{"id":234,"date":"2016-06-11T13:48:31","date_gmt":"2016-06-11T11:48:31","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/?page_id=234"},"modified":"2019-11-10T11:21:04","modified_gmt":"2019-11-10T10:21:04","slug":"sagenahn","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/sagenahn\/","title":{"rendered":"B. Sagenahn"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie &#8211; zusammengehend mit der Familientradition &#8211;<br \/>\n1. der N\u00fcrnberger Zeichner und Kupferstecher\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">JOHANN WILHELM ST\u00d6R<\/span>\u00a0(1705 &#8211; 1765) in seinem Stammbaum (von ca. 1750\/60) und zeitlich nach diesem<br \/>\n2. der franz\u00f6sische Enzyklop\u00e4dist\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">AUBERT DE LA CHESNAYE DES BOIS<\/span> \u00a0(1778) sowie auch<br \/>\n3. der N\u00fcrnberger Hospitalprediger <span style=\"text-decoration: underline;\">GEORG ERNST WALDAU<\/span> (1787),<br \/>\n4. sp\u00e4ter\u00a0die deutschen Genealogen <span style=\"text-decoration: underline;\">ERNST HEINRICH KNESCHKE<\/span> und<br \/>\n5. <span style=\"text-decoration: underline;\">CHRISTOPH<\/span><\/strong><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0CELLARIUS &#8211; JULIUS GERHARD GOLDTBEEG<\/span> im \u201eGOTHA\u201d (1853), schlie\u00dflich noch<br \/>\n6. der \u00f6sterreichische Genealoge\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">CONSTANTIN VON WURZBACH<\/span> in seinem einschl\u00e4gigen Werk des Jahres 1888<br \/>\n<\/strong><strong>den ersten Angeh\u00f6rigen des Von-Wimpffen-Geschlechtes, von dem aus eine \u00a0l\u00fcckenlose genealogische Stammesfolge aufgezeigt werden k\u00f6nne, \u00fcbereinstimmend als Rittersmann<br \/>\ndes Vornamens SI(E)GMUND bzw. SIGISMOND-HERMANN bzw. SIGISMUND<\/strong><strong>\u00a0und Nachnamens H\u00d6RMANN VON WIMPFFEN bzw. DE WIMPFFEN bzw. H\u00d6RMANN bzw. HEEREMANN VON WIMPFFEN<br \/>\n(gestorben angeblich 1393 in Prag),<br \/>\nau\u00dferdem (mit Ausnahme von ST\u00d6R und WALDAU) als Inhaber mehrerer schw\u00e4bischer Burg- und Herrschaftspl\u00e4tze, die beiden letztgenannten Genealogen sogar als im Zuge der Rittererhebung \u00fcber seine Ahnenst\u00e4dte Wimpfen am Berge und im Tale eingesetzten Reichsvogt beschreiben;<br \/>\nwie dieser<\/strong><strong>\u00a0letztlich jedoch von<br \/>\n7. der Historikerin und Publizistin <span style=\"text-decoration: underline;\">DR. LORE SPORHAN-KREMPEL<\/span> 1981\/84<br \/>\nv\u00f6llig anders dargestellt wird,<br \/>\nn\u00e4mlich als (nichtadliger) Handelsmann des Namens SIGMUND HERMANN, der zu Anfang des 15. Jahrhunderts aus seiner Heimatstadt Wimpfen am Neckar nach Augsburg gekommen sei und wohl der sog. Ehrbarkeit (2. Stand) angeh\u00f6rt habe,<br \/>\nso dass man aus wissenschaftlicher Sicht nicht umhin kann, den<\/strong><strong>\u00a0angeblichen Rittersmann sowie Burg- und Herrschaftsplatzbesitzer oder gar Reichvogt \u00fcber Wimpfen SIGMUND bzw. SIGISMUND H\u00d6RMANN oder HEEREMANN VON WIMPFFEN,\u00a0als \u201eSagenahn\u201c\u00a0zu bezeichnen.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn nach den langen Vorbetrachtungen des Kapitels A. Grundlegendes nunmehr die dort bereits angesprochenen Stammeltern\u00a0des Geschlechtes der Von Wimpffen, nach allen Seiten ihrer Person, so weit ermittelbar, vorzustellen sind, so erscheint dies von der stattlichen Zahl der laut dem Kapitel-Titel herangezogenen sieben Autoren des 18. bis 20. Jahrhunderts her kein allzu gro\u00dfes Problem. Beim Lesen und notwendigerweise Vergleichen deren allesamt nunmehr w\u00f6rtlich darzubringenden diesbez\u00fcglichen Textstellen stellt sich jedoch die Schwierigkeit ein, dass die jeweils vorgezeigten personalen Parameter, so<br \/>\n&#8211; der\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Vor- und Nachname<\/span> des Stammvaters wie auch der\u00a0dessen\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Ehefrau(en)<\/span>,<br \/>\n&#8211; deren\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Standeszugeh\u00f6rigkeit<\/span>,<br \/>\n&#8211; die\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Profession<\/span> des Stammvaters,<br \/>\n&#8211; dessen\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Lebensgang<\/span>,<br \/>\n&#8211; dessen\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Besitzstand<\/span>,<br \/>\n&#8211; dessen\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Wappen<\/span>,\u00a0auch<br \/>\n&#8211; die <span style=\"text-decoration: underline;\">Namen der\u00a0Kinder<\/span><del><\/del> u. a. m.,<br \/>\nschon was deren beider Namen selbst betrifft, in gewissen variativen Abweichungen erscheinen. Und was den als \u00e4lteste Quelle zu betrachtenden Stammbaum des J. W. \u00a0ST\u00d6R bez\u00fcglich des Namens von dessen Frau und Kindern, und auch bei G. E. WALDAU, was den Namen der Frau, doch was die J\u00fcngste der Autoren, die Genealogin des 20. Jahrhunderts\u00a0DR.\u00a0LORE SPORHAN-KREMPEL, angeht, so gut wie \u00a0total auseinanderdriften.<\/p>\n<p>F\u00fcrs Erste sollen zur Kl\u00e4rung nunmehr in chronologischer Folge die Namen all der herangezogenen Autoren und Titel ihres jeweiligen der Genealogie derer Von Wimpffen geltenden Werkes in chronologischer Folge des Erscheinens unter Beigabe der obigen Z\u00e4hl- und Kennnummer aufgef\u00fchrt und danach der dort jeweils erscheinende Vor- und Nachname des Stammtr\u00e4gers und seiner Gattin angef\u00fcgt werden, womit beim Vergleichen vorab ein Streiflicht auf die einerseits gegebenen \u00dcbereinstimmungen oder \u00c4hnlichkeiten, andererseits auf die Unsicherheit und gar Verwirrung stiftenden Unterschiedlichkeiten geworfen wird. Danach folgt der jeweilige auf diesen sog. Sagenahn sowie teilweise auch schon auf dessen Kinder bezogene Textteil:<\/p>\n<p><strong>1. Ca. 1750\/60<\/strong> &#8211; N\u00fcrnberger Zeichner (insbesondere Portraitzeichner) und Kupferstecher\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">JOHANN WILHELM ST\u00d6R<\/span>\u00a0(1705 &#8211; 1765), Unbetitelter Stammbaum der H\u00f6rmann von Wimpffen:<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\"><b>&#8211;\u00a0<\/b>SIGMUND H\u00d6RMANN VON WIMPFFEN und Gemahlin AGNES BRACHERIN:<br \/>\nIm Falle dieser \u00e4ltesten der Ver\u00f6ffentlichungen liegt wegen des Fehlens des urspr\u00fcnglich sicherlich vorhanden gewesenen Kommentar-Textes nur die Bild-Wort-Darstellung des dem Stammtr\u00e4ger-Paar und dessen Kindern geltenden Anfangsteils des vorgenannten Stammbaums in Form der nachfolgenden Abbildung vor:<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\"><br \/>\n<\/span><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/012_Kap_B.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom alignnone wp-image-835 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/012_Kap_B-1024x868.jpg\" alt=\"012_Kap_B\" width=\"660\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/012_Kap_B-1024x868.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/012_Kap_B-300x254.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/012_Kap_B.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. B 1a: Ausschnitt (unterste Mittelzone) des Stammbaumes des N\u00fcrnberger Zeichners und Kupferstechers Johann Wilhelm St\u00f6r (1705 &#8211; 1765) von ca. 1750\/60, wo sich der Stammahn (Generation 1) als schlafender Ritter abgebildet und dar\u00fcber in einer Schriftleiste dessen und seiner Gemahlin Name mit einer Jahresangabe, darunter in je einem Schildchen deren Wappenzeichen (Widder bzw. achtzackiger Stern) finden, oben das deren f\u00fcnf Kindern geltende Namens-und Wappenzeichenband der Generation 2<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Scan-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2681\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Scan-9.jpg\" alt=\"\" width=\"565\" height=\"544\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. B 1b: Bildkonstruktion zum Stammahnen der Von Wimpffen aus dem Stammbaum des J. W. St\u00f6r:<br \/>\n&#8211; oben: Das dem Stammtr\u00e4ger und seiner Gattin geltende Namensband des Stammtr\u00e4gers mit den Wappenzeichen darunter;<br \/>\n&#8211; unten: Das Ritterwappen des Stammtr\u00e4gers<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der am Fu\u00dfe des Stammbaumes ruhende Stammtr\u00e4ger war laut dieser Wort-Bild-Aussage des J. W. St\u00f6r Ritter von Beruf. Dessen bebartetes Haupt und seine r\u00fcstungsbewehrten Schultern ruhen an einem gewaltigen Baumstrunk, aus dem der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig d\u00fcnne, vom rechten Arm des Schlafenden umfasste, Stamm des Stammbaumes herausw\u00e4chst. Dar\u00fcber h\u00e4ngt am aufstrebenden Stamm ein rollwerkbesetztes Namens- und Datumschild, das den Namen dieses Ritters mit beigef\u00fcgter Jahreszahl und dessen Gattin nennt und folgenderma\u00dfen lautet: \u201eSIGMUND H\u00d6RMAN VON WIMPFFEN vixit A. 1377 (d. h. lebte im Jahr 1377) &#8211; AGNES BRACHERIN\u201c. Darunter h\u00e4ngen zwei kleine Wappenschilde mit deren jeweiligem Wappenzeichen, n\u00e4mlich der dem Rittersmann zugeh\u00f6rige und bereits im Vorkapitel A. Grundlegendes in Abb. A 5 in seiner sp\u00e4teren quasi amtlichen Form gezeigte, doch hier &#8211; heraldisch gesehen &#8211; nach links statt dort nach rechts schreitende Widder = Schafbock bzw. der seiner Frau zugeh\u00f6rige achtstrahlige Stern; und am Baumstumpf steht der abgelegte federgeschm\u00fcckte Helm des Rittersmannes; daneben lehnt an dessen H\u00fcfte schr\u00e4g dessen Schild, der mit dem gleichen Widderwappen besetzt scheint. Beim genauen Hinsehen ist jedoch zu entdecken, dass das im Wappen der vorgenannten Abbildung von den Vorderf\u00fc\u00dfen des Widders gehaltene und auch in Wurzbachs dazugeh\u00f6riger Beschreibung aufgef\u00fchrte Kreuz hier fehlt. Mehr ist aus dem Stammbaum St\u00f6r \u00fcber das Stammhalter-Paar nicht herauszulesen. Wendet man den Blick noch auf die in der oberen Abb. B 1a \u00fcber den Wappen erscheinende Namens- und Wappenleiste der Generation 2, so findet man die 5 Kinder der Stammelten mit Namen und Wappenzeichen und gegebenenfalls Partner aufgef\u00fchrt, und zwar von 3 S\u00f6hnen und 2 T\u00f6chtern, n\u00e4mlich: LIENHARD als Stammtr\u00e4ger mit seiner Frau ANNA DAXIN, au\u00dferdem NICOLAUS mit CHRISTINA BLANCKIN und CHRISTOFF mit FELICITAS EBERHARDIN sowie (ohne Partner) die T\u00f6chter CATARINA und AGNES.<\/p>\n<p>Wir kommen in chronologischer Abfolge dann zum franz\u00f6sischen Enzyklop\u00e4disten und Vielschreiber<br \/>\n<strong>2. 1778<\/strong> &#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">FRAN\u00c7OIS-ALEXANDRE\u00a0AUBERT DE LA CHAISNEYE DES BOIS<\/span>\u00a0(1699 &#8211; 1784), Dictionaire de la noblesse, contenant les g\u00e9n\u00e9alogies, l&#8217;histoire et la chronologie des familles nobles de France,\u00a0<span style=\"line-height: 1.6471;\">l\u2019explication des leurs armes et l\u2019\u00e9tat des grandes terres du royaume, tome 12, dort: Abschnitt \u201e(De) Wimpffen\u201d; dieser schreibt:<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\"><b>&#8211;\u00a0<\/b>SIGISMOND-HERMANN DE WIMPFFEN = SIGISMUND-HERMANN VON WIMPFFEN und Gemahlin LOUISE DE KEITH bzw. LUISE VON KEITH:<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\">Was bei diesem (Seite 830 und 831) \u00fcber dieses Stammpaar zu lesen steht, sei hier &#8211; wie auch in den sp\u00e4teren weiteren Zitierungen &#8211; unver\u00e4ndert in der damaligen (da und dort anderen als heutigen) Schreibweise und Wortform \u00fcbernommen:<br \/>\n<em>\u201eMais la filiation suivie des cette Maison, et l\u00e9galement prouv\u00e9e, ne commence qu\u2019\u00e0 SIGISMOND-HERMANN, dont nous allons parler.- I. SIGISMOND-HERMANN DE WIMPFFEN, Chevalier, Seigneur de Brixenstein, Zabietstein, Ebershausen etc. servit l\u2019Empereur CHARLES IV avec tant de zele et de courage, qu\u2019il l\u2019 \u00e9l\u00e9va \u00e0 la dignit\u00e9 de Baron du Saint-Empire par un Dipl\u00f4me particulier, dat\u00e9 du 1363. Par son testament de 1393, il paroit qu\u2019il \u00e9toit mari\u00e9 avec LOUISE DE KHEIT, de laquelle vinrent: &#8211; 1. CHARLES-AUGUSTE, qui suit; &#8211; 2. JEAN-ALBERT, n\u00e9 en 1354, Chanois \u00e0 Wurtzbourg en Allemagne; FR\u00c9D\u00c9RIC-BARTHOLOM\u00c9, n\u00e9 en 1356, qui fut attach\u00e9 au service de l\u2019Empereur.\u201d<br \/>\n<\/em>Zu Deutsch: <em>\u201eAber die nachfolgende Abstammung dieses Hauses, und amtlich bewiesen, beginnt bei keinem anderen als bei SIGISMUND-HERMANN, von dem wir jetzt sprechen: I. SIGISMUND-HERMANN VON WIMPFFEN, Ritter, Herr von Brixenstein, Zabietstein, Ebershausen usw. diente Kaiser Karl IV. mit solchem Eifer und Mut, dass er ihn durch ein Sonderdiplom, datiert 1363, in die W\u00fcrde eines Reichsfreiherren erhob. Durch sein Testament von 1393 erscheint er als mit LUISE VON KHEIT verheiratet, von der stammen: 1. KARL-AUGUST, der nachfolgt; 2. HANS-ALBERT, geboren 1354, Domherr zu W\u00fcrzburg in Deutschland; 3. FRIEDRICH-BARTHOLOM\u00c4US, geboren 1356, der sich in den Dienst des K\u00f6nigs begab.\u201d<\/em><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p>Zeitlich folgen die Angaben der genealogischen \u00a0Betrachtung des N\u00fcrnberger sog.\u00a0\u201e\u00e4lteren Hospitalpredigers\u201d, evangelischen Theologen und Kirchenhistorikers<br \/>\n<strong>3. 1787 <\/strong>&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">GEORG ERNST WALDAU\u00a0<\/span>(1745 &#8211; 1817)<span style=\"text-decoration: underline;\">,<\/span> Vom Losungsamtmann Johann Friedrich von Wimpfen und dessen Familie:<br \/>\n&#8211; SIGMUND H\u00d6RMANN und Gemahlin AGNES BRACHERIN:<br \/>\nDieser weist bei seinen Angaben \u00fcber den Stammvater, Seite 371, vergleichend auf zwei Quellen hin, n\u00e4mlich auf den Stammbaum St\u00f6r (siehe Nr. 1) und auf ein Adelshandbuch von 1778 (gemeint: \u201eNeues Genealogisches Handbuch auf das Jahr M DCCLXXVIII. &#8230; Erster Theil &#8230; Frankfurt am Mayn &#8230; 1778\u201d, Seite 408), bei denen er bez\u00fcglich des Namens der Ehefrau desselben auf unterschiedliche Angaben st\u00f6\u00dft:<br \/>\n<em>\u201eDer Stammvater des Geschlechts hie\u00df SIGMUND H\u00d6RMANN, und kam aus der Reichsstadt Wimpfen her, von welcher er mit Erlaubni\u00df K. CARLS IV. der ihn A. 1373 zum Ritter geschlagen, den Namen<\/em> (gemeint VON WIMPFEN)<em> angenommen hat. In einem in Kupfer gestochenen gro\u00dfen Stammbaum <\/em>(gemeint eben jener oben gezeigte des F. W. St\u00f6r),<em> den wir von der Familie haben, hei\u00dft seine Ehefrau, die Stammutter aller von Wimpffen, AGNES BRACHERIN, welches ich mit dem Albrechtischen geneal. Adelshandbuch (Frankf. 1778. 8.) nicht vereinigen kann, wo gesaget wird, da\u00df er eine LUDOVICA VON KEIL<\/em>\u00a0(statt bei Aubert Des Bois &#8211; siehe unter Nr. 3 &#8211; wieder anders LUISE<em>\u00a0VON KHEIT, <\/em>und sp\u00e4ter bei Nr. 5 und 6 wieder anders SUSANNA VON EBLINGEN und LUDOVICA VON KEITH)<em> zur Ehe hatte.\u201d<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Autor ist der deutsche Heraldiker, Augenarzt und Schriftsteller<br \/>\n<strong>4. 1853<\/strong>\u00a0und (unver\u00e4ndert)\u00a0<strong>1870\u00a0<\/strong>&#8211; \u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">ERNST HEINRICH KNESCHKE<\/span>\u00a0(1798 &#8211; 1869), Deutsche Grafenh\u00e4user der Gegenwart in heraldischer und genalogischer Beziehung:<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\">&#8211; SIGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN, dessen Gemahlin ungenannt bleibt:<br \/>\nDessen Angaben, Seite 676, fallen auch anderweitig knapper aus, liegen aber inhaltlich in etwa auf die Linie von Nr. 2:<em><br \/>\n\u201eDie ununterbrochene Stammreihe beginnt mit SIGMUND HEEREMANN V. WIMPFFEN, Herrn auf Brixenstein, Zabietstein, Ebershausen in Schwaben, Kaiser Carls IV. Feldobersten, welchem der KAISER 1373 auf dem Reichstage zu Speyer den eigenh\u00e4ndigen Ritterschlag ertheilte, wobei die erw\u00e4hnte Wappenvermehrung mit dem Kreuze erfolgte.\u201d<\/em>\u00a0&#8211; Anmerkung: Die im letzten Satz stehende Wendung \u201eerw\u00e4hnte Wappenvermehrung mit dem Kreuze\u201d bezieht sich auf das am Anfang in der Abb. 5 in solcher Weise (mit dem Kreuz in den Vorderf\u00fc\u00dfen des Widders) gezeigte und sonst gleich beschriebene Wappen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Zeitlich gleichgerichtet sind die deutschen Genealogen<br \/>\n<strong>5. 1853<\/strong> &#8211; \u00a0CHRISTOPH CELLARIUS UND JULIUS GERHRAD GOLDTBEEG\u00a0(im \u201eGotha\u201d), Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen H\u00e4user, Abschnitt \u201eVon Wimpffen\u201d:<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\"><b>&#8211;\u00a0<\/b>SIGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN und Gemahlinnen SUSANNA GEB. VON EBLINGEN und LUDOVICA GEB. VON KHEIT:<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\">Diese f\u00fchren, Seite 540 und 541, ziemlich dasselbe, was bislang gesagt ist, doch noch die weiteren mit der Rittererhebung verbundenen Parameter auf, so die Rangverleihung eines Reichsvogtes \u00fcber seine\u00a0beiden Ahnenst\u00e4dte Wimpfen\u00a0und andere Details<em>\u00a0<\/em>sowie das Sterbejahr und den Sterbeort:<br \/>\n<em>\u201eDie ununterbrochene und urkundlich erwiesene Stammreihe des Hauses beginnt indessen erst mit SIGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN, Herrn auf Brixenstein, Zabietstein, Ebershausen etc. in Schwaben und Kaiser Karls IV. Feldobersten. Dieser erwarb sich in Verfolgung der Ungl\u00e4ubigen solche Verdienste, da\u00df ihm DER KAISER auf dem Reichstage zu Speyer im J. 1373 den eigenh\u00e4ndigen Ritterschlag ertheilte, ihm besondere Urkunden \u00fcber den alten Adel seines Geschlechtes verlieh, sein Wappen mit dem Kreuze in den Vorderf\u00fc\u00dfen des Widders vermehrte und ihn zum Reichsvogt \u00fcber seine beiden Ahnenst\u00e4dte einsetzte. Er starb 1393 in hohem Alter zu Prag. Von seinen beiden Gemahlinnen, SUSANNA GEB. V. EBLINGEN, und LUDOVICA GEB. VON KHEIT scheint nach seinem Testamente die Letztere die Mutter seiner 3 S\u00f6hne gewesen zu sein, n\u00e4mlich von KARL AUGUST, der ihm folgte, JOHANN ALBERT, geb. 1354, Canonicus zu W\u00fcrzburg und FRIEDRICH BATHOLOM\u00c4US, der in Kaisers Diensten stand.\u201d<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.6471;\">Es folgt der \u00f6sterreichische Bibliograph, Lexikograph und Schriftsteller<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\"><strong>6. 1880<\/strong> &#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">CONSTANTIN VON WURZBACH<\/span>\u00a0<\/span>(1818 &#8211; 1893)<span style=\"text-decoration: underline;\">,<\/span>\u00a0Die Freiherren und Grafen von Wimpffen, Separatdruck von C. von Wurzbach&#8217;s biographischem Lexikon des Kaiserthums<span style=\"line-height: 1.6471;\"> Oesterreich LVL. Band:<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\"><b>&#8211;\u00a0<\/b>SIEGMUND HEEREMANN, auch SIGISMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN und Gemahlinnen SUSANNA VON EBLINGEN und LUDOVICA VON KHEIT:<br \/>\nDieser wei\u00df \u00fcber den Stammtr\u00e4ger in seiner Beschreibung des Titels \u201eBesonders denkw\u00fcrdige Sprossen der Wimpffen\u201d Nr. 38, Seite 12 und 13, so gut wie alles, was sich in Sammlung der Angaben der drei Vorgenannten gesammelt ergibt (die dort gesperrt gedruckten Namen sind hier in Gro\u00dfbuchstaben wiedergegeben):<em> \u201e38. SIEGMUND HEEREMANN <\/em>(am Anfang seiner I. Stammtafel schreibt er dagegen SIGISMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN)<em>, gest. 1393).- Mit diesem tapferen Kriegsmanne des vierzehnten Jahrhunderts beginnt unsere Stammtafel des adligen Geschlechtes von Wimpffen, weil von ihm herab die genealogische Stammesfolge nach ziemlich zuverl\u00e4ssigen Daten m\u00f6glich ist. In Schwaben als Besitzer von Brixenstein, Zabietstein, Ebershausen u. s. w. se\u00dfhaft, stand er in kaiserlichen Kriegsdiensten, und zwar als Feldoberster KAISER KARLS IV. In diesem erwarb er sich solche Verdienste, da\u00df ihm vom Kaiser auf dem Reichstage zu Speyer (1373) eigenh\u00e4ndig der Ritterschlag ertheilt, ihm eine besondere Urkunde \u00fcber den alten Adel seines Geschlechtes verliehen, sein Wappen mit dem Kreuze in den Vorderf\u00fc\u00dfen des Widders vermehrt und er zum Reichsvogte \u00fcber seine Ahnenst\u00e4dte Wimpfen auf dem Berge und Wimpfen im Thale eingesetzt wurde. SIEGMUND HEEREMANN starb 1393 zu Prag im hohen Alter. Er war zweimal verm\u00e4lt, zuerst mit SUSANNE VON EBLINGEN, dann mit LUDOVICA VON KHEIT. Doch scheint aus seinem Testamente hervorzugehen, da\u00df Letztere die Mutter seiner drei S\u00f6hne: KARL AUGUST, geb. 1353, kais. Feldhauptmann, welcher seinen Stamm fortsetzte, JOHANN ALBERT, geb. 1354, Domherr zu W\u00fcrzburg, und FRIEDRICH BARTHOLOM\u00c4US, geb. 1356, der in kaiserlichen Diensten stand und einen Zweig gr\u00fcndete, welcher den lutherischen Glauben annahm und lange Zeit in Baden, sp\u00e4ter auch in Sachsen wohnte, gewesen sei.\u201d<br \/>\n<\/em>Man gewinnt beim Vergleichen all der vielen Angaben des Constantin von Wurzbach mit jenen seiner Vorg\u00e4nger den sicheren Eindruck, dass dieser sein Wissen aus den Texten insbesondere seiner Vorg\u00e4nger Nr. 2, 4 und \u00a0\u00a05 zusammengeholt hat.\u00a0 <\/span><\/p>\n<p>Wir schlie\u00dfen mit der promovierten Historikerin, Literatur- und Zeitungswissenschaftlerin sowie sp\u00e4teren deutschen Schriftstellerin, insbesondere freien Mitarbeiterin f\u00fcr Zeitungen und Zeitschriften, sowie speziell deutschen Papierhistorikerin<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\"><strong>7. 1981\/84<\/strong>\u00a0&#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">Dr. Lore Sporhan-Krempel<\/span> (1908 &#8211; 1994), Zur Geschichte der Familie Hermann von Wimpffen:<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\"><b>&#8211;\u00a0<\/b>SIGMUND HERMANN und Gemahlin AGNES\u00a0PRACHERIN:<br \/>\nDiese Autorin wei\u00df ihre Betrachtungen zur Genealogie der<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\">\u00a0Von Wimpffen und deren Stammtr\u00e4gers sowie dessen (nur einen!) Gattin kategorisch und unmissverst\u00e4ndlich mit acht pr\u00e4gnanten &#8211; in Kapitel A. Grundlegendes bereits bruchst\u00fcckhaft zitierten &#8211; S\u00e4tzen der Seite 58 wie folgt zu er\u00f6ffnen, deren Inhalte denjenigen der anderen Autoren, ausgenommen &#8211; doch St\u00f6r und Waldau nur teilweise, so gut wie total\u00a0<\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\">zuwiderlaufen:<br \/>\n<em>\u201eDie Wimpffen leiteten ihren Ursprung aus der alten Stauferpfalz und sp\u00e4teren Reichsstadt<\/em> Wimpffen (es m\u00fcsste eigentlich \u201aWimp<span style=\"text-decoration: underline;\">f<\/span>en&#8216; geschrieben sein)<em>\u00a0ab, die im Schw\u00e4bischen hoch \u00fcber dem Neckar liegt. Freilich f\u00fchrten sie damals noch nicht den Namen \u201aVON WIMPFFEN\u2019, sondern nannten sich \u201aHERMANN\u2019. Von Wimpffen <\/em><em>aus kam anfangs des 15. Jahrhunderts SIGMUND HERMANN nach Augsburg. Die Familientradition berichtet, Sigmund habe mit Erlaubnis KAISER <\/em>(ab 1355)<em> KARLS IV., der ihn 1373 zum Ritter geschlagen habe, den Namen \u201avon Wimpffen\u2019 angenommen. Das ist aber doch sehr zweifelhaft. In ihren Augsburger Jahren nennen sich die Mitglieder immer nur HERMANN. So findet man sie auch in den genealogischen Aufstellungen.- Sigmund war mit einer AGNES PRACHERIN verheiratet, er geh\u00f6rte wohl der \u201aEhrbarkeit\u2019 an und trieb Handel. Einer seiner S\u00f6hne hie\u00df LEONHARD und war mit einer BARBARA ENTZINGIN verheiratet.\u201d<\/em><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Was die Benamung des Stammahnen mit SIGMUND HERMANN durch Sporhan-Krempel betrifft, um nunmehr alle deren Angaben im Einzelnen mit denen der anderen Autoren zu vergleichen und schlussendlich bez\u00fcglich ihrer G\u00fcltigkeit zu bewerten, so geht diese allein mit derjenigen von Nr. 3 (Waldau), lautend SIGMUND H\u00d6RMANN, zusammen, wobei der Unterschied von hier der Selbstlaut\u00a0\u201ee\u201d und dort der dementsprechende Umlaut\u00a0\u201e\u00f6\u201d wohl als unerheblich und damit tolerabel im Sinne zweier Schreibvarianten angesehen werden darf. Anders gegen\u00fcber allen anderen Namensformen, und zwar sowohl was den Vornamen als auch den Nachnamen betrifft. Denn Sporhan-Krempels aufgef\u00fchrtem Gesamtnamen SIGMUND HERMANN oder H\u00d6RMANN stehen gegen\u00fcber: bei Nr. 1 (St\u00f6r) SIGMUND H\u00d6RMANN VON WIMPFFEN, bei Nr. 2 (Aubert Des Bois) SIGISMOND-HERMANN DE WIMPFFEN, was als \u00fcbereinstimmend mit dem von Nr. 4 (Kneschke) sowie Nr. 5 (Gotha) und Nr. 6 (Wurzbach) angegebenen SIGISMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN (bei Nr. 6 auch die Variante SIEGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN) angesehen werden kann, wobei aus dem Bindestrich bei Nr. 2 zwischen \u201eSIGISMOND&#8220; und\u00a0\u201eHERMANN\u201d evident wird, dass diese beiden Teile zusammengeh\u00f6ren, d. h. einen zweiteiligen Vornamen darstellen und damit der zweite Teil nicht Teil eines doppelten Nachnamens HERMANN oder HEEREMANN VON oder DE WIMPFFEN ist, sondern der Nachname allein VON WIMPFFEN lautet. Entscheidend ist, dass bei Sporhan-Krempel und Waldau\u00a0als Nachname allein \u201eHERMANN\u201d bzw.\u00a0\u201eH\u00d6RMANN\u201d, also ein b\u00fcrgerlicher Name\u00a0angegeben ist, w\u00e4hrend das H\u00d6RMANN oder HERMANN oder HEEREMANN VON WIMPFFEN der Anderen eindeutig als Adelsbezeichnung gesehen ist, was ja auch daraus hervorgeht, dass einerseits Sporhan-Krempel den Stammahnen als Handelsmann darstellt, demgegen\u00fcber alle anderen sechs dieser vorausgegangenen Autoren\u00a0(St\u00f6r wegen seiner Bilddarstellung &#8211; siehe Abb. 12 &#8211; darin eingeschlossen)\u00a0ohne jede Ausnahme berichten, dass dieser ein Rittersmann bzw. Feldoberster gewesen sei und f\u00fcr seinen Eifer und f\u00fcr seine Tapferkeit als (im Gotha f\u00fcr seine Verdienste im Kampf gegen die Ungl\u00e4ubigen &#8211; gemeint die T\u00fcrken) im Dienste von Kaiser Karl IV. (laut Gotha, Kneschke und Wurzbach sogar eigenh\u00e4ndig auf dem Reichstag zu Speyer des Jahres 1373, laut Aubert Des Bois dagegen 1363 ) zum Ritter geschlagen wurde und damit als dem Adel angeh\u00f6rig ausgewiesen ist. Dazuhin ist nach den Angaben der Autoren Nr. 2, 4, 5 und 6 dieser Rittersmann Herr (und demnach Besitzer) von drei und mehr Burgsitzen bzw. Ortschaften namens Zabietstein, Brixenstein und Ebershausen etc. in Schwaben; und laut Wurzbach soll dieser dar\u00fcber hinaus dort sogar sesshaft gewesen sein.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber trifft Sporhan-Krempel die folgende desillusionierende Feststellung: Er <em>\u201egeh\u00f6rte wohl der Ehrbarkeit <\/em>(man kann nach den Gegebenheiten in N\u00fcrnberg auch sagen dem 2. Stand bzw., allgemein gesehen, der b\u00fcrgerlichen Oberschicht) <em>an und trieb Handel\u201d<\/em>, womit sicherlich auch Fernhandel gemeint ist, wie dies sich bei seinen an sp\u00e4teren Stellen aufgef\u00fchrten Nachfahren herausstellen wird und \u00fcber mehrere Nachfolgegenerationen hinweg der Fall gewesen ist. Er geh\u00f6rte demnach dem Kaufmannsstand an. Und somit kann er mit Sicherheit kein Angeh\u00f6riger des Adels und gar Besitzer der von Aubert Des Bois bis Wurzbach immer wieder angegebenen in Schwaben gelegenen umf\u00e4nglichen Streubesitzt\u00fcmer namens Brixenstein, Zabietstein und Ebershausen usw. und somit dort auch nicht sesshaft gewesen sein. Daf\u00fcr spricht auch Sporhan-Krempels mit Waldau und St\u00f6r einhergehende Feststellung, dass Sigmund Hermann mit AGNES PRACHERIN bzw. BRACHERIN verheiratet war, also mit einer B\u00fcrgerlichen und nicht mit einer Adligen, wie von vier der Autoren durch in etwa \u00fcbereinstimmende Nennungen des Namens LUISE bzw. LUDOVICA VON K(H)EIT (oder auch KEIL) und in drei der F\u00e4lle noch SUSANNE bzw. SUSANNA VON EBLINGEN unrichtigerweise, wie sich sp\u00e4ter auch anderweitig herausstellen wird, gesagt ist.<\/p>\n<p>Aus der Tatsache des Fehlens des Adelsranges ist nat\u00fcrlich auch abzuleiten, dass SIGMUND HERMANN, entgegen insbesondere der detailierten Wappenbeschreibung des von Wurzbach und der Wappenabbildung des Ritterschildes bei St\u00f6r, noch kein Adelswappen besessen haben kann. Gewiss hat auch mir das laut diesen Autoren verliehene Wappentier des Widders = Schafsbocks (in den sp\u00e4teren Wappenverleih-Urkunden bezeichnenderweise auch \u201eH\u00f6rnermann\u201d gehei\u00dfen) zun\u00e4chst insofern ungeheuer imponiert, als dieses das Symbol f\u00fcr die St\u00e4rke, die Kraft und den Kampfgeist wie f\u00fcr das B\u00f6se und das Unheil ist. Und das schien mir &#8211; in dreifacher Hinsicht sogar &#8211; f\u00fcr das Geschlecht der Hermann-H\u00f6rmann h\u00f6chst passend:<br \/>\n&#8211; Zum ersten, weil mir dieses von seinen Anf\u00e4ngen an dem Kriegsmetier zu huldigen schien;<br \/>\n&#8211; zum zweiten, weil im Namen H\u00f6rmann-Hermann \u201eH\u00f6rnermann = Widder\u201d steckt;<br \/>\n&#8211; zum dritten, weil auch der Vorname des angeblichen ersten fassbaren Ahnen Sigismund in enger Sinnverwandtschaft mit dem Widder- bzw. H\u00f6rnermann-Tier steht.<br \/>\nDoch erscheint dieser auf die Anf\u00e4nge des Hermann-Von Wimpffen-Geschlechts gerichtete Gedanke allzusch\u00f6n, um wahr zu sein! Denn wie schon mehrfach erw\u00e4hnt und wie in Kapitel G. Wappenempfang ausf\u00fchrlichst dargestellt werden wird, ist das von St\u00f6r auf dem Ritterschild wiedergegebene Widderwappen erst 1555 dem Stammtr\u00e4ger der 5. Generation namens Dominicus verliehen worden, wohlgemerkt &#8211; entgegen den Angaben von Wurzbach &#8211; ohne Kreuz in den Vorderbeinen des Widders. Und aus Kapitel O. Johann Georg wird schlie\u00dflich hervorgehen, dass das Kreuz das hinzugekommene Objekt erst einer weiteren (zweiten) Wappenvermehrung im Zuge der Neuverleihung des Reichfreiherrenranges des Jahres 1781 gewesen ist. Also d\u00fcrfte Wurzbach sein Wissen um das Aussehen des damaligen Von Wimpffen-Wappens f\u00e4lschlicherweise um ca. 1 \u00be Jahrhunderte voraus in das ausgehende 14. Jahrhundert projiziert haben!<\/p>\n<p>Nicht \u00fcbersehen werden darf bei aller vorrangig geschehenen Herausstellung der gegen\u00fcber der Mehrzahl den \u00e4lteren Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts v\u00f6llig anderslautenden Vita des Stammahnen Sporhan-Krempels erster Satz, in dem sie er\u00f6ffnend darauf verweist, dass die Wimpffen ihren Ursprung aus der alten Stauferpfalz und sp\u00e4teren Reichsstadt Wimpffen ableiteten, die im Schw\u00e4bischen hoch \u00fcber dem Neckar liege. Dass sie hier mit der Familien\u00fcberlieferung einhergeht, l\u00e4sst sich aus ihrem dritten Satz ableiten, in dem sie von dem zu Anfang des\u00a015. Jahrhunderts von Wimpfen nach Augsburg gekommenen Sigmund Hermann spricht. Damit liegt sie hier ganz auf der Linie all der vorgenannten \u00e4lteren Autoren, deren jeweils am Anfang ihrer Darlegungen zu findenden diesbez\u00fcglichen Auslassungen jedoch erst im Endkapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau kritisch zur Sprache kommen und zeigen dazuhin werden, dass die Autoren 2, 4, 5 und ganz besonders 6 diesbez\u00fcglich aber\u00a0f\u00e4lschlicherweise sogar bis ins 11. Jahrhundert zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Was\u00a0von Sporhan-Krempel nicht angesprochen ist, doch hier nicht zur\u00fcckgestellt werden darf, das ist die laut dem Gotha sowie laut Wurzbach zusammen mit der \u00fcber die Ritter- und Reichsfreiherreneigenschaft sowie dem Widderwappen hinaus durch Kaiser Karl IV. ihrem angeblichen SIG(IS)MUND HEEREMANN VON WIMPFFEN zugesprochene Einsetzung\u00a0<em>\u201ezum Reichsvogte seiner Ahnenst\u00e4dte Wimpfen auf dem Berge und Wimpfen im Thale\u201d<\/em>. Nach all dem \u00fcber diesen kaiserlichen Akt des Jahres 1373 bislang widerrufend Gesagten erscheint zwar der Gedanke m\u00fc\u00dfig, den Spuren eines damals angeblich ernannten solchen Reichsvogtes \u00fcber Wimpfen in den wissenschaftlichen Werken zur Geschichte Wimpfens nachgehen zu wollen. Wenn dies jetzt dennoch geschieht, so um den Setzungen von Sporhan-Krempel zus\u00e4tzlich Gewicht im Sinne der ihr zugesprochenen Richtigkeit zu verleihen: Tatsache ist, dass weder\u00a0bei Ludwig Frohnh\u00e4user,\u00a0\u201eGeschichte der Reichsstadt Wimpfen &#8230;\u00a0\u201d (1870), noch bei August von Lorent,\u00a0\u201eWimpfen am Neckar. Geschichtlich und topographisch &#8230; dargestellt\u201d (1870) nirgends, auch nicht in den dem sog. Reichsvogt- sowie Reichsschulthei\u00dfenamt sowie der Zeit von Kaiser Karl IV. speziell gewidmeten Abschnitten, ein Reichsvogt Sigmund Heeremann von Wimpffen, dazuhin \u00fcberhaupt nie eine Person des Namens Von Wimpffen erscheint. Und dies gilt auch f\u00fcr die Dissertation von Klaus-Peter Schroeder, \u201eWimpfen. Verfassungsgeschichte einer Stadt und ihres Verh\u00e4ltnisses zum Reich von den Anf\u00e4ngen bis zum Ende des 15. Jahrhunderts\u201d (1973), wo der aus dem endg\u00fcltigen Erwerb Wimpfens durch die Staufer aus der Hand des Wormser Hochstiftes des Jahres 1227 eingerichteten Reichsvogtei Wimpfen und deren Inhaber ein ganzes und besonders langes Kapitel (\u00a7 2 Die Reichsvogtei, S. 30 &#8211; 41) gewidmet ist.\u00a0Der Reichsvogt hielt in seinem hohen Amt s\u00e4mtliche \u00f6ffentlichen Rechte in seiner Hand und ihm war z. B. auch die im Amtsbereich wohnende Reichsministerialit\u00e4t unterstellt; auch f\u00fchrte er das Kommando \u00fcber die auf der Pfalz vom K\u00f6nig ernannte Burgmannschaft. Nach Schroeder versetzt 1358 Kaiser Karl IV. 1358 die Wimpfener Vogtei zusammen mit dem Reichsschulthei\u00dfenamt um 100 Pfund Heller an den EDELKNECHT\u00a0HEINRICH VON BUTINGEN, wovon die Stadt Wimpfen noch im gleichen Jahr ein Drittel von diesem zur\u00fcckl\u00f6st. 1377 verpf\u00e4ndet Kaiser Karl IV. diese beiden \u00c4mter dann an seinen Hofschreiber SEIFRIED STEINHEIMER, was 1378 von K\u00f6nig Wenzel best\u00e4tigt wird. Und\u00a0<span style=\"line-height: 1.6471;\">1383 erwirbt die Stadt Wimpfen die Reichsvogtei und das Schulthei\u00dfenamt von diesem um 600 Gulden zur\u00fcck. Von einem Reichsvogt des Namens SIGMUND HEEREMANN VON WIMPFFEN ist also keinerlei Rede.<\/span><\/p>\n<p>Zweifelsfrei sind die Feststellungen der im s\u00fcdwestdeutschen Raum forschend, ver\u00f6ffentlichend und lehrend t\u00e4tig gewesenen Historikerin und freien Schriftstellerin Dr. Lore Sporhan-Krempel aus prim\u00e4ren Quellen direkt und indirekt gro\u00dfteils auf der Grundlage zuverl\u00e4ssigen Quellenstudiums gesch\u00f6pft, von deren Richtigkeit man im Gegensatz zu den Setzungen der zitierten \u00e4lteren Autoren und gerade des Genealogen des ausgehenden 19. Jahrhunderts Constantin von Wurzbach \u00fcberzeugt sein kann. Die Zuverl\u00e4ssigkeit der Aussagen derselben erscheint insbesondere aus der folgenden grundlegenden solchen derselben gegeben:<br \/>\n<em>\u201eZur Geschichte der Hermann &#8211; auch H\u00f6rmann &#8211; von Wimpffen gibt es nur sp\u00e4rlich gedruckte Literatur, daf\u00fcr aber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zahlreiche schriftliche Aufzeichnungen. Eine im Jahre 1651 notwendig gewordene Untersuchung \u00fcber den \u201aStand\u2019 derer von Wimpffen \u00fcbermittelt uns wichtige Unterlagen zur Tradition der Familie.- &#8230; Da es in N\u00fcrnberg verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fche Heirats-, Tauf- und Sterberegister gibt, so wei\u00df man seit dem 16. Jahrhundert etwas mehr von den Hermann von Wimpffen.\u201d<br \/>\n<\/em>An sp\u00e4terer Stelle wird klar werden, dass diese Autorin dadurch auch Einsicht zumindest in sekund\u00e4re Quellen gerade \u00fcber jene Generationen gehabt hat, die in Augsburg vor jenen in N\u00fcrnberg ans\u00e4ssig gewesenen Gliedern der Von Wimpffen gelebt haben. Dar\u00fcber hinaus wird die Glaubw\u00fcrdigkeit der Angaben von Sporhan-Krempel gegen\u00fcber jenen der Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts in entscheidender Weise in den Kapiteln C. Leonhard und Heinrich bis O. Johann Georg dadurch Best\u00e4tigung finden, dass auch deren Angaben \u00fcber die\u00a0Folgegenerationen III &#8211; VIII sowie teilweise sogar IX &#8211; XII bez\u00fcglich der Namen der Stammtr\u00e4ger sowie deren durchweg dem Adel zugewiesenen Frauen wie der Br\u00fcder als total unrichtig angesehen werden m\u00fcssen. Dazu tritt der \u00fcber seine Generation II hinaus bis zu seiner Generation IX und teilweise X wider die Realit\u00e4t zugeschriebene konstant und unver\u00e4ndert zugeschriebene Besitz der in keiner Weise greifbaren schw\u00e4bischen Orts- und Burgherrschaften namens Brixenstein, Zabietstein und Ebershausen etc. Und die v\u00f6llige Unglaubw\u00fcrdigkeit der Angaben derselben wird schlussendlich in Kapitel Z. R\u00fcck- und Weiterschau zus\u00e4tzlich noch dadurch in Erscheinung treten, dass dort die von denselben be- oder umschriebenen sog. \u201evorukundlichen Vertreter\u201d derer Von Wimpffen des 14. bis zur\u00fcck ins 11. und gar 10. Jahrhundert als mit Sicherheit ebenfalls nicht existent gewesen konstatiert werden m\u00fcssen!<\/p>\n<p>Nach den Ausf\u00fchrungen \u00fcber die von Sporhan-Krempel zurechtger\u00fcckte weit \u00fcber mehr als ein Jahrhundert von Aubert Des Bois (1778) bis von Wurzbach (1888) geschehene breitest fehlerbehaftete Beschreibung des ersten angeblichen fassbaren als Stammtr\u00e4ger dargestellten Ahnen des Von Wimpffen-Geschlechts seien abschlie\u00dfend der Klarheit halber kontrastiv resumierend die folgenden Grundangaben herausgestellt:<br \/>\nDieser trug nicht den ihm \u00a0angeblich 1373 oder 1363 von KAISER KARL IV. verliehenen\u00a0reichsfreiherrlichen Ritteradelsnamen SI(E)G(IS)MUND HEEREMANN VON WIMPFFEN und war auch nicht von diesem ernannter REICHSVOGT \u00fcber seine Ahnenst\u00e4dte Wimpfen am Berg und im Tal, sondern sein b\u00fcrgerlicher Name lautete\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">SIGMUND HERMANN<\/span>\u00a0oder <span style=\"text-decoration: underline;\">H\u00d6RMANN<\/span>.\u00a0Und dieser hatte nicht eine LUISE oder LUDOVICA VON K(H)EIT oder KEIL sowie eine SUSANNE oder SUSANNA VON EBLINGEN, sondern\u00a0<u>AGNES BRACHERIN<\/u> (nach Waldau: <span style=\"text-decoration: underline;\">AGNES PRACHERIN<\/span>) zur Frau. Und dieser verf\u00fcgte in Schwaben auch nicht (und dazuhin auch nicht seine Nachkommen bis in die achte bis neunte Generation hinein unver\u00e4ndert) \u00fcber eine ganze Reihe von HERRSCHAFTS- UND BURGPL\u00c4TZEN wie BRIXENSTEIN\u00a0etc., sondern er geh\u00f6rte wohl der\u00a0<u>EHRBARKEIT\u00a0<\/u>(womit der damalige sog. <span style=\"text-decoration: underline;\">ZWEITE<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">STAND<\/span>\u00a0gemeint ist) an und trieb\u00a0<u>HANDEL<\/u>. Dieser ist, entsprechend den Angaben von Sporhan-Krempel, zun\u00e4chst zwar in der Reichsstadt <span style=\"text-decoration: underline;\">WIMPFEN AM NECKAR<\/span>\u00a0anzusiedeln, aber als zu\u00a0<u>ANFANG DES 15. JAHRHUNDERTS<\/u>\u00a0von dort nach <span style=\"text-decoration: underline;\">AUGSBURG<\/span>\u00a0gegangen anzusehen.<\/p>\n<p>Die im anstehenden Kapitel B. Sagenahn erfolgte Vorstellung des Stammtr\u00e4gers der Generation 1 bzw. I namens SIGMUND HERMANN nunmehr abzuschlie\u00dfen zu wollen, w\u00e4re unvollst\u00e4ndig, w\u00fcrde man nicht noch der Frage nachzugehen suchen, aus welchen Gr\u00fcnden und auf welche Weise dieser in den Anf\u00e4ngen des 15. Jahrhunderts das Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar verlassen und sich in die oberschw\u00e4bische glanzvolle Schwester-Reichsstadt Augsburg begeben haben k\u00f6nnte. Leider kann dies nur auf hypothetischem Wege geschehen, nachdem sich Stadtarchivar\u00a0G\u00dcNTHER HABERHAUER auf meine Frage, ob er \u00fcber das besagte hoffnungsversprechende Gerichtsbuch von 1422 &#8211; 1432 hinaus noch weitere vorhandene Archivquellen wisse, nur die folgende apodiktische Auskunft zu erteilen in der Lage sah:\u00a0<em>\u201eWeitere Anhaltspunkte kann ich in den sp\u00e4rlichen Archivalien der Zeit nicht entdecken.\u201d<\/em> Laut der bereits im Er\u00f6ffnungs-Kapitel aufgef\u00fchrten Dissertation von Andreas Hafer \u201eWimpfen. Stadt-Raum-Beziehungen im sp\u00e4ten Mittelalter\u201d (1993) hatten die Reichsst\u00e4dte Frankfurt und N\u00fcrnberg sowie auch Ulm und Augsburg als f\u00fchrende Handelszentren seit dem 13. Jahrhundert infolge der Verlagerung der Routen des Hauptverkehrs zunehmend an Gewicht gewonnen, insbesondere deren Italienverkehr. Im Zuge des R\u00fcckgangs der Bedeutung der Champagne-Messen geh\u00f6rten zu den Verlierern damals vor allem auch das m\u00e4chtige Regensburg sowie das kleine Wimpfen, \u00fcber das die Kaufleute des s\u00fcddeutschen Raumes &#8211; somit auch diejenigen von Augsburg &#8211; jetzt weniger gezogen seien. Was d\u00fcrfte da aber einem Wimpfener Handelsmann SIGMUND HERMANN nicht n\u00e4her gelegen haben, als das im Absinken der Verdienstm\u00f6glichkeiten begriffene Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar zu verlassen und sein k\u00fcnftiges Gl\u00fcck besser in der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig weiter auflebenden wirtschaftsm\u00e4chtigen oberschw\u00e4bischen Reichsstadt Augsburg zu suchen? Und dazu d\u00fcrfte entscheidend das beigetragen haben, was von Andreas Hafer auf Seite 42\/43, \u00fcber den Handelsverkehr zwischen diesem und Wimpfen der 1520er\/30er Jahre denn doch auch an Positivem berichtet ist:<br \/>\n<em>\u201eDennoch sollte man die Bedeutung Wimpfens als Knotenpunkt des Fernverkehrs auch im sp\u00e4ten Mittelalter nicht zu gering ansetzen. &#8230; \u00a0Entsprechend ist nachweisbar, da\u00df der Weg \u00fcber Wimpfen zur Frankfurter Messe weiterhin genutzt wurde. So verlief der \u201aWeg Esslinger Kaufleute h\u00e4ufiger\u00a0<\/em><em>den Neckar entlang bis nach Heilbronn bzw. Wimpfen, dann nach Westen durch die Kraichgau Ebene in die Rheinebene\u2019. Auch sind beispielsweise Augsburger Kaufleute so zahlreich in Wimpfen nachzuweisen, da\u00df man davon ausgehen kann, da\u00df Wimpfen immer noch Durchgangsort f\u00fcr Fernreisende aus dieser Stadt war.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Zum Beleg dieser Feststellung ist in Fu\u00dfnote 137 Folgendes angegeben:\u00a0<em>\u201eStadt AWi Gerichtsbuch fol. 8, 1422; fol. 40v, 1424; fol. 107v, 1428; fol. 197v, 1432).\u201d <\/em>Die genaue Nachsuche in den vorgenannten Seiten dieses Gerichtsbuches l\u00e4sst erkennen, dass zwar\u00a0die\u00a0vom Autor angegebenen Seitenzahlen und mehr noch Seitenpositionen (v = vorne; h = hinten) teilweise nicht exakt stimmig sind, doch der Name Augsburg sich in allen vier F\u00e4llen und verbunden mit Personennamen findet, n\u00e4mlich:\u00a0Auf fol. 8, 1422 (und zwar bei 8h = hinten) erscheint der Ortsname <em>\u201eAugspurg\u201d<\/em>\u00a0und sind diesem die Namen <em>\u201eder alt Claus epp\u201d<\/em>, der auch fol. 8v = 8 vorne erscheint, neben anderen wie z. B. <em>\u201eClaus epp sein son\u201d<\/em>\u00a0oder <em>\u201eHofmann\u201d<\/em>\u00a0beigegeben. Und <em>\u201eAugspurg\u201d<\/em>\u00a0steht zwar auch mehrfach auf der n\u00e4chstgenannten Seite 40 (doch auf Seite 40h statt 40v) wieder in Verbindung mit anderen Namen wie z. B. <em>\u201eHeinrich gruber\u201d<\/em>.\u00a0Und was die zwei letztgenannten Seiten betrifft, so erscheint dort bei 108v, (nicht bei 107v) ein <em>\u201eWolff von Augspurg\u201d<\/em>; und auf Seite 197h (nicht 197v) findet sich der Ortsname <em>\u201eAugsburg\u201d<\/em> ebenfalls.\u00a0Dementsprechend findet sich bei Andreas Hafer auf der Karte 14, Seite 349, des Titels \u201eAusw\u00e4rtige wirtschaftliche Beziehungen Wimpfener B\u00fcrger 1419\/1432\u201d am unteren rechten Rande auch Augsburg verzeichnet und ist dazu im Fortgang, freilich das Faktum Handelsbeziehungen zwischen Wimpfen und Augsburg einschr\u00e4nkend, Folgendes ausgesagt:<br \/>\n<em>\u201e\u00dcberraschend ist hingegen die relativ h\u00e4ufige Nennung Augsburger Handelspartner. Diese d\u00fcrfte freilich nicht so sehr mit Beziehungen zwischen den beiden St\u00e4dten zusammenh\u00e4ngen, sondern mit der au\u00dferordentlich umfangreichen Handelst\u00e4tigkeit Augsburger B\u00fcrger im Bereich des Nord-S\u00fcd-Handels.\u201d <\/em>K\u00f6nnte es nicht so gewesen sein, dass\u00a0Sigmund Hermann mit solchen nach Wimpfen gelangten Augsburger Fernh\u00e4ndlern in Kontakt gekommen und \u00fcber solche zur Auswanderung nach Augsburg veranlasst worden ist? Leider muss die Beantwortung dieser Frage offen bleiben.<\/p>\n<p>Was die\u00a0vielen anderen (insgesamt fast 400 Seiten) dieses Gerichtsbuches anlangt, so stie\u00df deren m\u00fchevolle Sichtung auf das m\u00e4\u00dfigst positive Ergebnis, dass wenigstens an zwei Stellen (von den unz\u00e4hligen Stellen, wo \u201eHerman\u201d als Vorname auftaucht, nat\u00fcrlich nicht zu reden) \u201eHerman\u201d als Nachname erscheint, n\u00e4mlich (die Unterstreichungen sind Hervorhebungen des Verfassers):<\/p>\n<p>&#8211; auf Seite 110 hinten im Text der f\u00fcnftletzten Zeile (bezogen auf das Jahr 1428): <em>\u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">P Bankh<\/span> erst vff <span style=\"text-decoration: underline;\">Connz Herman\u201d<\/span><\/em>; dazuhin<\/p>\n<p>&#8211; auf Seite 174 hinten in dem Satzbeginn der Zeile 1 und 2 (bezogen auf das Jahr 1432):<br \/>\n<em>\u201eZu wissen, als <span style=\"text-decoration: underline;\">Adam Im Hoff<\/span>, seinem Stiffvatter <span style=\"text-decoration: underline;\">Claus Herman<\/span> zugesprochen hat umb y gulden &#8230;\u201d.<\/em><\/p>\n<p>Hiernach haben offenbar im zweiten und dritten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts im Freien Reichsst\u00e4dtchen Wimpfen am Neckar Angeh\u00f6rige des Nachnamens \u201eHermann\u201d tats\u00e4chlich noch gelebt oder sind zumindest dort noch zeitweise t\u00e4tig gewesen. Und laut der Zusammenstellung der Namen der Stadtschreiber der Reichsstadt Wimpfen hie\u00df derjenige des Jahres 1691 JACOB H\u00d6RMANN. Dieses alles ist nat\u00fcrlich noch kein Beleg daf\u00fcr, dass im beginnenden 15. Jahrhundert von dort nach Augsburg ein Sigmund Hermann abgewandert ist, zumal ja die Suche nach einem solchen \u00fcber die vorgenannte Textstelle sich von vorneherein durch die Zeitdifferenz von ca. 2 bis 3 Jahrzehnten gegen\u00fcber dem auf den Anfang des 15. Jahrhunderts gesetzten Zeitpunkt dessen Auswanderung als untauglich erweist. Immerhin d\u00fcrfte die aus den vorgenannten Textstellen des Gerichtsbuches hervorgehende Existenz oder zumindest das T\u00e4tigsein von Personen des Namens Hermann im Wimpfen der 1420er und 1430er Jahre die Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit der von Sporhan-Krempel gemachten Aussage des in den Anf\u00e4ngen des 15. Jahrhunderts erfolgten Weggangs von Sigmund Hermann aus Wimpfen nach Augsburg bef\u00f6rdern helfen. Der Zufall brachte es wohl, dass in den 1860er Jahren in Wimpfen am Berg sich ein aus dem w\u00fcrttembergischen Oberndorf am Neckar stammender und dort das B\u00fcrgerrecht genie\u00dfende Uhrmacher namens KARL FRIDRICH H\u00d6RMANN mit seiner Ehefrau CHRISTINA GEB. WEISERT katholischen Glaubens niedergelassen hat, denen \u00fcber die ausgehenden 1860er und die 1870er Jahre eine ganze Reihe Kinder geboren wurden. Somit gab es, allerdings nur vor\u00fcbergehend, in Wimpfen (wieder ?) eine Familie des Urnamens der Von Wimpffen, die nat\u00fcrlich in Anbetracht des in Deutschland unendlich breit in den verschiedensten Klang- und Schreibvarianten wie HERRMANN, HERMANN, H\u00d6RMANN, HOERMANN, HEEREMANN u. a. m. vertretenen Nachnamens sicherlich in keinerlei blutsm\u00e4\u00dfig-verwandtschaftlichem Zusammenhang mit den Von-Wimpffen-Vorfahren zu sehen ist.<\/p>\n<p>Sucht man im von, wie es dort hei\u00dft, \u201eProfessor Dr. Hamman in Darmstadt\u201d erstellten 8 \u00bd\u00a0Druckseiten und 18 Rubriken A \u2013 S umfassenden \u201eRepertorium der Reichsst\u00e4dtischen Best\u00e4nde Wimpfen\u201d nach bis zur\u00fcck in das erste Viertel des 15. und dar\u00fcber hinaus gar in das 14. oder sogar 13. Jahrhundert zur\u00fcckreichenden urkundlichen Unterlagen, die, entgegen dem bislang erfolglosen Versuch, denn doch \u00f6rtliche Spuren der gesuchten Hermann oder gar eines vom reichsst\u00e4dtischen Wimpfen des begonnenen 15. Jahrhunderts nach Augsburg abgewanderten Handelsmannes namens Sigmund Hermann und\/oder von Vor- oder Nachahnen enthalten k\u00f6nnten, so finden sich solche dort in der Tat nicht allein nur von ihrer Eindatierung her ganz sp\u00e4rlich aufgef\u00fchrt, sondern die angegebenen Inhalte derselben lassen leider kaum erhoffen, sozusagen mit Archivmitteln \u201evor Ort\u201d, was das N\u00e4chstliegende w\u00e4re, dessen dortige Existenz und Auswanderung belegen zu k\u00f6nnen. Somit wundert es nicht, dass der sich der mittelalterlichen Geschichte Wimpfens verschriebene Doktorand Klaus-Peter Schroeder vom \u201efast qu\u00e4lenden Mangel an urkundlicher \u00dcberlieferung\u201d spricht.<\/p>\n<p>Laut Quellenverzeichnis von Andreas Hafer finden sich im Stadtarchiv Wimpfen allerdings unter den \u201eUngedruckten Quellen\u201d an \u00e4ltest Vorhandenem \u00fcber das durchgesehene St\u00e4dtische Gerichtsbuch von 1422 &#8211; 1432 hinaus noch die folgenden Best\u00e4nde aufgef\u00fchrt, aus denen vielleicht denn doch noch Spuren der Anwesenheit der HERMANN im Wimpfen des ausgehenden 14. bis beginnenden 15. Jahrhunderts zu finden sein k\u00f6nnten:<\/p>\n<p>&#8211; St\u00e4dtisches Zinsbuch (1361 und 1391);<br \/>\n&#8211;\u00a0Pergamenturkunden (13. &#8211; 16. Jh.);<br \/>\n&#8211;\u00a0Denkw\u00fcrdigkeiten in Abt. D (14. &#8211; 16. Jh.);<br \/>\n&#8211;\u00a0Akten zu Statistik, Topographie, Denkw\u00fcrdigkeiten in Abt. D (14. &#8211; 16. Jh.);<br \/>\n&#8211;\u00a0Ratskonzeptbuch (15. Jh.);<br \/>\n&#8211; Stadtrechtsbuch (15. und 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Stadtverordnungsbuch (15. und 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten und Urkunden zu Finanzangelegenheiten in Abt. H (15. u. 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten und Urkunden zu Justizangelegenheiten in Abt. I (15. u. 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten zu Religions- und Kirchangelegenheiten in Abt. L (15. u. 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten und Urkunden zu Gemeindeangelegenheiten in Abt. M (15. u. 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten und Urkunden zu Medizinalwesen, Armen- und Krankenpflege, Hospit\u00e4ler, Stiftungen in Abt. N (15. u. 16. Jh.);<br \/>\n&#8211; Akten und Urkunden zu Feld- und Wiesenbau, Handel und Gewerbe, Messen und M\u00e4rkte, Zunftwesen in Abt. Q (15. u. 16. Jh.).<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.6471;\">Und wie schon der Titel des Werkes von Wolfgang Reinhard (Editor), \u201eAugsburger Eliten des 16. Jahrhunderts. Proposographie der Augsburger Eliten 1500 \u2013 1620\u201d (1996) vermuten l\u00e4sst, gibt auch diese mir erst vor kurzem in die H\u00e4nde gekommene umf\u00e4ngliche Untersuchung leider, verursacht durch in Augsburg ebenfalls fehlendes Quellenmaterial, nichts her, was auf den quellenm\u00e4\u00dfig vergeblich gesuchten angeblichen Ahnen der ersten Generation SIGMUND HERMANN\u00a0wie auch, um das vorwegzunehmen, Nachkommen der drei n\u00e4chsten Generationen bis hin zu dem laut Sporhan-Krempel 1512 dann von Augsburg nach N\u00fcrnberg ausgewanderten HEINRICH DEN J\u00dcNGEREN (geb. ca 1485, gest. 1532) der vierten Generation (N\u00e4heres siehe in Kapitel D. Auswanderer HEINRICH) hindeuten k\u00f6nnte. <\/span><span style=\"line-height: 1.6471;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie &#8211; zusammengehend mit der Familientradition &#8211; 1. der N\u00fcrnberger Zeichner und Kupferstecher\u00a0JOHANN WILHELM ST\u00d6R\u00a0(1705 &#8211; 1765) in seinem Stammbaum (von ca. 1750\/60) und zeitlich nach diesem 2. der franz\u00f6sische Enzyklop\u00e4dist\u00a0AUBERT DE LA CHESNAYE DES BOIS \u00a0(1778) sowie auch 3. der N\u00fcrnberger Hospitalprediger GEORG ERNST WALDAU (1787), 4. sp\u00e4ter\u00a0die deutschen Genealogen ERNST HEINRICH KNESCHKE und &hellip; <a href=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/sagenahn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">B. 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