{"id":262,"date":"2016-06-11T14:24:14","date_gmt":"2016-06-11T12:24:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/?page_id=262"},"modified":"2020-01-11T15:03:24","modified_gmt":"2020-01-11T14:03:24","slug":"wappenempfang","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/wappenempfang\/","title":{"rendered":"G. Wappenempfang"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie der als Fernkaufmann t\u00e4tige DOMINICUS HERMANN (VON WIMPFFEN), gest. 1556, Stammtr\u00e4ger der 5. Generation, durch die 1537 in Sankt Sebald erfolgte Heirat mit URSULA GROLAND, gest. 1570, sich mit einer zu den Ersten Geschlechtern N\u00fcrnbergs geh\u00f6renden Ratsfamilie verschw\u00e4gert und dadurch Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rats wird, 1555 einen kaiserlichen Wappenbrief mit dem Wappentier des wei\u00dfen Widders, dort auch \u201eHerman\u201c (im Sinne von H\u00f6rnermann) genannt, erlangt, mit seiner Familie ein zentral beim N\u00fcrnberger Herrnmarkt gelegenes ansehnliches Besitztum bewohnt und im Folgejahr der Wappenverleihung 1556 auf dem Tullnauer Weiher bei einer Lustfahrt auf einem Flo\u00df mit zweien seiner vier T\u00f6chter auf tragische Weise zu Tode kommt.<\/strong><\/p>\n<p>Wir wenden uns nunmehr endlich (nach dem punktuellen Ausschweifen in die Generationen 6 und 7 und damit dem Verlassen des chronologischen Voranschreitens) dem Stammhalter der Generation 5 zu, wobei wir zum dritten Fall des Einheiratens der HERMANN (VON WIMPFFEN) in das N\u00fcrnberger Patriziat gelangen. Siehe dazu:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom aligncenter wp-image-2782 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-28-1024x292.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-28-1024x292.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-28-300x85.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-28.jpg 1721w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 1: Die beidseits etwas eingegrenzten Generationen 5, 6 und 7 des Stammbaumes von J. W. St\u00f6r mit unten mittig dem Stammtr\u00e4ger der Generation 5 DOMINICUS und seiner Ehefrau URSULA GROLAND(IN)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei St\u00f6r erscheint dieser als DOMINICUS\u00a0und dessen Frau als URSULA GROLANDIN\u00a0(5a), denen sieben Kinder, drei S\u00f6hne und vier T\u00f6chter (siehe 6e, 6f und 6g sowie 6h, 6i, 6j und 6k) entwachsen. Die dort verzeichnete Ehe findet bei\u00a0Lore Sporhan-Krempel volle Best\u00e4tigung, indem diese Folgendes schreibt (die Zielnamen sind hier wieder in Gro\u00dfschrift herausgehoben und Erg\u00e4nzungen sowie Anmerkungen in Aufrechtschrift in Klammer gesetzt):<br \/>\n<em>\u201e\u00c4hnlich wie\u00a0<\/em>WILHELM<em> und\u00a0<\/em>SYBILLA\u00a0(in den Jahren 1529 und 1530),<em>\u00a0die Kinder des Italienfahrers\u00a0<\/em>HANS<i>\u00a0<\/i>(bzw. der Vetter und die Kusine des Dominik)<em>, schlo\u00df auch\u00a0<\/em>DOMINIK<em> &#8230;\u00a0<\/em><em>\u00a0eine glanzvolle Heirat. Am <\/em>12. Februar <em>1537 wurde er zu St. Sebald mit\u00a0<\/em>URSULA<em>,\u00a0der Tochter des\u00a0NIKLAS GROLAND<\/em>\u00a0(II. &#8211; gest. 1551)<em> getraut &#8211; also wieder <\/em>(das \u201ewieder\u201d bezieht sich darauf, dass Sporhan-Krempel zuvor die Eheschlie\u00dfung der Tochter des Dominicus namens Sybilla mit dem aus dem Ersten Stand stammenden N\u00fcrnberger namens Balthasar Derrer beschrieben hat) <em>eine Einheirat in ein N\u00fcrnberger Ratsgeschlecht. Im Jahre seiner Eheschlie\u00dfung wurde\u00a0DOMINIK\u00a0auch Genannter <\/em>(zu erg\u00e4nzen: des Gr\u00f6\u00dferen Rats). <em>Von ihm kann man mit Sicherheit sagen, da\u00df er Fernkaufmann war, denn in den sogenannten \u201aFre\u00dflisten\u2019 wird er mehrmals als Besucher der Frankfurter Messen ausgewiesen. Das Fre\u00dfgeld ist eine Art Geleitsabgabe.\u201d<\/em><br \/>\nDie Feststellung, dass Dominicus im Jahr der Eheschlie\u00dfung 1537 Genannter des Gr\u00f6\u00dferen Rats geworden ist, findet sich durch die Annalen des Johannes M\u00fcllner best\u00e4tigt. Wer \u201eFressgeld\u201c bezog, ist &#8211; wie die Fernkaufleute eben &#8211; viel und oft weitest unterwegs gewesen.<\/p>\n<p>Die patrizischen GROLAND (VON OEDENBERG)\u00a0finden sich in N\u00fcrnberg 1305 ersterw\u00e4hnt und ab 1346 erringt HAINRICH GRALANNT f\u00fcr zeit seines Lebens den Rang eines \u00e4lteren B\u00fcrgermeisters im Inneren (Kleineren) Rat. Diese betrieben zun\u00e4chst Fernhandel im Textilwesen und waren u. a. im flandrischen Tuchzentrum Tournai vertreten. 1366 erwarben sie als burggr\u00e4fliches Mann- und Weiberlehen den aus zwei \u201eBehausungen\u201c einschlie\u00dflich eines Eisenhammers bestehenden Herrensitz im ca. 25 Kilometer nord\u00f6stlich von N\u00fcrnberg \u00a0gelegenen Diepoltsdorf, womit der Familie ein zweites wirtschaftliches Bet\u00e4tigungsfeld im sog. Montanbereich er\u00f6ffnet gewesen ist. Das URSULA, der Gattin des DOMINICUS,\u00a0beigegebene Wappen der GROLAND (siehe dieses bei 5a, nat\u00fcrlich reduziert auf die Wiedergabe in Schwarz-Wei\u00df), f\u00fchrt im Zentrum eine f\u00fcnfbl\u00e4ttrige rote Rose, aus der sch\u00e4cherkreuzf\u00f6rmig drei silberne Sensenklingen hervorgehen. Wie wichtig diese Eheverbindung f\u00fcr die HERMANN (VON WIMPFFEN) gesehen wurde, das geht aus dem Umstand hervor, dass im Stammbaum von J. W. St\u00f6r links unter der m\u00e4chtigen Baumkrone eine gegen\u00fcber diesem auf den Kopf gestellte genealogische Darstellung in Rosettenform der Patrizierfamilie Groland eingebracht ist, in der am unteren Ende rechtsau\u00dfen der Vorname der\u00a0URSULA\u00a0(zu erg\u00e4nzen: GROLAND) zusammen mit dem vollen Namen des in die Familie eingeheirateten Gatten\u00a0DOMINICUS H\u00d6RMANN\u00a0und darunter beider Wappenzeichen erscheinen. Siehe dazu die<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom aligncenter wp-image-42 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/018-1024x755.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/018-1024x755.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/018-300x221.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/018-768x566.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/018.jpg 1791w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 2: Die links unter dem Laubdach des Stammbaumes von J. W. St\u00f6r angebrachte Runddarstellung der Abstammung von Ursula Groland, Gattin des Dominicus H\u00f6rmann (Heirat am 12. Februar 1537 in N\u00fcrnberg)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Einordnungshilfe wurde dort \u00fcber den Namen und Wappen der beiden Ehegatten der Hinweis angebracht, wo diese beiden oben im Stammbaum zu finden sind, n\u00e4mlich bei 5a. Wie aus dieser Darstellung zu ersehen, war der oben bereits aufgef\u00fchrte Vater der Erheirateten NICLAS\u00a0(NIKOLAUS II.) GROLAND\u00a0(gest. 1551) und die Mutter (Heirat 1500) BARBARA EBNER(IN). Der Blick in die sog. N\u00fcrnberger Ratsg\u00e4nge von P. Fleischmann findet diesen durchg\u00e4ngig von 1524 \u2013 1546 als \u201eAlter Genannter\u201d (des Kleineren Rates) verzeichnet, dem 1549 CHRISTOPH GROLAND\u00a0(aus anderer &#8211; vermutlich der Diepoltsdorfer &#8211; Linie) als Scabini (Sch\u00f6ffe) folgt. Das Ansehen und die finanzielle Potenz der Groland manifestiert sich auch darin, dass PETER GROLAND\u00a0(gest. 1507), der Gro\u00dfvater der URSULA\u00a0(siehe dessen Name in der Runddarstellung), ca. 1490 in N\u00fcrnberg auf dem Egidienberg beim Paniersplatz und nahe der Burg das bemerkenswerte markante hochstrebende sog. Grolandhaus erbaut hatte, das 1945 ein Opfer des Bombenkrieges geworden ist. Was die in der Runddarstellung verzeichneten weiteren Groland-Ahnen der n\u00e4chsten beiden Generationen JOHANN GROLAND\u00a0und deren Gattinnen sowie alle dort genannten Ahnen der aus der Patrizierfamilie der EBNER\u00a0stammenden Mutterseite betrifft, so sei herausgestellt, dass deren vergleichende \u00dcberpr\u00fcfung mit dem diesbez\u00fcglichen Ahnenverzeichnis der Groland von Peter Fleischmann keinerlei Ungleichheiten erkennen l\u00e4sst, wodurch die Zuverl\u00e4ssigkeit der genealogischen Angaben von J. W. St\u00f6r, was die Kernaussagen betrifft, wieder einmal zweifelsfrei Best\u00e4tigung findet.<\/p>\n<p>Um nun wieder zum Stammtr\u00e4ger DOMINICUS\u00a0zur\u00fcckzukommen: Dieser, der sein Geschlecht nachhaltig voranbringt, erscheint in den ma\u00dfgeblichen Genealogien\u00a0des 19. Jahrhunderts einzig und allein im sog. Gotha (Verfasser: Cellarius-Goldtbeeg) von 1853, jedoch nicht bei dem mit diesem gro\u00dfteils \u00fcbereinstimmenden Aubert Des Bois (1778) wie auch nicht sp\u00e4ter bei Kneschke (1870) und auch nicht bei Von Wurzbach (1888). Beim Letztgenannten findet sich lediglich im Einleitungskapitel \u201eZur Genealogie der Freiherren und Grafen von Wimpffen&#8220; ohne jeglichen Namensbezug gesagt, dass die Wimpffen 1375 sowie auch am 15. August 1555 einen Adels- und Wappenbrief\u00a0erhalten h\u00e4tten. W\u00e4hrend die erstgenannte Jahreszahl allein auf den sagenhaften Stammvater SIGISMUND\u00a0Bezugsetzung finden kann, st\u00f6\u00dft man bei der Suche nach einer auf das zweitgenannte Datum beziehbaren Person auf den nachweislich am 30. Mai 1556, wie wir nachfolgend genauer erfahren werden, zu Tode gekommenen DOMINIK\u00a0HERMANN. Sowohl im Brockhaus von 1908 als auch in Meyers Gro\u00dfem Konversations-Lexikon von 1909 ist unter der Rubrik \u201eWimpffen\u201d jeweils im zweiten Satz die folgende auf diesen bezogene Aussage zu finden:<br \/>\n<em>\u201eDominik He<\/em>(e)<em>remann, B\u00fcrger zu N\u00fcrnberg, erlangte <\/em>bzw. <em>erhielt 1555 einen kaiserlichen Wappenbrief.\u201d<br \/>\n<\/em>Somit sprechen die Letztgenannten richtigerweise damit nur, aber immerhin, von der Verleihung eines Wappenbriefes und nicht des Adelstitels. Und aus der Beif\u00fcgung \u201ekaiserlicher\u201d in Verbindung mit dem Verleihungsjahr 1555 ist zu schlie\u00dfen, dass dieser Wappenbrief durch den von 1530 \u2013 1556 als solcher regierenden Kaiser Karl V. verliehen worden ist. Wovon Cellarius-Goldtbeeg und die beiden Lexikonwerke ihre Angaben ableiteten, und von wo dazuhin die Erstgenannten das genaue Datum herholten, lie\u00df sich von mir zun\u00e4chst nicht ausmachen. In Anbetracht dessen offenkundig h\u00f6chst erfolgreichen Bet\u00e4tigung im Fernhandelswesen sowie seiner Einheirat in eines der N\u00fcrnberger Ersten Geschlechter erschien mir der kaiserliche Gnadenerweis der Zuerkennung eines Wappenbriefes, den in dieser Zeit auch so gut wie allen Ersten N\u00fcrnberger Geschlechtern vom Kaiser (wenn nicht auch schon der Adelstitel) nach und nach zugestanden war, durchaus glaubhaft. Dass diese Annahme richtig war, das beweist die mir nach Fertigstellung des vorstehenden Textteils von Dr. Hans H. Freiherr von Wimpffen im November 2014 zugesandte Kopie einer aus N\u00fcrnberger Best\u00e4nden stammenden Urkunde, die nachstehend gezeigt und der notwendigerweise eine Transkription angef\u00fcgt ist:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-43 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019-627x1024.jpg\" alt=\"019\" width=\"627\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019-627x1024.jpg 627w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019-184x300.jpg 184w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019-768x1254.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019.jpg 1266w\" sizes=\"(max-width: 627px) 100vw, 627px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 3: Die unten den Stempel der Sammlung des ungarischen M\u00e4zens Miclos von Jancovich sowie die Registriernummer &#8211; 256 &#8211; tragende Abschrift des Wappenbriefes, der dem Dominicus Hermann von \u201eFerdinand Von Gottes gnaden R\u00f6m. K\u00f6nig\u201d (ab 1556 Kaiser Ferdinand I. nach der Abdankung seines \u00e4lteren Bruders Karl V.) unter dem 18. August 1555 zuerkannt worden ist<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Angeschlossen sei nun die Transkription, die mit R\u00fccksicht auf die infolge der historischen Schriftform schwere Entzifferbarkeit topisch gehalten ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-44 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T-830x1024.jpg\" alt=\"Transkription: Anmerkung: In Anbetracht der etwas unscharfen sowie da und dort im Detail verwischten Vorlage hinterlie\u00df die Entzifferung noch kleine Unklarheiten (siehe die eingef\u00fcgten Fragezeichen). Die in Klammer gesetzten aufrecht geschriebenen Textpartien stellen Erl\u00e4uterungen des Autors dar. Wir Ferdinand Von Gottes gnaden R\u00f6m: K\u00f6nig p. (p. = perge, d. h. fahre fort; gemeint sind die in dieser Urkundenwiedergabe weggelas- senen anderen Herrschaftstitel und -lande bzw. im Falle dieses im Fortgang mehrfach wiederkehrenden K\u00fcrzels um nicht wiedergegebene weitere Teile der Originalurkunde) Bekennen \u00f6ffentlich mit diesem brieff und thun kund allerm\u00e4nniglich p. das Wir gnadiglich angesehen und betracht haben, die erbarkeit, redlichkeit gut Sitten tugend Und Vernunft damit un\u00dfer Und des Reichs getre\u00fcer Dominicus Herman, Von uns ber\u00fcmbt wirdt, auch die getre\u00fcen \u00fcnterth\u00e4nigen Dienste die er sich uns dem Heil: Reich und un\u00dferem hochl\u00f6blichen Haus Oesterreich Zeithin und Zur\u00fcckg\u00e4ngig gehorsamlich erb\u00f6th (?), auch Wohl thun mag Und soll; Und darumb mit wohlbedachtem Muth, gutem Rath Und rechtem Wi\u00dfen, demselben Dominicus Herman, allen seinen Ehelichen leibsErben und derselben ErbensErben, di\u00df hernach beschriebene Wappen undt Cleinoth mit nahmen einen rothen oder rubinfarben schilt, in demselben aufrecht und Vorwerts zum Sprung geschickt erscheinendt eines wei\u00dfen oder silberfarben Hermann und Widder gestalt, mit gelben glaun und einwarts gekr\u00fcmbten H\u00f6rnern, Und rother au\u00dfgeschlagener Zungen, Auf dem Schild ein Stechhelm, Und Von denselben farben ein gebundener Pausch gef\u00fcret, au\u00df demselben Zwischen Zweyen rothen P\u00fcffelsh\u00f6rnern, so ihre mundl\u00f6cher Von einander gekehrt, und in jeglichem Mundloch ein gelb Linden- bl\u00e4ttl und beyseits an iedem derselben P\u00fcffelsh\u00f6rnern komen nacheinander stehendt Vier abgestimblete gelbe Linden\u00e4ste, das unter mit dreyen die Zwey mitlern indes mit Zweyen, und das obere \u00e4stle mit einem unterlich hangenden Linden- pl\u00e4ttlein, entspringt aufrecht und Vorwarts ein Vordertheil eines wei\u00dfen Hermans oder Widdergestalt, mit gelben glaen Und H\u00f6rnern wie im Schildt p. Al\u00df andrer un\u00dfrer und des Heil: R\u00f6m: Reichs auch un\u00dferm K\u00f6nigreiche L\u00f6blichen F\u00fcrstenthumb und Landen geberner Wappengeno\u00dfenbrieff p. Bey P\u00f6en (Strafe) 20 Marck l\u00f6thiges goldts halb p. Geben in Augstburg des 18 Augusti 1555 Jahrs p.\u201c Darunter mit Abstand zueinander und unterschiedlich seitw\u00e4rtig verschoben stehend: \u201eFerdinand L. S. (= Lectori salutem = Dem Leser Heil! = Gru\u00dfformel f\u00fcr den Leser in alten Handschriften) Honar (?) Dr. Vice Cantzler Ad mandatum Dm Regis ppa (Im Auftrag des Herren K\u00f6nigs per procura, d. h. aufgrund erteilter Vollmacht) ? Ungelter Von ????? (letzterer Titel verwischt wiedergegeben und somit nicht lesbar)\" width=\"660\" height=\"814\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T-830x1024.jpg 830w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T-243x300.jpg 243w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T-768x947.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/019T.jpg 967w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Wappenbrief (und keinesfalls Adelsbrief) ist also denn doch nicht von Kaiser (1530 \u2013 1556) Karl V., sondern von dessen j\u00fcngerem Bruder Ferdinand verliehen worden, der von 1531 bis 1556 R\u00f6mischer K\u00f6nig gewesen und erst nach seines vorgenannten \u00e4lteren Bruders Abdankung und R\u00fcckzug in seine Villa nahe dem Kloster San Ger\u00f3nimo de Yuste des Jahres 1556 unter dem Namen Ferdinand I. Kaiser geworden ist. Die Wappenbeschreibung deckt sich voll und ganz mit jener Wappendarstellung, die im Stammbaum des J. W. St\u00f6r den Ritterschild des sagenhaften Stammvaters Sigmund H\u00f6rmann ziert. Durch die zweimalige Formulierung <em>\u201eeines &#8230; wei\u00dfen Herman(s) oder Widdergestalt\u201d<\/em>\u00a0findet die im Zusammenhang mit der Beschreibung dieses Sigmund-Wappens getroffene Feststellung, dass hinter dem Wort \u201eH\u00f6rman(n)\u201d, das ist \u201eH\u00f6rnermann\u201d = Widder steckt, eine klare Best\u00e4tigung. Ganz wichtig erscheint es noch, Folgendes herauszustellen: In dieser Verleihungsurkunde taucht der Beiname \u201eVon Wimpffen\u201d nicht auf, ein Umstand, der \u00fcberrascht, nachdem sich schon der Vater des Wappenempf\u00e4ngers Dominicus erwiesenerma\u00dfen \u201eHeinrich Hermann von Wimpffen\u201d genannt hat. Dass der Verfasser dieser Urkunde der Wappenverleihung diesen Beinamen weggelassen hat, l\u00e4sst sich vielleicht damit erkl\u00e4ren, dass dieser eben nicht eine Adelsbezeichnung, sondern lediglich eine Herkunftsbezeichnung darstellte und ihm dadurch Missverst\u00e4ndnissen vorgebeugt erschien. Unten findet sich auf dem Blatt ein kleiner Besitzer-Stempel, in dessen Zentrum ein Wappenschild mit einem schreitenden L\u00f6wen und eine Umschrift zu finden ist. In dieser lassen sich nur der Name JANKOVICH sowie die Jahreszahl 1830 oder 1836 entziffern. Und ganz unten steht die Seitenzahl 256 zu lesen. Laut Dr. Hans von Wimpffen stammt diese Urkundenabschrift aus einer umfangreichen Urkundensammlung eines bekannten ungarischen M\u00e4zens namens MIKLOS VON JANKOVICH, die von diesem ausgangs des 19. Jahrhunderts an das Ungarische Nationalmuseum \u00fcbergeben wurde und aus der auf das Geschlecht der Von Wimpffen bezogene Teilbest\u00e4nde, darunter originale solche wie etwa der Stammbaum St\u00f6r, im Rahmen einer Austauschaktion nach N\u00fcrnberg in das Staats- wie auch Stadtarchiv gelangt seien. Dr. Hans von Wimpffen ist dabei, in N\u00fcrnberg noch einmal anzufragen, <em>\u201eob denn das Original des Diploms nicht doch noch in N\u00fcrnberg schlummert\u201d.<\/em><\/p>\n<p>Aus dem Fehlen einer Vorlage des originalen Wappenbriefes ergibt sich auch das Fehlen der mit dieser fraglos gekoppelten Wappendarstellung. Als Ersatz daf\u00fcr kann die in der nachstehenden Abbildung gezeigte solche dienen, die der im Wappenbrief gegebenen Wappenbeschreibung &#8211; mit Ausnahme der fehlenden \u201erot ausgeschlagenen\u201d Zunge des Wappentieres &#8211; genau entspricht: Im roten Schild ein (heraldisch nach rechts) aufrecht zum Sprung ansetzender wei\u00dfer Widder mit einw\u00e4rts gekr\u00fcmmten gelben H\u00f6rnern und gelben Klauen; dar\u00fcber ein Stechhelm, von dem beidseits eine Art Feder-Bausch gef\u00fchrt ist; aus demselben zwei rote B\u00fcffelh\u00f6rner mit voneinander gekehrten Mundl\u00f6chern und aus diesen die je vier Linden\u00e4ste mit oben und unten je zwei und mittig je drei Lindenbl\u00e4ttchen herauswachsend.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-45\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020-1024x745.jpg\" alt=\"020\" width=\"660\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020-300x218.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020-768x559.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/020.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. G 4: Das in einen kreisf\u00f6rmigen gr\u00fcnen Blattkranz auf blauen Hintergrund gesetzte und von einer Heros- und Heroinengestalt pr\u00e4sentierte Wappen der als Familie von Adel ausgestorbenen sog. D\u00e4nischen Linie der Freiherren von Wimpffen (Detail einer Wand- oder Urkundendarstellung ca. der Zeit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert unbekannter Herkunft)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Wappenbetrachtung abschlie\u00dfend, sei nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass bereits HEINRICH (DER J\u00dcNGERE) HERMANN VON WIMPFFEN der Vorgeneration 4 dieses Wappen mit dem Schildzeichen des (so die Beschreibung desselben Seite 262) auf der Tafel des Epitaphs auf dem Familiengrab Nr. 1030,\u00a0bei J. M. Trechsel, 1736)\u00a0<em>\u201eaufspringenden Widder, mit gewundenen H\u00f6rnern und vorgeworffenen F\u00fcssen; oben &#8230; ein geschlossener Turnierhelm mit einem Wulst, auf welchem ein wachsender Widder zwischen zwey P\u00fcffels-H\u00f6rnern\u201c<\/em>\u00a0gef\u00fchrt hat. Ein solches auch ohne k\u00f6nigliche oder kaiserliche Verleihung zu f\u00fchren, das war unbezweifelbar nicht nur bei den zum Ersten Stand gez\u00e4hlten N\u00fcrnberger patrizischen Familien, sondern auch bei verm\u00f6genden Angeh\u00f6rigen des Zweiten Standes m\u00f6glich und an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert durchaus bereits Usus.<\/p>\n<p>Weitergehend sei aus Sporhan-Krempel (erg\u00e4nzt durch mir von Dr. Hans H. von Wimpffen zugesandte Abschriften aus den \u201eGenealogischen Papieren von Wimpfen\u201d des Stadtarchivs N\u00fcrnberg, Blatt 40) die ausnehmend traurige Begebenheit des Todes von Dominicus Hermann wiedergegeben, in welcher der zitierte Chronist sich im Gegensatz zur Wappenverleihungs-Urkunde\u00a0denn doch des Beinamens \u201evon Wimpffen\u201d bedient, was fraglos beweist, dass diese schon auf dessen Vater bezogene Nachnamenserg\u00e4nzung auch von und f\u00fcr Dominicus Anwendung fand:<br \/>\n<em>\u201eDominik fand ein tragisches Ende. Lassen wir es uns von dem Chronisten Johannes M\u00fcllner <\/em>(siehe im bereits zitierten \u201eExtract Mullneri Analium &#8230; \u201d) <em>erz\u00e4hlen, der dort Folgendes berichtet:<br \/>\n<\/em><em>\u201e\u201aAn der Heiligen Dreifaltigkeitsabend, d. h. am 30. Mai des jahres 1556 ist Dominicus Hermann von Wimpffen mit zwei seiner t\u00f6chter, einem jungen gesellen, von breslau b\u00fcrtig\u00a0<\/em>(namens Endre\u00df Jagwitz oder Jengwitz)<em>, und einer magd uff ein weiher hinter Wehr<\/em> (gemeint ist der Tullnauer Weiher hinter W\u00f6hrd)<em> im aderlass lusthalben auf einem Floss gefahren, und als ihm ohne gef\u00e4r eine pommeranzen ins wasser gefallen, nach der er sich geb\u00fcckt und damit verursacht, dass der floss etwas gewackelt, sind die furchtsamen weibsbilder alle ihm zugelaufen und der floss auf derselben seiten zu hart beschwert, dass er sich umgest\u00fcrzt, ist also er, samt den zweien t\u00f6chtern und dem jungen gesellen ertrunken, die magd aber ist herauskommen. Man hat die toten des andern tags auf dreien bahren zu grab und ihnen acht leichkerzen vorgetragen.\u2019\u201d<br \/>\n<\/em>Sporhan-Krempel wertet, ihre Angaben \u00fcber Dominikus und Ursula abschlie\u00dfend, dieses tragische Ereignis so:<br \/>\n<em>\u201eDas war ein trauriges Ende der so unbeschwert angefangenen Lustfahrt<\/em>. <em>Das Trauerhaus war am Herrenmarkt<\/em>. <em>Dominiks Witwe Ursula<\/em> <em>starb viele Jahre sp\u00e4ter am Weinmarkt, sie wurde am 15. September 1570 begraben.\u201d<br \/>\n<\/em>Vom Chronisten M\u00fcllner ist der zu Tode Gekommene zwar mit \u201eDominicus Hermann von Wimpffen\u201d benamt. Der Namenszusatz \u201evon Wimpffen\u201d stellte jedoch keine Adelsbezeichnung dar, sondern nichts anderes als die etwa auch von vielen N\u00fcrnberger Angeh\u00f6rigen der Ersten (zun\u00e4chst nichtadligen!) Geschlechter in dieser Zeit, wie wir mehrfach schon gesehen haben, an ihren Geschlechternamen zu ihrer Ruhmerh\u00f6hung angeh\u00e4ngte Bezeichnung ihres haupts\u00e4chlichen in den N\u00fcrnberger oder sonstigen Landen gelegenen Stamm- oder\/und Herrensitzes gewesen sein, was Adel bestenfalls vort\u00e4uschte.<\/p>\n<p>Dass die Namensbezeichnung \u201eDominicus Hermann von Wimpffen\u201d des vorgenannten Chronisten M\u00fcllner nicht dessen sp\u00e4tere Erfindung darstellt, sondern der Realit\u00e4t der Lebenszeit des Dominicus entspricht, das zeigt auch die nachstehende (hier ganz erheblich gek\u00fcrzte) Urkunde vom 5. November 1561, von der mir ausgangs 2014 Dr. Hans von Wimpffen eine Kopie \u00fcbergeben hat. Nach dieser hat am 8. Juli 1559 an den B\u00fcrgermeister und Rat der Stadt N\u00fcrnberg die \u201e<em>verordnete vormundere des erbarn Dominici Herman von Wimpffens seliger verlasner kinder und Ursula, desselben von Wimpffen wittfrau &#8230; die behausung und hofraith, so er von Wimpffen uf sein absterben nach sich verlassen &#8230; verkauft und zu kaufen vergeben &#8230; umb die &#8230; kaufsumma der funftausent einhundert dreizehen g\u00fclden, zwei pfundt, vierundzwainzig pfennig &#8230; .\u201d\u00a0<\/em>Aus dieser umf\u00e4nglichen Urkunde l\u00e4sst sich auch herauslesen, dass Dominicus Hermann von Wimpffen, wie es einem verm\u00f6genden Fernhandelskaufmann geziemte, eine in der N\u00fcrnberger Sankt Sebalds-Pfarrei und deren Pfarrkirche oberhalb des Rathauses gelegene und aus einem Vorder-, Mittel- und Hinterhaus bestehende langgestreckte Behausung besa\u00df, die den Raum zwischen zwei Gassen f\u00fcllte und bei der \u201e<em>herren kaufere\u201d <\/em>lag. Wenn Sporhan-Krempel (siehe oben) schreibt, dass sich\u00a0<em>\u201edas Trauerhaus<\/em>\u00a0(gemeint das Haus des 1556 zu Tode gekommenen Dominicus) <em>am Herrenmarkt\u201c\u00a0<\/em>befunden habe, so stimmt diese\u00a0Ortsangabe mit jener der Verkaufsurkunde insoweit \u00fcberein, als beide Namensbezeichnungen sich auf den damaligen nordwestw\u00e4rtigen zum Sch\u00f6nen Brunnen sowie zum Chor von Sankt Sebald und Rathaus hin gelegenen Teilbereich des sog. Hauptmarktes beziehen, wo 1560, d. h. im Nachjahr des Verkaufs dieses Hauses mit Hofraite und Vorjahr der Beurkundung desselben, die N\u00fcrnberger B\u00f6rse er\u00f6ffnet und vom Rate den (Kaufmanns-)Herren ein eigenes Marktgew\u00f6lbe einger\u00e4umt worden ist, auf das sich wohl die in der vorstehend umrissenen Urkunde verwendete Ortsbezeichnung \u201e<em>herren kaufere\u201d <\/em>erstrangig\u00a0beziehen d\u00fcrfte.<br \/>\nHierzu sei eine knapp hundert Jahre j\u00fcngere Darstellung des N\u00fcrnberger Herrnmarktes gezeigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Image-06.03.19-at-12.55.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"Zoooom alignnone wp-image-2134 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Image-06.03.19-at-12.55-798x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"847\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Image-06.03.19-at-12.55-798x1024.jpg 798w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Image-06.03.19-at-12.55-234x300.jpg 234w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. G 5: Kupferstich von Lucas Schnitzer von um 1650\/60, der \u00fcberschrieben ist mit\u00a0\u201eProspect De\u00df Heren Marcks. und der FleischBr\u00fccken in N\u00fcrnberg<\/strong><b>\u201c mit reicher Personen-Staffage<\/b>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dort, im westlichen Teil des Hauptmarktes zwischen Tuchgasse und Schulg\u00e4sschen, verhandeln die damals vornehmst spanisch gewandeten Gro\u00dfkaufherren im Einherschreiten auf der Br\u00fccken- und Stra\u00dfenpflasterung ihre Gesch\u00e4fte; im Mittelbereich an den Geb\u00e4uden der Seiten Ladenzeilen; dahinter erscheint die Sankt-Sebaldus-Kirche und\u00a0dar\u00fcber\u00a0ragen T\u00fcrme der N\u00fcrnberger Burg in den Himmel, links der Mitte der Sinwellturm, rechts der F\u00fcnfeckturm und der Luginsland, dazwischen erstreckt sich die Kaiserstallung.<\/p>\n<p>Wie oben bereits \u00fcber Sporhan-Krempel zu erfahren, starb die WITWE URSULA 1570 am Weinmarkt. Dieser Name bezog sich auf einen nur um ein Weniges westw\u00e4rtig von der Sebalduskirche gelegenen ger\u00e4umigen Platz (beim heutigen Maxplatz), wo die Vorgenannte seit dem Verkauf des Wohn- und Gesch\u00e4ftsanwesens gelebt haben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Was die in der Familiengrabst\u00e4tte im N\u00fcrnberger Johannis-Friedhof erfolgte Grablegung des DOMINICUS und seiner Frau URSULA GEB. GROLAND betrifft, so sind diese in der oben bereits teilzitierten Beschreibung des Wimpffenschen Grabepitaphs N. 1030 auf Seite 262 der Ged\u00e4chtnisschrift des J. M. Trechsel des Jahres 1736 folgenderma\u00dfen (allerdings nur unzureichend ohne Namens- und sonstige Textangabe) dokumentiert:<br \/>\n\u201e<em>Auf dem Neben-Schildgen zur Rechten\u00a0<\/em>(gemeint: das auf dem Epitaph rechts unter der gro\u00dfen &#8211; dessen Vater HEINRICH DEM J\u00dcNGEREN geltenden &#8211; Wappen- und Inschrifttafel befindliche solche)\u00a0<em>ein aufspringendes Lamm (Widder) und auf dem anderen Lincken eine besaamte Rose aus welcher 3. Sen\u00df-Eisen 2. mit der Spitze schr\u00e4g-rechts und lincks gegen die obern zween Winckel des Schildes undm das dritte Pfahlwei\u00df gegen den Schild Fu\u00df sich kehrend &#8230; .\u201c<br \/>\n<\/em>Zweifelsfrei beziehen sich diese namen- und datumlosen Wappen-Beschreibungen auf das Ehepaar (rechts) DOMINICUS VON WIMPFFEN und (links) URSULA GEB. GROLAND, nachdem Letzterer ganz eindeutig die oben beschriebene und in den Abbildungen G 1 (bei 5a) und G 2 (unten vielfach gereiht) f\u00fcnfbl\u00e4ttrige (rote) Rose mit den aus dieser sch\u00e4cherkreuzf\u00f6rmig hervorgehenden drei (silbernen) Sensenklingen der GROLAND zugeordnet ist. Verifizierend kommt hinzu, dass die Weiterf\u00fchrung des Textes von J. M. Trechsel dem mit Dominicus ertrunkenen sog. Jungen Gesellen gilt; denn diese lautet:<br \/>\n\u201e &#8230; <em>dann lieset man noch auf zwey gleich darunter befindlichen T\u00e4felein, und zwar auf dem ersten und obern: AD 1556. Samstag der Heiligen Trinaltigkeit Abent, den 30. May verschied der erbar Junggesel Endres Jengwitz (alii Jagwitz) von Preslaw, dem Got in Christo ein fr\u00f6liche Auferstehung genediglich verleihen w\u00f6ll &#8230; .&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Der hohe Stand und die Verm\u00f6gendheit des Dominicus scheint auch dadurch evident, dass nach dem mir von Dr. Hans H. von Wimpffen \u00fcbersandten Foto mit Beschreibung einer vor gut zwei Jahrzehnten in einem numismatischen Katalog aus der Schweiz entdeckten Medaille aus Silber des Jahres 1533 mit dem Abbild des DOMINICUS HERMANN VON WIMPFFEN zugesandt wurde, die damals f\u00fcr 6.000 Sfr. angeboten worden und in den Besitz des Finnischen Nationalmuseums gelangt sein soll. Diese Medaille wurde in der das Signum MG f\u00fchrenden Werkstatt des von 1525 bis 1551 ununterbrochen in N\u00fcrnberg t\u00e4tig gewesenen produktivsten Medailleurs und Bildhauers seiner Zeit MATTHES GEBEL (geb. um 1500, gest. am 22. April 1574 in N\u00fcrnberg) gepr\u00e4gt. Dieser war in N\u00fcrnberg, dem wichtigsten deutschen Zentrum der Medaillenkunst der Renaissance, zugewandert und hatte 1523 dort das B\u00fcrgerrecht erhalten. Bei ihm lie\u00dfen sich nicht nur viele Adlige und deutsche Herrscher und F\u00fcrsten auf Schaum\u00fcnzen von Silber und Gold portraitieren, sondern auch zahlreiche Angeh\u00f6rige des Patriziats und andere B\u00fcrger von Bedeutung wie auch Gro\u00dfkaufleute von europ\u00e4ischem Rang und Geldgeber der europ\u00e4ischen H\u00f6fe, so z. B. der N\u00fcrnberger Kriegsherr CHRISTOPH KRESS (1526) oder der Maler ALBRECHT D\u00dcRER (1527). Der Zweck war, damit seinen hohen Stand und Reichtum sowie sein Selbstbewusstsein zu dokumentieren. Unter den ca. 350 diesem Matthes Gebel zugeschriebenen Schaum\u00fcnzen tauchen mehrfach Namen und Konterfei der mit den HERMANN VON WIMPFFEN\u00a0liierten Familien des Ersten Standes wie der PFINTZING und BEHAIM sowie auch mehrfach (so 1527 und 1529) der im Folgekapitel H. Kaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann beschriebene GEORG HERMANN bzw. H\u00d6RMANN (1481 \u2013 1552) auf, der ein Fuggerscher Faktor (Handelsvertreter) gewesen ist und in enger Verbindung mit diesem ber\u00fchmten Augsburger Handels- und Bankhaus stand. Anschlie\u00dfend sei die nunmehr auch in der Website des Dr. Hans H. von Wimpffen \u201ewimpffen.de\u201c (siehe dort in der Rubrik \u201eBiographie\u201c die Abhandlung \u201eDominicus Hermann von Wimpfen\u201c) zu findende Fotografie dieser Medaille einschlie\u00dflich deren dortiger Beschriftung gezeigt:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/021.jpg\"><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-46 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/021-222x300.jpg\" alt=\"021\" width=\"308\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/021-222x300.jpg 222w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/021.jpg 460w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. G 6: Dominikus Herman von Wimpf(f)en; Medaille gepr\u00e4gt in der Werkstatt des N\u00fcrnberger Matthes Gebel 1533. Die Medaille befindet sich im Besitz des Finnischen Nationalmuseums, eine weitere im Germanischen Nationalmuseum N\u00fcrnberg.\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Beigegeben ist noch die folgende Beschreibung deren Vorder- und R\u00fcckseite:<br \/>\n&#8211; <em>Die Umschrift lautet: \u201eANNO . NATU . M . XXIII . REFERO . IOAN . \u00a0IORDAN . AB . HERCZHEIM (REFERO d\u00fcrfte wohl Relata refero bedeuten)<\/em><br \/>\n<em>&#8211; R\u00fcckseite: Widderwappen mit He<\/em><em>lmzier. Umschrift: HER GOT ICH BIT RICHT ALTER SCHULT NIT MDXXII<\/em><br \/>\n<em>Ma\u00dfe: DM 25 mm. Material: Silber.&#8220;<br \/>\n<\/em>Wollte man die Hinordnung der Profildarstellung zu DOMINIKUS HERMANN VON WIMPFFEN guthei\u00dfen, so w\u00fcrde diese die \u00e4lteste auffindbare Darstellung eines Vorfahren des Von Wimpffen-Geschlechts darstellen. Doch stellen sich im Blick auf die Benamung des Abgebildeten in der Umschrift der Vorderseite (= Portrait-Seite), die zweifelsfrei\u00a0\u201eIOAN JORDAN AB HERCZHEIM\u201c und damit einer anderen Person gilt, berechtigt erscheinende Zweifel ein, auch wenn das nicht mehr als nur beschriebene Widderwappen mit Helmzier der R\u00fcckseite in der Grundstruktur angeblich demjenigen der HERMANN VON WIMPFFEN entspricht. Dazuhin ist verifizerend aufzuf\u00fchren, dass\u00a0diese ins Finnische Nationalmuseum gelangte Medaille, wie die nachfolgende Zitierung der Beschreibung einer in \u201eWikimedia Commons\u201c aufgefundenen Fotografischen Darstellung deren Vorderseite mit Interpretation zeigt, dem vorgenannten Matthes Gebel zugeschrieben wird; denn diese lautet:<br \/>\n<em>\u201eDescription English: Coins an medals in the National Museum of Finland &#8230; File: Matthes gebel (attr.), medaglia di johann jordan von Herxheim, 1526.JPG &#8211; Wikimedia Commons\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Das Kapitel G. Wappenempfang nunmehr abschlie\u00dfend, sei noch folgendes wichtig Erscheinende angemerkt: Dass die in diesem dargestellte Wappenerteilung des Jahres 1555 von den Autoren der Gruppe I Aubert Des Bois (1778), Kneschke (1853), Cellarius-Goldtbeeg (1853) und zuletzt vor allem von Wurzbach (1888) sachunrichtig (und dazuhin verbunden mit der ebenso der Wahrheit entbehrenden Adelserhebung!) in sehr viel \u00e4lterere Zeiten, n\u00e4mlich in die zweite H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts, und zwar in das Jahr 1363 bzw. 1373 und damit fast um zwei Jahrhunderte vorverlegt worden ist, das wurde bereits in den Kapiteln B. Sagenahn sowie C. Leonhard und Heinrich ausgiebig dargelegt und braucht somit wohl hier nicht mehr im Einzelnen ausgebreitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der als Fernkaufmann t\u00e4tige DOMINICUS HERMANN (VON WIMPFFEN), gest. 1556, Stammtr\u00e4ger der 5. 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