 400.000 gut ausgebildeten und z. T. durch Einsatz in den afrikanischen Kolonien auch kriegserfahrenen Berufssoldaten umfasste. Zwar sollte eine ebenso starke Reserve und Nationalgarde hinzutreten. Doch blieb die ausgebildete Reservetruppe klein, so dass dieses System f\u00fcr die rasche Bildung eines Massenheeres nicht geeignet war. Die allgemeine Wehrpflicht verlieh im Verein mit dem Vorhandensein eines Kernes von Berufsoldaten, welche die F\u00fchrungsr\u00e4nge einnahmen und, was die Offiziersstellen angeht, sich aus dem Adel rekrutierten, den Heeren der deutschen Staaten eine gewisse \u00dcberlegenheit.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/li>\n<li>Das unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie sowie Chefs des Generalstabes HELMUTH VON MOLTKE (* am 26. Oktober 1800 in Parchim\/Mecklenburg &#8211; \u2020 am 24. April 1891 in Berlin) stehende deutsche Heer war weit besser gef\u00fchrt als das franz\u00f6sische Heer. Moltke hatte wesentlichen Anteil an den preu\u00dfischen Siegen in den wenige Jahre zuvor vorausgegangenen Deutsch-D\u00e4nischen Krieg von 1864 und im Preu\u00dfisch-\u00d6sterreichischen Krieg von 1866 gehabt, die heute zusammen mit dem nunmehr dritten Krieg Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg von 1870\/1 die Leitbezeichnung \u201eDie drei Einigungskriege\u201c f\u00fchren. Moltke galt als genialer Stratege, der z. B. schon fr\u00fch die entscheidende Bedeutung des modernen Massentransportmittels der Eisenbahn sowie des Nachrichtenmittels des elektrischen Telegrafen f\u00fcr die Bef\u00f6rderung und die Lenkung der gro\u00dfen Heere erkannt hat. Sein ber\u00fchmtes Motto lautete: \u201eErst w\u00e4gen, dann wagen.\u201c W\u00e4hrend der verlangsamt-z\u00f6gerliche Aufmarsch der franz\u00f6sischen Hauptarmeen lediglich im Bereich des von der Ersten deutschen Armee verteidigten Saarlandes mit der vor\u00fcbergehenden Eroberung von Saarbr\u00fccken am 02. August erfolgreiche Angriffe brachte, war es Moltkes von Erfolg gekr\u00f6ntes Ziel, raschestens den Angriff weiter s\u00fcdlich im Bereich der Zweiten und Dritten Armee \u00fcber Metz\/Lothringen und Stra\u00dfburg\/Elsass in Richtung Paris zu f\u00fchren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dass hier mit<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-213\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001-771x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"877\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001-771x1024.jpg 771w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001-113x150.jpg 113w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001-226x300.jpg 226w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa001-768x1019.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 1: Helmuth von Moltke in der Uniform des Generals der Infanterie<\/strong><a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>sogar ein Konterfei dieses viel ger\u00fchmten und viel bewunderten Feldherrn pr\u00e4sentiert ist, wird erst an sp\u00e4terer Stelle verst\u00e4ndlich werden.<\/p>\n<p>Die hessischen Truppen bildeten die 25. Division. Diese stand unter der F\u00fchrung von GENERALLEUTNANT PRINZ LUDWIG (des sp\u00e4teren GRO\u00dfHERZOGS LUDWIG IV. ab 1877) VON HESSEN und bildete zusammen mit der dem Generalleutnant von Wrangel unterstellten 18. Division das unter dem Kommando von GENERAL VON MANSTEIN stehende IX. Armeekorps, an dessen K\u00e4mpfen das hessen-darmst\u00e4dtische Kontingent <em>\u201er\u00fchmlichen Anteil\u201c<\/em> nahm.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr diese und damit auch f\u00fcr die meisten Kriegsteilnehmer aus Wimpfen stellte die ganz besonders verlustreiche <u>Schlacht bei Gravelotte und Saint Privat de la Montagne<\/u> vom 18. August 1870 die wohl schwerste Pr\u00fcfung des Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieges dar. Die namengebende franz\u00f6sische Ortschaft, um welche die Hauptmasse der franz\u00f6sischen Armee lagerte, findet sich im D\u00e9partement Moselle in der Region Lothringen, rund 15 km westlich der Stadt Metz. Dort griffen unter dem Oberbefehl von K\u00d6NIG WILHELM VON PREU\u00dfEN um die 170.000 Deutsche mit 732 Gesch\u00fctzen rund 90.000 unter dem Befehl von MARSCHALL FRAN\u00c7OIS ACHILLE BAZAINE stehende Soldaten der franz\u00f6sischen Rheinarmee mit 520 Gesch\u00fctzen an. Die schlimmen Gesamtverluste an Verwundeten und Toten dieser m\u00f6rderischen Schlacht sollen auf deutscher Seite rund 900 Offziere und rund 19.000 Mann, davon 310 bzw. 3.905 Mann an Gefallenen, auf franz\u00f6sischer Seite an Toten und Verwundeten rund 11.500 Mann gekostet haben.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a> In Anspielung auf den schweren gegenseitigen Beschuss, wo das franz\u00f6sische Chassepotgewehr mit seiner \u00fcberlegenen Reichweite und die gef\u00fcrchtete franz\u00f6sische Schnellfeuer-Wunderwaffe, die Mitrailleuse (\u201eKugelspritze\u201c), gegen das preu\u00dfische Z\u00fcndnadelgewehr sowie beidseitig unz\u00e4hlige Gesch\u00fctze der Artillerieeinheiten aller Kaliber gegeneinander Verderben spieen, lie\u00dfen in Frankreich nach diesem grausigen Schlachtengeschehen die folgenden beiden Redewendungen entstehen, die vor allem verwendet wurden, wenn es besonders heftig regnete: \u201e\u00c7a tombe comme \u00e0 Gravelotte\u201c bzw. \u201e\u00c7a pleut comme \u00e0 Gravelotte\u201c (\u201eDas kommt runter &#8230;\u201c bzw. \u201eEs regnet wie bei Gravelotte\u201c).<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Nach z\u00e4hen K\u00e4mpfen, in denen die Deutschen bei nach vorgefasstem Plane herbeigef\u00fchrter verkehrter Front sich in Richtung Ost \u00fcber meist aufsteigendes Plateau-Gel\u00e4nde gegen den gro\u00dfteils auf den H\u00f6hen, in Fermen (alleinstehenden Bauerngeh\u00f6ften) und Ortschaften verschanzten Feind vork\u00e4mpfen mussten, gelang es diesen, die Franzosen zur\u00fcckzuwerfen. Dadurch wurde diesen alle Wege nach Westen versperrt und konnte die Belagerung der Festungsstadt Metz begonnen werden, die f\u00fcnf bis sechs Wochen sp\u00e4ter am 20. August begann und \u00fcber stark f\u00fcnf Wochen hinweg bis zum 27. Oktober ging und mit einer vernichtenden Niederlage der dort eingeschlossenen franz\u00f6sischen Truppenteile endete.<\/p>\n<p>Was den Einsatz der Gro\u00dfherzoglich-Hessischen 25. Division in der Schlacht von Gravelotte und Saint Privat de la Montagne betrifft, so findet sich dieser in Band 1 des gro\u00dfartigen dreib\u00e4ndigen Werkes des deutschen Schriftstellers THEODOR FONTANE, \u201eDer Krieg gegen Frankreich 1870 \u2013 1871\u201c ausf\u00fchrlich beschrieben:<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a> Hiernach hatten am 18. August von den drei Brigaden derselben zwei heftige und verlustreiche Gefechte im und n\u00f6rdlich vom <u>Bois de la Cusse<\/u> zu bestreiten, der infolge seiner Lage zwischen dem rd. 10 km s\u00fcds\u00fcdwestw\u00e4rts entfernten <u>Gravelotte<\/u> und dem rd. 5 km nordnordostw\u00e4rtig gelegenen <u>St. Privat de la Montagne<\/u> und damit an der linken Flanke der Mittelzone des Schlachtgel\u00e4ndes lag. Es handelte sich um die 49. Brigade des Majors von Wittich (bestehend aus dem 1. Hessischen Leib-Garde-Regiment unter Oberstleutnant Coulmann, dem 2. Hessischen Infanterie-Regiment unter Oberst Kraus und dem 1. J\u00e4ger-Garde-Bataillon unter Major Lautenberger) sowie um die 50. Brigade unter Oberst von Lyncker (bestehend aus dem 3. Hessischen Leib-Regiment unter Oberstleutnant Stamm, dem 4. Hessischen Infanterie-Regiment unter Oberst Zwenger und dem 2. J\u00e4ger-Leib-Bataillon unter Major Winter), dazu noch um 2 Abteilungen Hessischer Feldartillerie und dem halben Feldartillerie-Regiment Nr. 9 (5 Batterien). Das Ziel des Einsatzes war die Einnahme des von General L\u2019Admirault verteidigten und nahe der S\u00fcdostspitze des Bois de la Cusse gelegenen Ortes <u>Amanvillers<\/u> im Verein mit der 35. Infanteriebrigade (36. Magdeburgisches F\u00fcsilier- und 84. Schleswigsches Infanterie-Regiment) und einem Teil der 36. Infanterie-Brigade (85. Holsteinisches Infanterie-Regiment sowie 9. Lauenburgisches J\u00e4ger-Bataillon) unter dem bereits o. a. Generalleutnant von Wrangel.<\/p>\n<p>In der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-214\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002-811x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"833\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002-811x1024.jpg 811w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002-119x150.jpg 119w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002-238x300.jpg 238w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa002-768x969.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 2: Kartenskizze zum Haupt-Einsatzgebiet der hessischen 49. und 50. Division in der Schlacht bei Gravelotte und St. Privat de la Montagne am 18. August 1870 mit dem im Zentrum des Kampfgebiets gelegenen Bois de la Cusse und dem diesem nahen Amanvillers (Kolorierung und erg\u00e4nzende Beschriftung durch den Verfasser)<\/strong><a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>l\u00e4sst sich, was die Landstriche und Orte angeht, die nachstehend gegebene Schilderung des schrecklichen Schlachtengeschehens nachverfolgen. Aus einem Bericht der \u201eBad Wimpfener Zeitung\u201c<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a>\u00a0von ausgangs April 1938 zum Tod des letzten damals sog. <em>\u201eAltveteranen\u201c<\/em> des Krieges von 1870\/71 F\u00d6RSTER I. R. ADOLF GRO\u00dfLAUB im Alter von 92 Jahren kann entnommen werden, dass dieser nach seinem Milit\u00e4rdienst der Jahre 1867 bis 1868 an den dortigen Gefechten als Angeh\u00f6riger der 3. Kompanie des o. a. 2. Hessischen J\u00e4ger-Leib-Bataillons als Teil der 25. (Gro\u00dfherzoglich Hessischen) Division teilgenommen hat.<\/p>\n<p>Die Verb\u00e4nde der 25. Division hatten gegen 9 Uhr fr\u00fch linkerhand der oben beschriebenen Truppenteile der 18. Division die Caulre Ferme (anderswo: Cautre Ferme &#8211; siehe im Plan ganz unten links) erreicht und um 10 \u00bd Uhr r\u00fcckten die letztgenannten Verb\u00e4nde, gefolgt von den erstgenannten, Richtung Verneville. Dabei umging die 25. Division fast den ganzen S\u00fcdrand des Bois Doseuillons, schwenkte dann kurz vor Verneville nach links und passierte schlie\u00dflich jene auf Anoux la Grange hinf\u00fchrende waldtorartig sich zwischen den beiden Waldungen \u00f6ffnende Lichtung. W\u00e4hrend von dort aus 5 Batterien der Divisions-Artillerie avancierten und zwischen Habonville und dem Bois de la Cusse Aufstellung nahmen, schwenkten die beiden Brigaden jetzt nach rechts Richtung Armanvillers aus. W\u00e4hrend die 49. Brigade in den kaum 500 Schritt breiten Raum zwischen dem W\u00e4ldchen und dem nordw\u00e4rtig sich hinziehenden tiefen Einschnitt der Eisenbahn Metz-Verdun vorr\u00fcckte, schob sich die 50. Brigade als linke Flankendeckung der bereits im Feuer stehenden Korps-Artillerie in den Bois de la Cusse selbst.<\/p>\n<p>Beide Brigaden, die eine im, die andere am Wald, hatten hei\u00dfe Gefechte zu f\u00fchren. Dies ist dargestellt im Uniform- und Schlachtenbild<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-215\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003-1024x601.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003-1024x601.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003-150x88.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003-300x176.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa003-768x451.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 3: Richard Kn\u00f6tel (1867 \u2013 1914): Die Hessen am Bois de la Cusse (Schlacht bei Saint Privat am 18. 8. 1870)<\/strong><a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Sch\u00f6pfer dieser Darstellung, der Schlachten- und Uniformmaler, Lithograf und Schriftsetzer RICHARD KN\u00d6TEL (* am 12. 01. 1867 in Glogau, \u2020 am 26. 04. 1914 in Berlin) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Historienmaler. Vom Rand des Bois de la Cusse aus feuert eine Abteilung hessischer Truppen hinaus \u00fcber offenes Gel\u00e4nde vom Plateau Amanvillers auf den franz\u00f6sischen Feind. Ein Baumkrepierer und darunter ein fallender hessischer Soldat sowie ein getroffen am Boden liegendes Pferd deuten den schweren Beschuss und die Verluste an.<\/p>\n<p>In Anbetracht der st\u00fcndlich sich mehrenden Gefahr f\u00fcr die zur Bek\u00e4mpfung des aus sicherer Deckung feuernden Gegners unentbehrbaren Artillerie-Verb\u00e4nde wurden zur Verst\u00e4rkung der 50. Brigade von der 49. Brigade das 1. J\u00e4ger-Bataillon sowie das Bataillon des 2. Infanterie-Regiments rechts in den Wald gezogen. Wir k\u00f6nnen annehmen, dass sich unter den Beteiligten am Waldgefecht auch der o. g. Wimpfener ADOLF GRO\u00dfLAUB befunden hat. Welche Wimpfener und in welchen Einheiten solche ebenfalls im oder beim Bois de la Cusse im Kampf standen, wissen wir nicht. Die der 49. Brigade verbliebenen 3 Bataillone wurden zwischen 3 und 4 Uhr von ihrem Kommandeur MAJOR VON WITTICH pers\u00f6nlich hin zu dem langen beidseits von einem Drahtzaun eingefassten Eisenbahnabschnitt gef\u00fchrt, der am Ostende des Bois de la Cusse in einen bis Amanvillers sich erstreckenden Damm von 15 Fu\u00df H\u00f6he \u00fcberging und genau wie der Einschnitt unter starkem feindlichem Feuer stand. Die M\u00e4nner dieser Brigade hatten bereits zwei Tage zuvor am 16. August in der vorausgegangenden m\u00f6rderischen Schlacht bei <u>Vionville und Mars la Tour<\/u>, wo sie sich ein gutes St\u00fcck ostw\u00e4rtig von den genannten Orten im Bois des Ognons neben Rezonville, rund 15 km s\u00fcdw\u00e4rtig der jetzigen Position, festgesetzt hatten, bitteren Tribut in Gestalt des Verlustes von einem Offizier und 120 Mann an Toten und Verwundeten zahlen m\u00fcssen.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> Als gegen 4 Uhr die ebenfalls auf Amanvillers angesetzte Garde-Artillerie des auf der linken Flanke des Schlachtengel\u00e4ndes eingesetzten Garde-Korps vom XII. K\u00f6niglich S\u00e4chsischen Armeekorps den Angriff einleitete, befahl der Kommandeur, den Eisenbahneinschnitt zu verlassen und hinter einem jenseits derselben gelegenen kleinen Geh\u00f6lz Stellung zu beziehen. Von den ihm zur Verf\u00fcgung stehenden 12 Kompanien hatten dies trotz der Tiefe des Einschnitts und der Steilheit der B\u00f6schung sowie des oben pl\u00f6tzlich einkommenden Mitrailleusenfeuers sukzessive in zugweisem Laufschritt die H\u00e4lfte geschafft, als dem Positionswechsel Halt geboten wurde. Jenseits wurde unter Leitung von OBERST KRAUS zum Schutze der hessischen Batterien das Gefecht mit den nordwestlich von Amanvillers postierten feindlichen Sch\u00fctzen aufgenommen. Erst als gegen abends 6 Uhr man drei der vier Infanterie-Brigaden des oben genannten S\u00e4chsischen Garde-Korps auf <u>St. Privat la Montagne<\/u> vorgehen sah, wurde MAJOR VON WITTICH erlaubt, die restlichen 6 Kompanien hin\u00fcber zu den anderen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nunmehr drei Bataillone stark und von der Divisions-Artillerie trefflich unterst\u00fctzt, setzte der Kommandierende in dem Moment zum Sturme an, als, herkommend vom oben beschriebenen Waldtor, die zur Unterst\u00fctzung des IX. Armeekorps herangezogene 3. S\u00e4chsische Garde-Brigade KNAPPE VON KNAPPST\u00c4DT herbeikam, welche die Queue des o. g. S\u00e4chischen Garde-Korps bildete. Gemeinsam schritt man nun um 6 \u00bd Uhr zum Angriff:<\/p>\n<p>&#8211; am linken Fl\u00fcgel die 3 hessischen Bataillone (MAJOR VON WITTICH),<br \/>\n&#8211; im Zentrum das Garde-Sch\u00fctzen-Bataillon (MAJOR VON FABECK),<br \/>\n&#8211; am rechten Fl\u00fcgel: das Regiment Kaiser Alexander (OBERST VON ZEUNER).<\/p>\n<p>Noch zur\u00fcck blieb von der 3. Garde-Brigade das erst am Schluss herangekommene Regiment K\u00f6nigin Elisabeth unter OBERST VON ZALUKOWSKI.<\/p>\n<p>Alle in erster Linie k\u00e4mpfenden und F\u00fchlung untereinander zu halten versuchenden Truppenteile hatten so enorme Verluste, dass der mit Elan (von den Offizieren &#8211; ebenso todesmutig wie antiquiert &#8211; zu Pferd!) vorgetragene Angriff aufgegeben werden musste. Dabei d\u00fcrfte wohl die h\u00f6here bis zu 1200 m gehende Reichweite der franz\u00f6sischen nach ihrem Erfinder genannten sog. Chassepot-Gewehre gegen\u00fcber den deutschen sog. Z\u00fcndnadelgewehren mit ungef\u00e4hr nur halb so gro\u00dfer Reichweite eine wesentliche Rolle gespielt haben.\u00a0Am h\u00e4rtesten getroffen wurde das in der Mitte vorandringende s\u00e4chsische Garde-Sch\u00fctzen-Bataillon. Es verlor die H\u00e4lfte der Mannschaften; alle Offiziere samt dem Kommandeur kamen zu Tode oder wurden verwundet. Ein nachgeschobener Sturmversuch des Regiments Elisabeth, der unter Hurrarufen \u00fcber die zusammengebrochene Linie der ersten Angreifer hinaus vordringen konnte, brach ebenfalls zusammen. So musste ein F\u00e4hnrich die Reste aus dem Gefecht ziehen und auch die weniger dezimierten hessischen Bataillone wurden von ihrem Kommandeur zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ausschnitte des Berichts eines Offiziers des am schlimmsten mitgenommenen s\u00e4chsischen Garde-Sch\u00fctzen-Bataillons mag den Jammer verdeutlichen:<\/p>\n<p><em>\u201eVergebens sahen wir Offiziere uns um, woher das heftige Feuer auf uns eigentlich komme; kein Franzose war zu sehen. Noch gingen alle Kugeln zu kurz. Der Feind mu\u00dfte die flach ansteigende H\u00f6he vor uns besetzt haben, also mindestens 1.800 Schritt entfernt sein. Dort also war unser Ziel. Im Laufschritt vor in Tirailleurlinien, so lange der Athem h\u00e4lt. Der Kugelregen wurde furchtbar; die Leute begannen schon bedeutend zu st\u00fcrzen; noch sahen wir den Feind nicht. Der Athem ist fort. Halt! Noch 1.000 Schritt. Keinen Schu\u00df verschwendet. Vorw\u00e4rts bis ins Kartoffelfeld dort! Halt! Jetzt ein paar Schu\u00df! Dann weiter! &#8211; Aber schon Viele, Viele waren gefallen. &#8230;.. Weiter, weiter, die Entfernung ist noch zu gro\u00df f\u00fcr unsere B\u00fcchse. Heran bis auf 500 Schritt. &#8230;.. Pl\u00f6tzlich erschien Adjudant Wussow, dessen Pferd erschossen war, mit einer Hand voll Leute bei uns. (Wahrscheinlich war Major von Fabeck schon tot.) Da wird Hagen durch den Kopf geschossen, drei bis vier Leute neben mir ebenfalls. &#8230;.. Hinter uns auf 700 bis 800 Schritt Entfernung nichts als Todte und Verwundete. &#8230;.. Die Linien n\u00e4hern sich schnell. Da wird Massow durch den linken Arm geschossen, auch die Sch\u00fctzenlinie wird immer d\u00fcnner. Vorw\u00e4rts, n\u00e4her heran! Jetzt stehen wir noch 300 Schritt vor den rothen M\u00fctzen, aber nur 30 bis 40 Mann hatte ich bis hierher vorbringen k\u00f6nnen. &#8230;.. Die Leute waren brillant, v\u00f6llig ruhig und todesmuthig. Jetzt hatten wir auch einen sicheren Schu\u00df; wir konnten\u2019s heimzahlen. Ich selbst scho\u00df mit. Die Franzosen l\u00f6sten ihre Tirailleure viermal ab, was sie leicht konnten, da sie hinter und auf der H\u00f6he standen. Sie lagen in Sch\u00fctzengr\u00e4ben, deren sie vier hintereinander angelegt hatten. Das Feuer war kolossal. Da entsteht der Ruf an der Sch\u00fctzenlinie: \u201aDie Patronen sind alle!\u2019 &#8230;.. Es begann, dunkel zu werden. Da ert\u00f6nte das Signal: Hahn in Ruh. \u201aNun geht\u2019s zur Attake!\u2019 Ich springe auf: wir m\u00fcssen alle mit! Aber, o Schrecken, meinem Rufe antworten nur drei Stimmen: Alles ist todt oder verwundet. Das schlug mir so aufs Herz, da\u00df ich das Attakiren verga\u00df und auf meinem Posten blieb. &#8230;.. <\/em>.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Obgleich dieser h\u00f6chst verlustreiche Sturm abgeschlagen wurde, r\u00e4umte zu sp\u00e4terer Stunde zwischen 8 und 9 Uhr zum Gl\u00fcck der kommandierende GENERAL L\u2019 ADMIRAULT seine um und in Armanvillers eingenommene Position. Der Grund war, dass gegen 7 \u00be Uhr St. Privat de la Montagne unter den Angriffen des XII. S\u00e4chsischen Armeekorps gefallen und damit die Entscheidung herbeigef\u00fchrt war. Somit war seine rechte Flanke preisgegeben und er glaubte, seine Position dadurch nicht mehr halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Stabsarzt schreibt \u00fcber sein dortiges Erleben und Tun u. a. wie folgt:<\/p>\n<p><em>\u201eDas Regiment beklagt allein 500 Verwundete. Ich arbeitete in dem brennenden St. Privat bis nachts um ein Uhr, ganz allein, ohne Geh\u00fclfen, die alle zerstreut lagen. Zwei Franzosen engagirte ich zur Aush\u00fclfe, und ich mu\u00df sie sehr loben; denn sie zeigten sich \u00e4u\u00dferst willig und geschickt. Den Jammer zu schildern &#8230;.. bin ich nicht im Stande. Die Franzosen zeigten gr\u00e4\u00dfliche Verwundungen, die zum gro\u00dfen Theil durch Granatsplitter erzeugt waren. Bei vier verwundeten Franzosen schnitt ich Kugeln heraus, &#8230;.. au\u00dferdem mehrere Grantsplitter. Einer davon war ein ungef\u00e4hr 1 Quadratzoll gro\u00dfes zerrissenes Eisenst\u00fcck. Denken Sie sich die Wunde dazu, die solche St\u00fccke nothwendig machen m\u00fcssen, &#8211; die Feder str\u00e4ubt sich Derartiges zu schildern.- Ich verband mit den beiden Gefangenen bis ein Uhr Nachts und machte mir dann unter den Todten ein Lager aus mehreren Bund Weizen. &#8230;.. unmuthig erhob ich mich bereits um drei Uhr Morgens vom Lager, die Tagesarbeit wieder beginnend. Viele der Schwerblessirten waren in der Nacht gestorben, ohne H\u00fclfe, von Schmerz und Durst gequ\u00e4lt. Zweimal \u00fcbermannte mich das Entsetzen \u00fcber den gr\u00e4\u00dflichen Zustand der Schwerverwundeten, die, vom Schmerz gefoltert, oft w\u00fcthend sich erhoben und darauf todt niederst\u00fcrzten. Erst gegen Mittag (am 19.) kam mancherlei H\u00fclfe und besserte sich die Lage.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die hier zu schildern versuchte Grauenhaftgkeit der Verwundungen und des Leids der Betroffenen bei Freund wie Feind sowie auch die ihnen zu geben m\u00f6gliche v\u00f6llige Unzul\u00e4nglichkeit der Hilfe ist bildlich in der nachfolgend gezeigten Darstellung\u00a0ungekl\u00e4rter Herkunft und Hand dokumentiert:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-216\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004-1024x738.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004-1024x738.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004-150x108.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004-300x216.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa004-768x554.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 4: Nach der Schlacht bei Gravelotte \u2013 die Barmherzigen Schwestern kamen aufs Schlachtfeld, um den Verwundeten beizustehen; Farbdruck mit Bilderkl\u00e4rung in Englisch und Deutsch<\/strong>.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die englische Version der Bilderkl\u00e4rung lautet: \u201eAfter the Battle of Gravelotte. Sisters of Mercy arriving on the battle field to succour the wounded\u201c (Nach der Schlacht von Gravelotte. Auf dem Schlachtfeld, um den Verwundeten beizustehen, eingetroffene Barmherzige Schwestern). Die dramatische Szene spielt in der Tat, wie links oben der aus der aufragenden Masse der Gewehrl\u00e4ufe dringende dichte Pulverdampf und die brennenden H\u00e4user dar\u00fcber zeigen, in n\u00e4chster N\u00e4he des Schlachtfeldes. Wie die roten Kreuze auf wei\u00dfem Grund auf der von einem Geb\u00e4ude herabh\u00e4ngenden Fahne sowie der Armbinden ausweisen, leistet die im Zentrum des Bildes auf einem Wagen herangefahrene Gruppe Barmherziger Schwestern ihre Hilfs- und Pflegedienste im Namen und unter dem Schutz des Internationalen Roten Kreuzes. Dessen Wirken zur Linderung des im Vordergrund in realistischer Drastik dargestellten uns\u00e4glichen Leides der Verwundeten macht zwischen Freund und Feind, wie an den am Rot ihrer Hosen und\/oder ihrer K\u00e4ppis erkennbaren franz\u00f6sischen Verwundeten zu sehen ist, keinen Unterschied.<\/p>\n<p>Dieses ergreifende Bild stellt eine Art Fliegendes Mahn- und Werbeblatt dar, das an die Menschen appelliert, dem Beispiel der im Krimkrieg (1853\/54 \u2013 56) von der britischen Krankenschwester FLORENCE NIGTHINGALE (1820 \u2013 1920) geleisteten Pflegehilfe f\u00fcr Verwundete und Kranke sowie des 1863 durch den Schweizer Philanthropen HENRY DUNANT unter dem Eindruck des in der Schlacht bei Solferino (1859) erlebten schrecklichen Elends ins Leben gerufenen Internationalen Roten Kreuzes zu folgen bzw. dieses und deren Helfer zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dass die Hilfeleistungen durch die Milit\u00e4r\u00e4rzte und die gezeigten anderen Helfer den ma\u00dflosen Leiden der Betroffenen jedoch bei weitem nicht gerecht werden konnten, l\u00e4sst sich vor allem aus den gewaltigen Verlustzahlen der vorstehend nat\u00fcrlich nur ausschnittm\u00e4\u00dfig schilderbaren und auf den Einsatz der hessischen Einheiten und deren n\u00e4chsten Kampfnachbarn beschr\u00e4nkten Geschehnisse ableiten: <em>\u201eIch scheue mich, nach den Verlusten zu fragen\u201c, <\/em>so schlie\u00dft der Brief von K\u00d6NIG WILHELM VON PREU\u00dfEN vom 19. August 1870 an die K\u00f6nigin. Seit der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig des Jahres 1813 war keine Schlacht geschlagen worden, die gr\u00f6\u00dfere Opfer gekostet hatte. Und THEODOR FONTANE schreibt, r\u00fcckblickend auf all die bislang errungenen Siege, am 28. August 1870 an seine altvertraute adelige Freundin, die Stiftsdame Mathilde von Rohr, sarkastisch: <em>\u201eWelche Siege! Welche Verluste! \u00a0&#8230; noch zwei solcher Siege und &#8211; wir sind ruiniert.\u201c<\/em><br \/>\nBezogen auf die gesamte Schlacht betrugen diese:<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-217\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001-1024x225.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001-1024x225.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001-150x33.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001-300x66.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae001-768x169.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei einer Gesamtst\u00e4rke von ca. 170.000 eingesetzten deutschen Soldaten betrugen die Gesamtverluste fast ein Achtel derselben. Die Verluste der Franzosen betrugen 595 Offiziere und 11.083 Mann an Toten und Verwundeten. Im Hinblick auf nur ca. 90.000 eingesetzte Soldaten ergibt sich ebenfalls der Verlust von einem Achtel ihrer St\u00e4rke. Genau wie K\u00d6NIG WILHELM VON PREU\u00dfEN<em>, <\/em>der die Franzosen <em>\u201eeinen gleich braven Feind\u201c <\/em>nennt, l\u00e4sst auch THEODOR FONTANE diesen Gerechtigkeit widerfahren, indem er am Schluss seiner Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Schlacht bei Gravelotte und Saint Privat die folgende Wertung trifft:<br \/>\n\u201e<em>Die franz\u00f6sische Armee, was nicht oft genug gesagt werden kann, war gl\u00e4nzend. Nie hat das Kaiserreich, weder das erste noch das zweite, etwas \u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Besseres<\/span> ins Feld gestellt. Der Feind unterlag einer Macht, die ihm an Zahl, an Rechtsbewusstsein und allerdings auch an F\u00fchrung \u00fcberlegen war. Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Armeen selbst<\/span>\u00a0waren ebenb\u00fcrtig.\u201c <\/em><a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Als noch blutiger, insbesondere verursacht durch die antiquierten selbstm\u00f6rderischen Reiterattacken, ist die zwei Tage zuvor am 16. August stattgefundene <span style=\"text-decoration: underline;\">Schlacht bei Vionville und Mars la Tour<\/span> anzusehen; denn diese wurde mit nur halb so gro\u00dfer Mannschaft ausgef\u00fchrt, w\u00e4hrend die Verluste von 640 Offizieren und 15.170 Mann an Toten und Verwundeten jedoch 83 % jener der Schlacht bei Gravelotte und Saint Privat betrugen. Die beiden nur einen Tag auseinander liegenden Schlachten als Einheit sehend, erhebt THEODOR FONTANE \u00fcber deren furchtbaren beidseitigen Blutzoll mit den folgenden ergreifenden liedhaften Reimzeilen ersch\u00fctternde Klage:<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-218 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002-640x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002-640x1024.jpg 640w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002-94x150.jpg 94w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002-188x300.jpg 188w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae002-768x1229.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein weiteres in der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-219 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005-570x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005-570x1024.jpg 570w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005-84x150.jpg 84w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005-167x300.jpg 167w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa005-768x1379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 5: Gedicht von Ferdinand Freiligrath \u201eDie Trompete von Vionville\u201c<\/strong><a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>gezeigtes Reimwerk \u00fcber diese Schlacht wurde in das \u201eHessische Lesebuch f\u00fcr Realschulen\u201c unter dem ver\u00e4nderten Titel \u201eDie Trompete von Gravelotte\u201c aufgenommen. Dieser Umstand zeigt neben dem Bem\u00fchen, hier die Heldentaten hessischer Truppen der Nachwelt ins besondere Licht zu r\u00fccken und zu verkl\u00e4ren, dass die aufopferungsvoll-verlustreichen Schlachten bei Vionville\/Mars la Tour und bei Gravelotte\/Saint Privat in der Tat allgemein als eine Art Doppelschlacht betrachtet worden sind.<\/p>\n<p>Dass mit den vorstehenden langen Ausf\u00fchrungen \u00fcber dieses in weiter Ferne und in fremdem Land erfolgte Schlachtengeschehen eigentlich der Erwartung zuwiderl\u00e4uft, in dieser auf die Ortsgeschichte gerichteten Betrachtung allein Geschehnisse im Bannraum Wimpfens und seiner Nebenorte zu erfahren, geschah aus den folgenden Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>Nicht nur, dass wohl mehrere Dutzend S\u00f6hne Wimpfens, wovon wir leider nach nunmehr beinahe 150 Jahren Konkretes fast nichts mehr wissen und berichten k\u00f6nnen, diese Schlacht miterlebt haben und sicherlich dabei schlimme Strapazen erdulden und au\u00dfer vielen ausgestandenen \u00c4ngsten vielerlei Schmerzen erleiden mussten; von dem Bangen der Angeh\u00f6rigen in der Heimat um ihre Lieben und deren durch den Krieg und das Fehlen der besten H\u00e4nde gegebene gewaltige Arbeits\u00fcberlastung im Einzelnen hier nicht zu reden! F\u00fcr die im Felde stehenden Soldaten wie ihren Lieben in der Heimat gab es allerdings jetzt die (die Kommunikation revolutionierende) M\u00f6glichkeit, per \u201eCorrespondenz-Karte\u201c kostenlos Nachricht zu geben und so etwa zu erfahren, ob der im Feld stehende Sohn oder Verlobte noch lebt bzw. wie es daheim um die Angeh\u00f6rigen bestellt ist.\u00a0Dar\u00fcber hinaus blieb es in Anbetracht der geschilderten schweren Tribute an Gesundheit und Leben nicht aus, dass in dieser Schlacht auch drei Kriegsteilnehmer aus Wimpfen ihr Leben lassen mussten und drei solche an den in diesem Krieg erlittenen Strapazen gestorben sind. Dies geht aus der Pfarrchronik der Evangelischen sowie aus dem Sterberegister der Katholischen Kirchengemeinde hervor. Denn die am Anfang zitierte Eintragung in die Chronik der Pfarrgemeinde f\u00fcr das Jahr 1870 wird von PFARRER WILHELM SCRIBA folgenderma\u00dfen zu Ende gebracht:<\/p>\n<p>(Anmerkungen:<br \/>\na. Die Namen sind hier in Fettschrift herausgehoben.<br \/>\nb. Die in Klammer und Aufrechtschrift wiedergegebenen Textpartien stellen Einlassungen des Verfassers dar.<br \/>\nc. Diese Textstelle findet sich an sp\u00e4terer Stelle in der Abb. A 7 wiedergegeben.)<\/p>\n<p><em>\u201eVon Angeh\u00f6rigen der evangelischen Gemeinde Wimpfen, die zum Milit\u00e4rdienst einbeordert waren, sind folgende drei junge M\u00e4nner in der Schlacht bei Gravelotte gefallen:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em><strong>Carl Wilh.<\/strong><\/em> (diese zwei Vornamen sind durchgestrichen und es folgt:)\u00a0<em><strong>Gottlieb <\/strong><\/em>(es m\u00fcsste aber hei\u00dfen:<strong> Ludwig Friedrich<\/strong>)\u00a0<em><strong>Maisenh\u00e4lder<\/strong>, Sohn von Georg Friedrich Maisenh\u00e4lder, Ackermann in Wimpfen im Thal, geboren am 15 April 1846.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Jacob Georg Jaeckle<\/strong>, Sohn von Johann Jakob J\u00e4ckle, Ackermann in Wimpfen am Berg, geboren am 14 December 1846.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>\u00a0Johann Jacob Henninge<\/strong>, Sohn von Johann Jakob Hennige, Weing\u00e4rtner zu Wimpfen am Berg, geboren am 14 November 1849.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Eintragung berichtet weiter: <em>\u201eInfolge der Strapazen des Feldzugs sind gestorben:<\/em><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em><strong>Carl Wilhelm Schnell<\/strong>, Sohn von Johann Matth\u00e4us Schnell, Ackermann zu Wimpfen im Thal, geboren am 25 Juli 1846, gestorben zu Darmstadt im Lazareth am 19 September 1870 an der Ruhr.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Carl Johann Kniessel<\/strong>, Sohn des verstorbenen Johann Friedrich Knie\u00dfel, zu Wimpfen am Berg, geboren am 13 Mai 1846, gestorben dahier am 3 M\u00e4rz 1871 an Tuberkulose der Lunge.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Ruhr und die Tuberkulose, dazuhin, wie wir sp\u00e4ter noch sehen werden, auch die Pocken, breiteten sich damals wegen der im Gefolge des Krieges bei den Soldaten wie den Zivilisten aufgetretenen Perioden des Nahrungsmangels sowie der fehlenden Hygiene, der Verseuchung des Wassers und der k\u00f6rperlichen \u00dcberforderungen epidemisch aus und bildeten im und nach dem 1870\/71er-Krieg h\u00e4ufige Todesursachen. \u00dcber den oben unter 5. genannten Carl Johann Knie\u00dfel ist im Sterberegister &#8211; anders als in \u00a0der Kirchenchronik berichtet &#8211; \u00a0gesagt, dass er an Typhus gestorben sei. Laut Gemeinderatsprotokoll vom 17. 01. 1871 hat die Gemeindekasse f\u00fcr die Verpflegung des bei der Schlacht bei Gravelotte verwundeten <u>Musketiers<\/u> Christoph Sch\u00f6ffel sowie des aus dem Feld krank zur\u00fcckgekehrten (und oben als gefallen genannten) <u>Kanoniers<\/u> Karl Knie\u00dfel von Wimpfen, die vom 3. Oktober bis 24. Oktober bzw. vom 22. August bis 8. Oktober bei ihren Eltern in Privatverpflegung gewesen sind, an deren gering verm\u00f6gende Eltern, n\u00e4mlich die Witwe des Fr. Knie\u00dfel und die des Heinrich Sch\u00f6ffel, vorlagsweise aus der Gemeindekasse 23 fl bzw. 10.30 fl Unterst\u00fctzung gereicht. Da der Staat diese Betr\u00e4ge in H\u00f6he von insgesamt 33.30 fl nicht ersetzt hat, wurden diese schlie\u00dflich definitiv auf die Gemeindekasse \u00fcbernommen. Durch diese Angaben sowie \u00fcber den bereits an fr\u00fcherer Stelle erw\u00e4hnten <u>J\u00e4ger<\/u> Adolf Gro\u00dflaub ist uns ebenfalls \u00fcberliefert, welcher der verschiedenen Waffengattungen die beiden Genannten angeh\u00f6rten. Dies gilt auch laut Eintrag im Sterberegister f\u00fcr den oben unter 1. Genannten <u>Gardej\u00e4ger<\/u> im Gro\u00dfh. Hess. J\u00e4ger-Bataillon 2 Johann Ludwig Maisenh\u00e4lder, wonach dieser am 18. 08. 1870 im Lazarett verstorben ist; allerdings wird dessen Alter dort (wohl irrt\u00fcmlicherweise) mit 27 (statt mit 24) Jahren sowie dessen Vorname (wohl richtigerweise &#8211; siehe die in Abb. A 8a gezeigte Gedenktafel, wo nur \u201eLdg.\u201c = Ludwig erscheint) mit \u201eJohann Ludwig\u201c angegeben. Von diesem hat sich eine in der Zeit der Ableistung seiner Milit\u00e4rdienstpflicht entstandene Fotografie erhalten, die in der nachstehenden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-220\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006-709x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"953\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006-709x1024.jpg 709w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006-104x150.jpg 104w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006-208x300.jpg 208w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa006-768x1110.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 6: Ludwig Maisenh\u00e4lder aus Wimpfen im Tal, geb. am 15. April 1846, in seiner Dienstzeit als Soldat<\/strong><a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>gezeigt ist.<\/p>\n<p>Sicherlich hat manch anderer der im Felde gestandenen, doch den Krieg im Gegensatz zu dem Vorgenannten \u00fcberlebten Wimpfener Soldaten ebenfalls eine Verwundung erlitten. Doch ist nichts dergleichen mehr erfahrbar. Von den oben aufgef\u00fchrten f\u00fcnf zu Tode Gekommenen geh\u00f6rten allein vier dem Jahrgang 1846 an.<\/p>\n<p>Der Chronist beendet seinen in der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-221 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007-479x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007-479x1024.jpg 479w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007-70x150.jpg 70w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007-140x300.jpg 140w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa007-768x1642.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 479px) 100vw, 479px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 7: Eintragung in der Pfarrchronik der Evangelischen Kirchengemeinde Wimpfen \u00fcber die Opfer des Krieges von 1870\/71<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>wiedergegebenen Bericht mit der folgenden Mahnung:<br \/>\n\u201e<em>Diese f\u00fcnf jungen Opfer des Krieges m\u00f6ge die Gemeinde Wimpfen in dankbarem Andenken behalten.\u201c\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Zwar war das j\u00e4hrliche Angedenken an die Schlacht bei Gravelotte, wie das Kapitel F. Wehr- und Herrscherkult zeigen wird, immens, doch ist dabei, geht man von den umf\u00e4nglichen Zeitungsberichten aus, immer ausschlie\u00dflich von den heldenhaften Siegen und vor allem dem Heldengreis Kaiser Wilhelm und dem genialen Schlachtenlenker Helmuth Moltke, nicht aber weder namenm\u00e4\u00dfig, noch \u00fcberhaupt von den Gefallenen und an den Strapazen Gestorbenen sowie auch nicht von den Verwundungen Davongetragenen und gar lebenslang zu Invaliden Gewordenen die Rede!<\/p>\n<p>Immerhin hat, um das geforderte Andenken f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen zu bewahren, der nach dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg haupts\u00e4chlich unter der Initiative von ehemaligen Teilnehmern dieses Krieges 1873 gegr\u00fcndete \u201eKriegerverein Wimpfen\u201c zur Bewahrung der Erinnerung an diesen und vor allem an seine Opfer f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen im Jahr 1898 aus Anlass seines 25-j\u00e4hrigen Stiftungsfestes zusammen mit Stadt Wimpfen zwei Gedenksteine in Form marmorner Namenstafeln gestiftet. Die sind damals am Rathaus auf dem Mauerstreifen beidseitig \u00fcber dem Haupteingang angebracht worden und finden sich heute, umschlossen jetzt von einem Zierrahmen aus Sandstein, an den Flanken der sog. Kriegerged\u00e4chtnisst\u00e4tte am Nordrand des ehemaligen Alten Friedhofs.<\/p>\n<p>Diese seien gezeigt in den<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-222\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a-747x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"905\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a-747x1024.jpg 747w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a-109x150.jpg 109w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a-219x300.jpg 219w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008a-768x1053.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-223\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b-750x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"901\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b-750x1024.jpg 750w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b-110x150.jpg 110w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b-220x300.jpg 220w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa008b-768x1048.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 8a und 8b: Die Texttafeln der beiden im Jahr 1898 vom Kriegerverein Wimpfen zum Andenken an die Teilnehmer und Opfer des Krieges von 1870\/71 gestifteten Gedenksteine<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Mitte der aus unten einem gekreuzten Degenpaar und dar\u00fcber zwei sich kreuzenden Fahnenb\u00fcndeln sowie einem Eichenlaubkranz bestehenden Drapierung wird vom Orden des von K\u00f6nig Wilhelm von Preu\u00dfen zum Beginn des Krieges 1870\/71 erneuerten Eisernen Kreuzes eingenommen. Betitelt mit \u201eDIE STADT UND DER KRIEGERVEREIN WIMPFEN DEN TAPFEREN K\u00c4MPFERN VON 1870\/71\u201c sind in zwei Spalten alphabetisch insgesamt 4 x 19 = 76 Nach- und Vornamen aufgef\u00fchrt, darunter zuerst, betitelt mit \u201eGefallen und an den Strapazen gestorben\u201c, 2 x 3 = 6 solche, dann \u00fcberschrieben mit \u201eIm Felde gestanden\u201c, 2 x 30 = 60 solche, am Schluss, \u00fcberschrieben mit \u201eIn der Garnison gestanden\u201c, 2 x 5 = 10 solche. Au\u00dfer den in der Evangelischen Kirchenchronik genannten 3 + 2 = 5 Namen Gefallener bzw. an den Strapazen des Feldzuges Gestorbener ist auf der ersten Tafel an f\u00fcnfter Stelle ein weiterer und damit ein 6. dem Krieg zum Opfer Gefallener aufgef\u00fchrt, n\u00e4mlich:<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong>Karl Pfoh<\/strong>. Bei diesem handelt es sich um einen Angeh\u00f6rigen der Katholischen Kirchengemeinde. Deren Sterberegister weist diesen durch die folgende Eintragung als ebenfalls an den Folgen der Strapazen Gestorbenen aus: <em>\u201e16. August 1871 nach siebent\u00e4gigem Krankenlager an Herzschlag gestorben Karl Wilhelm Pfoh, Sohn des Ignaz Melchior Pfoh, 21 Jahre und 5 Monate alt.\u201c<br \/>\n<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Demnach sind insgesamt drei der Kriegsteilnehmer gefallen und drei an den Strapazen gestorben.\u00a0Zu finden sind auch die bereits im Text erschienenen Soldaten Adolf Gro\u00dflaub (in der ersten Tafel) und Christoph Sch\u00f6ffel (in der zweiten Tafel). Bei den jeweils drei im Felde Gestandenen namens Ohr und Schnell handelt es sich um S\u00f6hne des Ackersmannes Georg Ohr aus Hohenstadt bzw. des Steinhauers Johannes Schnell aus Helmhof, deren Familien nat\u00fcrlich in den Kriegsmonaten ganz besondere Sorgen und Lasten auferlegt gewesen sind.<\/p>\n<p>Allen aus dem 1870\/71er Krieg heimgekehrten Soldaten wurde eine Kriegs-Denkm\u00fcnze \u00fcberreicht, was die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-224\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009-1024x777.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"501\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009-1024x777.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009-150x114.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009-300x228.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa009-768x583.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 9: Urkunde \u00fcber die Anerkennung der Teilnahme am siegreichen Feldzuge 1870 \u2013 1871 f\u00fcr den Kanonier Ludwig Ohr vom 21. Januar 1872<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>ausweist.<br \/>\nLeider kennen wir keine der Stellen, <u>wo<\/u> die Wimpfener Gefallenen und wissen wir auch nicht, <u>auf welche Weise<\/u> diese von ihrem traurigen Schicksal ereilt worden worden sind bzw. &#8211; um mit der dann \u00fcber ein Dreiviertel-Jahrhundert hinweg verwendeten Bezeichnung zu reden &#8211; \u201eden Heldentod\u201c erlitten haben. Ebenso wenig wissen wir, in welchem der vielen mit Kreuzen, Steinen und anderem Schmuck \u00fcbers\u00e4ten Totenfelder bzw. Soldatenfriedh\u00f6fe der Plateaulandschaft um Gravelotte und St. Privat die drei in franz\u00f6sischer Erde Gebliebenen ihr Grab gefunden haben.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>In der f\u00fcr die vierte deutsche Armee siegreichen Umfassungs- und Artilleriechlacht bei Sedan erlangt der dem sog. Franzens-Zweig der urspr\u00fcnglich den b\u00fcrgerlichen Namen Hermann getragenen und 1658 in den Adelsstand erhobenen Familie der Von Wimpffen entwachsene franz\u00f6sische General Emmanuel F\u00e9lix de Wimpffen durch seine ungl\u00fcckliche Rolle des in der hoffnungslosen Endphase der fast vollzogenen Einschlie\u00dfung an die Stelle des durch Verwundung ausgeschiedenen Oberbefehlshabers General Mac-Mahon Getretenen sowie des Bevollm\u00e4chtigten f\u00fcr die F\u00fchrung der \u00dcbergabeverhandlungen und Unterzeichners der Kapitulationsurkunde traurige Ber\u00fchmtheit und wird absch\u00e4tzig mit dem Namen \u201eSedangeneral\u201c belegt.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>a. Wie &#8211; ganz anders als dies die Familientradition sieht sowie namhafte Genealogen im ausgehenden 18. bis 19. Jahrhundert es nahezu \u00fcbereinstimmend darstellen &#8211; aus der in den Anf\u00e4ngen des 15. Jahrhunderts h\u00f6chstwahrscheinlich von Wimpfen als Fernkaufleute des Namens Hermann oder H\u00f6rmann nach Augsburg und ein starkes Jahrhundert sp\u00e4ter in der 4. Generation von dort nach N\u00fcrnberg ausgewandern und dort 1658 in der 8. Generation unter den Br\u00fcdern JOHANN FRIEDRICH VON WIMPFFEN (1615 \u2013 1668) und JOHANN DIETRICH VON WIMPFFEN (1616 \u2013 1679) den Adelsstand der Reichsfreiherren erlangen, schlie\u00dflich aus den sieben S\u00f6hnen des JOHANN GEORG VON WIMPFFEN (1689 \u2013 1767) der 10. Generation f\u00fcnf sog. Zweige herauswachsen und ein Teilzweig 1797 sogar vom Kaiser<\/strong> <strong>in den <\/strong><strong>Grafenrang erhoben wird; wie zudem im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Angeh\u00f6rige derselben in hohe bis h\u00f6chste Positionen vor allem im Milit\u00e4rwesen der Gro\u00dfstaaten Europas wie vieler L\u00e4nder des Heiligen R\u00f6mischen Reiches bzw. Deutschen Bundes erreichen und gro\u00dfen Ruhmesglanz auf den Schlachtfeldern gelangen.<\/strong><\/p>\n<p>Die vorstehende komplexe \u00dcberschrift l\u00e4sst ahnen, dass im Fortgang der Blick abermals zun\u00e4chst in die Ferne gelenkt werden soll (und muss): Und zwar auf die in den Nieder-Ardennen an der Maas unweit der belgischen Grenze gelegene Festungsstadt Sedan und die dort knapp zwei Wochen nach dem Treffen bei Gravelotte und Saint Privat am 31. August\/1. September 1870 stattgefundene weitere Schlacht, aus der die \u00fcberlegenen deutschen Truppen abermals siegreich hervorgingen. In dieser standen sich die dem Oberkommando von GENERAL HELMUTH VON MOLTKE unterstellte &#8211; neu aus preu\u00dfischen, s\u00e4chsischen, bayrischen und w\u00fcrttembergischen Truppenverb\u00e4nden der Ersten und Zweiten Armee gebildete &#8211; Vierte sog. Maas-Armee in St\u00e4rke von etwa 185.000 Mann und an die 800 Gesch\u00fctzen und die franz\u00f6sische sog. Armee von Ch\u00e2lons (en Champagne) gegen\u00fcber, die mit ihren knapp 130.000 Mann und fast 400 Gesch\u00fctzen noch die einzige im Felde stehende franz\u00f6sische Armee gewesen ist und Mitte August dem Oberbefehl von GENERAL MAC-MAHON unterstellt worden war. Es braucht hier noch nicht ausgebreitet werden, warum auf deutscher Seite eine Umgliederung der Streitkr\u00e4fte stattgefunden hat und wie es dazu kam, dass die bei Reims versammelte Armee Mac-Mahon der eingeschlossenen Festung Metz keine Hilfe bringen konnte und schlie\u00dflich nach aufreibenden M\u00e4rschen mit mehrfachen Ziel\u00e4nderungen, verlorenen Gefechten sowie dem Vorspiel der Niederlage des V. Corps in der Schlacht bei Beaumont unter GENERAL DE FAILLY sich ersch\u00f6pft und demoralisiert am 30. August ca. 80 Kilometer nordwestlich des Ausgangsraumes ringf\u00f6rmig nord- bis s\u00fcdostw\u00e4rts um sowie in Sedan selbst zu sammeln begann. Das gilt auch f\u00fcr die Einzelheiten der zur Abdr\u00e4ngung und Umklammerung des Gegners durch die Vierte und Teile der Dritten Armee vorgenommenen ber\u00fchmten Rechtsschwenkungen Richtung Nord und damit die Abkehr vom Vormarsch in Richtung der Hauptstadt Paris. Wichtig ist allerdings vorausnehmend zu sagen, dass sich bei dieser nunmehr so genannten Sedanarmee auch KAISER NAPOLEON III. mit der schicksalsschweren Folge seiner sp\u00e4teren Gefangennahme eingefunden hatte.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber erscheint die Beschreibung des als \u201edas gro\u00dfe Kesseltreiben\u201c bezeichneten Endgeschehens der Schlacht bei Sedan selbst unvermeidbar, weil die franz\u00f6sische Armee in der letzten Phase der beinahe vollzogenen Einschlie\u00dfung und damit des so gut wie verlorenen Kampfes unter das Kommando des (offenbar, wenngleich mit ff geschrieben, den Namen der Stadt Wimpfen in seinem Familiennamen tragenden!) sog. Sedangenerals <u>BARON EMMANUEL F\u00c9LIX DE WIMPFFEN<\/u> (1811 \u2013 1884) gestellt worden und diesem die schmachvolle Aufgabe zugefallen ist, mit dem (um das jetzt schon anzudeuten: mit ihm verwandten) OBERBEFEHLSHABER GENERAL HELMUTH VON MOLTKE und dem PREU\u00dfISCHEN MINISTERPR\u00c4SIDENTEN OTTO VON BISMARCK die Bedingungen der Kapitulation auszuhandeln und schlie\u00dflich auch zusammen mit dem Erstgenannten die Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen.<\/p>\n<p>Bereits sechs Jahrzehnte zuvor hatte, wie in Band 1, S. 224, nachzulesen, bereits ein anderer Angeh\u00f6riger des Adelsgeschlechts der VON WIMPFFEN, dessen Name ebenfalls jenen Wimpfens in sich tr\u00e4gt, europ\u00e4ische Ber\u00fchmtheit (dieser allerdings in positivem Sinne!) erlangt: N\u00e4mlich der ebenfalls im Milit\u00e4rdienst &#8211; und zwar dem \u00d6sterreichs &#8211; gestandene <u>FREIHERR<\/u> <u>MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN<\/u> (1770 \u2013 1854), der ein Vetter des Vaters des Sedangenerals gewesen ist und sich als Generaldjudant von ERZHERZOG KARL und Chef des Generalstabes der \u00f6sterreich-russischen gro\u00dfen Armee in den Schlachten bei Aspern und Wagram (1809) ganz besonders (und in vielen anderen Schlachten mehr) ausgezeichnet hat, sp\u00e4ter sogar mit dem Orden vom Goldenen Vlies dekoriert worden ist und auf der Gedenkst\u00e4tte Heldenberg Kleinwetzdorf neben dem ber\u00fchmten Feldmarschall Radetzky seine Grablege gefunden hat. Und im Blick auf die hier behandelte Geschichtsepoche Wimpfens der sog. Deutschen Kaiserzeit von 1870\/71 bis 1918, das sei hier schon angedeutet, wird \u00a0an sp\u00e4terer Stelle auch des 1875 mit seiner Familie nach Wimpfen gezogenen und auch dort 1879 gestorbenen <u>K\u00d6NIGLICH-W\u00dcRTTEMBERGISCHEN KAMMERHERREN UND RITTMEISTERS A. D. FREIHERR WILHELM VON WIMPFFEN<\/u> (1820 \u2013 1879) in ganz besonderem Ma\u00dfe gedacht werden m\u00fcssen, zumal dieser und der \u201eSedangeneral\u201c, da deren V\u00e4ter FRIEDRICH WILHELM VON WIMFFEN (1784 \u2013 1845) bzw. F\u00c8LIX DE WIMPFFEN (1778 \u2013 1814) Br\u00fcder waren, zueinander Vettern gewesen sind .<\/p>\n<p>Das Inerscheinungtreten dieser drei den Adelsnamen VON WIMPFFEN tragenden Milit\u00e4rpersonen, von denen der Letztgenannte sogar in seinen letzten Lebensjahren in Wimpfen gelebt hat und auch dort gestorben und zur Ruhe gebettet worden ist, macht es zweifelsfrei notwendig, zun\u00e4chst die folgenden sich aufdr\u00e4ngenden zentralen genealogischen Fragestellungen klarzulegen:<\/p>\n<ol>\n<li>Besteht tats\u00e4chlich ein Konnex zwischen der Namengebung \u201eVon Wimpffen\u201c und dem Namen des Ortes \u201eWimpfen\u201c?<\/li>\n<li>Wie ist diese Adelsfamilie entstanden?<\/li>\n<li>Auf welche Weise hat sich der Aufstieg deren Glieder vor allem im Milit\u00e4rwesens der wichtigsten Staaten Europas sowie L\u00e4nder Deutschlands vollzogen?<\/li>\n<li>Wie sieht die im Laufe ihres Werdens vollzogene Gliederung im Geflecht von Zweigen, Linien und Nebenlinien aus?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Kl\u00e4rung dieser Fragen ist bei der vor Jahren begonnenen Erstellung des Textentwurfes dieses Teiles 3 dadurch geschehen, dass zun\u00e4chst eine komplette und somit kaum \u00fcbersehbare Darstellung des Werdens und der Bedeutung derselben unter Heranziehung einer fast un\u00fcberschauren Zahl sekund\u00e4rer und prim\u00e4rer allgemeiner wie auch \u00f6rtlicher Quellen erfolgt ist. Dies zu tun, erschien mir auch deshalb unumg\u00e4nglich, weil, wie oben schon angedeutet, Angeh\u00f6rige der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie des sog. Franzens-Zweiges der Von Wimpffen sich in der Mitte 1870er und damit in der im Fokus dieser Untersuchung stehenden \u201eKaiserzeit\u201c in Wimpfen angesiedelt haben. Doch wuchs der damit gegebene sowie durch Fehlen wie durch die Fragw\u00fcrdigkeit mancher der vorliegenden Untersuchungen noch verst\u00e4rkte Forschungsdrang sich so aus, dass f\u00fcrs Erste ein v\u00f6llig \u00fcberdimensionierter Part in den Text hineingepresst wurde, der schlie\u00dflich dazu f\u00fchrte, eine \u2013 nat\u00fcrlich somit noch weiter anschwellende \u2013 gesonderte Abhandlung des Titels \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen in Bezugsetzung insbesondere zum namengebenden Ort Wimpfen am Neckar in Wort und Bild\u201c zu erstellen, welche schlie\u00dflich sogar die Fertigstellung der hier vorliegenden Arbeit sehr verz\u00f6gert hat. Diese ist 2013 \u2013 2016 entstanden und findet sich nunmehr gesondert an vierter Stelle meiner im Internet unter \u201ewimpfen.geschichte.de\u201c zu findenden Arbeiten unter dem folgenden Titel dargestellt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-227\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003-1024x224.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003-1024x224.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003-150x33.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003-300x66.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ae003-768x168.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf diese Arbeit, welche die Kapitel A &#8211; Z umfasst, wird im Fortgang immer wieder Bezug genommen werden.<\/p>\n<p>Somit kann sich nunmehr, entgegen dem urspr\u00fcnglichen Plan und Modus, die notwendige Beantwortung der obigen Fragestellungen auf eine Zusammenschau in Form einer chronologischen Aufreihung der wichtigsten Fakten des 2 \u00bc Jahrhunderte umspannenden Forschungsgeschehens beschr\u00e4nken, zwangsl\u00e4ufig nat\u00fcrlich eingeschlossen die von f\u00fchrenden Genealogen des 18. bis ausgehenden 19. Jahrhunderts wie auch von manchen dem Von-Wimpffen-Geschlechts Angeh\u00f6renden aufgezeigten kolossalen Falschdarstellungen, wobei die obige viergleisige Fragestellung sich durch die Wahl der chronologischen Abfolge aufheben wird:<\/p>\n<p>Hier seien er\u00f6ffnend die folgenden grundlegenden Feststellungen getroffen:<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Das Adelsgeschlecht der Von Wimpffen geh\u00f6rt weder zu den alten, noch zu den urspr\u00fcnglich ritterm\u00e4\u00dfigen solchen. Denn es stimmt nicht, was diese selbst, so u. a. insbesondere FRAN\u00c7OIS LOUIS (FRANZ LUDWIG) DE (VON) WIMPFFEN (1732 \u2013 1800) in seiner 1788 in Paris erschienen Selbstbiographie \u201eLa vie priv\u00e9e et militaire de G\u00e9n\u00e9ral Baron de Wimpffen\u201c<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a>, und auch eine ganze Reihe ma\u00dfgeblicher Genealogen des letzten Viertels des 18. bis ausgehenden 19. Jahrhunderts (so: Aubert de la Chesnaye Des Bois 1778; Ernst Heinrich Kneschke 1853; Christoph Cellarius und Julius Gerhard Goldtbeeg im \u201eGotha\u201c 1853 und 1870; Constantin von Wurzbach 1888)<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a> \u00fcbereinstimmend konstatieren: Das Adelshaus der Von Wimpffen habe bereits im Hohen Mittelalter, und zwar versippt mit den ber\u00fchmtesten damaligen Adelsgeschlechtern Schwabens, bestanden und die sp\u00e4tere Reichsstadt Wimpfen am Berg und im Tal habe sich bereits ab dem beginnenden 10. bzw. 11. Jahrhundert im Besitz desselben befunden; es sei jedoch durch einen DAGOBERT VON WIMPFFEN 1044 an das Bistum Worms verkauft, schlie\u00dflich von einem Wormser Domherren namens CONRAD VON WIMPFFEN die Zustimmung gegeben worden, diese 1329 an Kaiser und Reich abzutreten; und zwei Neffen des Vorgenannten h\u00e4tten vergeblich versucht, diese zur\u00fcckzufordern. Dieses alles ist nicht nur als urkundlich nicht belegbar, sondern als den historischen Tatsachen zuwiderlaufend anzusehen. Der Umstand, dass Wurzbach im Vorspann seines Werkes, bezogen auf diese vorgenannten fr\u00fchen Tr\u00e4ger des Namens der Von Wimpffen, sagt, dass diese <em>\u201ein die vorurkundliche Zeit geh\u00f6ren\u201c<\/em>, macht das Fehlen jeglicher Basis eines Nachweises deutlich.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]-<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Bei den demgegen\u00fcber im ausgehenden Hochmittelalter ab der ersten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts (am Ende der sog. Stauferzeit) vereinzelt und vermehrt im Sp\u00e4tmittelalter bis zur beginnenden Neuzeit des sog. Humanismus des 15. und anhebenden 16. Jahrhunderts zu findenden Namenstr\u00e4gern, bei denen einem Vornamen \u201evon Wimpfen\u201c oder \u201ede Wimpina\u201c o. \u00e4. angeh\u00e4ngt ist, handelt es sich nicht um Adelsbezeichnungen, sondern um nicht mehr als Bezeichnungen der Herkunft oder auch des Ortes der jeweiligen T\u00e4tigkeit des Namenstr\u00e4gers. Somit erscheint es widersinnig, aus der Existenz solcher Namenstr\u00e4ger die damalige Existenz einer Adelsfamilie des Namens Von Wimpffen ableiten zu wollen. Dieses gilt z. B. auch und gerade f\u00fcr den Namen des von 1222 bis 1253 in Wimpfen bzw. Hagenau im Elsass sowie der nahen Reichsburg Trifels mit den wechselnden Betitelungen Reichsvogt, K\u00f6niglicher Verwalter, Schulthei\u00df, Burggraf o. \u00e4. sowie als Gr\u00fcnder des Spitals Wimpfen und Schenker an dasselbe nachgewiesenen WILHELM VON WIMPFEN (WILHEMUS DE WIMPINA) und dessen nachweisbaren Kinder. Und das trifft auch, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, f\u00fcr den von Wimpfener Eltern namens KOCH abstammenden und gegen 1465 geborenen Konventsbruder und sp\u00e4teren Lektor des Dominikanerklosters Wimpfen sowie Gr\u00fcndungsrektor der Universit\u00e4t Frankfurt an der Oder und Verfasser der 95 den Thesen Luthers geltenden Gegenthesen namens CONRAD(US DE) WIMPINA zu. Dasselbe gilt auch f\u00fcr die unz\u00e4hligen in den Universit\u00e4ts-Matrikeln von 1385 bis 1529 unter der Nachnamensbezeichnung \u201eDE WIMPINA\u201c oder in anderer Nenn- und Schreibweise wie WYMPINA oder WINPINA u. v. a. m. auftauchenden Studenten zu.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a>&#8211;<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: \u00dcbereinstimmend weisen die vorgenannten Genealogen alle einen SIG(IS)MUND HE(E)R(E)MANN VON WIMPFFEN (laut Aubert Des Bois: SIGISMOND-HERMANN DE WIMPFFEN) als denjenigen aus, von dem aus sich eine l\u00fcckenlose Generationsfolge bis zur Gegenwart fortsetzen lasse. Dieser sei wegen seiner Tapferkeit im Kampfe von Kaiser Karl IV. 1373 (oder laut Aubert Des Bois 1363) auf dem Reichstag zu Worms zum Ritter geschlagen (beim Vorgenannten noch zum Reichsfreiherren ernannt) worden. Tatsache ist jedoch, dass laut der Liste der Hof- und Reichstage (nach neuerer Erkenntnis kann bis 1496 nur von sog. Hoftagen die Rede sein) den in die Regierungszeit von Kaiser Karl IV. (ab 1346 K\u00f6nig, ab 1355 Kaiser, gest. 1378) fallenden 21 solchen kein einziger solcher in Worms abgehalten worden ist<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a>, so dass man die diesem von allen den vorgenannten Genealogen konstatierte Zuerkennung der Ritter- und Adelseigenschaft, mit der auch die Vermehrung des diesem als Kriegsmann schon zu Eigen gewesenen Widderwappens durch ein vom diesem Wappentier gehaltenen Kreuz verbunden gewesen sein soll, fraglos mehr als nur bezweifeln muss. Wie sich nat\u00fcrlich erst an sp\u00e4terer Stelle eindeutig zeigen wird, ist die Wappenverleihung an die urspr\u00fcnglich den b\u00fcrgerlichen Namen HERMANN oder H\u00d6RMANN f\u00fchrende Familie zweifelsfrei erst 1555 in der f\u00fcnften, das Adelspr\u00e4dikat erst 1658 in der siebten Generation und die Wappenvermehrung mit einem Kreuze erst 1781 in der elften Generation zugekommen. Fast alle die vorgenannten Genealogen f\u00fchren, um wieder zum vorgenannten SIG(IS)MUND zur\u00fcckzukehren, falscherweise, wie es sich sp\u00e4ter ergeben wird, eine L(O)UISE oder auch LUDOVICA VON K(H)EIT als seine Gemahlin sowie z. T. noch eine SUSANNA VON EBLINGEN (als erste solche) aus. Au\u00dferdem konstatieren alle (ebenso falscherweise), dass dieser SIG(IS)MUND sesshafter Besitzer der Herrschaften Brixenstein, Zabietstein und Ebershausen usw. (mit Letzterem ist das gemeint, was Aubert Des Bois mit \u201eet autres lieux\u201c = \u201eund andere Orte\u201c umschreibt) in Schwaben gewesen sei.<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Viertens<\/span>: Und im Weiterschreiten weist die von Aubert Des Bois in seine Gegenwart und damit bis zur Generation XIII und durch Kneschke, Cellarius-Goldtbeeg und von Wurzbach in ihre Gegenwart bis Generation XVII fortgef\u00fchrte Genealogie gleichgerichtet bis hin zur Generation VIII, was die angegebenen Namen der jeweiligen Stammtr\u00e4ger wie ggfls. der Geschwister sowie deren Lebensdaten, T\u00e4tigkeiten und die alle dem Adel zugeordneten Gattinnen betrifft, durchweg Angaben auf, die als unzutreffend konstatiert werden m\u00fcssen. Dies gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die von den vorgenannten Genealogen allen Stammhaltern bis hin zur Generation VIII und damit \u00fcber rund 2 \u00bd Jahrhunderte hinweg zugeschriebenen ungeteilten Besitz der vorgenannten drei und gar mehr Orts- und Burgherrschaften.<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a> Diese Negativbewertung l\u00e4sst sich insbesondere durch die 1981\/84 in einem Vortrag und einer Ver\u00f6ffentlichung vorgestellten &#8211; insbesondere auf N\u00fcrnberger Archivunterlagen basierenden &#8211; Forschungsergebnisse der Historikerin und Publizistin Dr. Lore-Sporhan-Krempel (1908 &#8211; 1994) belegen.<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a> Denn die Vorfahren der Von Wimpffen, so geht aus den zweifelsfrei stimmigen genealogischen Aussagen dieser Autorin hervor, trugen (wie oben schon angedeutet) den b\u00fcrgerlich-nichtadligen Namen HERMANN oder (anders geschrieben) auch H\u00d6RMANN. Der laut Familientradition vom Kaiser zum Ritter geschlagene SIGMUND HERMANN deren Generation I, so Sporhan-Krempel, sei kein Ritter gewesen, sondern er habe der Ehrbarkeit (auch Zweiter Stand genannt) angeh\u00f6rt und Handel getrieben und sei zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Wimpfen nach Augsburg gekommen; und dessen Frau sei AGNES PRACHERIN gewesen. Was diese Autorin im Weitergang auf der Basis ihrer vorwiegend sich auf N\u00fcrnberger prim\u00e4res und sekund\u00e4res Urkundenmaterial st\u00fctzenden genealogischen Betrachtungen \u00fcber die diesem Stammtr\u00e4ger der ersten Generation nachfolgenden solchen samt Frauen sowie Geschwistern usw. bis hin zur Generation 9 (wir bezeichnen \u2013 richtigstellend! \u2013 fortab diese Generationen zur Unterscheidung von der Z\u00e4hlung nach Aubert Des Bois bis Wurzbach mit arabischen Zahlzeichen) darlegt, das stimmt so gut wie voll mit jenen Angaben \u00fcberein, die ca. 1750\/60, also schon 1 \u00bc Jahrhundert fr\u00fcher, der N\u00fcrnberger Zeichner und Stecher JOHANN WILHELM ST\u00d6R (1705 \u2013 1765) in seinem den, wie er schreibt, H\u00d6RMANN VON WIMPFFEN geltenden und ebenfalls \u00fcber 9 Generationen reichenden Stammbaum von um ca. 1750\/60 darlegt.<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Dieser sei nachfolgend zuerst in seiner G\u00e4nze, dann in einem vergr\u00f6\u00dferten Ausschnitt der untersten drei Generationsb\u00e4nder gezeigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-228\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a-1024x787.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"507\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a-1024x787.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a-150x115.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a-300x231.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010a-768x590.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 10a: Der unbetitelte und undatierte Stammbaum der Familie H\u00f6rmann von Wimpffen; Kupferstich des Johann Wilhem St\u00f6r (Gestalter), geboren 1705 und gestorben 1765 jeweils in N\u00fcrnberg, und Atanias (Stecher) von ca. 1750\/60, versehen in der Senkrechte mit der Z\u00e4hlung der neun dargestellten Generationen sowie in der Waagrechte mit der Positionierung der einzelnen Glieder mittels Buchstaben, im Generationsband 9 mit vorgenommenen Erg\u00e4nzungen<\/strong>;<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-229\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b-1024x663.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b-1024x663.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b-150x97.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b-300x194.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa010b-768x498.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 10b: Die Wurzelzone des vorgenannten Stammbaumes<\/strong> <strong>mit dar\u00fcber den Generationen 1, 2 und 3<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser ebenso m\u00e4chtige wie kunstvolle Stammbaum des J. W. St\u00f6r kann fortab bei der Verfolgung des Werdens der Von Wimpffen als Leitschnur gelten. Diesem sei vergleichend zur Seite gestellt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-230\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011-709x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"953\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011-709x1024.jpg 709w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011-104x150.jpg 104w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011-208x300.jpg 208w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa011-768x1110.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 11: Die \u201eI. Stammtafel der Freiherren und Grafen v. Wimpffen. Aeltere Linie\u201c des Constantin von Wurzbach von 1888, hier zum Zwecke der Vergleichung versehen mit Generationenz\u00e4hlung (links nach Aubert Des Bois etc. in r\u00f6mischen, rechts nach Sporhan-Krempel sowie St\u00f6r in arabischen Zahlzeichen) sowie mit auf den Mittelbereich beschr\u00e4nkten Korrekturen<\/strong> <strong>in Rot und Erg\u00e4nzungen in Gr\u00fcn, dazuhin mit Ver\u00e4nderungen der Position der Teilung in zwei sog. \u00c4ste durch Pfeilf\u00fchrungen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei der Erschlie\u00dfung der Genealogie der HERMANN oder H\u00d6RMANN und sp\u00e4teren VON WIMPFFEN wird die notwendige permanente Vergleichung dieser I. Stammtafel des Constantin von Wurzbach einerseits mit dem Stammbaum des J. W. St\u00f6r einschlie\u00dflich der Angaben der Abhandung von Sporhan-Krempel andererseits zeigen, dass hinsichtlich der ersten acht Generationen einzig und allein, wenngleich mehr oder minder auch hier eingeschr\u00e4nkt, bei dem Stammtr\u00e4ger der Generation I bzw. 1, d. h. nur \u00a0beim sog. Stammvater, \u00dcbereinstimmungen zu finden sein werden. Dass dabei auf die Einbeziehung der \u00e4lteren Autoren-Dreiergruppe des Aubert Des Bois (1778), Kneschke (1853) und Cellarius-Goldtbeeg (1853) in der Regel verzichtet wird, dient nicht nur dem Zwecke der notwendigen Raffung des Stoffes, sondern erscheint auch unerheblich; denn diese unterscheiden sich untereinander so gut wie in nichts, was seinen Grund darin findet, dass letztlich die von Aubert Des Bois ausgehenden und von den Autoren der vorgenannten Dreiergruppe sukzessive \u00fcbernommenen falschen Fakten in diejenigen des von Wurzbach m\u00fcnden.<\/p>\n<p>Es sei nun begonnen mit der Beschreibung der<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 1<\/u>:<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Um nunmehr die Vergleichung in Gang zu setzen, m\u00fcssen wir beim Stammbaum von J. W. St\u00f6r den Blick nach unten auf den Fu\u00df des Baumes hin zu (arabisch) 1a und in der I. Stammtafel des C. v. Wurzbach nach oben auf den Beginn der Generations-Reihung bei (r\u00f6misch) I richten. Vergleicht man diese, und zwar unter Einbeziehung der nachstehend aufgef\u00fchrten Angaben von Sporhan-Krempel:<\/p>\n<p>Name: SIGMUND HERMANN,<br \/>\nBeruf: Handelsmann,<br \/>\nDatierung: 1512 = Einwanderung (von Wimpfen kommend) in N\u00fcrnberg,<br \/>\nGattin: AGNES PRACHERIN,<\/p>\n<p>so ergibt sich \u00fcberraschenderweise das Ergebnis der Hinneigung des St\u00f6r eher zu Wurzbach als zu Sporhan-Krempel; denn gleich ist bei beiden sowohl der <u>Name<\/u>, hier Sigmund H\u00f6rman von Wimpffen \u2013 da Sigismund Heeremann von Wimpffen, als auch der <u>Beruf<\/u>, hier: Ritter (siehe dessen mit R\u00fcstung, abgelegtem Helm und Wappenschild am Fu\u00df des Baumes ruhende Gestalt) \u2013 da: Ritter (dies geht aus der hier nicht gezeigten, doch in der mit \u201e[38]\u201c gekennzeichneten Lebensbeschreibung hervor, die ihn als zum Rittersmann geschlagenen Kriegsmann bezeichnet); au\u00dferdem liegen die auf die beiden Ehepartner bezogenen <u>Datierungen<\/u> nahe beieinander, hier: \u201e\u2020 1393\u201c \u2013 da: \u201evixit A(nno) = lebte im Jahr: 1377\u201c. Nur der <u>Name der Gattin<\/u> geht auseinander und stimmt mit jenem von Sporhan-Krempel angegebenen \u00fcberein; n\u00e4mlich hier wie da: Agnes Pracherin bzw. Bracherin (ob mit \u201eP\u201c oder mit \u201eB\u201c beginnend, spielt keine Rolle). Dieses dem er\u00f6ffnend behaupteten Zusammengehen von Sporhan-Krempel einerseits und St\u00f6r andererseits Widersprechende wird sich bei der im Fortgang sich zeigenden so gut wie totalen \u00dcbereinstimmung der beiden Autoren aufl\u00f6sen. Zur Entlastung von St\u00f6r ist zu sagen, dass dieser den Stammbaum zweifelsfrei im Auftrag der Von Wimpffen gefertigt und diesen wohl ehrerbietig und unterw\u00fcrfig den erwarteten Gefallen getan hat, den von diesen unter allen Umst\u00e4nden erw\u00fcnschten Nachweis (wohl besser gesagt wenigstens Anschein von einem Nachweis) der ritterschaftlichen sowie altadligen Herkunft durch diese seine imponierende Darstellung des Stammahnen als Rittersmann am Fu\u00dfe des Stammbaumes zu liefern. Ungeachtet von St\u00f6rs Kotau, erscheint es durchaus richtig, dass im Rahmen meiner vorgenannten Abhandlung das diesem SIG(IS)MUND der Generation I bzw. 1 geltende Kapitel B der Kurztitel \u201eSagenahn\u201c<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a> gegeben worden und damit die mehr als zweifelhaft erscheinende Ausweisung dieses Stammahnen als Ritter etc. herausgestellt ist. Dies geschah aber auch aufgrund des Umstandes, dass es bis jetzt noch nicht gelungen ist, die Existenz dieses laut Familien\u00fcberlieferung am Anfang der Vorfahrenkette Stehenden urkundlich und damit wirklich zweifelsfrei nachzuweisen. Dessen bislang nur ansatzweise vorgenommene Suche m\u00fcsste erstrangig in der Vergangenheit des angeblichen urspr\u00fcnglichen Herkunftsortes Wimpfen, aber auch in Augsburg, jenem Ort der behaupteten Einwanderung zu Anfang des 15. Jahrhunderts, erfolgen.<\/p>\n<p>Wenn wir nunmehr zur Darlegung der Folgegenerationen weiterschreiten und jeweils die Angaben von Sporhan-Krempel und von St\u00f6r einerseits sowie von Wurzbach andererseits vergleichen, so sto\u00dfen wir bei den zwei Erstgenannten ganz im Gegensatz zu jenen des Letztgenannten, auf so gut wie vollste \u00dcbereinstimmung, ein Umstand, der die Richtigkeit der Angaben von Sporhan-Krempel und St\u00f6r verifizieren hilft:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 2<\/u>:<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut Sporhan-Krempel hie\u00df einer der S\u00f6hne des Stammahnen Sigmund Hermann LEONHARD und dessen Frau BARBARA ENTZINGIN, was mit St\u00f6r insofern \u00fcbereinstimmt, als bei diesem (siehe 2a) als Stammtr\u00e4ger LIENHARD und damit eine alte Parallelform des Vornamens erscheint. Wenn beim Letztgenannten (siehe 3a) ANNA ENTZIN und somit ein v\u00f6llig abweichender Vorname angegeben ist, so d\u00fcrfte dies so zu erkl\u00e4ren sein: Diese haben evtl. sogar aus derselben Quelle gesch\u00f6pft; da aber \u00fcblicherweise in der Regel dem zur Welt gekommenen Kind eine ganze Reihe notierter Vornamen gegebenen worden sind, d\u00fcrften daraus unterschiedliche Hauptvornamen ausgelesen worden sein. Und was den Unterschied im Nachnamen, hier ENTZINGIN und da ENTZIN, betrifft, so steht zu vermuten, dass im ersten Fall nichts anderes und nicht mehr als eine klangvollere Erweiterung der damals (und teilweise bis heute) \u00fcblichen dem Nachnamen der Frau zur Herausstellung deren Weiblichkeit angeh\u00e4ngten Nachsilbe \u201ein\u201c vorliegt. Bezeichnenderweise finden sich im Stammbaum des J. W. St\u00f6r wie bei Sporhan-Krempel alle Namen der von den Stammtr\u00e4gern sowie deren Br\u00fcdern erheirateten Frauen mit dieser Nachsilbe \u201ein\u201c erweitert. Der nunmehr notwendige Blick in die I. Stammtafel des von Wurzbach, Generation I, st\u00f6\u00dft, wie angek\u00fcndigt, generell auf totale und, worauf schon hingewiesen wurde, unstimmige Abweichungen: Stammtr\u00e4ger KARL AUGUST, k. (kaiserlicher) Feldhauptmann, geb. 1352; als dessen dem Adel angeh\u00f6rige Gattinnen sind angegeben: 1) MARIA EVA VON RUSECK und 2) LISA VON WILDECK. Wie beim Vater erscheint auch hier dessen Zuordnung zum Kriegshandwerk als ein Mittel, den Wimpffen-Ahnen die Eigenschaft des ritterm\u00e4\u00dfigen Adels unterzuschieben. Von den angegebenen Geschwistern, auch jenen von Sporhan-Krempel und St\u00f6r aufgef\u00fchrten solchen, sei hier zwecks Stoffraffung &#8211; wie teilweise auch im Fortgang &#8211; nicht geredet.<\/p>\n<p>Der Umstand, dass der Vater des Leonhard Handel trieb und, wie sich zeigen wird, die Folgegenerationen sich voll von ganz speziell als (Fern-) Handel Treibende erweisen werden, induziert die sicher erscheinende Annahme, dass auch dieser als Handelsmann t\u00e4tig gewesen ist.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 3<\/u>:<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei Sporhan-Krempel wie St\u00f6r erscheinen als Stammeltern \u00fcbereinstimmend die Namen HEINRICH (sp\u00e4ter genannt DER \u00c4LTERE) und ANNA REITERIN (siehe 3a), dagegen bei Wurzbach FRIEDRICH AUGUST, geb. 1385, verheiratet mit LUDOVICA THERESIA VON WOLFSKEHL, der <em>\u201eSenator der Stadt N\u00fcrnberg\u201c<\/em> gewesen sein soll. Die Dienstfunktion eines Senators hat es jedoch im st\u00e4ndischen Regimentswesen der Freien Reichsstadt N\u00fcrnberg nicht gegeben; es d\u00fcrfte damit die h\u00f6chstgestufte Mitgliedschaft im sog. Inneren oder Kleinen oder Engeren Rat gemeint sein, was jedoch bei der festgef\u00fcgten St\u00e4ndeordnung N\u00fcrnbergs nur einem Angeh\u00f6rigen des Ersten Standes, umschrieben auch mit Patriziat, nicht einem solchen des Zweiten Standes, auch Ehrbarkeit genannt, offen stand. Hier sei bekr\u00e4ftigt, was Sporhan-Krempel feststellt: Die Hermann oder H\u00f6rmann waren Angeh\u00f6rige der Ehrbarkeit (= des Zweiten Standes) sowie Kaufleute und zwar Fernkaufleute. Die Richtigkeit dieser Eingliederung wird sich bei der Betrachtung der Folgegenerationen immer wieder best\u00e4tigen.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 4<\/u>:<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[32]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie sein Vater, so Sporhan-Krempel und St\u00f6r, hie\u00df deren Stammvater HEINRICH (siehe 4a), deshalb auch als DER J\u00dcNGERE erscheinend. Verheiratet war dieser laut der Erstgenannten mit ANNA DAXIN, laut dem Zweitgenannten mit URSULA DAXIN. Der ungleiche Vorname d\u00fcrfte sich wiederum aus der unterschiedlichen Herauswahl aus einer urkundlichen Vornamenkette erkl\u00e4ren. Dieser sei, so Sporhan-Krempel, 1512 nach N\u00fcrnberg ausgewandert; so d\u00fcrfe man schlie\u00dfen, dass er etwa 1485 geboren worden ist. Die Familien-Genealogie sage, <em>\u201e\u201aer sei der erste gewesen der nach N\u00fcrnberg gekommen sei und sich \u201aHermann von Wimpffen\u2019 genannt habe, vermutlich doch wohl zur Unterscheidung von den andern Herm\u00e4nnern.<\/em> <em>Diesen Zusatz \u00fcbernahmen dann auch die anderen Mitglieder der Familie.<\/em> <em>Manchmal wird aber auch die Beif\u00fcgung weggelassen;<\/em> <em>denn mit der Zeit wurde das \u201avon Wimpffen\u2019 immer wichtiger und \u201aHermann\u2019 trat zur\u00fcck. <\/em>Er habe, so berichtet Sporhan-Krempel weiter, das Pr\u00e4dikat \u201eEhrbar\u201c gef\u00fchrt, sei 1515 dort B\u00fcrger und auch Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rats geworden, im August 1532 gestorben und auf dem St. Johannesfriedhof begraben worden. Die vorgenommene Einsicht in im Druck vorliegende N\u00fcrnberger Chronik-Unterlagen best\u00e4tigten die Richtigkeit der letztgenannten beiden Datierungen und der daran gekn\u00fcpften vielerlei Umst\u00e4nde. Die daraus ableitbare Tatsache, dass das Von-Wimpffen-Geschlecht erst im beginnenden 16. Jahrhundert unter dem b\u00fcrgerlichen Namen \u201eHermann\u201c nach N\u00fcrnberg gekommen ist, vertr\u00e4gt sich mit dem von Wurzbach, bezogen auf die dritte Generation, konstatierten N\u00fcrnberger Senator Friedrich August von Wimpffen des 14.\/15. Jahrhunderts nunmehr auch zeitlich in keiner Weise. Und was das durch von Wurzbach und der Familientradition ihren ersten beiden Stammtr\u00e4gern gegebene Metier des Kriegsmannes und Ritters bzw. des kaiserlichen Feldhauptmannes betrifft, so steht in der Weiterf\u00fchrung von Sporhan-Krempel in Bekr\u00e4ftigung des schon \u00fcber den Erstahnen Sigmund Gesagte das v\u00f6llig Andere zu lesen, n\u00e4mlich dass <em>\u201edie Hermann Kaufleute, Fernh\u00e4ndler waren\u201c.<\/em> Als Beleg dient ihr nicht nur die Auswanderung des (\u00e4lteren) Heinrich von (der Handelsstadt Augsburg nach der ebensolchen) N\u00fcrnberg, sondern sie verweist auch auf die folgenden in den Nachfolge-Generationen 5, 6 und 7 geschehenen (wir kommen auf insgesamt sechs) F\u00e4lle der Einheirat in Fernh\u00e4ndler-Familien, womit wir zeitlich weit vorausgreifen m\u00fcssen:<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Heinrichs Bruder HAN\u00df (siehe 4f), sp\u00e4ter DER \u00c4LTERE, heiratete BARBARA LINDENMAIERIN (Sporhan-Krempel: ANNA LINDERIN; wahrscheinlich stammend aus der gleichnamigen N\u00fcrnberger Fernh\u00e4ndler-Familie), zog nach Italien und lie\u00df sich 1504 in Venedig nieder, d. h. in jener prachtvollen Stadt, die den Levantehandel beherrschte.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Die Vorgenannten hatten einen Sohn namens WILHELM (siehe 5d); dieser kehrte laut Sporhan-Krempel in die alte Heimat nach Augsburg zur\u00fcck und heiratete dort im Jahr 1529 MAGDALENA SCHMUCKERIN, deren Name in der Tat auch bei St\u00f6r zu finden ist, wobei wohl SCHM\u00dcCKERIN zu lesen steht. Im Jahr der Heirat sei Wilhelm, wie es ausdr\u00fccklich in alten Aufzeichnungen hei\u00dfe, <em>\u201eallda in die Herrenstube gelanget\u201c. <\/em>Diese sog. Herrenstube war eine Augsburger gesellschaftliche Korporation, in der Patrizier und auch durch Heirat herrenstubenf\u00e4hig gewordene Nichtpatrizier aufgenommen waren. Die SCHMUCKER, die durch Barchenttuchhandel reich gewordene weberz\u00fcnftige Kaufleute waren und zu den reichsten Augsburger B\u00fcrgern mit ganz betr\u00e4chtlichem ausw\u00e4rtigem Streubesitz in Form mehrerer arrondierter Grundherrschaften geh\u00f6rten, sollen 1538, d. h. bald nach der Heirat des Wilhelm, ins Augsburger Patriziat aufgenommen worden sein, in dem sie sich aber nur kurz h\u00e4tten halten k\u00f6nnen. Unabh\u00e4ngig von den Angaben von Sporhan-Krempel ist in der Weiterverfolgung deren Kinder im Stammbaum von St\u00f6r (siehe 6l, 6m, 6n, 6o, 6p) die folgende Fortsetzung der Einheirat in Fernkaufmanns-Familien zu finden: Der dritte Sohn (siehe 6n) CHRISTOFF (ca. 1540 \u2013 1611) heiratet 1564 die aus Augsburg stammende SUSANNA WALTERIN (geb. 1542), die Tochter des Augsburgerr Patriziers und B\u00fcrgermeisters BERNHARD I. WALT(H)ER (1500 \u2013 1559) und der FELICITAS WALTHER geborene REHLINGER (1504 \u2013 1579), deren beider Familien in Zusammenarbeit mit bzw. in Diensten der im Fernhandel und Geldwesen f\u00fchrend t\u00e4tigen Augsburger FUGGER und im Falle der REHLINGER sogar in engem Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis zu diesen standen.<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[34]<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: Die Vorgenannten hatten eine Tochter namens SYBILLA (siehe 5 c). Diese heiratete (laut Fleischmann<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[35]<\/a> 1530 in Venedig) den dort als Fernh\u00e4ndler t\u00e4tigen und aus einer der Ersten Geschlechter N\u00fcrnbergs stammenden sowie dort im Engeren oder Kleineren Rat sitzenden BALTHASAR DERRER (bei St\u00f6r als D\u00d6RRER erscheinend). Diese betrieben erfolgreich ein zwischen N\u00fcrnberg, Wien und Venedig operierendes Handelsgesch\u00e4ft. Sp\u00e4ter siedelten die beiden nach N\u00fcrnberg \u00fcber und Balthasar wurde dort nach einer langen Karriere im Stadtregiment schlie\u00dflich 1580 Vorderer Losunger und begleitete somit eines der wichtigsten dem Einzug der Steuern sowie der Finanz- und Verm\u00f6gensverwaltung dienenden \u00c4mter im Stadtregiment.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Viertens<\/span>: Einer der S\u00f6hne dieses Han\u00df, der ebenfalls HAN\u00df (siehe 5b; dort noch mit DER J\u00dcNGER bezeichnet) hie\u00df, verheiratete sich laut Sporhan-Krempel\u00a0mit CLARA DIOT\u00c4T AUS CYPERN; dazu sowie bezugnehmend auch auf die anschlie\u00dfend erfolgenden weiteren Personenangaben:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1013\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15.jpg\" alt=\"\" width=\"8270\" height=\"3033\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15.jpg 8270w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15-150x55.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15-300x110.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15-768x282.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-15-1024x376.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 8270px) 100vw, 8270px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. 12: Bearbeiteter Ausschnitt des Stammbaums von J. W. St\u00f6r, die Generationen 4 bis 7 der H\u00f6rmann von Wimpffen betreffend<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Somit m\u00fcsse man, so stellt Sporhan-Krempel fortfahrend fest, mit Recht annehmen, dass die Hermann in Venedig mit Cypern Handel trieben. Wenn man im Stammbaum St\u00f6r (siehe 5b) den Namen nachliest, st\u00f6\u00dft man allerdings auf CLARA CLAUDIANI AUS ZIPERN und damit auf einen v\u00f6llig anderen Zunamen, doch immerhin auf deren von Sporhan-Krempel konstatierte Mittelmeer-Insel-Herkunft.-<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">F\u00fcnftens<\/span>: Sporhan-Krempel gibt weiterschreitend an, dass einer deren S\u00f6hne namens LEONHARD die Ehe mit einer Italienerin eingegangen sei. Dieses best\u00e4tigt sich dadurch, dass dieser im Stammbaum St\u00f6r in der Tat links au\u00dfen unter 6b als LIENHARD erscheint, dem zwei Br\u00fcder namens HAN\u00df (siehe 6c) und CHRISTOFF (siehe 6d) folgen, und des Erstgenannten Gattin sich mit PIARINA DI ALDI entziffern l\u00e4sst, was in der Tat eindeutig italienisch klingt.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Sechstens<\/span>: Der Sohn dieser beiden, so schreibt Sporhan-Krempel weiter, habe sich mit ANNA MARIA TUCHERIN, also wieder nach N\u00fcrnberg, verheiratet. Die Nachschau, jetzt in Generation 7, erbringt sage und schreibe vier S\u00f6hne (siehe 7b, 7g, 7l und 7n) und neun T\u00f6chter (7c, 7d, 7e, 7f, 7h, 7i, 7j, 7k, 7m), worunter bei 7l tats\u00e4chlich HAN\u00df und PHILIPINA TUECHERIN erscheinen. Laut Wolfgang Reinhard<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[36]<\/a> findet sich denn auch, was die Angaben von St\u00f6r best\u00e4tigt, ein 1593 in Venedig wohnender und von 1599 bis 1601 dort als Mitglied der Kaufleutestube sowie 1606 dort gestorbener HANS HOERMANN mit Ehefrau PHILIPPINA GEB. TUCHER. Die TUCHER VON SIMMELSDORF geh\u00f6rten zu den ganz gro\u00dfen Geschlechtern der Reichsstadt N\u00fcrnberg, die dort 1309 zum ersten Mal genannt und 1340\u00a0in den Engeren Rat eingezogen sind. Diese waren in europ\u00e4ischen Handelszentren wie z. B. in Venedig t\u00e4tig gewordene Gro\u00dfkaufleute, die sich ganz besonders im Safranhandel hervortaten. Ihren Namenszusatz bekommen sie schlie\u00dflich 1697 von Kaiser Leopold sogar als Adelsname unter Immatrikulation im Ritterkanton Geb\u00fcrg der Reichsritterschaft in Franken anerkannt. Indem die Eheschlie\u00dfung von HAN\u00df HOERMANN mit PHILIPPINA TUCHER zwei aus jeweils einem alten Fernkaufsmanngeschlecht stammende Partner zusammenbrachte, fand deren beider \u00fcber viele Generationen zur\u00fcckreichende Herkunft aus solchen quasi eine Potenzierung. Bei Han\u00df d\u00fcrfte diese l\u00fcckenlos von seiner Generation 7 zur\u00fcck bis zur Generation 1 gehen!<\/p>\n<p>Was die wiederum abweichende Nennung des von Wurzbach betrifft, so treffen wir mit dem beim Stammtr\u00e4ger dessen Generation IV ausgewiesenen Namen HANS I (geb. 1418, gest. 1491) zwar auf den bei Sporhan-Krempel und St\u00f6r vielerorts ab der Generation 4 bis hin zu Generation 9 zu findenden gleichen Namen. Da dessen Person mehrfach im 5. Buch des \u201eChronikon Alsatiae II. Edelsasser Cronik\u201c des Bernhart Hertzoger genannt ist, kann man davon ausgehen, dass ein solcher unter dem Namen HANS VON WIMPFFEN im Hagenau im Elsass des 15. Jahrhunderts gelebt hat. Doch l\u00e4sst sich dieser in keinerlei Weise in die Genealogie der Augsburg\/N\u00fcrnberger HERMANN (VON WIMPFFEN) einf\u00fcgen, was im Einzelnen im vorgenannten Kapitel I. Mysteri\u00f6ser Hans \u00a0meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c nachgelesen werden kann. Und hier sei &#8211; der Einfachheit halber zusammenfassend und die angegebenen Geburts- und Todesdaten sowie (mit einer Ausnahme) auch die adligen Gattinnen etc. unbeachtet lassend &#8211; ein gro\u00dfer Sprung \u00fcber die n\u00e4chsten vier Generationen hinweg (siehe diese alle in Abb. A 11: I. Stammtafel) gemacht, dessen bei von Wurzbach als Stammtr\u00e4ger angegebener gleichnamiger Sohn JOHANNES II. (Gen. V), Enkel JOHANNES III. (Gen. VI), dazuhin Urenkel FRIEDRICH, nach Anderen aber SEBASTIAN (Gen. VII) sowie Ururenkel JOHANN JACOB VON WIMPFFEN mit Gemahlin MARIE DOROTHEA VON SCHWARZENBERG (Gen. VIII)) ebenfalls nicht mit den von Sporhan-Krempel nachgewiesenen Stammtr\u00e4gern zu vereinen sind und samt Gattinnen als inexistent gewesen betrachtet werden m\u00fcssen. Wir werden auf das letztgenannte (sich als irreal erweisende) Stammtr\u00e4ger-Paar bei der Behandlung der Generationen 7 und 8 zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 5<\/u>:<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[37]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass der Beruf des Fernkaufmanns auch f\u00fcr Leonhards Gro\u00dfonkel DOMINICUS HERMANN oder H\u00d6RMANN zutrifft, zu dem wir nunmehr, weiterschreitend zum Stammtr\u00e4ger der n\u00e4chsten Generation, einschlie\u00dflich dessen Gattin namens URSULA GROLANDIN (siehe 5a) gelangen, das zeigen die folgenden von Sporhan-Krempel gegebenen Fakten und Daten: \u00c4hnlich wie Wilhelm und Sybilla, die Kinder des Italienfahreres Han\u00df, so habe auch DOMINIK, wie sie diesen nennt und schreibt, eine \u201eglanzvolle Heirat\u201c geschlossen. Am 12. Februar 1537 sei er zu St. Sebald mit URSULA GROLAND, der Tochter des NIKLAS GROLAND, getraut und im Jahr der Eheschlie\u00dfung auch Genannter (gemeint des Gr\u00f6\u00dferen Rates) geworden. Von ihm k\u00f6nne man mit Sicherheit sagen, dass er Fernkaufmann war; denn in den sog. \u201eFresslisten\u201c, in denen eine Art Geleitsabgabe festgehalten worden sei, werde er mehrmals als ein Besucher der Frankfurter Messe ausgewiesen. Dass Sporhan-Krempel von einer glanzvollen Heirat spricht, ergibt sich daraus, dass die GROLAND (VON OEDENBERG) sich in N\u00fcrnberg schon 1305 ersterw\u00e4hnt und ab 1346 im Inneren Rat finden. Sie betrieben Fernhandel und waren u. a. im flandrischen Tuchzentrum Tournai vertreten. Das der Gattin URSULA beigegebene Wappen der Groland f\u00fchrt im Zentrum eine f\u00fcnfbl\u00e4ttrige Rose, aus der drei Sensenklingen hervorgehen. Wie wichtig diese Eheverbindung f\u00fcr die Hermann von Wimpffen gesehen wurde, das geht aus dem Umstand hervor, dass im Stammbaum von J. W. St\u00f6r (siehe in Abb. A 10a) links unter der m\u00e4chtigen Baumkrone eine gegen\u00fcber diesem auf den Kopf gestellte genealogische Darstellung in Rosettenform der Patrizierfamilie Groland eingebracht ist, in der am unteren Ende rechtsau\u00dfen der Vorname der URSULA (zu erg\u00e4nzen: GROLAND) zusammen mit dem vollen Namen des in die Familie eingeheirateten Gatten\u00a0DOMINICUS H\u00d6RMANN\u00a0und darunter beider Wappenzeichen erscheinen.-<\/p>\n<p>Wie es einem Ansehen errungenen und offenbar auch verm\u00f6gend gewordenen Fernhandelskaufmann geziemte, bewohnte dieser eine zwischen der N\u00fcrnberger Sankt Sebald-Pfarrei und deren Pfarrkirche oberhalb des Rathauses und neben dem Herrnmarkt gelegene und den Raum zwischen zwei Gassen f\u00fcllende sowie aus Vorder-, Mittel- und Hinterhaus bestehende langgestreckte Behausung. Bereits 1533, demnach schon vier Jahre vor der sein Ansehen mehrenden Heirat, kann er sich von dem ber\u00fchmten N\u00fcrnberger Bildhauer und Medailleur MATTHES GEBEL, der Mode vieler damaliger Adliger wie Patrizier folgend, eine sein Kopfprofil zeigende Medaille (Schaum\u00fcnze) pr\u00e4gen lassen.<a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[38]<\/a><\/p>\n<p>Und etwas mehr als zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter gelingt es ihm sogar, einen k\u00f6niglichen Wappenbrief zu erlangen. Dessen aufschlussreicher Text, der den mir von Dr. Hans H. von Wimpffen zur Verf\u00fcgung gestellten zahlreichen Urkunden-Kopien \u00a0entnommen ist, lautet wie folgt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-231\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a-625x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a-625x1024.jpg 625w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a-92x150.jpg 92w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a-183x300.jpg 183w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012a-768x1258.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-232\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b-867x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"780\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b-867x1024.jpg 867w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b-127x150.jpg 127w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b-254x300.jpg 254w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa012b-768x907.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb.<\/strong><strong> A 13a und A 13b: Abschrift der Urkunde der Wappenverleihung vom 18. August 1555 mit angeschlossener Transkription<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hiernach wird von \u201eFerdinand Von Gottes gnaden R\u00f6m. K\u00f6nig\u201d dem \u201eDominicus Herman\u201c ein Wappen mit einem roten oder rubinfarbenen Schild verliehen. In diesem ist &#8211; in Anspielung auf seinen Namen &#8211; eine aufrecht und vorw\u00e4rts zum Sprung geschickte Gestalt eines sog. Herman (im Sinne von H\u00f6rnermann) oder Widder mit gelben Klauen und einw\u00e4rts gekr\u00fcmmten gelben H\u00f6rnern und roter ausgeschlagener Zunge sowie dar\u00fcber einem Stechhelm gezeigt. Indem als Name nur Dominicus Herman und nicht auch die schon von seinem Vater verwendete Herkunftsbezeichnung \u201evon Wimpffen\u201c erscheint, ist jeglichem Anschein der Verleihung eines Adelswappens begegnet. Denn es handelt sich bei diesem Wappen um nicht mehr als ein B\u00fcrgerwappen, so wie es damals in der St\u00e4ndischen Gesellschaft N\u00fcrnbergs in Vielzahl auch den dortigen Angeh\u00f6rigen des sog. Ersten Standes der sog. Patrizier verliehen worden ist, wobei dem Urnamen jeweils eine Herkunftsbezeichnung beigegeben wurde, die sich in der Regel nach deren im N\u00fcrnberger oder dem sonstigen Umland gelegenen Herrensitzen richteten. Zwar geh\u00f6rten die sich seit der Generation 4 \u201eHermann von Wimpffen\u201c Nennenden nur dem sog. Zweiten Stand der N\u00fcrnberger sog. Ehrbarkeit an. Doch erscheint durch ihre T\u00e4tigkeit als Fernh\u00e4ndler wie auch durch Einheirat in den Ersten Stand der sogenannten Patrizier (siehe vorausgehend 1529 in jenen der Augsburger SCHMUCKER, 1530 in jenen der N\u00fcrnberger DERRER bzw. D\u00d6RRER und jetzt 1537 in jenen der N\u00fcrnberger GROLAND) deren Verm\u00f6gendheit und vor allem auch Ansehen so gewachsen, dass sie f\u00fcr wappenw\u00fcrdig befunden wurden.<\/p>\n<p>Leider fehlt uns die im origin\u00e4ren Brief der Wappenverleihung sicherlich angef\u00fcgt gewesene Wappendarstellung und somit die Urform dieses Herman(n)-Wappens. Doch d\u00fcrfen wir uns wohl zun\u00e4chst ersatzweise mit jenem solchen behelfen, das in der Abb. A 10b zu finden ist und das, J. W. St\u00f6r, um es noch einmal klar herauszustellen, seinem \u201eSagenahn\u201c, f\u00e4lschlicherweise zwei Jahrhunderte vorausnehmend und freilich nur farblos in Schwarz-Wei\u00df, in den Ritterschild gesetzt hat. Dort st\u00f6\u00dft man auch auf die im Urkundentext umschriebene Wappenzier des vom Stechhelm beidseitig ausgehenden sog. gleichfarbenen Bausches und auf die dar\u00fcber sich mit nach au\u00dfen offenen Mundl\u00f6chern und einem Lindenbl\u00e4ttchen erhebenden zwei (roten) B\u00fcffelh\u00f6rner sowie die beidseits von diesen ausgehenden vier Linden\u00e4ste mit, nach unten h\u00e4ngend, oben einem, bei den zwei mittleren zwei und dem unteren drei (gelben) Lindenbl\u00e4ttlein sowie dazwischen dem Vorderteil wiederum \u201eeines wei\u00dfen Hermanns oder Widdergestalt\u201c.<\/p>\n<p>Als vollwertiger Ersatz kann eine um rund 2 \u00bd Jahrhunderte j\u00fcnger als jenes Urwappen von 1555 einzustufende farbige Wappendarstellung gelten, die nach Wappenzeichen und -zier sowie Farbdetails mit Ausnahme der \u201erot ausgeschlagenen Zunge\u201c ganz genau der obigen Beschreibung der Urkunde der Wappenverleihung entspricht. Siehe dazu die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-233\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013-1024x735.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"474\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013-1024x735.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013-150x108.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013-300x215.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa013-768x551.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb.<\/strong><strong> A 14: Das in einen kreisf\u00f6rmigen gr\u00fcnen Blattkranz auf blauen Hintergrund gesetzte und von einer Heros- und Heroinengestalt pr\u00e4sentierte Wappen der als Familie von Adel ausgestorbenen sog. D\u00e4nischen Linie der Freiherren von Wimpffen (Detail einer Wand- oder Urkundendarstellung ca. der Zeit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert unbekannter Herkunft)<\/strong><strong>.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Es verwundert, dass man bei Lore Sporhan-Krempel diesen bedeutsamen Akt der Wappenverleihung nicht erw\u00e4hnt findet, was wohl damit zu erkl\u00e4ren ist, dass sie diesen \u00fcbersehen oder, darum wissend, kurzerhand auf dessen Erw\u00e4hnung verzichtet hat. Dass die Wappenverleihung auch bei von Wurzbach und seinen Vorg\u00e4ngern nicht erscheint, hat einen tieferen Grund, n\u00e4mlich: Bei diesen ist ja weder Dominicus noch sind dessen drei Vorfahren-Generationen wie dessen zwei Nachfahren-Generationen in stimmiger Art und Weise beschrieben.<\/p>\n<p>Dominik fand im Nachjahr der Wappenverleihung am Dreifaltigkeitstag, d. h. am 30. Mai 1556, so Sporhan-Krempel, ein tragisches Ende, und zwar bei einer auf dem Tullnauer Weiher bei W\u00f6hrd n\u00e4chst N\u00fcrnberg mit einen Flo\u00df zusammen mit zweien seiner im Stammbaum St\u00f6r unter 6h, 6i, 6j und 6k zu findenden vier T\u00f6chter, einem jungen Gesellen aus Breslau und einer Magd unbeschwert angefangenen Lustfahrt. Wie es dazu kam, dass das Flo\u00df kenterte und alle au\u00dfer der Magd ertranken, das steht in einem im Kapitel G. Wappenempfang meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c wiedergegebenen Bericht des N\u00fcrnberger Chronisten Johannes M\u00fcllner zu lesen. Dominiks Witwe URSULA verkaufte die Behausung und Hofraithe beim Herrnmarkt 1559 an den B\u00fcrgermeister und Rat der Stadt N\u00fcrnberg f\u00fcr 5.113 Gulden und starb, so Sporhan-Krempel, viele Jahre sp\u00e4ter als ihr Gatte am Weinmarkt und wurde am 15. September 1570 begraben.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 6<\/u>:<a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[39]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Nun zur Folgegeneration weiterschreitend, sind im Stammbaum St\u00f6r neben den vorgenannten vier T\u00f6chtern des Dominik und der Ursula noch drei S\u00f6hne zu finden, n\u00e4mlich HEINRICH (siehe 6e), NICLAS (siehe 6f) und der Stammtr\u00e4ger CHRISTOFF zusammen mit seiner Frau REGINA B\u00d6HEIMIN (siehe 6a). Laut Sporhan-Krempel, die CHRISTOPH schreibt und vom \u00c4LTEREN spricht, ist dieser am 21. April 1552 in Sankt Sebald getauft worden und fand die Trauung mit REGINA BEHEIM am 20. Dezember 1577 statt. Deren Vater MICHAEL habe dem Inneren Rat angeh\u00f6rt und sei oberster Bauherrr der Stadt N\u00fcrnberg gewesen. Die BEHAIM AUF KIRCHSITTENBACH (die sehr unterschiedliche Namensschreibweise tut nichts zur Sache), wie diese im Verzeichnis des N\u00fcrnberger Patriziats erscheinen, sind bereits 1285 ersterw\u00e4hnt, finden sich im Inneren Rat ab 1319 und erhalten sp\u00e4ter um den Beginn des 18. Jahrhunderts sogar unter Vermehrung ihres Wappens von Kaiser Leopold I. den Adelstitel. Somit setzt sich hier das Einheiraten der Hermann (von Wimpffen) in die sog. Ersten N\u00fcrnberger Familien fort. Und die dieser Heirat wiederum beigemessene gro\u00dfe Bedeutung findet im Stammbaum des J. W. St\u00f6r abermals ihren Niederschlag dadurch, dass auf der Gegenseite der Darstellung des Stammbaumes der GROLAND, d. h. rechtsau\u00dfen unter der Baumkrone, in einer ebensolchen Halbrunddarstellung auch der Stammbaum der B\u00d6HEIM festgehalten ist. Dort erscheinen unten ganz rechts (das jeweils zu Erg\u00e4nzende findet sich in Klammer gesetzt) CHRIST(OFF) H\u00d6RMAN V. WIMPF(EN) und REGINA (B\u00d6HEIM), dazu beider Wappenzeichen, n\u00e4mlich der Widder und das auf gespaltenem Schildgrund schr\u00e4g laufende geschl\u00e4ngelte St\u00fcck eines Flusses (siehe dieses Wappenzeichen auch bei 6a). Welcher T\u00e4tigkeit dieser nachgegangen ist, dar\u00fcber erfahren wir nichts. Wahrscheinlich war er wie sein Vater Dominik, der langen Tradition folgend, Fernhandelskaufmann. Im \u201eExtract Mullneri Analium\u201d ist 1608 als das Jahr dessen Erhebung zum Genannten des Gr\u00f6\u00dferen Rats angegeben. Er starb laut Sporhan-Krempel im M\u00e4rz 1619 in einem Haus beim Gelben L\u00f6wen am (N\u00fcrnberger) Bonersberg. Laut Stammbaum St\u00f6r hatten Christoff der \u00c4ltere und Regina vier Kinder, drei T\u00f6chter namens MARGARET (siehe 7c) , REGINA (siehe 7b) und SUSANNA (siehe 7q) sowie einen nach dem Vater benannten Sohn CHRISTOFF (siehe 7a). Die T\u00f6chter, so Sporhan-Krempel, seien fr\u00fch verstorben: die 1579 geborene ANNA REGINA achtzehnj\u00e4hrig in K\u00f6ln, wo sie vielleicht Verwandte besucht hatte; ihre viel j\u00fcngere, erst 1591 geborene, Schwester SUSANNA im M\u00e4rz 1601 am Fischbach.<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise entpuppt sich NICLAS (siehe 6f), der bei Sporhan-Krempel NIKLAS geschrieben und laut dieser am 22. M\u00e4rz 1539 in Sankt Selbald getauft worden ist, als der gegen\u00fcber seinem Bruder CHRISTOPH bzw. CHRISTOFF um 13 Jahre \u00c4ltere. Indem dieser, so Sporhan-Krempel, sich am 15. Juni 1568, wie auch im Stammbaum St\u00f6r zu lesen steht, mit ANNA PFINTZINGERIN, der Tochter des MARTIN PFINTZING, verheiratete, setzte sich<em> \u201edie Reihe der erfolgreichen Ehen fort\u201c.<\/em> Denn die PFINZING\u00a0(1554 mit dem Zusatz \u201eVON HENFENFELD\u201d) waren im 13. und 14. Jahrhundert das gr\u00f6\u00dfte und auch einflussreichste Geschlecht N\u00fcrnbergs gewesen und unstrittig staufisch-ministerialer Abstammung und hatten mehrfach in N\u00fcrnberg sogar das h\u00f6chste Amt des Reichsschulthei\u00dfen innegehabt. Deren fr\u00fcher Reichtum war vor allem dem Fernhandel entwachsen. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass ANNA PFINZING\u00a0eine der sieben T\u00f6chter der ersten Ehefrau des MARTIN I. PFINZING\u00a0(1490 \u2013 1552) namens ANNA GEBORENE L\u00d6FFELHOLZ (1498 \u2013 1543) gewesen ist. Diese sieben T\u00f6chter alle unter die Haube zu bringen und diese damit vor immerw\u00e4hrender Jungfernschaft und gar dem lebenslangen Eintritt in ein geistliches Fr\u00e4uleinstift zu bewahren, d\u00fcrfte nicht einfach und so im Falle der Anna der Preis daf\u00fcr die Verheiratung in den n\u00e4chstniederen Stand gewesen sein. Aus dem m\u00fctterlichen Erbe hatte die Mutter das pr\u00e4chtige Haus \u201eZum Lindwurm\u201d in markanter Lage unterhalb der Lorenzkirche (K\u00f6nigstra\u00dfe 12) in die Ehe gebracht. Inwieweit die eingeheirateten Hermann von Wimpffen davon profitiert haben, bleibt nat\u00fcrlich offen. Sicher ist, dass Niklas ein Jahr nach seiner Eheschlie\u00dfung Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rates geworden und im selben Jahr (1569) als Assessor ans Bauerngericht und damit in ein Stadtamt gelangt ist, wo er bis zu seinem Tod im August 1597 im Alter von 58 Jahren und damit 28 Jahre t\u00e4tig gewesen ist. <em>\u201eEr wertete\u201c<\/em>, so Sporhan-Krempel abschlie\u00dfend, <em>\u201edas \u201aImage\u2019 seiner Familie sehr auf.\u201c\u00a0<\/em>NICLAS tritt also in eine n\u00fcrnbergische Amtsstellung ein, was sich in der n\u00e4chsten beiden Generationen, um das vorwegzunehmen, jeweils sogar beim Stammtr\u00e4ger fortsetzen wird.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 7<\/u>:<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[40]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Denn der Stammtr\u00e4ger der Generation 7 CHRISTOFF bzw. CHRISTOPH DER J\u00dcNGERE (siehe 7a) geht 1607 die Ehe mit ANNA MARIA SEMLER(IN), der Tochter des \u201e<em>ehrbaren und f\u00fcrnehmen\u201c <\/em>DIETRICH SEMLER ein. Somit geh\u00f6rte dessen Familie zwar \u201enur\u201c dem Zweiten Stand der sog. Ehrbarkeit an; doch stellte diese ein angesehenes und verm\u00f6gliches Glied der N\u00fcrnberger Kaufmannschaft dar. Trotzdem d\u00fcrfte das Zustandekommen dieser Heirat wohl ohne eine bereits erreichte h\u00f6hergestellte gesellschaftliche Positionierung derselben in der N\u00fcrnberger hierarchischen Gesellschaft nicht zustande gekommen sein. Dem Familienansehen brachte die Heirat weiteren Gewinn. Christoph erreichte n\u00e4mlich wie sein Onkel Niclas sp\u00e4ter eine N\u00fcrnberger Amtsposition, n\u00e4mlich die eines Unterpflegers in Gostenhof. Das heute an die N\u00fcrnberger Altstadt grenzende Gostenhof war damals ein Vorort N\u00fcrnbergs, wo ein mit Oberpfleger und Unterpfleger besetztes sog. Pflegamt bestand. Im reichsst\u00e4dtischen N\u00fcrnberg des 16.\/17. Jahrhunderts oblag, bestimmt durch die Almosenordnung unter der Aufsicht von vier Ratsmitgliedern als Oberpfleger, neun Unterpflegern, entsprechend derselben Anzahl der Pfarreien der Stadt, zusammen mit vier vereidigten besoldeten Knechten die Erfassung und Beaufsichtigung der Almosenempf\u00e4nger sowie die w\u00f6chentliche Verteilung der sog. Almosen, bestehend haupts\u00e4chlich aus Almosengeld. Die Zahl der in N\u00fcrnberg 1523 ermittelten Hausarmen betrug etwa 400. Die Klienten des Almosens waren verpflichtet, ein Zeichen zu tragen und ihre Wohnung durch einen Schild\u00a0zu kennzeichnen.<\/p>\n<p>Bevor wir zur Nachfolge-Generaton, weiterschreiten, sei noch darauf verwiesen, dass &#8211; wie bereits angek\u00fcndigt \u2013 C. von Wurzbach in seiner der Generation 7 gleichzusetzenden Generation VIII das Stammtr\u00e4ger-Paar v\u00f6llig anders benennt, n\u00e4mlich mit JOHANN JACOB, geb. 1547, und MARIA DOROTHEA SCHWARZENBERG, was meinerseits per Durchstreichen und die dazugesetzten richtigen Namen in Rot herausgehoben ist und wor\u00fcber Beweiskr\u00e4ftiges im Rahmen der nun anstehenden Folgegeneration zu sagen sein wird.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 8<\/u>:<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[41]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Christoph der J\u00fcngere und seine Frau Anna Maria, geb. Semler, der Generation 7 hatten, so stellt Sporhan-Krempel fest, elf Kinder. Mit diesen Angaben geht der Stammbaum St\u00f6r genauestens einher, der hier der Verbesserung der Lesbarkeit wegen noch einmal, begrenzt auf den oberen Hauptbereich, gezeigt werden soll. Siehe dazu die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-234\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014-1024x816.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"526\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014-1024x816.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014-150x120.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014-300x239.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa014-768x612.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 15: Eingegrenzte und dadurch vergr\u00f6\u00dferte Darstellung sowie auf die Generationen 4 bis 9 (inklusive 10) beschr\u00e4nkte Darstellung des Stammbaumes von ca. 1750\/60 des J. W. St\u00f6r<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Denn dort finden sich sieben Knaben (siehe 8g, 8h, 8i, 8j, 8k, 8a, 8o) und vier M\u00e4dchen (siehe 8l, 8m, 8n, 8p), also tats\u00e4chlich elf Kinder, verzeichnet. In der langen Namenreihe wird sich nicht nur deren Stammtr\u00e4ger JOHANN FRIEDRICH (siehe 8a) mit seinen beiden Gemahlinnen SUSANNA CATHARINA F\u00dcRLERGERIN und SUSANNA KRE\u00dfIN, sondern auch dessen j\u00fcngerer Bruder JOHANN DIETRICH (siehe 8j) mit seinen ebenfalls zwei Gemahlinnen MARIA MAG(DALENA) L\u00d6FFELHOLTZIN und MARIA BART(HOLOMEA) L\u00d6FFELHOLTZIN als relevant erweisen.<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise stimmen, entgegen bisheriger Nicht\u00fcbereinstimmung aller Namensangaben des Von Wurzbach (inklusive Aubert Des Bois sowie Epigonen) einerseits und Sporhan-Krempel (inklusive St\u00f6r und Waldau) andererseits, sowohl die Namen des vorstehend als Zielpersonen herausgestellen Br\u00fcderpaares als auch der vorgenanten Namen der jeweils zwei Gemahlinnen \u00fcberein. Denn in der I. Stammtafel des C. von Wurzbach (zu finden in Abb. A 11) hei\u00dft es (\u00fcbereinstimmend mit den dazugeh\u00f6rigen Biografien Nr. 29 und 28) wie folgt:<\/p>\n<p>&#8211; Mittig links:<br \/>\n\u201eAelterer Hauptast:<br \/>\nJOHANN FRIEDRICH [29]<br \/>\nkais. Feldoberster<br \/>\ngeb. 1581, gest. 13. November 1668.<br \/>\n1) SUSANNA KATHARINA F\u00dcRLEGER<br \/>\n2) SUSANNA KRE\u00df VON KRESSENSTEIN, geb. 16. August 1622, gest. 5. Juli 1682.\u201c<\/p>\n<p>Der linksau\u00dfen neben dem Namen von Johann Friedrich angegebene Bruder SEBASTIAN, geb. 1580, l\u00e4sst sich in der o. a. langen von b bis p reichenden Geschwisterreihe des Stammbaumes St\u00f6r nicht finden.<\/p>\n<p>&#8211; Mittig rechts:<br \/>\n\u201eJ\u00fcngerer Hauptast:<br \/>\nJOHANN DIETRICH [28]<br \/>\nkais. Feldoberster<br \/>\ngeb. 1583<br \/>\n1) MARIA MADALENA v. L\u00d6FFELHOLTZ<br \/>\n2) KATHARINA BARTHOLOMEA V. L\u00d6FFELHOLTZ<br \/>\n3) SABINA VON CREMONI<br \/>\n4) ANNA VON ROSENBACH<br \/>\n(siehe II. Stammtafel).\u201c<\/p>\n<p>Die rechtsau\u00dfen neben dem Namen des Johann Dietrich angegebene Schwester ELISABETH, geb. 1587, l\u00e4sst sich in der o. a. Geschwisterreihe des Stammbaumes St\u00f6r nicht finden.<\/p>\n<p>In den unter den Einzelbiografien Nr. 29 und 28 auf der Seite 11 des Werkes des Constantin von Wurzbach zu findenden Lebensl\u00e4ufen, welche die Angaben des I. Stammbaumes erg\u00e4nzen und die an sp\u00e4terer Stelle immer immer wieder zur Sprache gebracht werden, hei\u00dft es u. a. \u00fcbereinstimmend, dass diese beiden Br\u00fcder JOHANN FRIEDRICH und JOHANN DIETRICH S\u00f6hne von JOHANN JACOB aus der Ehe mit MAR. (gemeint MARIA) DOROTHEA VON SCHWARZENBERG gewesen seien. Dementsprechend findet sich dieser unter Beigabe von \u201egeb. 1547\u201c auch in der I. Stammtafel als Stammtr\u00e4ger der Generation VIII. Dass dieses Paar, wie schon gesagt, der Realit\u00e4t entbehrt und deshalb von mir dort in Rot durchgestrichen und durch die Namen CHRISTOPH DER J\u00dcNGERE und ANNA MARIA SEMLER ersetzt worden ist, ergibt sich f\u00fcrs Erste aus Sporhan-Krempel wie auch aus St\u00f6r, bei denen die Vorgenannten ja zweifelsfrei als die Eltern des Br\u00fcderpaares JOHANN FRIEDRICH und JOHANN DIETRICH ausgewiesen sind. Dass diese Zuordnung den Tatsachen entspricht, das geht schlagend aus den nachfolgend gezeigten zwei N\u00fcrnberger Urkunden-Kopien hervor, die ich von Dr. Hans H. von Wimpffen erhalten konnte:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-236\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b.jpg\" alt=\"\" width=\"4535\" height=\"5000\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b.jpg 4535w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b-136x150.jpg 136w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b-272x300.jpg 272w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b-768x847.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa015b-929x1024.jpg 929w\" sizes=\"(max-width: 4535px) 100vw, 4535px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 16a und A 16b: Die Kopien von im Stadtarchiv N\u00fcrnberg unter S I Lade 149 Nr. 6 unter vielen anderen bewahrten Urkundenabschriften, deren obere die am 12. Oktober 1645 proklamierte Eheschlie\u00dfung (in heutiger Sprache das sog. Aufgebot) des Johann Friedrich von Wimpffen mit Susanna Catharina F\u00fcrleger und deren untere dasjenige vom 4. April 1658 des Johann Dietrich von Wimpfen mit Maria Magdalena L\u00f6ffelholtz notiert<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In beiden Urkunden-Texten steht, von mir jeweils durch rote Unterstreichung hervorgehoben, zwischen oben dem jeweiligen Gebr\u00fcder-Namen \u201eJohann Friedrich Von Wimpfen\u201d bzw. \u201eJohann Dietrich Von Wimpfen\u201d und unten dem jeweiligen Brautnamen \u201eSusanna Catharina\u201d bzw. \u201eMaria Magdalena\u201c jeweils \u201eChristoph Hermann Von Wimpfen ehelch. Sohn\u201c bzw. \u201eEhlicher Sohn\u201d vermerkt, was diesen unbezweifelbar als Vater des Gebr\u00fcderpaares ausweist. Genau so\u00a0sind in der Generationsreihe IX der I. Stammtafel des C. von Wurzbach die Namen und Geburtsdaten der dort an den Flanken zu findenden beiden Geschwister der Gebr\u00fcder Johann Friedrich und Johann Dietrich namens SEBASTIAN und ELISABETH als falsch zu deklarieren. Des Weiteren ist die beiden Br\u00fcdern beigegebene Berufsbezeichnnung \u201ekais. Feldoberster\u201c und sind auch die diesen zugeordneten Geburtsjahre 1581 und 1583 sowie die angegebenen Ehen 3) mit SABINA VON CREMONI und 4) mit ANNA VON ROSENBACH des JOHANN DIETRICH als unrichtig anzusehen.<\/p>\n<p>Denn wie aus Sporhan-Krempel \u201eZur Geschichte der Fam. Hermann von Wimpffen\u201c (1981\/84) zweifelsfrei hervorgeht und an sp\u00e4terer Stelle noch genauer darzulegen sein wird, ist das vorgenannte in N\u00fcrnberg geborene Br\u00fcderpaar dort um eine ganze Generation sp\u00e4ter zur Welt gekommen: JOHANN FRIEDRICH, der \u00c4ltere der beiden, erst 1615 und JOHANN DIETRICH, der J\u00fcngere der beiden, erst 1616. Und gestorben ist der Erstgenannte am 13. Dezember (nicht November) 1668 (und zwar in N\u00fcrnberg) und der Zweitgenannte am 17. November 1679 (und zwar in Durlach; N\u00e4heres dazu sp\u00e4ter)! Und was die in der I. Stammtafel des C. von Wurzbach beiden zugewiesene falsche T\u00e4tigkeitsbezeichnung \u201ekais. Feldoberster\u201c betrifft, so war der \u00c4ltere Johann Friedrich im N\u00fcrnberger zivilen \u00c4mterwesen besch\u00e4ftigt, wo er schlie\u00dflich den beachtlichen Rang des Losungsamtmannes erreichte. In der diesem geltenden Biografie Nr. 29 schreibt von Wurzbach zwar richtigerweise \u201ewar Losungsamtmann zu N\u00fcrnberg\u201c, f\u00fcgt aber dann, wieder total neben der Realit\u00e4t liegend, \u201eund zuletzt kaiserlicher Feldoberster\u201c an.<\/p>\n<p>Und der J\u00fcngere Johann Dietrich war zwar zun\u00e4chst Milit\u00e4r, brachte es aber nur bis zum Rang eines \u201eLieutenant\u201c. Und sp\u00e4ter \u00fcbte dieser, wie sp\u00e4ter zu zeigen sein wird, allerlei zivile T\u00e4tigkeiten aus, so zuletzt, wie selbst von Wurzbach in seiner diesem geltenden Biografie Nr. 28 aufzeigt, diejenige eines K\u00e4mmerers und Oberhofmeisters der Markgr\u00e4fin von Baden-Durlach. Ganz offenkundig hat von Wurzbach dem Br\u00fcderpaar wider die Wahrheit ganz bewusst und gleichgerichtet den Anstrich h\u00f6herrangiger und dazuhin adliger Milit\u00e4rs zu verleihen versucht. All dieses im Generationsband IX der I. Stammtafel festzustellende Fehlerhafte findet sich in Rot durchgestrichen und Fehlendes teilweise in Gr\u00fcn erg\u00e4nzt. Dazuhin wurde es f\u00fcr notwendig befunden, die Zuordnungen der Generation X bzw. 9 \u201eAelterer Hauptast\u201c und \u201eJ\u00fcngerer Hauptast\u201c durch rote Pfeilf\u00fchrungen weg von Johann Friedrich bzw. Johann Dietrich hin zu des Erstgenannten Kindern GEORG ABRAHAM und HANS KARL zu f\u00fchren, was die notwendige Erkl\u00e4rung erst an sp\u00e4terer Stelle finden wird.<\/p>\n<p>Richtig jedoch erscheinen bei von Wurzbach, mit Ausnahme der dem J\u00fcngeren (siehe oben) noch zugewiesenen adligen Ehefrauen 3) und 4), die jedem der beiden Br\u00fcder zugeordneten zwei Ehefrauen, die &#8211; mit einer Ausnahme &#8211; N\u00fcrnberger Familien des Ersten Standes der sog. Patrizier angeh\u00f6rten, welche im 17. bzw. 16. Jahrhundert sogar in den Adelsstand erhoben worden waren und alle hochverm\u00f6gend gewesen sind. Im Einzelnen sah das so aus (N\u00e4heres siehe bei Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel L. Adelswerdung; dort insbesondere \u201eGenealogische\u00a0\u00dcbersicht I&#8220;):<\/p>\n<p>&#8211; Die beiden Ehefrauen von JOHANN FRIEDRICH waren:<\/p>\n<p>1) SUSANNA (auch SUSANNE) KATHARINA F\u00dcRLEGER (Heirat 1645):<br \/>\nDiese soll 60.000 bis 70.000 Gulden in die Ehe gebracht haben. Denn die F\u00dcRLEGER geh\u00f6rten zwar wie der Ehemann \u201enur\u201c dem Zweiten Stand der sog. Ehrbarkeit an, waren aber reiche Handelsleute, die z. B. in Verona eine Handelsniederlassung besa\u00dfen und 1625 sogar den Adelstitel zuerkannt bekommen hatten.<\/p>\n<p>2) SUSANNA KRE\u00df VON KRESSENSTEIN (Heirat 1660 und jetzt in der 3. Ehe stehend):<br \/>\nDemgegen\u00fcber geh\u00f6rten die KRE\u00df (auch KRESS) dem Vordersten Stand der sog. Patrizier an, die als erfolgreiche Kaufleute 1418 erstmals ratsf\u00e4hig im Sinne des Engeren oder Kleineren Rates geworden waren, aber mehr und mehr sich dem Staatsdienst als Diplomaten und als Kriegsleute zugewandt und schon 1531 vom Kaiser das Adelsprivileg mit der Namenserweiterung KRESS VON KRESSENSTEIN zuerkannt bekommen hatten. Susannas wohl von ihrer Herkunft herstammende Begehrtheit manifestiert sich auch darin, dass sie nach dem Tod von Johann Friedrich sogar noch eine vierte Ehe eingehen konnte.<\/p>\n<p>&#8211; Die beiden Ehefrauen von JOHANN DIETRICH waren:<\/p>\n<p>1) MARIA MAGDALENA VON L\u00d6FFELHOLTZ (Heirat 1658) und<br \/>\n2) KATHARINA BATHOLOMEA VON L\u00d6FFELHOLTZ (Heirat 1663).<\/p>\n<p>Diese waren Schwestern, deren Vater im Zusammenhang mit der ersten Eheschlie\u00dfung als \u201eRat (im Sinne vom Engeren Rat) allhier\u201c und in der N\u00fcrnberger Vorstadt \u201eBasteihof\u201c bestellter Unterpfleger tituliert ist. Somit geh\u00f6rten die L\u00d6FFELHOLTZ ebenfalls zu den Ersten Geschlechtern N\u00fcrnbergs, die im Engeren Rat seit 1418 sa\u00dfen, viele Besitzungen vor allem in Form von Herrensitzen bzw. sogar Schl\u00f6ssern in und um N\u00fcrnberg hatten und schon 1515 in Anerkennung des Namenszusatzes VON KOLBERG AUF STEINACH den Adelsrang erlangt hatten.<\/p>\n<p>Mit diesen erneuten beiden Einheiraten in N\u00fcrnberger Erste Geschlechter, jetzt in Generation 9, fand das, was der sich selbst mit \u201e\u00e4lterer Hospitalprediger\u201c betitelnde GEORG ERNST WALDAU in der von ihm in der Stadt seiner T\u00e4tigkeit N\u00fcrnberg im Selbstverlag herausgegebenen Ver\u00f6ffentlichung \u201eVermischte Beytr\u00e4ge zur Geschichte der Stadt N\u00fcrnberg\u201c in Heft XV des sog. Zweyten Bandes vom November 1787 des Titels \u201eVom Losungsamtmann Johann Friedrich von Wimpfen und dessen Familie\u201c im Blick auf den von Augsburg nach N\u00fcrnberg gekommenen HEINRICH H\u00d6RMANN VON WIMPFEN, wie er schreibt, der Generation 5 im Blick auf die \u00fcber diese f\u00fcnf Generationern hinweg betriebene Heiratspolitik dessen Geschlechtes konstatiert hat, n\u00e4mlich (die Namen sind hier durch Gro\u00dfbuchstaben hervorgehoben): \u201e<em>Seine Nachkommen haben sich bei uns bald mit den besten adelichen und rathsf\u00e4higen Familien, den D\u00d6RRERN, GROLAND, PFINZING, BEHAIM, KRE\u00df, L\u00d6FFELHOLTZ, TUCHER u. a. verheirathet und verschw\u00e4gert.\u201c<\/em><a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[42]<\/a> Diese von Waldau auf der Grundlage seiner Kenntnis sowie Erforschung der N\u00fcrnberger Geschlechter gewonnene Namenskette erscheint bestens geeignet, die Stimmigkeit all der bislang von Sporhan-Krempel und St\u00f6r \u00fcbernommenen genealogischen Setzungen im Gegensatz zu jenen des von Wurzbach, bei dem bezeichnenderweise in den davorliegenden Generationen jeweils v\u00f6llig andere Namensnennungen erscheinen, verifizieren zu helfen.-<\/p>\n<p>Nunmehr die Vergleichung der Angaben des Constantin von Wurzbach mit jenen von Sporhan-Krempel und St\u00f6r \u00fcber das hier behandelte Br\u00fcderpaar der Generation IX bzw. 8 weiterf\u00fchrend, sei eine Stelle aus der bereits angesprochenen dem JOHANN DIETRICH geltenden Biografie Nr. 28 zitiert. Diese lautet: <em>\u201eIhm und seinem oben erw\u00e4hnten Bruder<\/em> (gemeint JOHANN FRIEDRICH) <em>verleiht Kaiser <u>Leopold<\/u><\/em> <em>am 13. November<\/em> <em>1658 einen sch\u00f6nen Wappenbrief, welcher auf Schloss Kainberg in Steiermark verwahrt wird.\u201c<\/em> Mit dieser Feststellung begeht von Wurzbach den einem Genealogen gar nicht anstehenden schrecklichen Lapsus, v\u00f6llig zu \u00fcbersehen (oder gar zu \u00fcberspielen), dass es sich bei dem in der Tat vom vorgenannten Kaiser und unter genau dem vorgenannten Datum den beiden Br\u00fcdern zugekommenen Akt nicht um die blo\u00dfe Zuerkennung eines Wappenbriefes, sondern um die diesen beiden auf den Antrag des \u00c4lteren JOHANN FRIEDRICH hin zugesprochene Verleihung des Adels mit gleichzeitiger sog. Besserung des 1555 dem Dominikus der Generation 5 verliehenen Widderwappens gehandelt hat.<\/p>\n<p>Dieser Sachverhalt ergibt sich zweifelsfrei aus Lore Sporhan-Krempel, die in ihrer Abhandlung des Titels \u201eZur Geschichte der Familie Hermann von Wimpffen\u201c ja dem Vorgenannten (unter Einschluss seiner vier der Ehe mit der F\u00fcrlegerin hervorgegangenen S\u00f6hne) nicht weniger als 7 \u00bd Seiten<a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[43]<\/a> widmet und u. a. \u00fcber diesen Folgendes schreibt: <em>\u201eIn diesem Zusammenhang <\/em>(gemeint sind von Johann Friedrich an verschiedene N\u00fcrnberger Kirchen erfolgte Schenkungen und Stiftungen)<em> geh\u00f6rt auch ein Antrag in Wien mit der Bitte um Aufnahme in die Ritterschaft des Kantons Altm\u00fchl. Es gelang ihm. Eine Urkunde best\u00e4tigt feierlich, da\u00df Kaiser Leopold I. dem Hans Friedrich und Hans Dietrich von Wimpffen, genannt Hermann, ein Wappen verliehen und bestimmt habe, da\u00df die Empf\u00e4nger \u201ain ewige Zeiten rechtgeborene Lehens-Turniergenossen und ritterm\u00e4\u00dfige Edelleut sein\u2019. Diese Verleihung datiert vom 13. November 1658.\u201c<\/em> Gl\u00fccklicherweise konnte ich von Dr. Hans H. von Wimpffen eine Serie Kopien erhalten, die den genauen Text der vorgenannten Verleihungsurkunde wiedergeben und von mir transkribiert worden sind. Siehe hierzu:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-238\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a-821x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"823\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a-821x1024.jpg 821w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a-120x150.jpg 120w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a-241x300.jpg 241w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016a-768x957.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-239\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b-808x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"836\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b-808x1024.jpg 808w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b-118x150.jpg 118w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b-237x300.jpg 237w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016b-768x974.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-240\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c-674x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"1003\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c-674x1024.jpg 674w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c-99x150.jpg 99w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c-198x300.jpg 198w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa016c-768x1166.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 17a, 17b, 17c: Die Kopien (auswahlweise) der Seiten 5 und 7 (mit Wappendarstellung) sowie der Schlussseite 11 des Briefes \u00fcber die von Kaiser Leopold I. \u201eden &#8230; gebr\u00fcdrn\u00a0Johan Friderich vnd Johan Dietrich von Wimpfen genant Herman\u201d verliehene Adelseigenschaft mit Wappenerweiterung vom 13. November 1658<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der f\u00fcr den Normalsterblichen bestenfalls nur stellenweise entzifferbare und in Wiederholungen sowie in schwer verst\u00e4ndlichen Amtsfloskeln schwelgende Adels- und Wappenbrief, auf dessen siebter der elf Seiten sich, wie dort gesagt, ein \u201evermehrt und verbessert\u201c Wappen dargestellt ist, findet sich in meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c in Kapitel \u201eL. Adelswerdung\u201c in Teilen in den Abb. L 6c, L 6d und L 6e gezeigt und danach ist eine l\u00fcckenlose Transkriptiion aller elf Seiten angef\u00fcgt, was alles zum genauen Nachlesen empfohlen sei. Hier sei nur auf das Wesentlichste verwiesen:<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Auf den (hier nicht zu sehenden) Seiten 2 bis 4 wird zun\u00e4chst u. a. auf die Voreltern des Geschlechts \u201egnand Hermanner\u201c verwiesen und dem \u201e<strong>Johan Friderich und Johan Dietrich von Wimpfen gnand Herman gebr\u00fcdere\u201c<\/strong> die alte Herkunft von Stand, adeligen Tugenden, Sitten, Wandel und Wesen sowie deren vor undenklichen Zeiten in der Freien Reichsstadt Augsburg und danach bei an die hundertf\u00fcnfzig Jahre in N\u00fcrnberg als unter den Vordersten Stand geachtet (nicht im Sinne von zu diesem geh\u00f6rend, sondern nur von zu diesem gerechnet!) beschrieben. U. a. wird dann \u00fcber Johann Friedrich anerkennend gesagt, dass er vom Geheimen Rat der Reichsstadt N\u00fcrnberg in den Rang eines Losungsamtmannes erhoben worden sei, was nur alten geschlechtsf\u00e4higen Personen anvertraut w\u00fcrde. Und \u00fcber Johann Dietrich wird lobend zum Ausdruck gebracht, dass er zuerst lang vor dem Frieden von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck (d. h. im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg) Kaiser Ferdinand III. und danach dem K\u00f6nig Philipp IV. von Spanien als Lieutenant Kriegsdienste in vielen blutigen Okkasionen, Scharm\u00fctzeln, Belagerungen, Treffen, Einnehmungen und somit beispielhaft dem Heiligen R\u00f6mischen Reich und dem Hause \u00d6sterreich Devotion geleistet habe.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Dort, wie auch u. a. zu sehen auf Seite 5 sowie auf der Schlusseite 11, findet sich der einstige b\u00fcrgerliche Urname (hier <strong>Herman <\/strong>statt in der Regel <strong>Hermann<\/strong>) als eine Art Beibezeichnung hinter dem jetzt von hinten nach vorne ger\u00fcckten ehemaligen Herkunfts- und nunmehrigen Adelsnamen <strong>von Wimpfen<\/strong> (statt in der Regel<strong> von Wimpffen<\/strong>) verzeichnet. Und auf Seite 5 und im Fortgang wird konstatiert, dass die Gebr\u00fcder zu (umgesetzt in die heutige Sprache und Rechtschreibung) \u201erecht gebornen Lehens- und Turniersgenossen und ritterm\u00e4\u00dfigen Edelleuten geadelt &#8230; und der Schw. (= Schw\u00e4bischen) Gesellschaft zugesellt werden\u201c.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: Die oben in Abb. A 17b zu findende Wappendarstellung, die in eine (hier nicht wiedergegebene) genaue Beschreibung eingebettet ist, gleicht in allen ihren Teilen (beidseitiger Bausch, Schild, Widder als Wappentier, beidseitige B\u00fcffelh\u00f6rner mit Lindenast- und Lindenbl\u00e4ttchen-Musterung), auch was die Farben betrifft, jener der Wappenverleihung an Dominicus des Jahres 1555 (siehe in Abb. A 12a und A 12b), doch mit dem Unterschied, dass der fr\u00fchere einfache Stechhelm zu einem &#8211; wie es hei\u00dft \u2013 \u201eoffenen adeligen Turnierhelm mit goldfarbener K\u00f6nigskrone\u201c wird. Es handelt sich hier demnach um ein Wappen, das auf der Grundlage des fr\u00fcheren solchen, wie es hei\u00dft, \u201evermehrt und verbessert\u201c worden ist. Das Wappentier, der silberfarbene Widder, ist hier wieder mit \u201esilberfarben Herman oder Widergestalt\u201c bezeichnet, d. h. der Ursprungsname \u201eHerman(n)\u201c ist wiederum als \u201eH\u00f6rnermann\u201c verstanden. Immer noch fehlt das, was von Wurzbach bereits seinem angeblichen Ritter SIG(IS)MUND falscherweise der ersten Generation zuordnet, n\u00e4mlich das vom Widder gehaltene Kreuz, welches, um es noch einmal zu sagen und wie erst an sp\u00e4terer Stelle einsichtig werden wird, erst 1781 in das Wappen der nunmehrigen Adelsfamilie Von Wimpffen gekommen ist.<\/p>\n<p>Aus dem hier zugrundegelegten Kapitel \u201eL. Adelswerdung\u201c meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c sei nunmehr die auf der Basis der Abhandlungen von Dr. Lore Sporhan-Krempel (1981\/84) sowie Georg Ernst Waldau (1787) in ausf\u00fchrlichster Art und Weise dargestellte Chronologie des Lebensganges des JOHANN FRIEDRICH in geraffter Form wiedergegeben. Daraus wird zun\u00e4chst dessen im N\u00fcrnberg des 17. Jahrhunderts erfolgter grandios anmutender ansehens- wie auch rang- und verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfiger Aufstieg und schlie\u00dflich sein durch au\u00dferordentliche Hoffart und Unterschlagungen sowie Bestechungen erfolgter unr\u00fchmlicher Abstieg offenbar werden, der schlie\u00dflich in der Kerkerhaft und dem dort geheimnisumwitterten Tod und im ger\u00fcchteumwobenen Verscharrtwerden endet. Dabei werden die bereits dargelegten Teilfakten, eingef\u00fcgt in chronologischer Entsprechung, wiederkehren.<\/p>\n<p>&#8211; September 1615: Geburt und Taufe in N\u00fcrnberg (in von Wurzbachs Biografie Nr. 29 falscherweise zu Hirschbach 1581!) als Sohn des Unterpflegers Christoph Hermann (von Wimpffen) und der dem Zweiten Stand (der sog. Ehrbarkeit) angeh\u00f6renden Anna Maria geb. Semler<\/p>\n<p>&#8211; 03. 11. 1645: Verheiratung mit der dem Ersten Stand (der sog. Patrizier) entstammenden reichen N\u00fcrnbergerin SUSANNA CATHARINA F\u00dcRLEGER; damals ist er als Gegenschreiber im st\u00e4dtischen Leihhaus t\u00e4tig<\/p>\n<p>&#8211;\u00a01646: Geburt des ersten Sohnes Johann Jacob und Bestellung zum Genannten des Gr\u00f6\u00dferen Rates<\/p>\n<p>&#8211; 1648: Geburt des zweiten Sohnes Georg Abraham1651: T\u00e4tigkeit im N\u00fcrnberger Leihhaus (Pfandhaus). Seine Gattin wird vom Rat mit einer Strafe von 10 Gulden belegt, weil sie eine nur dem Ersten Stand zustehende goldene Haube getragen habe. Er setzt nun alle Hebel in Bewegung, um den Nachweis zu erbringen, dass seine Familie und er als dem Ersten Stand gleichgeachtet sei, indem er nicht nur konkret auf die Stellung seiner Eltern und Voreltern verweist, sondern auch in der Stadt deren Herkunft in Augsburg Ausk\u00fcnfte einholt. Er erreicht schlie\u00dflich, dass der Rat erkl\u00e4rt, man lasse es zwar geschehen, dass er und die Seinen sich dem ersten Stand gem\u00e4\u00df kleiden d\u00fcrften und diesem gleich geachtet und als gerichtsf\u00e4hig, jedoch nicht als ratsf\u00e4hig (gemeint im Sinne des Engeren Rates) betrachtet seien.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a01652: Geburt des dritten Sohnes Hans Christoph1654: Geburt des vierten Sohnes Hans Karl. Damals ist er weiterhin im St\u00e4dtischen Leihhaus, jetzt als Kassier, besch\u00e4ftigt. In diesem Jahr nehmen B\u00fcrgermeister und Rat einen Kredit bei seiner Frau und nach deren Tod bei deren Nachfahren weitere solche, bis 1667 insgesamt 15.600 Gulden, auf.<\/p>\n<p>&#8211; 1655: Er kommt, so Sporhan-Krempel, \u201eals Amtmann in die Losungsstube, wir w\u00fcrden etwa sagen, in die Finanzverwaltung\u201c. Sein Titel Losungsamtmann darf nicht verwechselt werden mit dem h\u00f6hergestellten und diesem vorgesetzten Amt des sog. Losungers, das nur Angeh\u00f6rigen der Ersten Geschlechter zug\u00e4nglich gewesen ist.<\/p>\n<p>&#8211; 1657: Er geriert sich ganz nach dem Muster der Ersten Familien als Stifter in St. Egidien gut dotierter Fastenmessen. Und er beabsichtigt, die sieben Kirchent\u00fcren von Sankt Sebald neu machen zu lassen, wenn er dort sein Wappen anbringen d\u00fcrfe. Das wird ihm aber abgeschlagen, und so l\u00e4sst er dort nur zwei T\u00fcren, die Ehet\u00fcr und die Leichanschreibt\u00fcr auf seine Kosten erneuern. Und er erwirbt um 10.000 Gulden das 40 km n\u00f6rdlich von N\u00fcrnberg gelegene stattliche Dorf mit <u>Herrensitz Eschenbach<\/u>.<\/p>\n<p>&#8211; 1658: Wie oben bereits unter Einbringung der Abb. A 17a, A 17b und A 17c dargestellt, gelingt es ihm jetzt sogar, vom Kaiser f\u00fcr sich und seinen Bruder das Adelspr\u00e4dikat des Turniergenossen und der ritterm\u00e4\u00dfigen Edelleute der Gesellschaft Schwaben mit der Wappenverbesserung mittels goldener K\u00f6nigskrone auf dem offenen Turnierhelm zu erlangen.<\/p>\n<p>&#8211; 1659: Jetzt l\u00e4sst er das sch\u00f6ne Gel\u00e4nder um den Hauptaltar von Sankt Sebald f\u00fcr 800 Gulden auff\u00fchren. Dieses alles kann er nur finanzieren, weil die F\u00fcrlegerin \u00fcber das eingebrachte Verm\u00f6gen hinaus noch betr\u00e4chtliche auf etliche 20.000 Gulden belaufende Leheng\u00fcter und j\u00e4hrliche Einnahmen betr\u00e4chtlicher Mengen G\u00fclt und Zehenden hat.<\/p>\n<p>&#8211; 1660: Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet er die ebenfalls aus dem Vordersten Stand kommende schwerreiche Witwe JOHANNA KRESSIN bzw. KRESS VON KRESSENSTEIN. Dadurch wird der Erwerb weiterer Besitzt\u00fcmer im N\u00fcrnberger Umland bef\u00f6rdert. Es geh\u00f6ren ihm jetzt schon des Weiteren die <u>Herrensitze Finsterm\u00fchl<\/u> und <u>Rothenbruck<\/u> bei Neuhaus an der Pegnitz, wo im Vorjahr das aus Schloss, Hammer und M\u00fchle bestehende, doch im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zerst\u00f6rte, sog. Hammergut durch die mit ihm verwandten N\u00fcrnberger Patrizier L\u00f6ffelholtz, Kress und Tetzel wieder aufgebaut wurde. Au\u00dferdem nennt er auch das kleine mittelfr\u00e4nkische <u>Gr\u00fcnreuth<\/u> und im ostw\u00e4rtig an das Gebiet der Freien Reichsstadt N\u00fcrnberg angrenzenden <u>F\u00fcrstentum und Landgericht Sulzbach einen ansehnlichen<\/u> <u>hohen und niederen Wildbann<\/u> sein Eigen.<\/p>\n<p>&#8211; 1661: Zehn Jahre nach dem an seine erste Gattin ergangenen Straferlass erregen der Aufwand und Prunk sowie das allzu hochgestochene Auftreten Hans Friedrichs abermals den Unwillen des Rates. Zwar bel\u00e4sst der diesbez\u00fcgliche Ratsbescheid die fr\u00fchere Erlaubnis, dass sich die Wimpfen wie die vom Ersten Stand kleiden und halten d\u00fcrfen; doch habe er durch seine bisher \u00fcberm\u00e4chtige Pracht, seine Hoffart und seinen \u00dcbermut sich den ratsf\u00e4higen Geschlechtern nicht nur gleichhalten, sondern diesen noch etwas bevortun wollen. Dazuhin habe er noch sonderbare Monumenta und Ged\u00e4chtnisse mit seinen beigef\u00fcgten Wappen in die beiden Pfarrkirchen ohne Vorbewilligung der Herren \u00c4lteren und des Kirchenpflegers \u201eeingeschlichen\u201d. Dadurch und die gegen\u00fcber diesen und Anderen gebrauchten Anma\u00dfungen und Anordnungen habe er nicht allein seinem anvertrauten Amt, sondern auch sich selbst b\u00f6se Nachrede verschafft. Unter dem Ausdruck des Missfallens wird er ermahnt, sich seines Stands und Amts besser zu erinnern und zu fernerer Ahndung nicht weitere Ursache zu geben.<\/p>\n<p>&#8211; 1662: Ungeachtet dieser Ermahnung, stiftet er auf den hohen Altar von Sankt Sebald ein schweres silbernes Kruzifix und der Spitalkirche ein h\u00f6lzernes solches. Sporhan-Krempel stellt mit Recht die Frage, ob dies alles wirklich allein zur h\u00f6hern Ehre Gottes, oder vielleicht doch nur zum eigenen Ruhm, geschehen sei. Und Waldau urteilt: <em>\u201eMan hielt ihn also billig f\u00fcr einen angesehenen Mann; er affectirte aber auch den rechtschaffenen, und wusste sich den Schein der liberalen Fr\u00f6mmigkeit zu geben.\u201d<\/em><\/p>\n<p>&#8211; 1665: Nunmehr wird ihm vom Rat nahegelegt, in Geldsachen behutsam zu sein und f\u00fcr sich selbst ohne Zutun und Wissen und Befehl der Herren Losunger nichts zu unternehmen, was darauf hinweist, dass man Misstrauen ob der ehrlichen Wahrnehmung seiner Amtsgesch\u00e4fte hegt.<\/p>\n<p>&#8211; 1666: Als der Patrizier Jakob Christoph Waldstromer und seine Ehefrau Susanna etliche Rechte auf ihrem Hirschbacher Gut verkaufen, tritt Johann Friedrich als K\u00e4ufer auf und erwirbt schlie\u00dflich in <u>Hirschbach den Herrensitz Hammerschloss<\/u> um 2.000 Gulden. Ein anschauliches Bild dieser bedeutsamen Liegenschaft vermittelt der Text der Kopie des Kaufvertrages, der von \u201eSchlo\u00df oder Herrensitz im obern Hirschbach, mit Hammerwerk, Papier-, Schlag- und Mahlm\u00fchle, mit Mauern, T\u00fcrmen\u201d spricht. Hierzu sei nachfolgend eine instruktive zeitgen\u00f6ssische Darstellung gezeigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-242\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017-1024x673.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017-150x99.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017-300x197.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa017-768x504.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 18: Ansicht von Hammerwerk und Herrensitz Oberhirschbach, Anonymer Kupferstich aus dem fr\u00fchen 17. Jahrhundert<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8211; 1668\/1669<strong>:<\/strong> Trotz der Bemisstrauung entleihen die Stadtoberen bei ihm wiederum Geld, n\u00e4mlich 1.400 Gulden. In Anbetracht seiner den N\u00fcrnbergern vor Augen gef\u00fchrten finanziellen und gesellschaftlichen Potenz kann es nicht verwundern, dass gerade von ihm ein in der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek vorhandene Bilddarstellung desselben erhalten geblieben ist. Siehe diese in:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-243\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018-714x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"947\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018-714x1024.jpg 714w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018-105x150.jpg 105w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018-209x300.jpg 209w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa018-768x1101.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 19: Bildnis des Johann Friedrich Hermann von Wimpffen, B\u00fcrger und Losungsamtmann in N\u00fcrnberg, Kupferstich des N\u00fcrnberger Kupferstechers Johann Friedrich Leonhard von 1772; Erstdruck sp\u00e4testens im Todesjahr des Abgebildeten 1668<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gepflegte Haartracht, die wei\u00dfe Halskrause und der wohl lange schwere Mantel mit Pelzumschlag kennzeichnen dessen Streben nach Darstellung in der Art der Vordersten N\u00fcrnberger Geschlechter.<\/p>\n<p>&#8211; 1668: Doch erf\u00fcllt sich in diesem Jahr f\u00fcr diesen in pr\u00e4chtiger Robe Dargestellten sein trauriges Schicksal. Der Ablauf des dramatisches Geschehens ist im Endteil des Kapitels L. Adelswerdung\u00a0meiner Abhandlung \u00fcber die Von Wimpffen auf der Grundlage von L. Sporhan-Krempel und G. E. Waldau in gro\u00dfer Ausf\u00fchrlichkeit wiedergegeben und sollte dort nachgelesen werden. Davon sei hier nur das w\u00f6rtlich wiedergegeben, was in der Waldau zusammenfassend, ausgehend von Johann Friedrichs G\u00f6nnertum, erkl\u00e4rend und wertend berichtet:<\/p>\n<p><em>\u201eAllein alle diese Stiftungen und andere Fr\u00f6mmeleien konnten seine Untreue und Schalkungen nicht bedecken, die endlich an das Tageslicht kamen, und ihm Gef\u00e4ngni\u00df und Inquisition <\/em>(gemeint: versch\u00e4rfte Gef\u00e4ngnishaft) <em>zuzogen. Er hatte sich bisher vor andern, die h\u00f6heren Standes gewesen, sehr hervorgethan und noch kostbarer, als dieselben, oder ihnen doch gleich, gelebet, womit er sich, wie es unter Menschen zu geschehen pflegt, wenig Freunde gemacht, sondern vielmehr verlasset, desto genauer auf ihn zu sehen und keine Gelegenheit zu vers\u00e4umen, bei welcher er m\u00f6chte erniedriget und gedem\u00fcthiget werden k\u00f6nnen. Und so geschah es denn, da\u00df er 1668. Freitags den 12. Jun. Abends ganz ongef\u00e4hr durch den 4. Provisoner <\/em>(Gehilfen) <em>von der obern Losungstube hinabgef\u00fchret und bei dem Rathausvogt in Verwahrung gesetzet, den 23. Jul. aber zu Nachts auf den Wasserthurn in ein enges Gef\u00e4ngni\u00df gebracht wurde. Die Inquisitions-Acta sind mir nicht zu H\u00e4nden gekommen; aber aus andern guten Nachrichten ergiebt sich, da\u00df durch viele wider Pflicht und Eid von ihm begangene schwere Verbrechen er dem Aerarium<\/em> (Stadtkasse)<em> einen betr\u00e4chtlichen Schaden zugef\u00fcget habe, weswegen denn auch die Obrigkeit sich aller seiner Habe und G\u00fcter bem\u00e4chtiget und solche eingezogen, jedoch seinen S\u00f6hnen ihr auf 48.595 Gulden berechnetes Verm\u00f6gen herausgegeben und ihnen auch die Leheng\u00fcter \u00fcberlassen hat. W\u00e4hrend der Inquisition<\/em> (gemeint: w\u00e4hrend des versch\u00e4rften Arrestes) <em>wurde er krank, und befand sich laut eines Originalbriefs seines \u00e4ltern Sohnes, Georg Abrahams, den 7. Sept. schon, wie die eigenen Worte lauten, in miserablen Zustand, und ist auch noch vor Endigung der Inquisition ausser allem Zweifel nat\u00fcrlichen Todes im Gef\u00e4ngni\u00df gestorben, den 13. Dec. 1668.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Wie es im Einzelnen zu der Inhaftierung zun\u00e4chst im Rathaus und sp\u00e4ter im sog. Wasserturm M\u00e4nnereisen an der Pegnitz gekommen ist, was sich w\u00e4hrend dieser alles abgespielt hat und welche Legenden sich um den auch heute noch als mysteri\u00f6s erscheinenden Tod wie auch um sein im Geheimen geschehenes Begr\u00e4bnis rankten, das sollte am oben angef\u00fchrten Ort nachgelesen werden. Davon seien nur noch zwei Fakten herausgestellt:<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zum einen<\/span>: Vier Tage nach seinem Tod wurde sein Leichnam auf Bitten der Angeh\u00f6rigen freigegeben. Durch ein fr\u00fcher als gew\u00f6hnlich ge\u00f6ffnetes Stadttor wurde dieser heimlich im Wagen vor Einbruch des Tages hinaus und nach dem Wimpffen\u2019schen Herrensitz Eschenbach (nicht, wie im Umlauf, nach Hirschbach) gebracht und dieser dort ohne Sang und Klang au\u00dferhalb von Kirche und Friedhof begraben.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zum anderen<\/span>: Als dann einige Tage nach der Bekanntgabe des Todes des Johann Friedrich in N\u00fcrnberg die Nachricht umging, dass der Leichnam desselben zur Nachtzeit nach Hirschbach abgef\u00fchrt worden sei, da hie\u00df es, man habe diesen, weil auf dem Turmgef\u00e4ngnis kein Platz zum K\u00f6pfen vorhanden sei, erw\u00fcrgt und dann von Sch\u00fctzen auf einem Karren fortfahren und in eine Schiefergrube werfen lassen. G. E. Waldau hat 1787, d. h. zw\u00f6lf Jahrzehnte nach Johann Friedrichs Tod und heimlichem Verscharren, der immer noch grassierenden und sogar in die Literatur aufgenommenen \u201eVolkssage\u201c von der Hinrichtung des Johann Friedrich durch Erw\u00fcrgen dadurch zu wehren versucht, dass er in seinem Aufsatz \u00fcber diesen in neun umf\u00e4nglichen Abschnitten zur Ehrenrettung der N\u00fcrnberger Obrigkeit den akribischen Nachweis zu f\u00fchren suchte, dass dieser nicht get\u00f6tet worden sein kann, sondern diesen <em>\u201ekranken, gedem\u00fcthigten und beschimpften Mann ohne Zweifel ein heftiger Schlag getroffen und ihn sogleich get\u00f6dtet\u201d<\/em> habe. Allerdings l\u00e4sst sich Dr. Hans H. von Wimpffen durch die Masse der von Waldau als Beweis f\u00fcr einen nat\u00fcrlichen Tod Johann Friedrichs aufgef\u00fchrten Argumente nicht von seiner Meinung abbringen, dass dabei Gewalt im Spiel gewesen sei.-<\/p>\n<p>Dazuhin dr\u00e4ngt es mich, noch darauf hinzuweisen, dass weder bei Aubert Des Bois, noch im Gotha, noch bei von Wurzbach und auch nicht bei Kneschke der gesellschaftliche Absturz und Tod von Johann Friedrich in der N\u00fcrnberger Kerkerhaft Erw\u00e4hnung findet, d. h. alle seinem schlimmen Ende mit totalem Ausschweigen begegnen und dar\u00fcber hinaus ganz im Gegensatz zu Waldau und Sporhan-Krempel dessen Lebensbeschreibung kaum \u2013 und zudem gr\u00f6\u00dftenteils falsch \u2013 Raum g\u00f6nnen. Das geschieht sicher wohl, um diese Negativ- bis Unperson und diesen schwarzen Flecken aus der ruhm- und ehrerf\u00fcllten Genealogie derer Von Wimpffen auszuscheiden. So erw\u00e4hnt z. B. Aubert Des Bois wenig mehr als seinen Namen (JEAN FR\u00c9DERIC) und (genau wie von Wurzbach) <em>\u201en\u00e9 en 1581\u201c <\/em>= geboren 1581, und weist dann ohne weitere Namensnennung mit <em>\u201edont la post\u00e9rit\u00e9 est \u00e9tablie \u00e0 Saugershausern es Saxe\u201c <\/em>auf dessen angeblich in <em>\u201eSaugershausen en Saxe\u201d<\/em> (gemeint: Sangershausen in Sachsen) niedergelassene Nachkommenschaft hin, wohin man aber keinen der vier S\u00f6hne und auch niemand aus deren Nachkommenschaft hinzuverorten vermag. Obgleich JOHANN FRIEDRICH VON WIMPFFEN zweifelsfrei derjenige ist, dem sein Geschlecht die Adelserhebung verdankt, erniedrigt Constantin von Wurzbach diesen des Weiteren dadurch, dass er ihn in seiner I. Stammtafel zu nicht mehr als zum Stammvater seines sog. Aelteren Hauptastes, daf\u00fcr jedoch dessen durch seine Initiative geadelten j\u00fcngeren Bruder JOHANN DIETRICH VON WIMPFFEN &#8211; wider (wie erst an sp\u00e4terer Stelle richtig einsichtig gemacht werden kann) die Realit\u00e4t &#8211; zum Gr\u00fcnder seines sog. J\u00fcngeren Hauptastes deklariert. Damit wird dieser unrichtigerweise an Stelle seines \u00e4lteren Bruders Johann Friedrich zu jenem Wimpffen-Spross gestempelt, aus dem in der Generation 11 vor allem die sp\u00e4teren sog. f\u00fcnf Zweige ber\u00fchmter bis ber\u00fchmtester Milit\u00e4rs in den wichtigsten Staaten Europas und L\u00e4ndern Deutschlands herauswachsen werden! Und somit steht in von Wurzbachs Biografie Nr. 28 f\u00e4lschlicherweise zu lesen, Johann Dietrich sei <em>\u201eder Stifter des j\u00fcngeren nach ihm benannten Hauptastes der Familie Wimpffen und somit der Ahnherr aller heutigen Wimpffen in Oesterreich, Frankreich, Preu\u00dfen, Bayern und Russland\u201c<\/em>,<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[44]<\/a> was jedoch zweifelsfrei nicht f\u00fcr diesen, sondern f\u00fcr dessen Bruder Johann Friedrich zutrifft, aber erst nach und nach beim Durchschreiten mehrerer der nachfolgenden Generationen und schlie\u00dflich erst nach dem vollendeten Kennenlernen der vorstehend erw\u00e4hnten, wie sich zeigen wird, aus einem Dutzend Glieder bestehenden und somit \u00fcberlangen Generationsreihe 11 durchblickt werden kann.<\/p>\n<p>Nach diesem schlaglichtartigen Vorausblick in die Folgegenerationen gilt es, zur Generation 8 zur\u00fcckzukehren und nun auch den Lebensgang des JOHANN DIETRICH darzustellen. Da Sporhan-Krempel<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[45]<\/a> diesem nur eine Drittelseite widmet und zus\u00e4tzliche \u00fcber die blo\u00dfen Namenswiedergaben des Stammbaumes St\u00f6r sowie die Urkunde der Adelsverleihung hinaus verl\u00e4ssliche Quellen mir nur wenige vorliegen, muss diese sehr viel knapper als die des Bruders und, was seine milit\u00e4rischen T\u00e4tigkeiten sowie seinen sp\u00e4ten Lebensabschnitt betrifft, mit gewissen Unklarheiten behaftet ausfallen:<\/p>\n<p>&#8211; 1616: Geburt in N\u00fcrnberg (nicht wie von Wurzbach sagt 1583!); Eltern wie bei Johann Friedrich.<\/p>\n<p>&#8211; Vor 1648 (d. h. Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg): Er dient laut Adelsverleihungsurkunde lang vor dem Frieden von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck zuerst Kaiser Ferdinand III., danach als Lieutenant dem K\u00f6nig (Philippp III.) von Spanien. Laut Waldau stand er, was von dieser Urkunde teilweise abweicht, zuerst in kaiserlichen und spanischen Diensten als Lieutenant zu Ross, dann in N\u00fcrnbergischen Diensten als solcher zu Fu\u00df. Und diesen Angaben nahestehend, doch k\u00fcrzer gefassst, sagt Sporhan-Krempel, dieser habe zuerst dem Kaiser in Spanien, dann den N\u00fcrnbergern als Leutnant zu Fu\u00df gedient.<\/p>\n<p>&#8211; 1658: Verheiratung mit der dem Ersten Stand entstammenden verm\u00f6genden N\u00fcrnbergerin MARIA MAGALENA VON L\u00d6FFELHOLTZ. Damals erscheint Johann Dietrich urkundlich, r\u00fcckblickend auf seine Milit\u00e4rzeit und in Best\u00e4tigung desselben als ehemaliger Milit\u00e4r, als \u201eder R\u00f6mischen Kaiserlichen Majest\u00e4t und Hochf\u00fcrstlichen Durchlaucht zu Florenz gewester Lieutenant zu Ross\u201c. Laut dem origin\u00e4ren Stammbaum von St\u00f6r entw\u00e4chst dieser Ehe nur eine Tochter namens MARIA MAGDALENA (siehe im Stammbaum des J. W. St\u00f6r bei 9b). Zwar ist aus Waldau zu erfahren, dass Johann Dietrich mehrere jung verstorbene Kinder gehabt habe; ob diese aus dieser oder der zweiten Ehe hervorgegangen sind bzw. wie diese sich auf die beiden Ehen verteilen, l\u00e4sst sich dieser Aussage nat\u00fcrlich nicht entnehmen.1859: Er wird laut Waldau Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rats und soll sich meistens auf seinem Gut in Happurg (in der Hersbrucker Schweiz in Mittelfranken gelegen) aufgehalten haben.<\/p>\n<p>&#8211; 1663: Nach dem Tod seiner ersten Frau verheiratet er sich mit deren Schwester KATHARINA BARTHOLOMEA VON L\u00d6FFELHOLTZ. In diesem Jahr ist er in den Akten des Happurg nahegelegenen Hammerwerkes Rothenbruck bei Neuhaus an der Pegnitz als Hammerbesitzer und Hammermeister \u00fcberliefert, wo 1659 die L\u00f6ffelholtz und andere N\u00fcrnberger Patrizier mit ihrer Finanzkraft den kriegszerst\u00f6rten Hammer wieder aufgebaut hatten. Laut dem Stammbaum St\u00f6r entw\u00e4chst der zweiten Ehe der Sohn JOHANN PAULUS (siehe 9c).<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber berichten Sporhan-Krempel und Waldau \u00fcber eine aus der zweiten Ehe stammenden Tochter des Namens SUSANNA, die 1694 den RATSKONSULENTEN DR. FRIEDRICH ERNST FINCKLER bzw. CONSULENTEN FRIEDRICH ERNST FINKLER geheiratet habe; laut Waldau ist diese schon 1696 gestorben. Demzufolge wurde im Stammbaum St\u00f6r am linken Rand des Generationsbandes 9 eine entsprechende mit 9g bezeichnete Nachtragung deren beider Name im doppelten Wappenschild vorgenommen und der Abstammungszweig von dort zur Mutter Katharina Bartholomea hingef\u00fchrt. Laut N\u00fcrnberger Totenbuch des Jahres 1688 ist im April des genannten Jahres die edle und tugendreiche Jungfrau ANNA CATHARINA, des Edlen gestrengen und mannfesten Johann Dietrich von Wimpfen wohledlen und hochweisen Rats und gewesenen Lieutenants selig hinterlassene Tochter, gestorben und damit noch eine dritte Tochter des Johann Dietrich belegt. Deren in den Stammbaum St\u00f6r rechts neben den Bruder Johann Paulus nachgetragener Name mit Wappenschild (siehe 9h) wurde im Blick auf die Vornamens-Gleichheit der zweiten Ehefrau zugeordnet. Somit kommt man auf insgesamt vier Kinder. Da jedoch Waldau schreibt, es seien mehrere der Kinder des Johann Dietrich jung verstorben, ist mit Sicherheit anzunehmen, das diese Liste unvollst\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Nunmehr nach Belegen \u00fcber die Endperiode dessen Lebens und schlie\u00dflich dessen Todes suchend, was weder von Sporhan-Krempel angesprochen wird, noch aus N\u00fcrnberger Urkunden sch\u00f6pfbar ist, st\u00f6\u00dft man bei von Wurzbach im Johann Dietrich geltenden Lebenslauf Nr. 28 auf die mehr als nur fragw\u00fcrdige Feststellung, dieser habe, nachdem er (was richtig) l\u00e4ngere Zeit in N\u00fcrnberg gelebt und sich dort <em>\u201emit T\u00f6chtern angesehener Patrizierfamilien (vergl. die Stammtafel) verm\u00e4lt\u201c<\/em> hatte, 1650 diese Stadt verlassen und sich in der Pfalz angesiedelt. Aus dem in Klammern angef\u00fcgten Verweis auf seine (gemeint I.) Stammtafel ist mit Sicherheit zu schlie\u00dfen, dass von Wurzbach nicht allein seine dort zun\u00e4chst aufgef\u00fchrten und ihm nachweislich wirklich in N\u00fcrnberg angetrauten beiden Gattinnen 1) und 2) aus dem adligen und Ersten Geschlecht der L\u00f6ffelholtz meint, sondern auch die dort noch vermerkten zwei weiteren Gattinnnen 3) SABINA VON CREMONI und 4) ANNA VON ROSENBACH. Die Letztgenannte erscheint \u00fcbrigens auch bei Aubert Des Bois, und zwar ohne alle anderen und somit einzige solche sowie etwas anders als die angeblich im Jahre 1617 (!) in N\u00fcrnberg geheiratete MARIE DE ROSENBACH, welche die Mutter von 1. C\u00c9SAR-AUGUSTE (geb. 1618) und JEAN-CHRISTOPHE (geb. 1620) sei. Nicht nur, dass das von Aubert Des Bois diesen beiden S\u00f6hnen zugeordnete jeweilige Geburtsjahr mit dem deren Mutter zugeordneten Heiratsjahr beinahe zusammenf\u00e4llt, sondern dieses m\u00fcsste ja ein t\u00fcchtiges St\u00fcck sp\u00e4ter hinter dem Jahr von Johann Dietrichs zweiter Heirat 1663 liegen. Und die Feststellung, dieser habe 1650 N\u00fcrnberg verlassen und sich in der Pfalz angesiedelt, geht mit dem vorstehend aufgezeigten bisherigen auf Nachweisen beruhenden Lebensgang des Johann Dietrich in keiner Weise zusammen, wobei der Umstand, dass die an sp\u00e4terer Stelle behandelte Tatsache der Niederlassung von Johann Dietrichs j\u00fcngstem Neffen HANS KARL im Herzogtum Pfalz-Zweibr\u00fccken als Geheimer Rat und Oberamtmann zu Guttenberg irritierend hineinspielen d\u00fcrfte. Sonach m\u00fcssten die von C. von Wurzbach angesprochenen Heiraten ins N\u00fcrnberger Patriziat vor 1650 stattgefunden haben, was der vorstehend dargestellten Realit\u00e4t (1658 und 1663) total widerspricht. Wir m\u00fcssen ja davon ausgehen, dass von Wurzbach das Bruderpaar Johann Friedrich und Johann Dietrich falscherweise f\u00fcr im Jahr 1581 und 1583 statt richtigerweise 1615 und 1616 und damit um eine ganze Generation fr\u00fcher geboren w\u00e4hnte. Hiernach w\u00e4re Johann Dietrich im angeblichen Jahr seines Wechsels in die Pfalz bereits 67 Jahre alt gewesen; realiter erreichte er jedoch in diesem Jahr das Alter von erst 34 Jahren. Demgegen\u00fcber ist als glaubhaft die davor gemachte andere, dazuhin mit Cellarius-Goldtbeeg im Gotha \u00fcbereinstimmende, Angabe des von Wurzbach anzusehen, wonach Johann Dietrich nach seiner Dienstzeit als kaiserlicher Feldoberster K\u00e4mmerer und Obersthofmeister der Markgr\u00e4fin von Baden-Durlach geworden sei. Zwar folgen, wie gezeigt, seiner Dienstzeit als Lieutenant (nicht Feldoberster) mit Sicherheit zun\u00e4chst \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg, in den auch die beiden Heiraten fallen, nachgewiesenerma\u00dfen l\u00e4ngere Aufenthalte und T\u00e4tigkeiten im N\u00fcrnberger Umraum (Happurg und Rothenbruck). Dennoch d\u00fcrfte diese Feststellung des von Wurzbach letztendlich mit der Wirklichkeit einhergehen. Denn daf\u00fcr sprechen zwei Umst\u00e4nde:-<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: In Gene-Allnet ist als Datum und Ort von Johann Dietrichs Tod das genannt, was sich in der I. Stammtafel, Generation IX. bzw. 8, von mir in Gr\u00fcn, Zeichen der Best\u00e4tigung, vermerkt findet, n\u00e4mlich:<\/p>\n<p>&#8211; gestorben 17. November 1679 in Durlach.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Wenige Jahre sp\u00e4ter, und zwar 1685, sind, was an sp\u00e4terer Stelle genauer zu erfahren sein wird, zwei der Neffen des Johann Dietrich, n\u00e4mlich HANS CHRISTOPH und HANS KARL, als in Durlach lebend, dem Herrscher- und Regierungssitz der Markgrafen von Baden-Durlach, ausgewiesen. Und 1691, also 6 Jahre sp\u00e4ter, h\u00e4lt sich der Erstgenannte der beiden Br\u00fcder nachweislich in Badenweiler auf, wo die Markgrafen von Baden-Durlach ein von ihnen vielbesuchtes Schl\u00f6sschen besitzen, und zwar wohl, wie Sporhan-Krempel meint, als Mitglied deren Hofes.<\/p>\n<p>Damit kann die Darlegung des Lebensganges von JOHANN DIETRICH als abgeschlossen gelten. Zweifelsfrei besteht bez\u00fcglich desselben noch ein gro\u00dfer Kl\u00e4rungsbedarf, der wohl nur durch Nachforschungen vor Ort, d. h. insbesondere in F\u00fcrstlich \u00d6ttingen\u2019schen sowie Baden-Durlacher Urkundenbest\u00e4nden, zu Erfolgen f\u00fchren d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Damit treten wir in die bereits punktuell mehrfach angesprochene Folgegeneration ein, wo sich zeigen wird, dass bez\u00fcglich dieser ebenfalls manche Wissensl\u00fccken bestehen und damit ebenfalls erheblicher Kl\u00e4rungsbedarf zu folgern sein wird<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 9<\/u>:<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Um zun\u00e4chst nun zu den Lebenbeschreibungen der im Zusammenhang des vorschriebenen tragischen Lebens ihres Vaters JOHANN FRIEDRICH schon verstreut ber\u00fchrten vier S\u00f6hnen zu kommen, ist zun\u00e4chst zusammenschauend zu sagen, dass diese alle in N\u00fcrnberg geboren worden sind, alle aus der ersten Ehe mit SUSANNA KATHARINA F\u00dcRLEGER stammen und von diesen laut Waldau drei den Tod des Vaters \u00fcberlebt haben. Aus dem von Sporhan-Krempel ausgiebig diesem Tod gefolgten schwierigen Verm\u00f6gens- und Erbauseinandersetzungen ist \u00fcber diese Folgendes zu schlie\u00dfen:<\/p>\n<p>&#8211; JOHANN JACOB, der 1642 geborene \u00c4lteste, zur Zeit des Todes des Vaters nicht mehr am Leben gewesen. Nach der Inhaftierung des Vaters im Juni 1668 wurde den noch unm\u00fcndigen drei S\u00f6hnen Pfleger und Vorm\u00fcnder gesetzt und gingen die Inventierung dessen Verm\u00f6gens sowie die diesbez\u00fcglich wie anderweitig notwendigen Nachforschungen bis ins das n\u00e4chste Jahr 1669 hinein. Bei dem schlie\u00dflich mit den Erben geschlossenen Vergleich wurde das m\u00fctterliche aus den H\u00e4nden der zweiten Gattin MARIA BARBARA KRESS VON KRESSENSTEIN gekommene Erbgut herausgegeben, das sich nach Abzug des Johann Friedrich zugefallenen Teils, auf, wie schon gesagt, 48.595 Gulden belief, jedoch abz\u00fcglich 3.000 Gulden f\u00fcr die Befriedigung von Passivschulden des verstorbenen Vaters. Die eingezogenen von Johann Friedrich neu erkauft gewesenen Lehen Finsterm\u00fchl, Rothenbruck und Gr\u00fcnreuth u. a. m. wurden ebenfalls freigegeben und alle von den drei Br\u00fcdern GEORG ABRAHAM, HANS CHRISTOPH und HANS KARL (wir bedienen uns hier wie bisher der in der I. Stammtafel des von Wurzbach verwendeten Schreibweise) verkauft. Diese gaben das B\u00fcgerrecht zu N\u00fcrnberg auf und zogen laut Waldau \u201evon dannen\u201c, was in Anbetracht des entehrenden Geschehens verst\u00e4ndlich erscheint und im Sommer 1679, das hei\u00dft ein starkes Jahrzehnt nach ihres Vaters Tod, geschehen ist. Was das Hammergut Hirschbach anbelangt, so wurde dieses zun\u00e4chst vom \u00c4ltesten Georg Abraham den Br\u00fcdern Hans Christoph und Hans Karl um 6.100 Gulden in bar und 100 Gulden Leihkauf mit allen Rechten und Gerechtigkeiten abgekauft.<\/p>\n<p>&#8211; GEORG ABRAHAM (geb. 1648), der \u00e4lteste der \u00fcberlebten drei Br\u00fcder, um nun allein zu diesem zu kommen, \u00fcbernahm das Hirschbacher Gut und zog mit seiner Familie nach dorthin hinaus. Doch gab er dieses mit allen Rechten und Gerechtigkeiten nach einem Jahrzehnt im November 1679 an seine beiden j\u00fcngeren Br\u00fcder JOHANN CHRISTOPH und HANS KARL durch Verkauf zur\u00fcck. Der N\u00fcrnberger Rat wollte diesem Verkauf zun\u00e4chst nicht zustimmen, da die K\u00e4ufer wegen Wegzugs nicht mehr das N\u00fcrnberger B\u00fcrgerrecht h\u00e4tten. Georg Abraham erkl\u00e4rte, dass der Kauf schon im Mai, als seine Br\u00fcder noch in N\u00fcrnberg gewesen, abgeschlossen worden sei, und er k\u00f6nne dieses nicht l\u00e4nger behaupten, da er f\u00fcr seine Kinder dorthin keinen guten Pr\u00e4zeptor bekommen k\u00f6nne und er wolle diese auch nicht in die Kost nach N\u00fcrnberg tun. Schlie\u00dflich stimmte der Rat im Herbst 1680 dem Verkauf denn doch unter der Bedingung zu, dass die Br\u00fcder eine Erkl\u00e4rung abgeben, dass das Gut nicht in fremde H\u00e4nde, sondern an steuerzahlende N\u00fcrnberger B\u00fcrger falle. Georg Abraham hatte sich, wie Waldau berichtet, mit ANNA KATHARINA VIATIS (siehe im Stammbaum St\u00f6r bei 9a deren im urspr\u00fcnglich leeren Frauenschild vermerkter Name), der Tochter der ANNA MARIA VIATIS, GEB. GUTH\u00c4TERIN, und BARTHOLOM\u00c4US VIATIS DEM J\u00dcNGEREN, verheiratet und somit eine beste Partie gemacht. Des Letztgenannten gleichnamiger Vater BARTHOLOM\u00c4US VIATIS DER \u00c4LTERE gilt n\u00e4mlich als der hochbewunderte Erfinder des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und Gr\u00fcnder der 1621 im N\u00fcrnberger Rathausgew\u00f6lbe (bis 1827 in Betrieb gebliebenen) \u201eBanco publico\u201c sowie Besitzer eines riesigen Verm\u00f6gens und des durch Gr\u00f6\u00dfe und Dekor vielger\u00fchmten sog. N\u00fcrnberger Viatishauses. Aus der Ehe ging die Tochter MARIA HELENA hervor (siehe im Stammbaum St\u00f6r den Nachtrag deren Namens in der am oberen Rand hinzugef\u00fcgten Generationsreihe 10, bezeichnet mit 10b). Georg Abraham zog offenbar nach N\u00fcrnberg zur\u00fcck; denn er wurde dort laut Waldau 1681 noch Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rates, bald hernach aber F\u00fcrstlich \u00d6ttingischer Rat und Amtmann im am Rande des N\u00f6rdlinger Rieses gelegenen Ort des durch die Hochadelsfamilie von \u00d6ttingen gegr\u00fcndeten, doch der Reformation unterworfenen und nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg von dieser aufgel\u00f6sten Karth\u00e4userklosters Christgarten. Helena starb dort bereits 1684. Von der oben mitzitierten Textpartie \u201ef\u00fcr seine Kinder\u201c muss man eigentlich erwarten, dass Georg Abraham noch mehr Kinder gehabt hat.<\/p>\n<p>Folgen wir von Wurzbachs I. Stammtafel (dort Generation X bzw. 9), so war dieser n\u00e4mlich (auch noch?) mit ANNA VON TRAUTTENBERG verheiratet und gingen aus der Ehe mit dieser vier S\u00f6hne, n\u00e4mlich (siehe Generation XI bzw. 10) KARL BERNHARD, der Stammtr\u00e4ger HANS CHRISTOPH, JOHANN CHRISTIAN und FRIEDRICH FERDINAND hervor. Wie dem auch sei: Unbezweifelabr richtig erscheint, dass aus Georg Abrahams Nachfahren der sog. D\u00c4NISCHE ZWEIG der Von Wimpffen herausgewachsen ist. Als dessen Begr\u00fcnder ist der im I. Stammbaum des von Wurzbach in dessen Generation XIII als Stammtr\u00e4ger aufgef\u00fchrte TOBIAS PETER (geb. 7. J\u00e4nner 1767 \u2013 gest. 10. November 1813) anzusehen. Deshalb wurde dort \u00fcber dessen Namen von mir der Nachtrag \u201eBegr\u00fcnder des D\u00e4nischen Zweiges\u201c gesetzt. Dieser findet sich in der I. Stammtafel des C. von Wurzbach \u00fcber die Generationsb\u00e4nder XIII bis XV hinweg dargestellt. Zwar ist dieser ist als Adelszweig in der Generation XV ausgestorben, setzte sich jedoch als heute noch bestehender b\u00fcrgerlicher Zweig des Namens WIMPFEN-BRAESTRUP fort. Aus der allerletzten Nennung der I. Stammtafel am Ende der Generationsreihe XV geht hervor, dass eine MARIE (VON WIMPFFEN), geb. am 24. Dezember 1852, sich mit ANDREAS BRAESTRUP verm\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p>Einzelheiten lassen sich im Kapitel \u201eM. D\u00e4nischer Zweig\u201c meiner Arbeit \u00fcber die Von Wimpffen nachlesen. Als Quelle hierf\u00fcr diente mir zun\u00e4chst \u00fcber die Generationsb\u00e4nder XII \u2013 XV des II. Stammbaum des C. von Wurzbach hinaus insbesondere dessen dem Stammvater Tobias Peter geltende Biografie Nr. 40. Deren Angaben k\u00f6nnen \u2013 im Gegensatz zu jenen inakzeptablen vorausgehenden der Generationsreihen II bis VIII und teilweise auch noch IX \u2013 infolge seines nunmehrigen Sch\u00f6pfenk\u00f6nnens aus zeitnah-zuverl\u00e4ssigen Quellen als so gut wie fehlerfrei anerkannt werden. Hinzu traten dann noch die haupts\u00e4chlich aus verl\u00e4sslichen d\u00e4nischen Quellen geholten Betrachtungen von Dr. Hans H. von Wimpffen insbesondere \u00fcber den Stammtr\u00e4ger der Generation XIV namens KARL WILHELM ANTON (geb. am 27. Dezember 1802 \u2013 gest. bereits am 4. April 1839) und dessen Nachkommen.<\/p>\n<p>Infolge der logischerweise herzustellenden Parallelit\u00e4t zwischen JOHANN JACOB, dem \u00c4ltesten der vier S\u00f6hne des JOHANN FRIEDRICH, und dem J\u00fcngsten desselben HANS KARL, der an Stelle seines Onkels JOHANN DIETRICH mittels Verschiebung durch Pfeilf\u00fchrung zum Ahnherren vom <strong>J\u00fcngeren Hauptast <\/strong>zu deklarieren befunden worden ist, erschien es unumg\u00e4nglich notwendig, GEORG ABRAHAM an Stelle seines Vaters JOHANN FRIEDRICH als Ahnherr vom\u00a0<strong>Aelteren Hauptass <\/strong>(siehe in der I. Stammtafel die Korrektur ebenfalls durch Pfeilf\u00fchrung) zu klassifizieren. Inwiefern die Notwendigkeit bestand, diesen Eingriff in die I. Stammtafel vorzunehmen, wird sich erst im Durchschreiten der n\u00e4chsten beiden Generationen einsichtig machen lassen.-<\/p>\n<p>&#8211; HANS CHRISTOPH, bei St\u00f6r HAN\u00df CHRISTOFF und bei Waldau JOHANN CHRISTOPH (geb. 1652): Dieser muss zun\u00e4chst zusammen mit seinem j\u00fcngeren Bruder HANS KARL gesehen werden. Denn diese beiden hatten laut Sporhan-Krempel und Waldau am 17. M\u00e4rz 1878, also knapp ein Jahrzehnt nach ihrem ca. im Sommer 1669 erfolgten Verlassen N\u00fcrnbergs, in einem Brief aus Nimwegen in den Niederlanden an ihren Onkel JOHANN DIETRICH geschrieben, dass sie beabsichtigten, morgen die Reise nach England mit einem Empfehlungsschreiben Ihrer Durchlaucht des Kurprinzen zu Pfalz an Prinz Ruprecht in England antreten und von dort nach Frankreich gehen wollten. Sie hofften, es m\u00f6ge das harte Verfahren gegen sie und das Ihrige sich gl\u00fccklich \u00e4ndern und das Kaiserliche Kammergericht einsehen, wie in ihrer Sache und in der anderen mit ihrem seligen Vater gehandelt worden sei. Gemeint war der in der bez\u00fcglich ihres sowie ihres in der Haft gestorbenen Vaters Erbgutes 1669 geschlossene Vergleich, gegen den die Br\u00fcder schlie\u00dflich beim Reichskammergericht einen Prozess angestrengt hatten, \u00fcber dessen Ausgang jedoch Sporhan-Krempel aus den ihr vorliegenden famili\u00e4ren Unterlagen nichts erfahren konnte. Wo die beiden Br\u00fcder sich damals bleibend aufhielten und ob es damals wirklich zu einer solchen Reise gekommen ist, bleibt offen. Sicher ist, dass beide sich schlie\u00dflich in den Dienst der Markgrafen von Baden-Durlach begeben haben, wo sie 1685 als in deren damaligem Regierungssitz Durlach lebend auftauchen. Denn von dort aus boten sie damals dem Rat der Stadt N\u00fcrnberg wieder das immer noch in ihrem Besitz befindliche Hammergut Hirschbach zum Kauf mit dem Ziel an, dass man sich von dort um einen K\u00e4ufer bem\u00fchen w\u00fcrde. Doch kam es dazu nicht, weil vor allem in N\u00fcrnberg der Verdacht bestand, die Gebr\u00fcder von Wimpffen wollten ihr Gut statt an einen N\u00fcrnberger B\u00fcrger an Kurbayern verkaufen. Diese setzen in ihrem Gut zu Hirschbach damals einen Verwalter ein, mit dem und um den es mancherlei Streitigkeiten gab, die durch Christoph gegen\u00fcber dem Pfleger zu Velden sowie dem N\u00fcrnberger Rat per Briefe von Durlach aus Behandlung fanden. Und Anfang 1691, nachdem sich der N\u00fcrnberger Rat wieder mit dem Verkauf des immer noch im Besitz der beiden Br\u00fcder stehenden Hirschbacher Gutes befasst hatte, schrieb Christoph laut Sporhan-Krempel in der Sache aus Badenweiler, dem Kurort, wo die Markgrafen von Baden-Durlach ein von ihnen oft besuchtes Schl\u00f6sschen besa\u00dfen und dieser sich h\u00f6chstwahrscheinlich als Mitglied des markgr\u00e4flichen Hofes aufhielt, einen Brief. Doch war 1699 das Hammergut Hirschbach immer noch im Besitz der beiden Von-Wimpffen-Br\u00fcder, bis 1703 schlie\u00dflich die fr\u00fcheren Herren desselben, die Ebner von Eschenbach, als deren Eigent\u00fcmer erscheinen, nachdem JOBST WILHELM EBNER es \u00fcber die Vermittlung des N\u00fcrnberger Rates erkauft hatte. W\u00e4hrend sich jetzt der Blick auf Hans Christoph verliert, der in Sachen Hammergut Hirschbach stets die Interessen des j\u00fcngeren Bruders Hans Karl mitgewahrt hatte, ist \u00fcber denselben das zu sagen, was im nachfolgenden allein diesem geltenden Abschnitt an Weiterem ausgef\u00fchrt ist.<\/p>\n<p>&#8211; HANS KARL, bei St\u00f6r HAN\u00df CARL und bei Waldau JOHANN CARL (geb. 1654, beim Letztgenannten 1656): G. E. Waldau wei\u00df \u00fcber diesen, sich am Schluss auf das \u201eAlbrechtische genealogische Adelshandbuch beziehend (gemeint: Neues Genealogisches Handbuch auf das Jahr MDCCLXXVIII. enthaltend die Geschlechtstafeln des in- und ausser dem H. R. Reich bl\u00fchendern Adels etc. Erster Theil. Mit R\u00f6m. Kays. und Chur = S\u00e4chs. Freyheit. Frankfurt am Mayn in Verlag des adelichen Handbuchs = Comptoirs 1778) folgendes Aufschlussreiche zu sagen (die Stellen in Aufrechtschrift stellen meinerseitige Anmerkungen dar): <em>\u201eDieser j\u00fcngere Sohn, <strong>Johann Carl von Wimpfen<\/strong> <\/em>(geschrieben also &#8211; so wie bei Waldau grunds\u00e4tzlich &#8211; nur mit f statt mit ff)<em>,<\/em> <em> den 30. Oct. 1656, kam auch wirklich in Pf\u00e4lzische <\/em>(allerdings nicht kurpf\u00e4lzische, sondern pfalz-zweibr\u00fccken\u2019sche) <em>Dienste, wurde Herzogl. Zweibr\u00fcckischer Geheimer Rath und Oberamtmann zu Guttenberg, verm\u00e4hlte sich zuerst mit Kathar. von Weidmann, dann mit Eva von Zollern und pflanzte sein Geschlecht in der Pfalz fort. Sein Sohn, <strong>Johann Georg von Wimpfen<\/strong>, war auch Zweibr\u00fcckischer Geh. Rath, und<\/em> <em>seine zum Theil noch lebende Enkel in den ansehnlichsten Kriegsposten, als Haubtleute, Obersten, Generale, Hof- und andern wichtigen Chargen <\/em>(= Dienstgraden<em>), wovon das Albrechtische<\/em> <em>genealogische Adelshandbuch S. 408 f. nachgesehen werden kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sporhan-Krempel, die als Geburtsjahr 1554 ohne Nennung des Tagesdatums angibt, aber bez\u00fcglich dessen sp\u00e4teren T\u00e4tigseins dasselbe Herrschaftsgebiet und die gleiche Betitelung sowie hinsichtlich der beiden Gattinnen dieselben Namen angibt, sagt am Schluss im Blick auf dessen Nachkommen Folgendes: <em>\u201eSeine Kinder und Enkel bekleideten hohe Posten an f\u00fcrstlichen H\u00f6fen.\u201c <\/em>Wir kommen an sp\u00e4terer Stelle auf diese den Nachkommen geltenden wertsch\u00e4tzenden \u00c4u\u00dferungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Mit der Vorstellung der vier S\u00f6hne des JOHANN FRIEDRICH VON WIMPFFEN sowie des sog. D\u00c4NISCHEN ZWEIGES, dessen Entstehung \u00fcber den zweit\u00e4ltesten Sohn und Begr\u00fcnder des sog. \u201e\u00c4lteren Hauptastes\u201c GEORG ABRAHAM f\u00fchrt und der drei Generationen sp\u00e4ter aus TOBIAS WILHELM ANTON VON WIMPFFEN (1802 \u2013 1839) herausgewachsenen ist, kann die Betrachtung der I. Stammtafel des Constantin von Wurzbach als abgehandelt gelten. Allerdings kann damit die in Gang befindliche Betrachtung der Generation 9 noch nicht als abgeschlossen angesehen werden. Denn es steht noch die genauere Betrachtung auch der Kinder dessen Bruders JOHANN DIETRICH VON WIMPFFEN aus. Im Gegenatz zu den vier S\u00f6hnen dessen Bruders f\u00fchrt von Wurzbach diese erst in seiner II. Stammtafel auf. Deshalb ist es notwendig, diese nachstehend &#8211; und zwar in ihrer nachbearbeiteten Form &#8211; zu zeigen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-244\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-1024x611.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-1024x611.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-150x90.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-300x179.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa019-768x458.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb.<\/strong><strong> A 20: Die \u201eII. Stammtafel der Freiherren und Grafen von Wimpffen&#8220; des Constantin von Wurzbach (1888),<br \/>\nversehen nachtr\u00e4glich mit der in der I. Stammtafel begonnenen \u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Durchz\u00e4hlung der Generationen<\/span>,<br \/>\n&#8211; links nach Aubert Des Bois etc. mit R\u00f6mischen Zahlzeichen,<br \/>\n<\/strong><strong>&#8211; rechts nach St\u00f6r etc. mit Arabischen Zahlzeichen;<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Korrekturen<\/span>, so<\/strong><strong><br \/>\n&#8211; Einklammerung, d. h. Ausscheidung), der am Beginn stehenden Generationsleisten IX, X (mit zus\u00e4tzlicher Streichung) und XI<br \/>\nund<br \/>\n&#8211; Ersetzung durch zwei andere der Generationsbezeichnung 9 und 10;<br \/>\n<\/strong><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Hervorhebungen<\/span>,<br \/>\nso <\/strong><b>der f\u00fcnf in der Generationsreihe XIII bzw. 11 beginnenden sog. Zweige, n\u00e4mlich<\/b><br \/>\n<b>&#8211; dem a) Stanislaus<\/b><span style=\"font-weight: 600;\">\u2019<\/span><b>\u00a0Zweig mit <span style=\"color: #3366ff;\">Blau,<\/span><br \/>\n<\/b><b>&#8211; dem b) Josephs Zweig mit <span style=\"color: #ffff00;\">Gelb<\/span>,<br \/>\n&#8211; dem c) Franzens Zweig mit <span style=\"color: #339966;\">Gr\u00fcn<\/span>,<br \/>\n&#8211; dem d) Georgs Zweig mit <span style=\"color: #ffcc00;\">Braun<\/span>,<br \/>\n&#8211; dem e) Felix<\/b><span style=\"font-weight: 600;\">\u2019<\/span><b>\u00a0Zweig mit <span style=\"color: #ff6600;\">Orange<\/span>; \u00a0<\/b><br \/>\n<b>&#8211; der <\/b><strong>Gr\u00e4flichen Linie, hervorgegangen aus Linie c), mit\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\">Rot<\/span><span style=\"color: #000000;\">;\u00a0<\/span><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #000000;\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>,\u00a0<\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">so<br \/>\n<\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #000000;\">&#8211; ganz oben rechts (zum Gr\u00fcnder vom d) Georgs Zweig,<br \/>\n&#8211; ganz unten rechts zur Durchz\u00e4hlung der Generationen;<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Erg\u00e4nzungen<\/span>,<br \/>\nso durch die Kennzeichnung<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><b>&#8211; der\u00a0Russisch-preu\u00dfischen Seitenlinie,<br \/>\n&#8211; des Franz\u00f6sischen Nebenzweiges,<br \/>\n&#8211; der<\/b><strong>\u00a0W\u00fcrttembergischen Nebenlinie\u00a0und\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; der\u00a0Wimpffen-Mollberg;<br \/>\n<\/strong><b>au\u00dferdem mit<\/b><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">der teilweisen Weiterf\u00fchrung der Generationen<br \/>\n<\/span><b>&#8211; bei den Wimpffen-Mollberg (siehe ganz oben links unter\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 600;\">\u201e<\/span><b>Erg\u00e4nzungen<\/b><span style=\"font-weight: 600;\">\u201c<\/span><b>\u00a0bis zur Gegenwart (Generation XIXd bzw. 17d),<\/b><br \/>\n<b>&#8211; der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie bis zur Generation XVIIc bzw. 15c),\u00a0<\/b><br \/>\n<b>&#8211; der Gr\u00e4flichen Linie bis zur Gegenwart (Generation XIXc bzw. 17c);<\/b><\/p>\n<p><b><\/b>An deren Spitze ist in Erf\u00fcllung des in der Generationsreihe IX seiner I. Stammtafel dem Namen mit Personalien des JOHANN DIETRICH unten in Klammern beigef\u00fcgten Weiterweisung \u201esiehe II. Stammtafel\u201c die genealogische Klassifikation \u201eJ\u00fcngerer Hauptast\u201c gesetzt. Dieses geschieht in der Konseqenz seiner weiter oben am Ende der Biografie Nr. 28 des JOHANN FRIEDRICH wiedergegebenen und hier der Klarheit wegen wiederholten (keineswegs stimmigen) Aussage, JOHANN DIETRICH sei <em>\u201eder Stifter des j\u00fcngeren nach ihm benannten Hauptastes der Familie Wimpffen und somit der Ahnherr aller heutigen Wimpffen in Oesterreich, Frankreich, Preu\u00dfen, Bayern und Russland\u201c<\/em>. Richtigstellend musste diese Weiterweisung zum j\u00fcngsten Sohn HANS KARL des JOHANN FRIEDRICH hin verschoben und im II. Stammbaum somit der Name mit Personalien des an der Spitze stehenden JOHANN DIETRICH durch In-Klammer-Setzung ausgeschieden und rechts daneben HANS KARL samt Personalien gesetzt werden. Es liegt auf der Hand, dass die notwendige Erkenntnis der Richtigkeit dieses massiven Eingriffes in die I. wie II. Stammtafel sich erst im Rahmen der Behandlung der Folgegenerationen XI und letztlich auch XII der Z\u00e4hlung nach von Wurzbach bzw. 9 und 10 der Z\u00e4hlung von St\u00f6r und Sporhan-Krempel einstellen wird. Was die Begr\u00fcndung der ins Auge springenden pl\u00f6tzlich bei Generation XII bzw. 10 nicht mehr nur 1, sondern jetzt 2 betragende Differenz anbelangt, so gilt das im vorangehenden Satz Gesagte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vorrangig gilt es nun, die in der II. Stammtafel aufgef\u00fchrten Kinder des JOHANN DIETRICH zu sichten und dann mit den diesbez\u00fcglichen Angaben des Stammbaums St\u00f6r, Sporhan-Krempel und Waldau wertend gegen\u00fcberzustellen. Es finden sich sechs Namen, darunter drei S\u00f6hne und drei T\u00f6cher in der folgender Reihung aufgef\u00fchrt:<\/p>\n<p>C\u00c4SAR AUGUST (geb. 1618); JOHANN CHRISTOPH (geb. 1619, \u2020; laut Biografie Nr. 27 unverheiratet gewesen und in kaiserlichen Kriegsdiensten gefallen, doch in welchem Jahre und in welcher Schlacht, dar\u00fcber fehlten die Angaben); als Stammtr\u00e4ger JOHANN PAUL (geb. 1625, \u2020 1685; Gattin: SALOME VON KREITER AUF DIETSCH); MARIA MAGDALENA (ohne weitere Angaben) ; MARIA LUDOVICA (geb. 1626; verm\u00e4hlt mit N. GRAF VON SAYN); ANNA BARBARA (geb. 1629, gestorben als Kind).<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber weist der Stammbaum St\u00f6r hinsichtlich der Kinder des JOHANN DIETRICH nur zwei Namen aus, n\u00e4mlich den bei von Wurzbach auf dem Platz des Stammtr\u00e4gers an dritter Stelle zu findenden &#8211; wie er schreibt &#8211; JOHAN PAULUS (siehe 9c) und die bei von Wurzbach an der vierten Stelle stehende MARIA MAGDALENA (siehe 9b). Und Sporhan-Krempel wie Waldau berichten diesbez\u00fcglich nicht mehr als von einer weder bei von Wurzbach noch bei St\u00f6r erscheinenden Tochter desselben namens SUSANNA (siehe im Stammbaum St\u00f6r nachgetragen unter 9g). Letzteres h\u00e4ngt damit zusammen, dass der Forschungsschwerpunkt von Sporhan-Krempel die Generation 8 gewesen ist und dort erstrangig Johann Friedrich und dessen Nachk\u00f6mmlingen galt. Von dieser Diskrepanz der Angaben her die Existenz der vier allein bei von Wurzbach erw\u00e4hnten Kinder bezweifeln zu wollen, w\u00e4re falsch. Denn immerhin spricht Waldau von <em>\u201emehreren jung verstorbenen<\/em> <em>Kindern\u201c<\/em>, was man wohl auf den nur mit Geburtsdatum versehenen Erstgenannten CAESAR AUGUST wie auch auf den als gefallen bezeichneten Zweitgenannten JOHANN CHRISTOPH, ebenso auf die ohne Daten bleibende Drittgenannte MARIA MAGDALENA wie die Sechstgenannte und mit als Kind gestorben bezeichnete ANNA BARBARA anwenden kann. Sicher ist, dass die im II. Stammbaum des von Wurzbach in f\u00fcnf der sechs F\u00e4lle beigegebenen Geburtsjahre 1618, 1619, 1625, 1626 und 1629 nicht mehr als 2, 3, 9, 11 und 13 Jahre vom wirklichen Geburtsjahr ihres Vaters JOHANN DIETRICH 1616 entfernt liegen, was nat\u00fcrlich total neben der Realit\u00e4t liegt. Hinzu kommt erschwerend, dass von dem als Stammtr\u00e4ger ausgewiesenen JOHANN PAUL her eine Verbindung hin zum nachweislich existent gewesenen Stammtr\u00e4ger der Generation XII (nach von Wurzbach) bzw. 10 (nach St\u00f6r und Sporhan-Krempel) namens JOHANN GEORG (1689 \u2013 1767) sich nicht ziehen l\u00e4sst. Demgegen\u00fcber l\u00e4sst sich zu diesem hin eine solche in Form der Vater-Sohn-Beziehung vom j\u00fcngsten der vier S\u00f6hne des JOHANN FRIEDRICH namens HANS KARL (HAN\u00df CARL) der Generation 9 her schl\u00fcssig nachweisen, womit dieser als der wirkliche Stammahn der laut Waldau und Sporhan-Krempel sp\u00e4teren zahlreichen in hohe und h\u00f6chste Milit\u00e4r- wie Hofposten einger\u00fcckten Glieder derer von Wimpffen erkannt wird und sein Vater JOHANN FRIEDRICH die ihm geb\u00fchrende Aufwertung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Damit stehen wir bei<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 10<\/u>:<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[47]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier ergibt sich zun\u00e4chst die Komplikation, dass in der II. Stammtafel parallel zu dieser sich zwei Generationen eingetragen finden, n\u00e4mlich XI und XII:<\/p>\n<p>Generation XI:<br \/>\n&#8211; JOHANN GEORG I., geb. 30. Oktober 1856, \u2020 1. Juli 1721, 1) KATHARINA WEIDMANN VON EHRENFELS, 2) EVA VON ZOLLERN<br \/>\nGeneration XII:<br \/>\n&#8211; JOHANN GEORG II., geb. 2. Juli 1689, \u2020 2. December 1767, ANTOINETTE DOROTHEA MAZILLES DE FOUQUEROLLES.<br \/>\nHinzu kommt die diesem geltende Biografie Nr. 30, in der zwar, was die angegebene Abstammnung von einem Johann Georg I. her sowie der Geburtssort Mollberg und das angebliche dortige Familienbesitztum betrifft, zun\u00e4chst Unrichtiges hineingepackt ist, ab der Mitte jedoch so gut wie vollkommen Richtiges zu lesen steht: <em>\u201e<strong>Johann Georg II. <\/strong>(geb. zu Mollberg 2. Juli 1689, gest. zu Wei\u00dfenburg 2. December 1767), vom j\u00fcngeren (Johann Dietrich\u2019schen) Hauptaste. Der \u00e4lteste Sohn Johann Georgs I. aus dessen erster Ehe mit Katharina Weidmann von Ehrenfels. Nach dem Besitzthume Mollberg, auf welchem er geboren worden, nahm die sp\u00e4tere ungarische Linie der Freiherren von Wimpffen das Pr\u00e4dicat Mollberg an. Er stand bis 1714 als Hofjunker in Diensten des Pfalzgrafen Gustav Samuel, darauf bis 1719 in jenen des K\u00f6nigs von Polen; dann trat er nach seinem Vater die Oberamtmannschaft zu Guttenberg und L\u00fctzelstein an und wurde zuletzt pfalzzweibr\u00fccken\u2019scher adeliger Geheimrath. Seine Gemahlin Antoinette Dorothea Mazille de Fouquerolles, mit welcher er sich im Jahre 1719 verm\u00e4hlt hatte, schenkte ihm eine zahlreiche Nachkommenschaft, n\u00e4mlich zw\u00f6lf Kinder, darunter acht S\u00f6hne, deren mehrere wesentlich zum sp\u00e4teren Glanze des Hauses Wimpffen in den verschiedenen L\u00e4ndern des Continents beitrugen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdigerweise decken sich das von Wurzbach dem Stammtr\u00e4ger seiner Generaton XI. JOHANN GEORG I. zugeordnete Geburtsdatum (30. Oktober 1656), ebenso die Namen der beiden Gattinnen (1. Katharina Weidmann von Ehrenfels, 2. Eva von Zollern) und auch das aus der obigen Biografie dessen Sohnes hervorgehende Berufsfeld desselben (Oberamtmann in Guttenberg-L\u00fctzelstein) fast genau mit jenen, die G. E. Waldau dem Stammtr\u00e4ger seiner Generation 9 namens JOHANN CARL (siehe weiter oben) zuordnet, n\u00e4mlich: Geburtsdatum: 30. Oktober 1656; Berufsangabe: Oberamtmann zu Guttenberg-L\u00fctzelstein; Gattinnen: 1) Katharina von Weidmann, 2) Eva von Zollern). Und auch L. Sporhan-Krempel geht mit diesen Angaben (siehe oben) einher, ausgenommen, dass sie als Geburtsjahr 1654 (ohne Nennung eines genauen Tage angibt und die komplexere Berufsbezeichnung \u201eHerzoglich Zweybr\u00fcckenscher Geheimrat und Oberamtmann zu Guttenberg\u201c verwendet. Wie in Kapitel \u201eN. Umorientierung\u201c ausf\u00fchrlichst dargestellt, handelt es sich bei der Nennung dieses JOHANN GEORG I. um eine Art von nicht existent gewesenem \u201eL\u00fcckenf\u00fcller\u201c, dessen Grunddaten von Wurzbachs von JOHANN CARL, dem j\u00fcngsten Sohn des JOHANN FRIEDRICH, hergeholt sind. Dessen Einbringung in die Generationsfolge ist gezwungenerma\u00dfen aus dem Umstand herausgewachsen, dass von Wurzbach das Br\u00fcderpaar JOHANN FRIEDRICH und JOHANN DIETRICH und dann auch des Letztgenannten stammhaltenden Sohn JOHANN PAUL mit Geschwistern irrt\u00fcmlicherweise um eine ganze Generation \u00e4lter gesehen hat.<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich, wie schon angeklungen, bei von Wurzbachs JOHANN GEORG II., dem man allerdings aufgrund des vorstehend Gesagten die Z\u00e4hlung \u201eII.\u201c absprechen muss, was notwendig machte, in derr II. Stammtafel diese in Rot einzuklammern und somit auszuscheiden. Der Umstand jedoch, dass dort die \u00fcbrigen Daten desselben (Geburts- und Todesdatum, Name der Gattin) wie auch die Namen und Daten der daneben angegebenen beiden Br\u00fcder desselben FRANZ LUDWIG (geb. 1693) und GUSTAV LEOPOLD (geb. 1698) unangetastet geblieben sind, l\u00e4sst die Zutreffendheit derselben erkennen. Als falsch ist allerdings dessen angebliche von JOHANN DIETRICH \u00fcber dessen Sohn JOHANN PAUL sowie einen nicht existent gewesenen JOHANN GEORG I. gehende Abstammung zu deklarieren. Denn dieser war, wie angezeigt, zun\u00e4chst in der I. Stammtafel durch Verschiebung der Klassifikation \u201eJ\u00fcngerer Hauptast\u201c, dann in der beginnenden II. Stammtafel durch Einklammerungen und Ersetzungen sowie Pfeilf\u00fchrungen, ein Sohn von JOHANN CARL und damit ein Enkel von JOHANN FRIEDRICH und nicht, wie aus der Verfolgung des Generationenganges I. und II. Stammtafel des von Wurzbach hervorgeht, ein Urenkel des JOHANN DIETRICH. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Notwendigkeit dieser Eingriffe d\u00fcrfte jetzt voll gegeben sein. Und aus der erkannten Nichtexistenz des durch von Wurzbach in die Generationsfolge unstatthaft eingeschobenen sog. JOHANN GEORG I. w\u00e4chst jetzt auch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die bei der Vergleichung der Generationenz\u00e4hlung laut Wurzbach einerseits und der von St\u00f6r und Sporhan-Krempel andererseits pl\u00f6tzlich beim sog. JOHANN GEORG II. sich ergebende Differenz von \u2013 2 statt bislang \u2013 1.<\/p>\n<p>Was das nunmehr genauer zu umrei\u00dfende Leben des Stammtr\u00e4gers der Generation 10 JOHANN GEORG betrifft, so ist dieses ausf\u00fchrlichst in Kapitel \u201eO. Johann Georg\u201c meiner Abhandlung \u201eDie Freiherren und Grafen von Wimpffen &#8230;\u201c dargestellt und zum Nachlesen sehr empfohlen. Wenn von Wurzbach schreibt, dieser sei am 2. Juli 1689 auf dem Besitztum Mollberg geboren, wonach die sp\u00e4tere ungarische Linie der Freiherren von Wimpffen ihren Namen angenommen habe, so liegt er bez\u00fcglich des Geburtsortes, nicht des Geburtsdatums, total falsch. Als Sohn des laut Waldau Herzoglich Zweibr\u00fcckischen Geheimen Rates und Oberamtmanns zu Guttenberg ist dieser am Ort dessen Amtssitzes Minfeld, einem in der Oberheinebene n\u00f6rdlich vom Bienwald und ca. 18 km ostnord\u00f6stlich des els\u00e4ssischen Wei\u00dfenburg gelegenen kleinen Ort, geboren und zwar im dortigen t\u00fcrmereichen ehemaligen Wasserschloss, genannt \u201eSchloss der sieben T\u00fcrme\u201c, in dem das vom Vater geleitete zweibr\u00fccken\u2019sche Verwaltungsamt Guttenberg-L\u00fctzelstein untergebracht gewesen ist. In diesem Landstrich der s\u00fcdlichsten Pfalz war seit 1680 der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV. der oberste Souver\u00e4n. Wie Wurzbach sagt, war dieser in jungen Jahren, w\u00e4hrendem der Vater noch amtete, im Dienst als Kavalier (Hofjunker) der Pfalz-Zweibr\u00fccken-Kleeburger Landesherren, zuerst (bis 1714) des sp\u00e4teren Landesf\u00fcrsten Gustav Samuel Leopold, dann (bis 1719) in den des als K\u00f6nig von Polen seines Thrones enthobenen und dann nach Pfalz-Zweibr\u00fccken ins Exil gegangenen Stanislaus I. Leszczy\u0144ski gestanden, um danach das Amt seines Vaters zu \u00fcbernehmen. Zu dieser Zeit heiratete er die aus einer Adelsfamilie angeblich der Picardie stammende (ANTOINETTE) DOROTHEE (MAZILLE) DE FOUQUEROLLE (der Nachname im Gegensatz zu von Wurzbach nach dem Muster dessen Sohnes Franz Ludwig ohne Schluss-s geschrieben). Die laut von Wurzbach aus dieser Ehe hervorgegange zahlreiche Nachkommenschaft von 12 Kindern, darunter 8 S\u00f6hne, findet sich bei von Wurzbach in seiner quer durch die gesamte II. Stammtafel gehenden Generationsreihe XII (in Wirklichkeit laut Sporhan-Krempel und St\u00f6r 11) &#8211; und zwar jetzt fehlerfrei &#8211; dargestellt. Von Wurzbach schreibt \u00fcber diese S\u00f6hne abschlie\u00dfend, dass <em>\u201ederen mehrere wesentlich zu dem sp\u00e4teren Glanze<\/em> <em>des Hauses Wimpffen in den verschiedenen L\u00e4ndern des Continents<\/em> <em>beitrugen\u201c.<\/em> Das entspricht dem, was auch Sporhan-Krempel mit ihrer auch noch auf Johann Georgs Enkel bezogenen Aussage, es h\u00e4tten<em> \u201eseine Kinder und Enkel hohe Posten an f\u00fcrstlichen H\u00f6fen\u201c,\u00a0<\/em>schreibt. Und das passt auch mit dem zusammen, was Waldau allerdings Johann Georgs Enkeln zuordnet, das aber im Endeffekt denn doch auf dessen Kinder hinauskommt. Das ergibt sich aus seinem Hinweis auf das zugrunde gelegte Albrechtische Genealogische Handbuch von 1778, in dem sich der bei von Wurzbach fehlerhafterweise in die Genealogie eingeschobene und von Waldau deshalb als existent gesehene Johann Georg I. ebenfalls aufgef\u00fchrt findet. Indem er allerdings erstrangig von Nachkommen spricht, die \u201e<em>in den ansehnlichsten Kriegsposten, als Haubtleute, Obersten, Generale\u201c <\/em>gestanden h\u00e4tten, und dann erst von <em>\u201eHof- und andern wichtigen Chargen\u201c,<\/em> gibt er richtigerweise den im Milit\u00e4rwesen in die H\u00f6he Gekommenen den Vorrang.-<\/p>\n<p>Wie aus der Selbstbiografie von Johann Georgs f\u00fcnft\u00e4ltestem Sohn (siehe in der II. Stammtafel in der Mitte der Generationsreihe 11) namens FRAN\u00c7OIS LOUIS oder FRANZ LUDWIG (1732 \u2013 1800) des Titels \u201eLa vie priv\u00e9e et militaire du G\u00e9n\u00e9ral Baron de Wimpffen, \u00e9crits par lui m\u00eame\u201c (Paris 1788) hervorgeht, ist es der Vater Johann Georg gewesen, der durch seine harte spartanische Erziehung aller seiner sieben S\u00f6hne planvoll anstrebte, dass diese alle die <em>\u201ecarriere militaire\u201d<\/em>\u00a0(Milit\u00e4rlaufbahn) mit dem Ziel anstrebten, <em>\u201ehaute fa\u00eete de grandeur et d\u2019illustration\u201d<\/em>\u00a0(Gipfelh\u00f6he der Gr\u00f6\u00dfe und Ber\u00fchmtheit) zu erlangen. Wie diese Form der Erziehung vonstatten gegangen ist, dazu seien drei Stellen dieser Biografie in \u00dcbersetzung zitiert:<\/p>\n<p><em>\u2013 \u201eMit f\u00fcnf meiner Br\u00fcder f\u00fcr den Waffendienst bestimmt, wurde unsere Erziehung von Konsequenz beherrscht, und ohne uns in das Wasser des Styx <\/em>(A. d. V.: Fluss in der Unterwelt, Wasser des Grauens)<em> zu tauchen, um uns unverwundbar zu machen, mussten wir vor all den \u00dcbeln bewahrt werden, die einer zu sanften Erziehung folgen.\u201d<\/em><\/p>\n<p>\u2013 <em>\u201eW\u00e4hrend der Winterzeit \u00e4hnelte das Schloss, das mein Vater bewohnte, einem Kriegsschauplatz. Wir machten dort unsere milit\u00e4rischen \u00dcbungen; wir legten uns zum Schlafen auf die blo\u00dfe Erde in einem vom Wohnbereich getrennten Haus, in den vier Winden gelegen, in einem Zimmer, wo es nichts gab, keinen Ofen, keinen Kamin, ohne Felle, ohne Pelzwerk, nichts als eine leichte Decke, und wir w\u00e4lzten uns beim Verlassen des Bettes oft im Schnee.\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>\u2013 \u201eWir waren so gesund und robust, unsere jungen K\u00f6rper waren derart auf die Strapazen vorbereitet, dass wir f\u00fcr gar nichts anderes zug\u00e4nglich waren als f\u00fcr diese Entbehrungen. Mit dieser k\u00f6rperlichen Ausstattung allein, bef\u00f6rdert durch die Ermahnungen der Autoren unserer Tage, deren Vorschriften wir anbeteten, haben wir die jungen Leute und unsere Kameraden weit hinter uns gelassen, selbst jene, deren Erziehung wie die unsrige ebenfalls einfach und entbehrend gewesen ist.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Johann Georgs \u00a0Erziehungsziele und -methoden zeitigten solch nachhaltige Erfolge, dass \u00fcber drei und teilweise noch mehr Generationen hinweg die m\u00e4nnlichen Glieder des Von-Wimpffen-Geschlechtes gro\u00dfteils hohe bis h\u00f6chste Stellungen im Milit\u00e4r-, Hof- und auch Staatsamtswesen vieler Staaten Europas wie L\u00e4nder Deutschlands erreichten. Er gab seine Berufslaufbahn erst mit 77 Jahren auf und wurde nach seinem Tod im Alter von 78 \u00bd Jahren in nahen nordels\u00e4ssischen Wei\u00dfenburg in der Kirche Saint Jean begraben. Dort ruht an seiner Seite eine Gemahlin DOROTHEE, GEB. FOUQUEROLLE.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 11:<\/u><a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Generationsreihe XIII (richtigerweise 11) der II. Stammtafel des Constantin von Wurzbach, die deren gesamte Breite einnimmt, finden sich in Fettschrift die Namen von zw\u00f6lf Kindern des Johann Georg, acht S\u00f6hnen (einschlie\u00dflich eines fr\u00fch verstorbenen solchen) und vier T\u00f6chtern (einschlie\u00dflich einer fr\u00fch verstorbenen solchen), verzeichnet. Darunter sind bei vier S\u00f6hnen die von diesen im Milit\u00e4rwesen erreichten hohen R\u00e4nge angegeben. Die dann folgenden Lebensdaten weisen den weiten Umfang von geb. 1721 beim \u00c4ltesten (Stanislaus Gustav Ludwig) bis geb. 1744 beim J\u00fcngsten (Felix Ludwig) auf. F\u00fcnf der sieben \u00fcberlebten S\u00f6hne sind sog. Zweige entwachsen, die jeweils am Kopf derselben angezeigt sind, benannt nach den Vornamen ihrer Urheber. Deren jeweiliger genealogischer Verlauf ist von mir durch unterschiedliche Farbgebung herausgestellt worden. Diese Zweige hei\u00dfen:<\/p>\n<p>1. der <strong>Stanislaus-Zweig<\/strong> (im Stammbaum St\u00f6r blau gekennzeichnet; bei Wurzbach a) Stanislaus\u2019 Zweig bezeichnet);<br \/>\n&#8211; Begr\u00fcnder: STANISLAUS GUSTAV LUDWIG (1721 \u2013 1793); dieser trat nach Kriegsdiensten (so schon im Kindesalter Teilnahme am \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg) in die Nachfolge seines Gro\u00dfvaters und Vaters als Erb-Oberamtmann zu Guttenberg-L\u00fctzelstein ein.<\/p>\n<p>2. der <strong>Josephs-Zweig<\/strong> (im Stammbaum St\u00f6r gelb gekennzeichnet; bei Wurzbach b) Josephs Zweig bezeichnet);<br \/>\n&#8211; Begr\u00fcnder: JOSEPH PHILIPP (1728 \u2013 ?); \u00fcber die Laufbahn dieses offenbar fr\u00fch Verstorbenen ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>3. der <strong>Franzens-Zweig<\/strong> (im Stammbaum St\u00f6r gr\u00fcn gekennzeichnet; bei Wurzbach c) Franzens Zweig bezeichnet);<br \/>\n&#8211; Begr\u00fcnder: FRANZ LUDWIG (1732 \u2013 1800); General.<\/p>\n<p>4. der <strong>Georgs-Zweig<\/strong> (im Stammbaum St\u00f6r braun gekennzeichnet; bei Wurzbach d) Georgs Zweig bezeichnet);<br \/>\n&#8211; Begr\u00fcnder: GEORG SIEGMUND DOMINIK (1733 \u2013 1816), kk. Feldmarschall-Lieutenant.<\/p>\n<p>5. der <strong>Felix\u2019 Zweig<\/strong> (im Stammbaum St\u00f6r orange gekennzeichnet; bei Wurzbach e) Felix\u2019 \u00a0Zweig bezeichnet);<br \/>\n&#8211; Begr\u00fcnder: Felix Ludwig (1744 \u2013 1814); Franz\u00f6sischer Generallieutenant.<\/p>\n<p>Der nicht zum Zweiggr\u00fcnder gewordene Zweit\u00e4lteste CHRISTIAN PETER (1725 \u2013 1781) ist als Mar\u00e9chal de Camp (Feldmarshall) vermerkt. KARL HERMANN (geb. 1727), der Dritt\u00e4lteste, war von den sieben \u00fcberlebten S\u00f6hnen der Einzige, der nicht den Milit\u00e4rdienst aufgenommen hat, sondern, wie zu lesen steht, Canonicus (Klosterangeh\u00f6riger) zu Wei\u00dfenburg geworden ist. Was die in der II. Stammtafel noch aufgef\u00fchrten Namen der Gattinnen derselben betrifft, so lassen sich diese in der II. Stammtafel nachlesen, was auch f\u00fcr die Angaben \u00fcber die f\u00fcnf hier \u00fcbergangenen T\u00f6chter in ihrer Gesamtheit gilt. Herausgestellt sei noch, dass den Zweiggr\u00fcndern vom a) Stanislaus&#8216; Zweig, c) Franzens Zweig und d) Georgs Zweig sowie dem Zweit\u00e4ltesten Christian Peter jeweils Folgendes beigef\u00fcgt ist: \u201eFreih. 1781\u201c. D. h., dass diesen im vorgenannten Jahr vom Kaiser der Erbadelsrang eines Reichsfreiherren verliehen worden ist, womit eine sog. Besserung des Wappens durch ein goldenes Kreuz, gehalten von den Vorderf\u00fc\u00dfen des Widders, verbunden war. Siehe dazu:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-245\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020-890x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"759\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020-890x1024.jpg 890w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020-130x150.jpg 130w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020-261x300.jpg 261w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/aa020-768x884.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. A 21: Schwarz-Wei\u00df-Darstellung des Wappen der Von Wimpffen, so wie es durch die Verleihung des Reichfreiherren-Ranges des Jahres 1781 und der damit verbundenen sog. Wappenbesserung durch ein vom Wappentier des Widders gehaltenes goldenes Kreuz geworden ist; dazugegeben die im Genealogie-Werk des Constantin von Wurzbach des Jahres 1888 gegebene Wappenbeschreibung, in der auch die in der Darstellung fehlenden Wappenfarben angegeben sind<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter diesen f\u00fcnf Zweiggr\u00fcndern ist der in der Mitte der II. Stammtafel zu findende Gr\u00fcnder vom c) Franzens Zweig FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN bzw. FRAN\u00c7OIS LOUIS DE WIMPFFEN (geb. am 2. April 1732 in Minfeld in der S\u00fcdpfalz \u2013 gest. am 24. Mai 1800 in Mainz), verheiratet mit MARIE KUNIGUNDE VON GOY (1744 \u2013 1820), derjenige, der die meisten Kinder gehabt hat, n\u00e4mlich (wie im II. Stammbaum Generationsband XIVc bzw. 12c zu sehen) zw\u00f6lf an der Zahl, je sechs S\u00f6hne und T\u00f6chter. Von diesen sechs S\u00f6hnen sind f\u00fcnf in den Milit\u00e4rdienst getreten, aus denen vier sich \u00fcber vielerlei Staaten Europas sowie L\u00e4nder Deutschlands verbreitende Nebenlinien oder -zweige herausgewachsen sind. Somit wird verst\u00e4ndlich, warum Sporhan-Krempel bei ihrer Herausstellung des Aufstieges der Nachfahren des JOHANN GEORG \u00fcber dessen Kinder hinaus auch dessen Enkel einbezogen hat. Franz Ludwigs bereits herangezogene aufschlussreiche Selbstbiografie \u201eLa vie priv\u00e9e et militaire &#8230;\u201c von 1788 bildete die Hauptquelle von Kapitel \u201eP. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig\u201c meiner Arbeit \u00fcber die Von Wimpffen, was sich zu lesen lohnt. Genau wie drei seiner Br\u00fcder, um dessen Leben hier in geraffter Form zu umrei\u00dfen, wurde er schon im Kindesalter inmitten des von 1741\/42 bis 1748 gegangenen \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieges in die franz\u00f6sische Armee gegeben; ohne Namensnennung berichtet er, dass sie beim Eintritt 10, 11, 12 und 15 Jahre gewesen seien. Danach absolviert er wie diese Br\u00fcder die Offiziersausbildung, die bei allen in einem der sog. deutschen Regimenter D\u2019Alsace, De la Marck, De Royal Deux-Ponts und De Bouillon erfolgt. 1756, d. h. zu Beginn des bis 1663 gegangenen Siebenj\u00e4hrigen Krieges verl\u00e4sst er mit ca. 24 Jahren das R\u00e9giment d\u2019Alsace als Sekondehauptmann und \u00fcbernimmt das Kommando einer Grenadierkompanie des R\u00e9giments Royal Deux Ponts (Zweibr\u00fccken). Wie sein Leben in diesem Krieg, in dem er ein Auge verliert, mit dem Orden des Heiligen Ludwig erster Klasse ausgezeichnet wird, in Frankfurt seine o. a. hugenottische Gattin kennenlernt, 1759 im Feldlager des nordhessischen Jesberg heiratet, das l\u00e4sst sich alles im o. a. Kapitel nachlesen. Auch wie er ca. 1760 ins Herzogtum W\u00fcrtttemberg \u00fcberwechselt, wo er in den rund anderthalb Jahrzehnten seines dortigen Aufenthaltes zum Mitglied des prunkvoll-verschwenderischen Hofes von Herzog Karl Eugen wird sowie schlie\u00dflich sogar ein w\u00fcrttembergisches Regiment seinen Namen erh\u00e4lt und er zum Leiter des Kriegsdepartements mit doppeltem Gehalt aufsteigt, aber bald in Ungnade f\u00e4llt und sich gezwungen sieht, W\u00fcrttemberg wieder zu verlassen. Das gilt auch f\u00fcr sein weiteres bizarres Leben als immer wieder neue Aufgaben als Milit\u00e4r nunmehr in anderen Staaten des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Deutscher Nation Suchender und seine in den ausgehenden 1780er Jahren der beginnenden Franz\u00f6sischen Revolution erfolgte R\u00fcckkehr in sein Heimatland Frankreich, wo er, die Verfolgungen der eskalierenden Revolution \u00fcberstehend, wieder in das Heer Napoleons als Generallieutenant tritt, sich auch als milit\u00e4rerzieherischer Schriftsteller bet\u00e4tigt, 1800 in Mainz als franz\u00f6sischer Divisionsgeneral und Pr\u00e4sident des milit\u00e4rischen Revisionsgerichts stirbt und dort auf dem Friedhof der Peterskirche begraben wird.<\/p>\n<p>Mit der Betrachtung seiner S\u00f6hne sind wir in die Folgegeneration gelangt.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li><u>Generation 12<\/u> (einschlie\u00dflich vieler Hinweise, die sich auf Folgegenerationen 13, 14 und 15 beziehen):<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[49]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die besondere Bedeutung des FRANZ LUDWIG als Vater von zw\u00f6lf Kindern und f\u00fcnf von sechs in den Milit\u00e4rdienst getretenen S\u00f6hnen aus denen vier sog. Nebenlinien oder \u2013zweige wachsen, ist in der II. Stammtafel daran zu erkennen, dass das Gr\u00fcn des nach ihm benannten Franzens Zweiges ab der Mitte derselben dominiert, indem das Generationsband 12c und die nachfolgenden Generationsbandbereiche 13c und 14c deren ganze Breite f\u00fcllen. Hinzu tritt darunter die aus dem dritt\u00e4ltesten Sohn FRANZ KARL EDUARD VON WIMPFFEN (1773 \u2013 1842) herausgewachsene sog. <strong>Gr\u00e4fliche Linie<\/strong>, die weiter unten mit ihrer Kennzeichnung in Rot ebenfalls \u00fcber drei Folgegenerationen hinweg wieder die ganze Breite der Stammtafel einnimmt. Dieser wurde in \u00d6sterreich-Ungarn ans\u00e4ssig und 1797 durch Diplom in den Grafenstand erhoben. Im Rahmen dieser Arbeit ist es unm\u00f6glich, im Einzelnen darzustellen, welche hohen Rangstufen im Milit\u00e4r- und Staatswesen und welchen stattlichen Besitzstand dieser und dessen Kinder, Enkel und Urenkel erreicht haben. Aus dem \u00c4ltesten GEORG VON WIMPFFEN (1760 \u2013 1807), der vom franz\u00f6sischen in den russischen Milit\u00e4rdienst wechselte, es dort bis zum Generallieutenant brachte und an einer in der Schacht bei Austerlitz empfangenen Verwundung tragischerweise in Gefangenschaft seines franz\u00f6sischen Heimatlandes gestorben ist, wuchs die sog. <strong>Russisch-preu\u00dfische Seitenlinie<\/strong>. Und aus dem Zweit\u00e4ltesten FRANZ KARL EUGEN VON WIMPFFEN (1762 \u2013 1835), der als Einziger der Bruderreihe nicht Milit\u00e4r, sondern franz\u00f6sischer Wasserbauingenieur geworden ist, ging der sog. <strong>Franz\u00f6sische Nebenzweig<\/strong> hervor, der in der II. Stammtafel sogar textm\u00e4\u00dfig (siehe 13c und 14c) umschrieben ist. Und dann ist noch die in der II. Stammtafel mittig ganz rechts zu findende und sich \u00fcber die Generationen 12c, 13c und 14c erstreckende sog. <strong>W\u00fcrttembergische Nebenlinie<\/strong> zu nennen, deren Begr\u00fcnder der \u00c4lteste der S\u00f6hnereihe des Johann Georg namens FRIEDRICH WILHELM VON WIMPFFEN (geb. 1784 in Kirn an der Nahe, gest. 1745 in Stuttgart), verheiratet mit ELISE FREIIN VON MOLTKE (1793 \u2013 1832), gewesen ist. Dieser findet sich im Kapitel \u201eT. W\u00fcrttembergische Nebenlinie&#8220; meiner Von-Wimpffen-Arbeit ausf\u00fchrlichst behandelt. Diese Nebenlinie ragt aus der Sicht von Wimpfen am Neckar aus allen diesen Nebenzweigen und -linien deshalb hervor, weil des Vorgenannten \u00e4ltere der beiden T\u00f6chter KATHARINA VON WIMPFFEN (geb. 1818 in Stuttgart \u2013 gestorben 1875 in M\u00fcnchen) sich im Alter dort niederzulassen und dort ein ausgedehntes arrondiertes Gut zu gr\u00fcnden gedachte, was sich jedoch durch ihren \u00fcberraschenden Tod zerschlug. Daf\u00fcr zog der \u00e4ltere ihrer beiden Br\u00fcder, der ehemalige Stuttgarter Kammerherr und Rittmeister a. D. WILHELM VON WIMPFFEN (geb. 1820 in Stuttgart \u2013 gest. 1879 in Wimpfen-Hohenstadt auf dem Feld bei der Jagd), mit Familie im Jahr des Todes der Schwester (1875) nach dorthin und bezog deren dort erworbenes und am Beginn des Burgviertels neben dem Rathaus gelegenes Hausanwesen (sp\u00e4teres Haus Breuninger, heute: Burggasse 1). Sein \u00fcberraschender Tod durch Herzschlag brachte es mit sich, dass seine Gattin AMALIE (AMELIE) VON ROUX-DAMIANI (geb. 1837 in M\u00fcnchen, gest. 1925 in Graz) mit ihren beiden Kindern SOPHIE (geb. 1861 in Stuttgart, gest. 1907 in Reval) und MAXIMILIAN (geb.1863 in Stuttgart, gest. 1917 in Wien) in den Anf\u00e4ngen der 1880er Jahre nach \u00d6sterreich wegzog. Diesen wenigen Wimpfener Jahren derselben ist das Kapitel \u201eW. Wilhelm von Wimpffen&#8220; meiner Arbeit \u00fcber die Von Wimpffen gewidmet, das sich hier an sp\u00e4terer Stelle im gleichgenannten Kapitel \u201eG. Zuzug des Wilhelm von Wimpffen&#8220; fast unver\u00e4ndert \u00fcbernommen findet. Dort wird auch von dem denkw\u00fcrdigen Besuch des \u00fcber die Mutter des Wilhelm von Wimpffen verwandten Generalfeldmarschalls HELMUT VON MOLTKE in Wimpfen im Jahr 1876 sowie \u00fcber die 1880 in Wimpfen im Beisein zahlreicher Angeh\u00f6riger des Geschlechtes derer Von Wimpffen vollzogene und sp\u00e4ter aufgel\u00f6ste ungl\u00fcckliche Eheschlie\u00dfung der o. a. SOPHIE VON WIMPFFEN (geb. 1861 in Stuttgart, gest. 1907 in Reval) mit dem baltischen Baron THEODOR ENGELHARD RUDOLPH VON UNGERN-STERNBERG (geb. 1857, zwischen 1918 und 1923 in Russland verschollen) zu reden sein. Hinzu tritt die Darstellung des Lebens und Sterbens des aus dieser Ehe hervorgegangenen und sowohl als Befreier der (\u00e4u\u00dferen) Mongolei vom Joch Chinas als auch \u201eBlutiger Baron\u201c in die Geschichte ebenso ruhmvoll wie unr\u00fchmlich eingegangenen unguten \u00e4lteren Sohnes namens ROBERT VON UNGERN STERNBERG alias ROMAN UNGERN VON STERNBERG (geb. 1885, hingerichtet 1921 durch Erschie\u00dfen), dem in meiner Von-Wimpffen-Abhandlung das Kapitel \u201eX. Robert alias Roman&#8220; gewidmet ist. Au\u00dferdem wird im vorbeschriebenen Kapitel \u201eG. Wilhelm von Wimpffen&#8220; auch noch kurz aufzuzeigen sein, wie durch die Heirat der j\u00fcngeren Schwester des Wilhelm von Wimpffen namens PAULINE VON WIMPFFEN (geb. 1822 in Stuttgart, gest. 1900 in Mainz) mit ADOLF FELIX GRAF WIMPFFEN (1805 \u2013 1880) au\u00dfer der blutsm\u00e4\u00dfigen jetzt auch eine heiratsm\u00e4\u00dfige und damit sozusagen doppelgleisige Verwandtschaft zwischen der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie der Freiherren von Wimpffen und den Grafen von Wimpffen zustandegekommen ist (N\u00e4heres siehe in meiner vorgenannten Arbeit in Kapitel \u201eU. Verwandtschaftliche Verkn\u00fcpfungen&#8220;). Nicht \u00fcbersehen werden darf die dem k. k. Obersten DAGOBERT (1765 \u2013 1836), dem zweit\u00e4ltesten der drei S\u00f6hne des Begr\u00fcnders des d) Georgs Zweiges GEORG SIEGMUND DOMINIK (1735 \u2013 1816), entwachsene und in Ungarn sesshaft sowie hochverm\u00f6gend gewordene <strong>Linie der Wimpffen-Mollberg<\/strong>, der auch DR. HANS HERMANN FREIHERR VON WIMPFFEN (geb. am 13. 11. 1934 in Budapest) entstammt, welcher in den beginnenden 1980er Jahren Wimpfen am Berg zu seinem Wohnsitz auserkoren hat. Siehe diesen in der II. Stammtafel ganz oben links unter \u201eERG\u00c4NZUNG\u201c\u00a0als Angeh\u00f6riger der Generation 17d aufgef\u00fchrt; dessen Herkunft und Werden ist am Ende von Kapitel \u201eY. Georgs Zweig&#8220; ausf\u00fchrlich dargestellt.<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Pfarrchronik der Evangelischen Kirchengemeinde Wimpfen, 1870, S. 77<br \/>\nSiehe auch: Haberhauer, G\u00fcnther, 2011, S. 31 \u2013 32<\/p>\n<p>Anmerkung: Der Einfachheit halber werden k\u00fcnftig Belege f\u00fcr Textteile, die der Pfarrchronik der Evangelischen Kirchengemeinde entnommen sind und seit Januar 2011 auch als Transkription auf CD und Ausdrucke vorliegen, hier nicht mehr angegeben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Jordan, Alexander u. a. m. , 2010, S. 10<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Entnommen: Jordan, Alexander u. a. m. , 2010, S. 8<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Meyers Gro\u00dfes Konversationslexikon 1907, Band 9; Stichwort: Gro\u00dfherzogthum Hessen\/Geschichte, S. 272<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 339 und 340<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Aus: Wikipedia.org.wiki\/Schlacht bei Gravelotte, 12. 12. 2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 305 \u2013 313 (Zwischen\u00fcberschrift: Der Kampf im Zentrum. Unter\u00fcberschrift: Die 25. Division im Bois de la Cusse und n\u00f6rdlich des W\u00e4ldchens)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Aus: Fontane, Theodor, 1887, zusammengesetzt aus den Darstellungen der S. 306, 308 und 299<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Bad Wimpfener Zeitung vom 28. April 1938<br \/>\nsiehe auch: Haberhauer, G\u00fcnther, 1999, S. 299<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Aus: Historische Uniformen.de\/Gemaelde.htm &#8211; 06. 01. 2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 276, 277, 283<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 311 \u2013 313<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Aus: Wikimedia Commons File: Sisters of Mercy at the Battle of Gravelotte.jpg <strong>a<\/strong>m 22. 09. 2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 339, 340, 283<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 340<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Fontane, Theodor, 1873, S. 339<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Vorlage zur Verf\u00fcgung gestellt von Otto Maisenh\u00e4lder<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Vorlage zur Verf\u00fcgung gestellt von Otto Maisenh\u00e4lder<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Siehe dazu: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016; dort Kapitel P. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> &#8211; Aubert (de la Chesnaye) des Bois, Fran\u00e7ois-Alexandre:<br \/>\nDictionaire de la noblesse, contenant les g\u00e9n\u00e9alogies, l\u2019histoire et la chronologie des familles nobles de France, l\u2019explication des leurs armes et l\u2019\u00e9tat des grandes terres du royaume; Band 12, (1770 \u2013) 1778<br \/>\n&#8211; Cellarius, Christoph; Goldtbeeg, Julius Gerhard:<br \/>\nGenealogisches Taschenbuch der freiherrlichen H\u00e4user auf das Jahr 1853; 1853 Gotha; dort: Wimpffen, S. 539 \u2013 550<br \/>\n&#8211; Kneschke, Ernst Heinrich:<br \/>\nDeutsche Grafenh\u00e4user der Gegenwart in heraldischer, historischer und genealogischer Hinsicht, Band 2, 1853 Leipzig<br \/>\nNeues allgemeines Deutsches Adelslexikon, Band IX, 1870 Leipzig<br \/>\n&#8211; Wurzbach, Constantin von (Herausgeber):<br \/>\nDie Freiherren und Grafen von Wimpfen. Separatdruck aus C. von Wurzbach\u2019s biographischem Lexikon des Kaiserthums Oesterreich LVI. Band. Mit zwei Stammtafeln. 1888 Wien. Aus der kaiserlich-k\u00f6niglichen Hof- und Staatsdruckerei<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Siehe dar\u00fcber insbesondere in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Siehe dar\u00fcber ebenfalls in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Siehe in Wikipedia, Liste der Hof- und Reichstage des Heiligen R\u00f6mischen Reiches; dort taucht Worms als Ort eines sog. Hoftages, bezogen auf das 14. Jahrhundert, \u00fcberhaupt nicht auf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Siehe dar\u00fcber Genaueres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel B. Sagenahn sowie Kapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Siehe dar\u00fcber insbesondere wieder in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Lore Sporhan-Krempel, Zur Geschichte der Familie Hermann von Wimpffen; Vortrag, gehalten am 3. 4. 1981 bei der Gesellschaft f\u00fcr Familienforschung in Franken e. V.; in: Bl\u00e4tter f\u00fcr Fr\u00e4nkische Familienkunde, 12. Band, Heft 2, Oktober 1984, S. 57 \u2013 68 (im Fortgang ist die vorliegende Quelle in der folgenden Kurzform genannt: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> St\u00f6r, J. W. (Johann Wilhelm) und Atanias (Stecher): Unbezeichneter, unbetitelter und undatierter Stammbaum der sog. Familie H\u00f6rmann von Wimpffen, Kupferstich von Johann Wilhelm St\u00f6r (Gestalter), geb. 1705 und gest. 1765 in N\u00fcrnberg, und Atanias (Stecher) von ca. 1750\/60, signiert mit \u201eAtanias sculpcit &#8211; J. W. St\u00f6r excudit\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> N\u00e4heres siehe bei: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel B. Sagenahn<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Siehe dazu in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel B. Sagenahn<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> N\u00e4heres siehe in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel B. Sagenahn<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel C. Leonhard und Heinrich<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel D. Auswanderer Heinrich<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> Siehe Genaueres dar\u00fcber in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel E . Sybilla und Wilhelm; Kapitel F. S\u00fcdfernh\u00e4ndler<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> Nachzulesen in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel H. Kaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> Peter Fleischmann, Rat und Patriziat in N\u00fcrnberg. Die Herrschaft der Ratsgeschlechter vom 13. bis zum 18. Jahrhundert (3 B\u00e4nde), 2008; hier: Band 2 (Ratsherren und Ratsgeschlechter), S. 346<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> Wolfgang Reinard (Herausgeber), Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts. Prosopographie wirtschaftlicher und politischer F\u00fchrungsgruppen 1500 \u2013 1620, Band 1 und Band 2, 1996 Berlin; hier: Band 1, Nr. 397<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[37]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel G. Wappenempfang<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> Siehe diese in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel G. Wappenempfang, dort Abb. 21<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible 2013 \u2013 2016, Kapitel J. Christoph und Niclas<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[40]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible 2013 \u2013 2016, Kapitel K. Unterpfleger Christoph<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[41]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible 2013 \u2013 2016, Kapitel L. Adelswerdung<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> Siehe dort auf S. 372<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> Siehe dort ab Mitte von S. 60 \u2013 S. 68 oben<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a> Wurzbach, Constantin von, 1888, S. 11<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> Sporhan-Krempel, Lore, 1984, S. 68<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, teilweise bereits in Kapitel L. Adelswerdung (dort insbesondere in \u201eGenealogische \u00dcbersicht I\u201c und \u201eGenealogische \u00dcbersicht II\u201c; dann des Weiteren auch in Kapitel M. D\u00e4nischer Zweig und schlie\u00dflich vollends in Kapitel H. Umorientierung<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> Siehe N\u00e4heres in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel N. Umorientierung sowie Kapitel O. Johann Georg<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> Siehe N\u00e4heres vor allem in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel O. Johann Georg sowie Kapitel P. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> Siehe N\u00e4heres vor allem in: Erich Scheible, 2013 \u2013 2016, Kapitel P. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig sowie Kapitel O. Johann Georg, au\u00dferdem alle nachfolgenden Kapitel von Q bis Y<a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IM SIEGREICHEN DEUTSCH-FRANZ\u00d6SISCHEN KRIEG VON 1870\/71, IN DEM AUS DER GRO\u00dfEN SCHAR DER INS FELD GERUFENEN S\u00d6HNE WIMPFENS SECHS IHR LEBEN GEBEN M\u00dcSSEN UND IN DER F\u00dcR FRANKREICH VERLOREN GEHENDEN UMFASSUNGSSCHLACHT BEI SEDAN MIT DEM UNGL\u00dcCKLICH AGIERENDEN \u201eSEDANGENERAL\u201c EMMANUEL F\u00c9LIX DE WIMPFFEN EIN ANGEH\u00d6RIGER DES DAMALS \u00dcBER VIELE STAATEN EUROPAS VERBREITETEN ADELSGESCHLECHTES DER VON WIMPFFEN &hellip; <a href=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/band_3_1870-1918\/startseite\/a1-krieg-1870-71-die-von-wimpffen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">A1. 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