{"id":274,"date":"2016-06-11T15:09:00","date_gmt":"2016-06-11T13:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/?page_id=274"},"modified":"2020-02-29T17:50:45","modified_gmt":"2020-02-29T16:50:45","slug":"kaufbeuren-augsburger-hoermann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/kaufbeuren-augsburger-hoermann\/","title":{"rendered":"H. Kaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie durch die Heirat von einem der S\u00f6hne des nach Augsburg zur\u00fcckgegangenen und die MAGDALENA SCHMUCKER geheirateten\u00a0<\/strong><strong>WILHELM HERMANN (Generation 5) namens CHRISTOPH (Generation 6, geb. ca. 1540, gest. 1611) mit der Augsburger Patriziertochter SUSANNA WALT(H)ER des Jahres 1564 sich abermals der Blick auf die alte Heimatstadt der HERMANN (VON WIMPFFEN) Augsburg und die dort zu findenden mit den n\u00fcrnbergischen solchen namens- und h\u00f6chstwahrscheinlich blutsverwandten H\u00d6RMANN (HOERMANN) sowie zwangsl\u00e4ufig auch auf die ostschw\u00e4bische Schwesterreichsstadt Kaufbeuren richtet, wo die H\u00d6RMANN durchg\u00e4ngig zwar schon sp\u00e4testens ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts nachzuweisen, doch als Erste klar der ab 1503\/04 dort als sog. Stadtamann t\u00e4tige HANS H\u00d6RMANN (1467 \u2013 1529) sowie dessen \u00e4ltester Sohn GEORG (1491 \u2013 1552) fassbar sind; und wie der Letzgenannte durch seine Heirat mit BARBARA REIHING im Jahr 1512\u00a0in eine in der Kaufleutestube von Augsburg sitzende ranghohe Familie und gleichzeitig dadurch in\u00a0die Verwandtschaft sowie 1519 auch in den Dienst des f\u00fchrenden Augsburger Bank- und Fernhandelshauses der Fugger <\/strong><strong>gelangt,<\/strong><strong>\u00a0dort zu deren Hauptfaktor aufsteigt, 1528 durch K\u00f6nig Karl V. sogar in den erblichen Adelsstand erhoben wird, dann in die Augsburger Herrnstube und Kaufleutezunft einr\u00fcckt und der Erwerb der Grund- und Gerichtsherrschaft des nahegelegenen Edelsitzes Gutenberg in\u00a0den Jahren 1537\/44 der Familie den Namenszusatz \u201eVON UND ZU GUTENBERG\u201d\u00a0einbringt; wie dieser schlie\u00dflich beim Tod seinem Hause in Augsburg, Kaufbeuren und in zahlreichen Ortschaften\u00a0einen reichen, Geld-, Haus- und G\u00fcterbesitz hinterl\u00e4sst und wie dann dessen vier S\u00f6hne HANS GEORG (1513 \u2013 1562), der als Erster der Familie Augsburg zu seinem bleibenden Wohnsitz w\u00e4hlt, CHRISTOPH (1514 \u2013 1586), LUDWIG (1515 \u2013 1588)<\/strong><strong>\u00a0und zuletzt auch ANTON (1522 \u2013 1594)\u00a0<\/strong><strong>ebenfalls\u00a0<\/strong><strong>in die Dienste der Fugger<\/strong><strong>\u00a0treten<\/strong><strong>\u00a0und alle &#8211; au\u00dfer Christoph &#8211; 1549 in Augsburgs Gro\u00dfen Rat gelangen.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn nun noch nicht der f\u00e4llig erscheinende Blick auf den Stammtr\u00e4ger der Generation 6 gerichtet wird, sondern ein umf\u00e4ngliches Kapitel eingeschoben wird, das sich zun\u00e4chst mit dem Enkel des \u201eItalienfahrers\u201c HAN\u00df und der LINDERIN oder LINDEMAIRIN (siehe bei St\u00f6r 4f) bzw. (siehe 5d) drittgenannten Sohn des nach Augsburg zur\u00fcckgekehrten und die MAGDALENA GEB. SCMUCKER geheirateten WILHELM HERMANN namens (siehe 6n) CHRISTOFF (sonst \u00fcberall geschrieben CHRISTOPH) und dessen Gattin SUSANNA WALTERIN und damit ganz speziell mit der Herkunftsstadt der N\u00fcrnberger (laut Sporhan-Krempel) HERMANN bzw. (laut St\u00f6r) H\u00d6RMANN Augsburg sowie schlie\u00dflich fast noch mehr mit deren Schwesterreichsstadt Kaufbeuren und den dortigen \u00e4lteren ebensolchen Namenstr\u00e4gern besch\u00e4ftigt, so hat das folgenden Gr\bund: \u00dcberraschender- und hilfreicherweise hat mir, die Untersuchung schien fast abgeschlossen, Frau CHRISTINE TEUCHERT, GEB. ZOTZ, Marktoberdorf\/Ostallg\u00e4u, einige aus dem Internet (Bernd Michaelis-Hauswaldt \u00fcber Geneanet) gewonnene Unterlagen \u00fcber \u201edie H\u00f6rmann\u201d, wie sie ank\u00fcndigte, geschickt. Aus diesen erfuhr ich zun\u00e4chst \u00fcber die vorgenannten beiden Zielpersonen folgendes Weiterbringende: CHRISTOPH H\u00d6RMANN (dort also mit \u201eph\u201c und \u201e\u00f6\u201d geschrieben) ist geboren ca. 1540 und gestorben 1611, und SUSANNA WALTHER (hier geschrieben mit \u201eth\u201d), geboren ca. 1542, die sich mit diesem am 24. April 1564 verheiratete, war eine Tochter des Augsburger Patriziers und B\u00fcrgermeisters BERNHARD I. WALTHER (geb. am 27. Juni 1500 und gest. im Dezember 1559 jeweils in Augsburg) und der FELIZITAS WALTHER GEB. REHLINGER (geb. 1504 und gest. am 8. Dezember 1579 jeweils in Augsburg). Siehe dazu:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-35-e1560409063299.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom aligncenter wp-image-2783 size-large\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-35-e1560409063299-1024x443.jpeg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-35-e1560409063299-1024x443.jpeg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-35-e1560409063299-300x130.jpeg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Scan-35-e1560409063299.jpeg 1721w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 1: Ausschnitt des Stammbaumes von J. W. St\u00f6r, der sich auf den der Generation 5 entstammenden WILHELM (siehe 5 d) und seine Gattin MAGDALENA SCHMUCKER aus Augsburg sowie deren &#8211; die Mitte unter ihren f\u00fcnf S\u00f6hnen einnehmenden &#8211; Sohn CHRISTOFF (siehe 6n) mit Gattin SUSANNA WALTERIN aus Augsburg bezieht.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit dieser Ehe, so ist aus diesen Angaben zu schlie\u00dfen, setzte sich also das Erheiraten der N\u00fcrnberger HERMANN\u00a0oder H\u00d6RMANN VON\u00a0WIMPFFEN\u00a0von verm\u00f6genden T\u00f6chtern sowie Einheiraten in betuchte und dem Patriziat angeh\u00f6rende einflussreiche\u00a0Kaufmannsfamilien fort. Diese aus den Unterlagen von Frau Teuchert gesch\u00f6pften Erkenntnisse veranlassten mich, nach Weiterem zun\u00e4chst in dem bereits in den vorausgegangenen Kapiteln mehrfach schon erfolgreich zu Rate gezogenen Werk<br \/>\n&#8211; Wolfgang Reinhard \u00a0(Herausgeber), Augsburger Eliten des \u00a016. Jahrhunderts, Proposographie wirtschaftlicher und politischer F\u00fchrungsgruppen 1500 &#8211; 1620 (1996)\u201c zu suchen:<br \/>\nIch fand, dass die REHLINGER aus altem patrizischem Landadel stammten, vielfach Hochschulbildung besa\u00dfen und \u00fcber Ingolstadt nach Augsburg gekommen waren und von dort aus Handels- und insbesondere auch Wechselgesch\u00e4fte nach allen Richtungen hin z. B. mit und in Amsterdam, Hamburg, Basel, Rom, Pisa, Padua, Venedig, Neapel, London, Spanien, Portugal, Frankreich (so Paris, Lyon, Stra\u00dfburg), Breslau, Pressburg betrieben, wobei Waren bis hin zu Gobelins und Rohstoffe unterschiedlichster Art (so bei den Textilien auch Seide), Gew\u00fcrze aller Sorten mit Kontakten mit der Niederl\u00e4ndisch West- und Ostindischen Companie oder auch nach Brasilien und vor allem auch Bergbauprodukte vom Silber und Kupfer bis hin zu Quecksilber und Zinnober unter Beteiligung an Handels- oder Minenunternehmen in Schwaz\/Tirol, Idrija\b\/Slowenien oder Neusohl\/Slowakei gehandelt worden sind. Und die patrizischen REHLINGER finden sich zu Hauf als Mitglieder des Augsburger Kleinen und\/oder Gro\u00dfen Rates, als B\u00fcrgermeister, Richter der verschiedensten Art sowie Kaiserliche R\u00e4te u. a. m. aufgef\u00fchrt. Wichtig zu wissen ist, dass (siehe bei W. Reinhard unter der Lfdnr. 238) ANNA REHLINGER (geb. 1511 in Augsburg und gest. bereits 1548 in Schwaz\/Tirol) den wechselnd in Venedig, Breslau, Ofen, Rom, Schwaz (Tirol) und Wien und anderen f\u00fchrenden Handelsst\u00e4dten mehr t\u00e4tig zu findenden Augsburger \u201eF\u00fcrst der Kaufleute\u201d ANTON FUGGER (geb. 1493 und gest. 1560 jeweils in Augsburg und dort 1538 ins Patriziat aufgenommen) geheiratet hat. Hierdurch fand sich die vorstehende Feststellung der hohen Verm\u00f6gendheit der Erheirateten und deren verwandtschaftliche Einbindung in hohe bis h\u00f6chste einflussreichste patrizische Kreise best\u00e4tigt. Und \u00fcber die weitverzweigte Augsburger Patrizierfamilie der WALT(H)ER war dort und dar\u00fcber hinaus aus der speziellen\b Fugger-Literatur, insbesondere in<br \/>\n&#8211; Richard Hipper, \u201eDie Beziehungen der Faktoren Georg und Christoph H\u00f6rmann zu den Fuggern\u201d (1926),<br \/>\nzu erfahren, dass z. B. ein in der Augsburger Kaufleutestube der Jahre 1557 &#8211; 1580 nachgewiesener LUDWIG WALT(H)ER (gest. 1580) in Venedig 1569 ein ansehnliches Handelsgesch\u00e4ft gef\u00fchrt hat und ein JOBST WALT(H)ER 1546 Faktor (= Leiter der Handelsfirma) der Fugger in Sevilla und von ca. 1442 bis 1559 Bevollm\u00e4chtigter der Fugger in Madrid gewesen und dann dort von einem aus einer Kaufbeuren Familie entwachsenen CHRISTOPH H\u00d6RMANN (1514 &#8211; 1586) abgel\u00f6st worden ist, der nat\u00fcrlich weder von seiner famili\u00e4ren Herkunft, noch von seiner Lebenszeit her mit dem oben genannten gleichnamigen CHRISTOPH H\u00d6RMANN (geb. ca. 1540 und gest. 1611) identisch sein kann und an sp\u00e4terer Stelle zusammen mit seinen drei Br\u00fcdern\u00a0zu betrachten sein wird. In der\u00a0sog. Augsburger Prosopographie unter den Lfdnrn.\u00a01373, 1375, 611, 494, 580, 301, 549, 749, 783, 739 und 1375 erscheint der Nachname des mit SUSANNA WALTHER verheirateten CHRISTOPH H\u00d6RMANN wie bei St\u00f6r mit \u201e\u00f6\u201c, doch unter den Lfdnrn. 460, 1374 und 1380 auch als HOERMANN (also weder mit \u201ee\u201d noch mit \u201e\u00f6\u201d, sondern mit \u201eoe\u201d) geschrieben. Die unterschiedliche Schreibweise d\u00fcrfte sicherlich auf die verschiedenartige Schreibweise der ben\u00fctzten Aktenvorlagen zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, die sich vielleicht auch aus der wechselnden Namenschreibweise des Namenstr\u00e4gers selbst ergeben haben k\u00f6nnte. M\u00f6glicherweise ist dieser Gatte der SUSANNA WALTHER und Sohn des von N\u00fcrnberg nach Augsburg zur\u00fcckgekommenen WILHELM H\u00d6RMANN identisch mit dem in der Proposographie unter der Lfdnr. 246 als bis zum Jahr 1585 als Faktor der Fugger in Tirol t\u00e4tig gewesen aufgef\u00fchrten gleichnamigen CHRISTOPH H\u00d6RMANN, von dem in den angef\u00fcgten Anmerkungen ausdr\u00fccklich gesagt ist, dass dieser mit dem langj\u00e4hrigen Spanien-Faktor der Fugger &#8211; gemeint damit der oben angef\u00fchrte und an sp\u00e4terer Stelle behandelte CHRISTOPH H\u00d6RMANN (1515 \u2013 1586) &#8211; aller Wahrscheinlichkeit nach nicht identisch sei. Daf\u00fcr spricht auch die Annahme, dass dieser sowohl von seiner Herkunft wie von seiner Heirat her in Kaufmannsfamilien Eingebundene sicherlich die sich ihm in diesem Metier in Augsburg durch das Verwandtsein mit den Gro\u00df- und Fernkaufmannsfamilien WALT(H)ER, REHLINGER, REIHING und schlie\u00dflich auch FUGGER sich bietenden gro\u00dfen Chancen genutzt und lebenslang betrieben hat. Laut Lfdnr. 910 bei Z5\/Z51\/Z52 erh\u00e4lt ein CHRISTOPH H\u00d6RMANN 1571 eine Handelsvollmacht des Augsburger Mitgliedes der Kaufleutestube und weitgespannte umf\u00e4ngliche Gesch\u00e4fte t\u00e4tigende HANS \u00d6STERREICHER III. (1529 &#8211; 1590), die Ungarn und B\u00f6hmen betreffen. Und laut Lfdnr.1088 bei Z6\/Z61\/Z62 steht ein CHRISTOPH H\u00d6RMANN 1576 im Gesch\u00e4ft mit dem Augsburger Patrizier KONRAD ROT III. (gest. 1610), wobei es um Gew\u00fcrzhandel geht. Es ist anzunehmen, dass die zwei letztbeschriebenen Handelst\u00e4tigkeiten sich wohl nicht auf die Person des aus Kaufbeuren stammenden Faktors der Fugger CHRISTOPH H\u00d6RMANN (1515 &#8211; 1586), sondern eher auf die Person des vorbeschriebenen (aus N\u00fcrnberg stammenden) Gatten CHRISTOPH der SUSANNA GEB. WALTHER bezogen sind.<\/p>\n<p>All diese zus\u00e4tzlichen Erkenntnisse bildeten trotz ihrer verwirrenden Komplexit\u00e4t den Anlass, nach weiteren Augsburger und Kaufbeurener Angeh\u00f6rigen der sog. H\u00d6RMANN\/HOERMANN zu suchen, was mich noch als ganz spezielle Quellen die folgenden zwei aufschlussreichen Abhandlungen finden lie\u00df:<br \/>\n&#8211; Luitpold Brunner, \u201eAus dem Bildungsgange eines Augsburger Kaufmannssohnes vom Schlusse des 16. Jahrhunderts\u201d (1874)<br \/>\nsowie erg\u00e4nzend<br \/>\n&#8211; Thomas Max Safley, \u201eDie Fuggerfaktoren H\u00f6rmann von und zu Gutenberg. Werte und Normen einer kaufm\u00e4nnischen Familie im \u00dcbergang zum Landadel\u201d (1996).<br \/>\nDiese weisen aus, dass die H\u00f6rmannische Familie zumindest schon in den Anf\u00e4ngen des 15. Jahrhunderts erkennbar unter den B\u00fcrgerlichen der Stadt Kaufbeuren und der F\u00fchrungsschicht dieser Stadt angeh\u00f6rend erscheint. Vom erstgenannten Verfasser ist im Er\u00f6ffnungskapitel \u201eI. Genealogische Einleitung\u201d\u00a0seiner Abhandlung allerdings einschr\u00e4nkend gesagt, es seien diese Kaufbeurener H\u00f6rmann <em>\u201enur in bezug auf die <\/em>(von diesem leider nicht aufgef\u00fchrten)<em> Ahnfrauen ergriffen\u201d<\/em>. Die m\u00e4nnlichen Abk\u00f6mmlinge derselben lassen sich somit vornamenm\u00e4\u00dfig erst ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert \u00fcber die Person des ab 1503\/04 als dortiger \u201eStadtamann\u201d (Leiter des mit 15 Richtern besetzten Stadtgerichts) fungierenden HANS H\u00d6RMANN exakt fassen. Dieser ist laut rootsweb \u201eS\u00fcddeutsche Patrizier\u201d im Juli 1467 in Kaufbeuren geboren und dort am 29. Januar 1525, laut Luitpold Brunner dort (wohl richtigerweise) erst 1529 gestorben. Immerhin spricht f\u00fcr die bereits sp\u00e4testens im ausgehenden 16. Jahrhundert an diesem Ort gewonnene Spitzenstellung der Familie die von Brunner erw\u00e4hnte Familientradition, wonach Kaiser (seit 1452 bis 1493) Friedrich III. in diesem Zeitraum in besagter Stadt im Hause des Hans H\u00f6rmann zweimal gewohnt habe, zuerst <em>\u201eim hinteren St\u00fcblein und Kammer\u201d\u00a0<\/em>und 1484 <em>\u201eim neuen Gemach\u201d<\/em>, au\u00dferdem dass die Patenschaft der H\u00f6rmannischen Kinder von hohen Personen wie den \u00c4bten von Irsee und Steingaden \u00fcbernommen worden sei. Und dessen bald nach ihm verstorbener Bruder GEORG H\u00d6RMANN sei als Chorherr zu Sankt Moritz in Augsburg gestorben, woraus deren Verbindung mit der gro\u00dfen Schwesterreichsstadt Augsburg deutlich wird. \u00dcberdies geht deren damals in Kaufbeuren erreichte f\u00fchrende Bedeutung auch aus der Tatsache hervor, dass die (wohl fr\u00fch verwitwete) Mutter des Hans namens DOROTHEA GEB. LIEBERIN sich 1488 in zweiter Ehe mit dem reichen B\u00fcrgermeister zu Kaufbeuren GEORG SPLEISS verheiratet hat. Die dem Stiefvater bzw. Stiefgro\u00dfvater durch Hans und dessen Kinder gezollte Liebe und Ehrfurcht bildete den Anlass daf\u00fcr, dass dieser reiche Erwerbungen von sp\u00e4ter auf diese \u00fcberkommenen Landg\u00fctern t\u00e4tigte und mit Bewilligung des Kaisers Maximilian 1494 diesen die F\u00fchrung der im spleissischen Wappens (siehe dieses sp\u00e4ter in der Abb. H 7) vorhandenen goldenen Mondsichel und gleichfarbigen Sternes in schwarzem Felde erlaubte.<\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Sohn des vorbeschriebenen HANS H\u00d6RMANN\u00a0hie\u00df GEORG (auch J\u00d6RG) H\u00d6RMANN, geb. in Kaufbeuren, und zwar laut Brunner sowie laut dessen Lebensabrisses in<br \/>\n&#8211; Georg Wilhelm Zapf, \u201eReisen in einzelne Kl\u00f6ster Schwabens, durch den Schwarzwald und in die Schweiz im Jahr 1781, worin Bibliotheken, Alterth\u00fcmern, Geschichte und vom Zustand der Litteratur Nachricht gegeben wird &#8230; , Erlangen bey Johann Jakob Palm 1786\u201d,<br \/>\nauch\u00a0laut der Gedenktafel f\u00fcr diesen in Kaufbeuren am 26. Februar 1491 und nach \u00fcbereinstimmender Darstellung all der vorgenannten anderen Quellen gestorben am 11. Dezember 1552 in Kaufbeuren. Diesem schenkte der reiche Stiefgro\u00dfvater bereits 1501 wegen seiner <em>\u201eunterw\u00fcrfigen, dienstlichen und gehorsamen Kindheit\u201d\u00a0<\/em>einen gro\u00dfen Bauernhof im nahen Untergermaringen und erweiterte damit dessen Ansehen und verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfigen Hintergrund in entscheidender und bleibender Weise. Nach der Ausbildung in den \u201efreien K\u00fcnsten\u201d an der w\u00fcrttembergischen Universit\u00e4t T\u00fcbingen &#8211; untr\u00fcgliches Zeichen der Hochgestelltheit wie des Strebens der Familie nach Einfluss \u00fcber den Weg bester Bildung &#8211; verheiratete dieser sich mit 21 Jahren am 21. Juni 1512 mit der Augsburger Patriziertochter BARBARA REIHING, deren auch als REYHING erscheinende einflussreiche Familie war m\u00e4nnlicherseits in der Kaufherrenstubengesellschaft und im Kleinen Rat von Augsburg vertreten, betrieb\u00a0dort ihre einflussreiche Politik und pflegte umf\u00e4ngliche gesellschaftliche Kontakte. Deren Handelst\u00e4tigkeiten gingen weitgespannt nach Ulm, Frankfurt a. M. und reichten wie bei der oben beschriebenen Patrizierfamilie der REHLINGER bis Spanien und die\u00a0Niederlande.\u00a0Die von GEORG (J\u00d6RG) H\u00d6RMANN erheiratete BARBARA REIHING war laut Luitpold Brunner \u00fcber ihre Mutter VERONIKA GEB. IMHOF(F), die Tochter des aus einem alten N\u00fcrnberger und nun auch neu in Augsburg niedergelassenen Patrizier- und Fernhandelsgeschlecht stammenden Zunftmeisters der Salzfertiger PETER IMHOF(F) (1444 \u2013 1528), mit dem bereits oben umschriebenen \u201eF\u00fcrsten der Kaufleute\u201c ANTON FUGGER (1493 \u2013 1560), dessen Bankier- und Handelsfamilie im Begriff war, zur reichsten solchen der damaligen Handelswelt aufzusteigen, insofern verwandt, als dessen Mutter REGINA GEB. IMHOF(F) eine Schwester des vorgenannten PETER IMHOF(F) gewesen ist. Diese Verwandtschaftsverbindung, die Anton Fugger in seinen sp\u00e4teren zahlreichen Briefen an GEORG H\u00d6RMANN die Anrede \u201eLieber Schwager J\u00f6rg\u201d gebrauchen lie\u00df, soll der Hauptgrund daf\u00fcr gewesen sein, dass der Besagte 1519 in die Fuggersche Handelsgesellschaft als Kaufmann eintreten konnte. Somit erscheint dieser in der Prosopographie der Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts (siehe Lfdnr. 455,\u00a0457, 459) als \u201eFuggerangestellter\u201d. F\u00fcr diese betreute er zun\u00e4chst ab 1520 das Antwerpener Handelsb\u00fcro der Fugger und ab 1524 mit 33 Jahren war er sog. Haupt- oder auch Gro\u00df-Faktor (eine Art Haupt-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer oder Oberverwalter) derselben und als solcher Berater und Mitgesellschafter deren ausgedehnten Tiroler Bergbaus am Fu\u00dfe des Karwendel- und Inntalrandes mit Hauptaufenthalt in Schwaz, dem montanistischen Zentrum des damaligen Europa, und damit als bereits schon f\u00fcr den gesamten Silber- und Kupferbergbau der Fugger Zust\u00e4ndiger t\u00e4tig. In der Augsburger Proposographie unter der Lfdnr. 238, die sich auf ANTON FUGGER bezieht, erscheint GEORG H\u00d6RMANN bei\u00a0T10\/T101\/T102 als \u201eFaktor\/Schwaz u. a. 1525 &#8211; 1550\u201c. Dort wurden von mehreren tausend Knappen im Labyrinth unz\u00e4hliger in ihrer Gesamtheit hundert und mehr Meilen messender Stollen aus dem vielfarbig schimmernden Gestein gro\u00dfe Mengen Silber- und nat\u00fcrlicherweise unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sehr viel gr\u00f6\u00dfere Mengen an Kupfererz gewonnen. Dadurch konnte Schwaz damals hinter der Stadt Wien zum gr\u00f6\u00dften Ort \u00d6sterreichs emporwachsen. Das ist dort heute noch an der 1502 eingeweihten Pfarrkirche zu \u201eUnserer lieben Frau\u201d abzulesen, welche die gr\u00f6\u00dfte Hallenkirche Tirols mit einem Altar des ber\u00fchmten Veit Sto\u00df ist und vier Schiffe mit zwei gleichrangigen Hauptschiffen (urspr\u00fcnglich links f\u00fcr B\u00fcrger und rechts f\u00fcr Knappen) besitzt. Und im dortigen Schau-Silberbergwerk wird heute noch diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Vergangenheit der Stadt offenbar. Der Kristallisationspunkt der dortigen T\u00e4tigkeit des Georg H\u00f6rmann d\u00fcrfte das 1500 \u2013 1509 erbaute sog. Handelshaus (heute Rathaus) gewesen sein, dazuhin das um 1525 entstandene sog. Fuggerhaus, von dem aus dessen Dienstherr ANTON FUGGER 1546\/47 im Schmalkaldischen Krieg seine Weltfirma geleitet hat.<\/p>\n<p>Aus der vollen Zufriedenheit und Zuwendung der mit ihm verschw\u00e4gerten Fugger sowie der Beteiligung unter Einsatz seines ganzen Verm\u00f6gens an ihren Gesch\u00e4ften, an denen er mit f\u00fcnf Prozent beteiligt war, wuchsen ihm steigende Einnahmen zu und mehrte sich sein und seiner Familie Ansehen.\u00a0Den weiteren Aufstieg belegt dessen\u00a0Aufnahme in die Augsburger Herrenstube und Kaufleutezunft des Jahres 1528. Die vielschichtige T\u00e4tigkeit dieses GEORG (J\u00d6RG) H\u00d6RMANN schloss sp\u00e4ter sogar auch die berufsm\u00e4\u00dfige Erziehung der drei j\u00fcngeren der vier S\u00f6hne des \u00e4lteren die Mitleitung des Hauses innehabenden Bruders des ANTON FUGGER namens RAYMUND FUGGER ZU KIRCHBERG UND WEISSENHORN (1489 \u2013 1535) und seiner Gattin (Heirat 1513) KATHARINA GEB. THURZIO VON BETHLEMFALVA (1488 \u2013 1535), n\u00e4mlich HANS JAKOB FUGGER (1516 &#8211; 1575), GEORG II. FUGGER (1518 &#8211; 1569), CHRISTOPH I. FUGGER (1520 &#8211; 1579) und \u00a0ULRICH III. FUGGER (1526 &#8211; 1584).\u00a0Somit konnte Georg H\u00f6rmann sich in Augsburg wie auch in Kaufbeuren nat\u00fcrlich nur sporadisch aufhalten. In Augsburg besa\u00df er eine in der Katharinengasse (sp\u00e4ter Nr. 14) gelegene Stadtresidenz, ebenso eine solche im ihm noch und bleibend als Hauptwohnort geltenden Kaufbeuren. Denn dort, um hier eine der vielen \u00fcber Frau HELGA ILGENFRITZ erfahrenen H\u00f6rmann-Fakten einzubringen, gibt es heute noch das sich zentral beim Rathaus zwischen der unteren Kaiser-Max-Stra\u00dfe (dem fr\u00fcheren Markt) und der Ludwigstra\u00dfe (der fr\u00fcheren Hinteren Gasse) erstreckende sog. H\u00f6rmannhaus, ehedem ausgestattet mit rund 80 Zimmern. Dieses um 1525 mit Hilfe der Familie Fugger tiefgreifend umgebaute und damals mit einem heute noch vorhandenen repr\u00e4sentativen aus der Zeit des Georg H\u00f6rmann stammenden Renaissance-Hauptportal geschm\u00fcckte H\u00f6rmann-Palais, wie es von den Kaufbeurenern auch stolz genannt wird, diente f\u00fcr kurze Zeit,\u00a0als in Augsburg um 1529 eine pestartige Seuche grassierte, sogar als Ausweich-Sitz der gesamten Gesch\u00e4ftsleitung der Firma Fugger. Dieses vom Rat der Stadt Kaufbeuren, wenngleich nach einigem Widerstreben, nachdem angeblich (K\u00f6nig, sp\u00e4ter Kaiser) Karl V. dies ihm in einem eigenh\u00e4ndigen Schreiben zugesagt hatte, zu seinem Freisitz erkl\u00e4rte\u00a0<em>\u201e\u201aH\u00f6rmann-Palais\u2019 in Kaufbeuren wurde\u201d<\/em>, wie es in einem \u00f6rtlichen Zeitungsbericht des Jahres 2016 hei\u00dft,<em>\u00a0\u201eim Verlauf der Zeit immer wieder Schauplatz hochrangiger Verhandlungen zwischen der Firma Fugger und Vertretern aus dem europ\u00e4ischen Ausland.\u201d\u00a0<\/em>Siehe zur Veranschaulichung der vorbeschriebenen historischen Objekte seien gezeigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1661 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022a-741x1024.jpg\" alt=\"022a\" width=\"450\" height=\"622\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022a-741x1024.jpg 741w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022a-217x300.jpg 217w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022a.jpg 868w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"line-height: 1.6471;\"><strong>Abb. H 2:\u00a0Die in Kaufbeuren am sog. H\u00f6rmannhaus oder auch H\u00f6rmann-Palais beim Rathaus zum Gedenken an ihren namhaften Sohn Georg H\u00f6rmann (dort laut der Inschrift geboren am 26. Februar 1491 und gestorben am 11. Dezember 1552) angebrachte Gedenktafel; Fotografie von Frau Christine Teuchert, geb. Zotz, Marktoberdorf, vom Somme<\/strong>r<strong> 2015<\/strong>.<strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1662 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022b-734x1024.jpg\" alt=\"022b\" width=\"450\" height=\"628\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022b-734x1024.jpg 734w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022b-215x300.jpg 215w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022b.jpg 860w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 3:\u00a0Das Hauptportal vom Kaufbeurener H\u00f6rmann-Palais; aus\u00a0einem Bericht der \u201eAllg\u00e4uer Zeitung\u201d vom 01. 10. 2016 entnommene Fotografie<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1663 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022c-1024x817.jpg\" alt=\"022c\" width=\"450\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022c-1024x817.jpg 1024w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022c-300x239.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/022c.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 4:\u00a0<\/strong><strong>Die der Kaiser-Max-Stra\u00dfe zugewandte Vorderfront vom\u00a0<\/strong><strong>Kaufbeurener H\u00f6rmann-Palais; Fotografie, stammend aus einer vom Ortsverband Kaufbeuren des Deutschen Evangelischen Frauenbundes herausgegebenen Informationstext von 2016<\/strong>.<br \/>\n<span style=\"line-height: 1.6471;\"><br \/>\nKarl V. erhob Georg H\u00f6rmann bereits 1528 (best\u00e4tigt auf dem Reichstag in Augsburg am 12. Juli 1530) <\/span><em style=\"line-height: 1.6471;\">\u201enebst allen Leibeserben wegen der ihm vielfach geleisteten Verdienste in den Stand des Adels der recht edelgebornen Lehens- und Turniergenossen und ritterm\u00e4\u00dfigen Edelleute, befreite ihn von allen Gerichten ausser den kaiserlichen, gab ihm das Recht der Freiz\u00fcgigkeit, der Wahl eines beliebigen lokalen Zunamens und eine reichere Ausstattung des bisherigen oben erw\u00e4hnten Wappens\u201d.<br \/>\n<\/em><span style=\"line-height: 1.6471;\"><br \/>\nWohl aus diesem Anlass gab dieser, nun 39 Jahre alt, bei dem damals in die Malerzunft Augsburgs aufgenommenen haupts\u00e4chlichen Bildnismaler CHRISTOPH AMBERGER\u00a0sein Portrait in Auftrag. Was Vorz\u00fcgliches aus dem ersten Jahr dessen Meisterschaft in Augsburg entstand, wurde in Unkenntnis sowohl der Person des Abgebildeten als auch des Bildsch\u00f6pfers von der Fachwelt des 19\/20. Jahrhunderts mit Kurf\u00fcrst Moritz von Sachsen und Hans Holbein d. J. in Verbindung gebracht, bis Stilvergleiche von 1938\/39 und 1979 es zweifelsfrei den beiden Vorgenannten zuwiesen. Siehe dieses in<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-47 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/022.jpg\" alt=\"022\" width=\"492\" height=\"620\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/022.jpg 492w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/022-238x300.jpg 238w\" sizes=\"(max-width: 492px) 100vw, 492px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 5: Bildnis des J\u00f6rg Hermann (1491 \u2013 1552), Gem\u00e4lde (auf Tannenholz 98,6 x 77,4 cm) von Christoph Amberger (geb. ca. 1505, gest. 1562 oder 1563 in Augsburg) von 1530; bezeichnet an der Wandvorlage oben links: AN.M.DXXX.AETATIS SUA XXXIX (= anno 1530. Seines Alters 39); seit 1969 durch Ankauf in der Staatsgalerie Stuttgart, Inv.Nr. 3071; Schwarz-Wei\u00df-Druckvorlage, entnommen dem Katalogband: Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock, Band II: Rathaus. Ausstellung der Stadt Augsburg &#8230; anl\u00e4\u00dflich des 450. Jubil\u00e4ums der Confessio Augustana &#8230; (1980), S. 100 Nr. 448<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Erkl\u00e4rung dieses aussagekr\u00e4ftigen Gem\u00e4ldes lautet u. a.:<br \/>\n<em>\u201eDer Dargestellte ist bis \u00fcber die H\u00fcften sichtbar. Er h\u00e4lt in der mit Wappenring geschm\u00fcckten linken Hand eine Nelke. Die Pelzschaube kennzeichnet den Patrizier, der erweiterte Bildausschnitt und der antikisierende Pilaster machen dar\u00fcber hinaus seinen gesellschaftlichen Anspruch deutlich. An malerischer Breite und Wucht der Pers\u00f6nlichkeit ist dieses Werk aus dem ersten Jahr der Ambergschen Meisterschaft ein Markstein innerhalb der Augsburger Portraitmalerei.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Wichtig zu wissen, dass der Abgebildete, streng genommen, eigentlich dem Augsburger Ersten Stand der sog. Patrizier gar nicht angeh\u00f6rt hat, aber weil er in diesen eingeheiratet hatte und Tr\u00e4ger eines gro\u00dfen Verm\u00f6gens und jetzt auch als Angeh\u00f6riger des Erb- und Reichsadels sich als diesem zumindest gleichgestellt betrachten konnte, somit &#8211; wie von vorneherein seine aus diesem stammende Gattin &#8211; die Kleidung des Ersten Standes zu tragen berechtigt gewesen ist. Aufsteiger der Art des Georg H\u00f6rmann pflegte man dort gern &#8211; und so erscheinen diese auch in der genealogischen Literatur &#8211; als \u201eMehrer der Gesellschaft\u201d (kurzgesagt \u201eMehrer\u201c) zu klassifizieren, deren gesellschaftlicher Status immerhin den zweiten Rang zwischen jenem ersten Rang des Patriziats und dem dritten Rang der Angeh\u00f6rigen der Kaufleutezunft einnahm. Das hohe Ansehen und die finanzielle Potenz Georgs dr\u00fcckt sich des Weiteren darin aus, dass zu etwa gleicher Zeit von diesem auch Portraitzeichnungen aus der Hand desselben Meisters entstanden sind, von denen die nachstehend gezeigte auf unsere Zeit \u00fcberkommen konnte:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/023.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-48 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/023.jpg\" alt=\"023\" width=\"528\" height=\"554\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/023.jpg 528w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/023-286x300.jpg 286w\" sizes=\"(max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 6: Georg H\u00f6rmann (1491 \u2013 1552), unbezeichnete dem Jahr 1531 und Christoph Amberger (ca. 1505 \u2013 1562 oder 1563) zugeschriebene Rundzeichnung (Durchmesser 32,5 cm; mit schwarzer farbiger Kreide, gr\u00fcnlich braun laviert, wei\u00df get\u00f6nt; sp\u00e4ter mit schwarzer Kreide und Aquarellfarben \u00fcberarbeitet); Sammlung Sir Thomas Lawrence, London; Schwarz-Wei\u00df-Druckvorlage, entnommen dem Katalogband: Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock, Band II: Rathaus. Ausstellung der Stadt Augsburg &#8230; anl\u00e4\u00dflich des 450. Jubil\u00e4ums der Confessio Augustana &#8230; (1980), S. 213 Nr. 590<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bilderkl\u00e4rung lautet u. a. wie folgt:<em><br \/>\n\u201eDie Zuweisung der Zeichnung an Christoph Amberger (sie war Hans Holbein d. J. zugeschrieben) und die Identifizierung des Dargestellten als Georg H\u00f6rmann erfolgte durch Kurt L\u00f6cher. Eine in Technik, und Stil verwandte Zeichnung, die den Dargestellten in gleicher Profilhaltung zeigte, befand sich im Berliner Kupferstichkabinett (im Krieg verschollen) und war Ausgangspunkt f\u00fcr eine Neubestimmung. Auf ihrer Umschriftleiste war dieser als GEORGIUS HERMANN ausgewiesen. Die Berliner Zeichnung war 1531 datiert.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Man muss sich an der vorstehenden zwar der gleichen Person geltenden, doch zwischen \u201eHermann\u201d und \u201eH\u00f6rmann\u201d wechselnden Namensbezeichnung bzw. Schreibweise nicht sto\u00dfen, geschah dies doch auch schon z. B. bei der oben umschriebenen Person des Christoph Hermann (nach Sporhan-Krempel) bzw. Christoph H\u00f6rmann (nach St\u00f6r) bzw. sogar Christoph Hoermann (laut in gewissen F\u00e4llen der Prosopographie). Und dies darf auch in sp\u00e4teren solchen F\u00e4llen unbeanstandet geschehen, weil sich sowohl die Namensangeh\u00f6rigen selbst als auch die Schreiber deren Zeit wie die sp\u00e4teren Genealogen dieser unterschiedlichen Namensschreibweise ohne Bedenken oder Beanstandung bedient haben. Dar\u00fcber hinaus sind, weiteres Zeichen des Dargestellten Wohlhabenheit und Eigenstolzes, von diesem eine Reihe von Schau- und Ged\u00e4chtnism\u00fcnzen mit Bildnis und\/oder Wappen, dazuhin auch etliche seiner Frau BARBARA GEB. REIHING sowie einzelner anderer H\u00f6rmannischer Familienmitglieder (wie z. B. von einem seiner S\u00f6hne namens LUDWIG) gepr\u00e4gt worden, die der an sp\u00e4terer Stelle umrissene Kaufbeurener KANZLEIDIREKTOR WOLFGANG LUDWIG H\u00d6RMANN VON UND ZU GUTENBERG\u00a0(1713 &#8211; 1795) in seine Sammlung aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Wie auf der oben gezeigten Gedenktafel vermerkt, erhob K\u00f6nig (und sp\u00e4terer Kaiser) Ferdinand (I.) Georg H\u00f6rmann 1534 zu seinem Rate. Und ganz wichtig, noch\u00a0zu wissen, dass dieser mit seiner Ehefrau 1542 zum Protestantismus (Luthertum) gem\u00e4\u00df der Confessio Augustana \u00fcbergetreten ist, wor\u00fcber an sp\u00e4terer Stelle noch Aufschlussreiches zu erfahren sein wird.\u00a0Seinen wachsenden Reichtum nutzte er vor allem zur weiteren Erwerbung von ansehnlichem Grundbesitz. So kaufte er von 1537 bis 1543\/44 von den Br\u00fcdern Honold in Memmingen deren G\u00fcter im ca. 15 km nord\u00f6stlich von Kaufbeuren gelegenen Dorf Gutenberg, des einstigen Edel- und Burgsitzes der Ritter von Gutenberg (heute Ortsteil der Gemeinde Oberostendorf\/Ostallg\u00e4u), der \u00fcber Gutenberger Ministeriale, dann Augsburger sowie anderw\u00e4rtige B\u00fcrgerfamilien schlie\u00dflich in den Besitz der vorgenannten Patrizierfamilie Honold und letztendlich durch deren Erbteilungen in die Hand mehrerer ihrer Glieder gekommen war. Nach und nach in den vorgenannten Jahren machte er diesen Ort, ihn von kemptischer und kemnater Lehenschaft l\u00f6send, mit voller niederer Gerichtsbarkeit und Kirchensatz ganz zu seinem Eigen. Kraft eines 1545 von ihm aufgestellten Testaments bekam Gutenberg den Status eines Familienfideicommiss\u2019, der insgesamt als Stammgut der m\u00e4nnlichen Mitglieder der Familie ungeteilt und unver\u00e4u\u00dfert erhalten bleiben musste und woran immer nur ein m\u00e4nnliches Familienmitglied das Nie\u00dfbrauchrecht innehatte. Dies d\u00fcrfte sich haupts\u00e4chlich damit erkl\u00e4ren, dass die Adelsstellung und der Besitz nicht entfernt ausreichten, die wachsende Sippe standesgem\u00e4\u00df zu ern\u00e4hren und zu unterhalten.<\/p>\n<p>Aus diesem neuen historisch namhaften Besitztum leitete er gleichzeitig den lokalen Zunamen ab, dessen F\u00fchrung ihm durch die Adelsverleihung zugestanden worden war, wodurch 1543 der Name \u201eH\u00d6RMANN VON UND ZU GUTENBERG\u201d (oder auch, wie immer wieder f\u00fcr Ort wie Adelsfamilie zu lesen steht, GUTTENBERG) wurde. Das dem nunmehrigen erweiterten Adelsnamen zugeh\u00f6rige Wappen in seiner durch die Adelsverleihung zugestandenen \u201ereicheren Ausstattung\u201d sei gezeigt in<br \/>\n<em>\u00a0<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/024.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-49 \" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/024.jpg\" alt=\"024\" width=\"443\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/024.jpg 861w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/024-296x300.jpg 296w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/024-768x780.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 443px) 100vw, 443px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. H 7:\u00a0<\/strong><strong>Das Wappen der (wie dar\u00fcber geschrieben steht)\u00a0Reichsfreiherren H\u00f6rmann von und zu Guttenberg; Sc<\/strong><strong>hwarzwei\u00df-Darstellung im \u201eWappenbuch des gesammten Adels des K\u00f6nigreichs Bayern\u201d, Band 6, 1822, Tafel 20, des N\u00fcrnberger Heraldikers, Kupferstechers und Verlegers Konrad Tyroff (1771 \u2013 1826)<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf seinem senkrecht zweigeteilten Schild erscheint auf der linken Flanke die spleissische (goldene) Mondsichel und auf der rechten Flanke an der Herzstelle der ebensolche (goldene) Stern auf schwarzem Grund und diesem aufliegend ein auf eine Freiherrenkrone gesetzter Turnierhelm mit insbesondere einem Fl\u00fcgelpaar als Helmzier, das ebenfalls die vorgenannten beiden spleissischen Wappeninsignien tr\u00e4gt. 1544 erwarb Georg auch die Burg- und Schlossherrschaft Waldeck an der Iller bei Memmingen als Mannlehen, behielt diese aber nur vor\u00fcbergehend, nebst dem Dorfe Kaltenbrunnen (gemeint damit wohl das heutige ostallg\u00e4uische Kaltenbrunn bei Oberg\u00fcnzburg), die K\u00f6nig Ferdinand 1545 ihm von der gr\u00e4flich kirchbergischen Lehenschaft befreite, au\u00dferdem eine ganze Reihe von stattlichen G\u00fctern, so vor allem in den ostallg\u00e4uischen Orten Germaringen (siehe oben), Beckstetten und Geisenhofen sowie im tirolischen Westendorf.<\/p>\n<p>Um nunmehr\u00a0auch Georg H\u00f6rmanns bereits in der Inschrift der oben gezeigten Gedenktafel anklingenden Wohlt\u00e4tigkeitssinn, seine Geistigkeit sowie sein Bildungsstreben und seinen hohen Bildungsgrad zu illustrieren, sei ein Ausschnitt aus den genealogischen Angaben des Luitpold Brunner zitiert, der an dessen vielen Orts- und G\u00fctererwerbungen ankn\u00fcpft:<br \/>\n<em>\u201eUeber solchen K\u00e4ufen vergass Georg der Wohlt\u00e4tigkeit nicht und stiftete den Armen dauerndes und ergiebiges Almosen zu Schwaz und in der Pfr\u00fcnde zu Kaufbeuren, wo der eigene Freisitz, den ihm der Rath nach einigem Str\u00e4uben auf Kaiser Karls eigenh\u00e4ndiges Schreiben hin gew\u00e4hrt hatte, fortw\u00e4hrend in bestem Stande erhalten wurde, wenn auch erstere Stadt Georgs gew\u00f6hnlicher Aufenthalt blieb. In dem ruhelosen Dr\u00e4ngen der merkantilen und politischen, h\u00e4ufig im Dienste des K\u00f6nigs Ferdinand geforderten Th\u00e4tigkeit wahrte sich Georg bis zum Lebensende die von fr\u00fcher Jugend auf durch sorgf\u00e4ltigste Bildung gewonnene Liebe zu den Wissenschaften und klassischen Studien, stand, der lateinischen und griechischen Sprache in hohem Grade m\u00e4chtig, in Briefwechsel mit hervorragenden Gelehrten, wie Melanchthon, mit dem niederl\u00e4ndischen Juristen Viglius <\/em>(von Aytta Zuichemius)<em>, den Karl V. von der Professur zum Amte des Pr\u00e4sidenten des obersten Rathes in Br\u00fcssel erhob, ferner mit Konrad Peutinger u. a. und stellte literarischen Arbeiten seine reichen Geldmittel grossm\u00fcthig zu Diensten. Unter denen, welche ihm als M\u00e4cenas in Wort und Schrift dankbar huldigten, ist auch die damals mit Recht als die gelehrteste Frau gepriesene und bewunderte, mit der Literatur von Rom und Hellas auf das innigste vertraute Olympia Fulvia Morata aus Ferrara, seit 1548 Gemahlin des deutschen Gelehrten Grundler, zu erw\u00e4hnen, welche, nachdem sie wegen des Confessionswechsels Italien, wo sie \u00f6ffentlich klassische Literatur docierte, hatte verlassen m\u00fcssen, in Georgs H\u00e4usern in Kaufbeuren und Augsburg l\u00e4ngere Zeit hindurch ein freundliches Asyl und sodann die n\u00f6thigen Mittel zur Weiterreise fand. Am meisten aber lag Georg die t\u00fcchtige Bildung seiner mit Barbara Reyhing von Augsburg erzeugten S\u00f6hne am Herzen, von welchem bei seinem Tode noch 4 lebten.\u201d\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Was den im Rahmen des vorstehend geschilderten regen Briefwechsels des Georg H\u00f6rmann mit vielen Geistesgr\u00f6\u00dfen des Humanismus des 16. Jahrhunderts erw\u00e4hnten solchen mit Philipp Melanchthon, dem neben Martin Luther wichtigsten deutschen Reformator, au\u00dferdem die angef\u00fcgte Schilderung der Asylgew\u00e4hrung f\u00fcr eine wegen ihres \u00dcbertritts zum Protestantismus verfolgungsgef\u00e4hrdete aus Ferrara Richtung S\u00fcddeutschland geflohene italienische hochgelehrte Dame betrifft, so h\u00e4ngen diese Lob erntenden Handlungsweisen mit dessen und seiner Gattin bereits erw\u00e4hntem \u00dcbertritt des Jahres 1542 zum Luthertum zusammen. Dieser im Blick auf dessen Abh\u00e4ngigkeit vom Katholizismus tief gepr\u00e4gten und in Treue ergeben bleibenden Familienverbund der Fugger zun\u00e4chst verwundernde Schritt l\u00e4sst sich, wie aus den von Frau HELGA und Herrn KARL ILGENFRITZ zugegangenen Skripten hervorgeht, damit erkl\u00e4ren, dass dieser von diesen mit au\u00dfergew\u00f6hnlicher Toleranz deshalb hingenommen worden ist und er seinen lutherischen Glauben unbeeintr\u00e4chtigt aus\u00fcben konnte, weil er die Gesch\u00e4ftskontakte insbesondere mit jenen deutschen Herrschern und L\u00e4ndern, die sich nach 1517 der Reformation angeschlossen hatten, bereits vor seinem \u00dcbertritt zum Protestantismus aufrecht erhalten und bef\u00f6rdert und damit so etwas wie den bereits protestantisch beeinflussten Zweig der Fugger dargestellt hatte. Auch sein Z\u00f6gling\u00a0ULRICH III. FUGGER (1526 &#8211; 1584), der mehr Humanist als Kaufmann war und seine urspr\u00fcngliche T\u00e4tigkeit als p\u00e4pstlicher K\u00e4mmerer in Rom aufgegeben hat, kehrte nach Deutschland zur\u00fcck und konvertierte zum evangelisch-lutherischen Glauben. Dass Georg H\u00f6rmann der vielbewunderten Humanistin der Renaissancezeit und 1548 am Hof von Ferrara wegen ihres \u00dcbertritts zum Protestantismus in Ungnade gefallenen OLYMPIA FULVIA MORATA (geb. 1526 in Ferrara &#8211; gest. am 26. Oktober 1555 in Heidelberg) Hilfe in ihrer Bedr\u00e4ngnis der Verfolgung Asyl auf ihrer Flucht mit dem Ziel des\u00a0Stammlandes der Reformation in der Hoffnung auf Schutz vor Verfolgung bot, h\u00e4ngt nicht allein mit dessen angenommenen Protestantismus zusammen. Sondern dieses erbot sich auch dadurch, dass er durch seine gro\u00dfkaufm\u00e4nnische T\u00e4tigkeit im Dienste der Fugger \u00fcber die M\u00f6glichkeiten verf\u00fcgte, der mit ihrem Gatten DR. ANDREAS GRUNDLER und ihrem achtj\u00e4hrigen Bruder EMILIO am 12. Juni 1550 aus dem oberitalienischen Ferrara nach Norden \u00fcber die Alpen und speziell das zentrale Tirol Geflohenen unterwegs Quartiere in den Firmenniederlassungen der Fugger als eine Art Fluchthelfer zu bieten und die Hand \u00fcber diese zu halten. Das so zun\u00e4chst in Kaufbeuren im H\u00f6rmann-Palais und sp\u00e4ter in Augsburg den Glaubensfl\u00fcchtlingen gebotene Asyl konnte nur vor\u00fcbergehend sein und ging \u00fcber W\u00fcrzburg und Schweinfurt unter neuen Bedrohungen nach Heidelberg, wo die sich und die Ihren mit Privatunterricht Durchschlagende schon 1555 mit nur 29 Jahren an Tuberkulose starb und wenige Wochen sp\u00e4ter auch ihr Gatte und ihr Bruder der dort grassierenden Pest erlagen.<\/p>\n<p>Auf der S\u00fcdseite der Pfarrkirche Sankt Margareta in Gutenberg hat Georg H\u00f6rmann 1546 eine Kapelle, die \u201eH\u00f6rmannkapelle\u201d, wie diese heute noch hei\u00dft, mit einer darunterliegenden Gruft als Familienbegr\u00e4bnisst\u00e4tte errichten lassen, die durch umfangreiche Bauma\u00dfnahmen am Ende des 18. Jahrhunderts stark ver\u00e4ndert worden ist, bis man dann aber 2012 versucht hat, dem sakralen Raum seine alte W\u00fcrde wiederzugeben. Dort ist Georg H\u00f6rmann, der seine rastlose Arbeit im Dienste der Fugger 1550 hatte aufgeben und sich zur Ruhe setzen k\u00f6nnen, nach seinem ca. zwei Jahre sp\u00e4ter laut Brunner und Zapf in Augsburg \u00a0wohl richtigerweise nach seinem am 11. Dezember (laut rootsweb am 10. Dezember) 1552 in Augsburg erfolgten Tod bestattet worden. Unter den zahlreichen Schuldnern, die er hinterlie\u00df, befand sich auch K\u00f6nig Ferdinand mit einer Schuld von 21.000 Gulden.<\/p>\n<p>Die beim Tod des Georg H\u00f6rmann noch lebenden vier seiner sieben S\u00f6hne HANS GEORG oder auch HANS J\u00d6RG, CHRISTOPH, LUDWIG und ANTON traten s\u00e4mtliche ebenfalls ganz oder zeit- bzw. teilweise in Fugger\u2019sche Dienste. Dieses l\u00e4sst verstehen, dass deren Vater Georg heute in Kaufbeuren als der Begr\u00fcnder einer Art Faktoren-Dynastie der H\u00f6rmann innerhalb der Firma Fugger bezeichnet wird. Es folgen deren Lebensabrisse:<\/p>\n<p>&#8211; Der \u00e4lteste Sohn des GEORG oder J\u00d6RG H\u00d6RMANN namens HANS GEORG (1513 \u2013 1562) ist nachweislich der Erste aus dem Hause der Kaufbeurer H\u00f6rmann gewesen, der seinen st\u00e4ndigen Wohnsitz in Augsburg wie sp\u00e4ter auch sein Vater und seine drei Br\u00fcder genommen hat. So ist erkl\u00e4rt es sich, dass in Augsburg ab ca. dem 16. Jahrhundert (siehe im Register der Prosopographie der Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts) neben dem urspr\u00fcnglichen (nur ein einziges Mal unter der Lfdnr. 397 erscheinenden) Namen HANS HERMANN (dem aus N\u00fcrnberg zur\u00fcckgekommenen Gatten der PHILIPINA TUCHER), mehrere (und zwar f\u00fcnf unter den Lfdnrn. 455, 456, 457, 458 und 449), der aus Kaufbeuren Zugewanderten der Namensschreibweise H\u00d6RMANN sowie einer (siehe Lfdnr. 460) der Namensschreibweise HOERMANN aufzufinden sind. Von diesem HANS GEORG, so Safley, sei nur wenig und haupts\u00e4chlich Schlechtes bekannt; er sollte sich den Studium widmen, liebte aber eher Wein, Weib und Gesang und bekam \u00c4rger mit seinem ebenso strebsamen wie pflichtbewussten Vater. 1538 heiratete dieser, was wiederum bestens zur bisherigen Heiratsstrategie der H\u00f6rmann passt, RADIGUND oder auch RADEGUNDIS HERWART, Tochter des ERASMIUS HERWART (geb. 1485), dessen Familie zu den \u00e4ltesten Patrizierfamilien Augsburgs geh\u00f6rte und dort im 15.\/16. Jahrhundert oftmals Mitglieder im Gro\u00dfen und Kleinen Rat, Richter, B\u00fcgermeister und andere in hohen Stadt\u00e4mtern T\u00e4tige stellte wie auch vornehmlich u. a. in Spanien neben den Vertretern der Fugger t\u00e4tige Gro\u00dfkaufleute hervorbrachte. Erasmus Herwart war auch, ebenso andere Herwart an Bergbauunternehmen beteiligt.\u00a0Laut Brunner soll der besagte Hans Georg H\u00f6rmann wie der Vater im Dienste der Fugger &#8211; und zwar haupts\u00e4chlich in Augsburg &#8211; gestanden haben; laut Safley hat dieser sich zwar dort aller Wahrscheinlichkeit nach aufgehalten, doch gebe es \u00fcber seine &#8211; haupts\u00e4chlich im Ausland verbrachten &#8211; T\u00e4tigkeiten keine sicheren Hinweise. In der Prosopographie (siehe Lfdnr. 457) ist hingegen nicht nur ausgesagt, dass er das Augsburger B\u00fcrgerrecht besa\u00df, sondern 1539 \u2013 1548 als Mitglied der Augsburger Kaufmannszunft, 1548 als dortiger Richter, ab 1549 dort als sog. Mehrer gef\u00fchrt sowie sich nachweislich von 1549 &#8211; 1562 als Mitglied des\u00a0Augsburger Gro\u00dfen Rates und Mehrer vermerkt findet. Und in der Proposographie unter Lfdnr. 238 &#8211; wieder bezogen auf ANTON FUGGER (1493 &#8211; 1560) &#8211; erscheint er bei T089\/T0891\/T0892 als Kassier von ca. 1547 &#8211; 1560, wodurch dessen oben konstatierte Dienstt\u00e4tigkeit in Augsburg bei den Fuggern Best\u00e4tigung findet.<\/p>\n<p>&#8211; \u00dcber den Zweit\u00e4ltesten CHRISTOPH (1514 \u2013 1586) wurde anfangs schon gesagt, dass dieser 1559 in Madrid JOBST WALTHER als Faktor der Fugger abgel\u00f6st hat. Jener war damals, so Brunner, schon zum obersten Verwalter der spanischen Handelsangelegenheiten der Fugger aufgestiegen, blieb als der \u201espanische H\u00f6rman\u201d lange Zeit dort und soll erst am Ende seines Lebens in die Lechstadt Augsburg zur\u00fcckgekehrt sein. Wenn er in der Augsburger Prosopographie (siehe Lfdnrn. 455, 457, 459) als Zweiter in der Reihe der vier Br\u00fcder genannt ist, so im Gegensatz zu den anderen immer ohne Ehefrau. Unter Lfdnr. 246 &#8211; bezogen auf ANTON FUGGER (1493 &#8211; 1560) &#8211; ist CHRISTOPH H\u00d6RMANN, nachdem zuvor bei T079\/T0791\/T0792 der fr\u00fcher schon erw\u00e4hnte JOBST WALTHER als Faktor\/Spanien von ca. 1542 &#8211; 1555 aufgef\u00fchrt ist, bei T080\/T0801\/T0802 als Faktor\/Spanien von 1538 &#8211; 1560, unter Lfdnr. 246 &#8211; bezogen auf MARKUS III FUGGER (1529 &#8211; 1597) &#8211; bei T7\/T71\/T72 als Faktor\/Spanien von 1563 &#8211; 1574 notiert, wodurch dessen oben konstatierter Aufstieg im Dienste der Fugger Best\u00e4tigung findet. Laut Lfdnr. 675\/Z2-Z21-Z22 der Proposographie erteilt diesem auch der Augsburger Mehrer HANS LANGNAUER III. 1570 und 1571 Spanien betreffende Handelsvollmachten. In einem Brief an OCTAVIAN II. FUGGER des Jahres 1580 gratuliert Christoph diesem euphorisch zu seiner Aufnahme in den Kleinen Rat Augsburgs und erkl\u00e4rt, dass nun eingetroffen sei, was er ihm vor Jahren prophezeit habe. Er stirbt am 31. Mai 1586 in Augsburg und wird dort in der Dominikanerkirche Sankt Magdalena begraben.<\/p>\n<p>&#8211; LUDWIG (1515 \u2013 1588), der gemeinsam mit seinem j\u00fcngeren Bruder Anton die Verwaltung der Familienbesitzt\u00fcmer in den H\u00e4nden hatte, soll f\u00fcr die Fugger haupts\u00e4chlich im Ausland t\u00e4tig gewesen sein. Laut der Prosopographie (siehe die Lfdnr. 459) ist dieser 1538 und 1540 in Neapel t\u00e4tig gewesen und von 1545 \u2013 1548 als Mitglied der Augsburger Kaufleutezunft und von 1549 &#8211; 1588 als Mitglied des Augsburger Gro\u00dfen Rates sowie als sog. Mehrer vermerkt. Er heiratete 1543 REGINA HAUG, eine Tochter des in Augsburg eine Handelsgesellschaft f\u00fchrenden und auch im Auslandshandel t\u00e4tigen sowie als Mitglied der Salzfertigerzunft (1503 \u2013 1549) und der Kaufleutestube (1541 &#8211; 1549) nachweisbaren ANTON I. HAUG (1474 \u2013 1549) und seiner Frau ANNA geborene BIMMEL. Deren Familien, obgleich nicht zu den Patriziern geh\u00f6rend, wurden zu den reichsten und bedeutendsten solchen von Augsburg gez\u00e4hlt. Im Alter soll er in Kaufbeuren gewohnt haben. In der H\u00f6rmannischen Gruft in Gutenberg erinnert an diesen die Kopie eines kunstgeschichtlich bedeutsamen Bronzeepitaphs, dessen Original 1894 an das Kaufbeurer Stadtmuseum abgegeben worden ist.<\/p>\n<p>&#8211; \u00dcber ANTON (1522 \u2013 1594), den J\u00fcngsten der vier Br\u00fcder, erfahren wir aus Brunner, erg\u00e4nzt durch die ihn ausdr\u00fccklich als \u201eProtestant\u201d ausweisende Prosopographie (Lfdnr. 455), kurzgefasst Folgendes: Er wurde laut Brunner am 13. Februar, laut Prosopographie am 1. September 1522 in Gundelfingen geboren, wohin seine Mutter mit ihrem Bruder wegen der in Augsburg herrschenden Pest geflohen sei. 1534 mit 12 Jahren wurde er mit einem Pr\u00e4zeptor zu weiteren klassischen Studien f\u00fcr ca. 5 Jahre nach Prag gegeben, von wo aus er mit seinem Vater in lateinischer und b\u00f6hmischer Sprache korrespondierte. Dann gab man ihn f\u00fcr ca. 3 Jahre von 1539 bis 1542 nach Lyon in die Schreibstube des Italieners Raffael insbesondere zur Vorbereitung zum Handelsstande. 1542 mit ca. 21 Jahren nach Augsburg zur\u00fcckgekehrt, trat er, seinem Vater folgend und wie bereits seine drei \u00e4lteren Br\u00fcder, in haupts\u00e4chlich zu Augsburg geleisteten Fuggerischen Dienst, war aber auch lebenslang Gesellschafter des Augsburger Kaufmannes und Kaiserlichen Rates (1551) MATTH\u00c4US II. MAN(N)LICH (1499 \u2013 1559) bzw. dessen Erben. 1544 verm\u00e4hlte er sich mit SUSANNA MAN(N)LICH, der \u00e4ltesten Tochter des Vorgenannten, dessen Besitz- und Gesellschaftsstatus dem des o. g. Anton Haug entsprach. Denn er findet sich in der Proposographie (Lfdnr. 782) als Mitglied der Kr\u00e4merstube und Kaufleutestube Augsburgs von 1541 &#8211; 1559, als Richter von 1538 &#8211; 1541 sowie als Eherichter von 1543 &#8211; 1548, als Mitglied des Gro\u00dfen Rates von 1549 &#8211; 1559, als Stubenmeister der Kaufleutestube 1550, 1554, 1557 und 1559. Anton\u00a0lie\u00df sich in Augsburg in die Zunft der Kaufleute (nachgewiesen 1545 \u2013 1548) und in die Gesellschaft auf der B\u00fcrgerstube eintragen; ab 1548 erscheint er als sog. Mehrer. Bereits 1555 (nur 33 Jahre alt) vermag er dort die aus seinem eigenen Verm\u00f6gen, dem Heiratsgut der Frau und seinem Gehalt gewonnene Summe von 20.204 Gulden anzulegen und sp\u00e4ter enorme Betr\u00e4ge an das Handelshaus der Fugger, Kooperationen, Personen und an die Stadt N\u00fcrnberg auszuleihen. Seine ununterbrochenen Aufzeichnungen weisen ihn als ehrlichen, klug und redlich f\u00fcr sich und seinen Stand sowie seine Familie sorgenden und \u00fcberdies fortdauernd ungeschw\u00e4cht der Liebe f\u00fcr Kunst und Wissenschaft huldigenden Mann aus, der zum wachsenden materiellen Wohlstand seines Hauses beitr\u00e4gt, mehrere H\u00e4user besitzt und auch der Stadt Dienste leistet, so 1564 als Oberviertels-Hauptmann, sodann als einer der vier Strafherren und 1575 als Gassenhauptmann. Seine Hausfrau Susanna verliert er zu seinem gro\u00dfen Schmerz schon 1585 und er l\u00e4sst diese in der kurz vorher erkauften Gruft in der sog. finstern Gr\u00e4bd des Augsburger Domes bestatten. Er selbst stirbt mit 72 Jahren am 24. M\u00e4rz 1594 in Augsburg.<\/p>\n<p>Drei der vorgenannten vier S\u00f6hne des GEORG H\u00d6RMANN, ausgenommen blieb nur der am st\u00e4rksten abwesende CHRISTOPH, wurden also 1549 in Augsburg, Zeichen deren Ortswechsels von Kaufbeuren nach Augsburg und deren \u00a0dortigen Aufgestiegenseins, in den sog. Gro\u00dfen Rat aufgenommen, womit ihnen faktisch die Zugeh\u00f6rigkeit zum Zweiten Stand Augsburgs, nicht zum Ersten Stand der allein ratsf\u00e4ig im Sinne des sog. Kleinen Rates anerkannten Patrizier, bescheinigt war. Welch bedeutsame Rolle Georg H\u00f6rmann und seine S\u00f6hne, um nunmehr zu resumieren, mitbestimmt letztlich durch die g\u00fcnstige Verkehrslage und Ausrichtung ihrer Heimatstadt Kaufbeuren auf die Nachbarreichsst\u00e4dte Augsburg und Memmingen, im damaligen Handelswesen des s\u00fcddeutschen Raumes und dar\u00fcber hinaus auch als Bef\u00f6rderer der Annahme der Confessio Augustana durch die Reichsstadt Kaufbeuren im Jahr 1545, d. h. drei Jahre nach dem \u00dcbertritt des Georg H\u00f6rmann von und zu Gutenberg zum Protestantismus, spielten, findet sich in der wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung der Universit\u00e4t Cambridge des Jahres 2009 von Christopher W. Close des Titels \u201eThe Negotiated Reformation. Imperial Cities and the Politics of Urban Reform 1525 \u2013 1550\u201d durch die folgenden hier in geraffter \u00dcbersetzung wiedergegebenen Passagen der Seiten 39 und 40 charakterisiert:<br \/>\n<em>\u201eAm Wertach-Fluss gelegen etwa 60 km s\u00fcdlich von Augsburg lag Kaufbeuren an der Stra\u00dfenkreuzung von zwei wichtigen Handelsrouten; eine davon lag an der Nord-S\u00fcd-Verbindung von Augsburg zum n\u00f6rdlichen Italien und den Bergwerken Tirols und eine erstreckte sich ostwestlich zwischen den Schweizer Kantonen, Memmingen und Bayern. &#8230; Die wichtigste soziale Verbindung zwischen diesen St\u00e4dten kam durch die Familie H\u00f6rmann von und zu Gutenberg zustande. Die H\u00f6rmanns waren eine der wichtigsten Handelsfamilien im s\u00fcdlichen Deutschland. Sie waren Eingeborene in Kaufbeuren, hatten aber Gesch\u00e4ftsstellen auch in Memmingen und Augsburg. Im Jahr 1528 war Georg H\u00f6rmann, ein Verwalter des in Augsburg beheimateten Fugger-Bankhauses, vom Herrscher Karl V. in den Adelsstand erhoben worden und hatte seinen Hauptwohnsitz in Augsburg eingerichtet. Sein Sohn Ludwig lebte sowohl in Augsburg als auch in Kaufbeuren. Zusammen mit seinem Bruder Anton bearbeitete er die Familiengesch\u00e4fte, die Besitz in Augsburg und Kaufbeuren beinhalteten und die Lordschaft \u00fcber das Dorf Gutenberg. Die Verbindungen zwischen den drei St\u00e4dten, die von der H\u00f6rmann-Familie gef\u00f6rdert wurde, gestalteten den Kurs von Kaufbeurens Reformation.\u201d <\/em>Letztere Feststellung erf\u00e4hrt in der Weiterf\u00fchrung des Textes zwar noch eine konkretisierende Belegung, auf deren Darlegung wohl jedoch verzichtet werden kann.<\/p>\n<p>Von den vier zur Welt gekommenen S\u00f6hnen des ANTON H\u00d6RMANN soll, um wenigstens noch ansatzweise die Genealogie der Kaufbeuren-Augsburger H\u00d6RMANN weiterzuf\u00fchren und deren in Augsburg errungene herausragende Position zu illustrieren, das Mannesalter nur KARL (1550 \u2013 1582) erreicht haben. Dieser wurde, stets geschult von eigenen \u201ePr\u00e4zceptoren\u201d, um \u201egute Sitten und Tugenden zu lernen\u201d, mit 13 Jahren weg von Augsburg nach Jena in Th\u00fcringen, mit 15 Jahren nach Frankreich zum Erlernen des Franz\u00f6sischen und Kennenlernen der Rechtsinstitutionen, dann 1568 mit 18 Jahren nach N\u00fcrnberg zur Erlernung der Handelsschaft mit insbesondere dem Rechnen und Buchhalten sowie zu klassischen Studien und schlie\u00dflich 1569 als Diener in das ansehnliche Gesch\u00e4ft des SEBASTIAN PFAFFENBERGER und LUDWIG WALTER nach Venedig insbesondere zum Erlernen des Italienischen geschickt. Nach Augsburg zur\u00fcckgekehrt, heiratete er (siehe in der Proposographie Lfdnr. 455) 1571 SOPHIA HEEL, die Tochter des kaiserlichen Rates DR. JURIS KONRAD HEEL. Er stirbt bereits am 29. November 1582 und wird in der H\u00f6rmannischen \u201eanderen Gruft\u201d bei Sankt Anna begraben. Antons vier T\u00f6chter machten alle standesgem\u00e4\u00df angemessene hohe Partien: So heiratete MARIA 1566 den hochangesehenen kaiserlichen Rat und Hofzahlmeister DAVID HAG (in der Prosopographie wohl richtigerweise als DAVID HAUG erscheinend), EUPHROSINA 1576 den einer Mehrer-Familie angeh\u00f6renden JEREMIAS SEIZ, REGINA 1577 den genau so zu den Mehrern gerechneten SIXT ADELGAISS; SIBILLA ehelichte 1579 ANTON den Augsburger Patrizier FELIX WELSER (1556 \u2013 1613), dessen Augsburger Handelshaus damals ja Weltgeltung besa\u00df, der in Ingolstadt die Hochschule besucht hat und in Augsburg in seinen beiden letzten Lebensjahrzehnten die folgenden hohen Amtsfunktionen innehatte: 1593 &#8211; 1613 Gro\u00dfer Rat, 1597 &#8211; 1604 Mitglied des\u00a0Stadtgerichtes, 1597 &#8211; 1613 Kirchenpfleger-Adjunkt.<\/p>\n<p>Zwar lie\u00dfe sich fortf\u00fchrend und insbesondere \u00fcber die sich ungebrochen fortgepflanzten Nachkommen LUDWIG H\u00d6RMANN, des dritt\u00e4ltesten Sohnes des GEORG H\u00d6RMANN, Weiteres sagen. Wenn aber jetzt die Darlegung der H\u00f6rmannischen Genealogie abgebrochen wird, so geschieht das unausweichlich deshalb, weil wir uns zeitlich von der erstrangig ja gesehenen Notwendigkeit des Suchens nach einer eventuellen Spur jenes ersten Gliedes der N\u00dcRNBERGER HERMANN, das Sporhan-Krempel in der Person des laut dieser ca. 1485 geborenen und 1512 in N\u00fcrnberg eingewanderten Fernh\u00e4ndlers namens HEINRICH HERMANN bestimmt hat, auf der Zeitleiste dann noch weiter, als dies bislang schon aus blo\u00dfem Interesse an diesem \u201eKaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann-Ableger\u201d geschehen ist, entfernen. Doch seien abschlie\u00dfend wenigstens noch die wenigen Spuren aufgef\u00fchrt, die in der Gegenwart noch im Orte Gutenberg, Gemeinde Ostendorf, an die fast genau drei Jahrhunderte gedauerte Patrimonialgerichtsbarkeit der H\u00d6RMANN VON UND ZU GUTENBERG au\u00dfer der dortigen <span style=\"text-decoration: underline;\">H\u00f6rmannkapelle<\/span> erinnern. Dazu muss man wissen, dass dieser Ort zwar bis zur Abl\u00f6sung derselben und \u00dcbernahme durch das K\u00f6nigreich Bayern in den 1830er Jahren trotz der wohn- und t\u00e4tigkeitsm\u00e4\u00dfigen Bevorzugung der nahen Stadt Kaufbeuren als \u00f6konomisches und politisches Zentrum der H\u00f6rmann sowie der im Laufe dieses Zeitraumes erfolgten Zerstreuung der Sippenmitglieder auf zahlreiche andere s\u00fcdwestdeutsche St\u00e4dte wie Augsburg, Memmingen, N\u00f6rdlingen, Lindau, auch N\u00fcrnberg, ja sogar Stra\u00dfburg u. a. m. als Stammsitz der Familie galt. Doch wurde im Jahre 1670 selbst in Kaufbeuren wegen Verschuldung im Zuge des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges zun\u00e4chst das Fideikommisshaus der H\u00f6rmann und das Recht auf ihren dortigen Freisitz verkauft und immer weniger k\u00fcmmerte man sich um das landwirtschaftliche Gutenberger Gut, das sowieso nicht so sehr ihrem erstrangig dem Handels- und \u00c4mterwesen und so gut wie gar nicht der Landwirtschaft geltenden Interesse entsprach. Ein t\u00fcchtiger und als Handelsherr erfolgreich gewesener Urururenkel des Adelsstammvaters GEORG namens WILHELM GOTTFRIED H\u00d6RMANN, der in den 1690er Jahren nach N\u00fcrnberg ausgewandert ist \u00a0und dort ein sehr erfolgreich betriebenes und von seinen S\u00f6hnen weitergef\u00fchrtes Handelsunternehmen gegr\u00fcndet hat und in den beginnenden 1730er Jahren im an N\u00fcrnberg grenzenden Weiler Schniegling an der Pegnitz einen aus einem Herrensitz mit Hammerwerk herausgewachsenen und im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zerst\u00f6rten, doch von 1692 bis 1710 wieder als Herrenhaus hergestellten Bauwerk den schl\u00f6sschenartigen \u201eH\u00f6rmannschen Sitz\u201d eingerichtet (siehe dar\u00fcber N\u00e4heres am Ende von Kapitel L. Adelswerdung), ist sogar in der Lage gewesen, ca. 1730\/31 und somit um die gleiche Zeit auf eigene Kosten in H\u00f6he von ca. 8.000 Gulden das am Nordende des Dorfes gelegene heruntergekommene Schloss Gutenberg abzurei\u00dfen und in franz\u00f6sischem Stil gleich wieder neu aufzubauen. Doch ist dieses 1823 schon wieder abgebrochen worden, nachdem die H\u00f6rmann allen ihren dortigen Grundbesitz verkauft hatten. Heute erinnert daran dort nur noch eine <u>Gedenktafel<\/u> \u00fcber der Hofeinfahrt des Anwesens <u>H\u00f6rmannstra\u00dfe 28<\/u> an dieses und gleichzeitig auch dieser Stra\u00dfenname an dessen und des Ortes einstiges Herrschaftsgeschlecht.<\/p>\n<p>Angef\u00fcgt seien noch wenige knappe Notizen \u00fcber das weitere Schicksal der H\u00d6RMANN VON UND ZU GUTENBERG\u00a0\u00fcberhaupt:<\/p>\n<p>Bei Anlegung der Adelsmatrikel des K\u00f6nigreichs Bayern wurde in dieselbe der nachweislich diesen entwachsene GEORG MATTHIAS VON H\u00d6RMANN, geb. 1782, aufgenommen, damals Herr auf Senftenau, eines stattlichen Herrensitzes mit einem Wasserschloss und Park bei Lindau, das heute im Besitz dieser Stadt steht. Geht man vom Titel der genealogischen Untersuchung von<br \/>\n&#8211; Friedrich Bauser \u201e\u00dcber den verwandtschaftlichen Zusammenhang der in Bayern, W\u00fcrttemberg und \u00d6sterreich noch bl\u00fchenden Familie der Freiherren von Herman auf Wain und der H\u00f6rmann von H\u00f6rbach mit der ausgestorbenen Patricierfamilie der H\u00f6rmann von und zu Gutenberg\u201d (1917); in: W\u00fcrttembergische Vierteljahreshefte f\u00fcr Landesgeschichte, N. F. 26, 1917, S. 448 \u2013 457)<br \/>\naus, so bestanden die H\u00f6rmann von und zu Gutenberg als Familienverband sp\u00e4testens in den Anf\u00e4ngen des 20. Jahrhunderts nicht mehr. Doch gibt es heute nachweislich immer noch Personen, die den Namen H\u00d6RMANN VON UND ZU GUT<u>T<\/u>ENBERG f\u00fchren. \u00dcberraschend ist die Tatsache, dass<br \/>\n&#8211; E. H. Kneschke in \u201eNeues Allgemeines Deutsches Adels-Lexikon, 4. Band, 1863\u201d au\u00dfer den \u201eH\u00f6rmann von und zu Gut<u>t<\/u>enberg\u201d f\u00fcnf Adelsnamen- und Adelstitel-Varianten auff\u00fchrt, in deren Kern \u201eH\u00f6rmann\u201d bzw. \u201eHermann\u201d bzw. auch \u201eHerman\u201d steckt, was die enge (im Einzelnen hier nicht angesprochene und in der Regel auch nicht konkret kl\u00e4rbare) Verwandtheit andeutet. Diese sind:<\/p>\n<p>&#8211; 1. HERMANN, auch HERMAN, AUF WAIN, FREIHERREN: Diese stellen ein urspr\u00fcglich aus (der ehemaligen Nachbarreichsstadt Kaufbeurens) Memmingen an der Aach stammendes Patriziergerschlecht dar, von dem angeblich zwei Br\u00fcder namens GEORG und HANS HERMANN\u00a0nach \u00d6sterreich gekommen sein und dort zun\u00e4chst den ritterm\u00e4\u00dfigen Adelsstand erlangt haben sollen. Nachkommen derselben wurden 1715 in den erbl\u00e4ndisch-\u00f6sterreichischen Freiherrenstand erhoben, die zwar ausstarben, aber deren Adelsstatus an die Memminger Verwandten \u00fcberging, denen sogar im Fortgang der Generationen im Jahr 1750 der Reichsadelsstand bzw. dem aus deren Sippe stammenden B\u00fcrgermeister von Memmingen TOBIAS HERMANN 1740 das Pr\u00e4dikat VON HERMANNSTEIN verliehen wurde. Der aus derselben Memminger Hermann-Sippe stammende FREIHERR BENEDICT VON HERMANN (geb. 1689 in Memmingen, gest. 1782 in Venedig), Handelsherr zu Venedig, wurde, nachdem er die ehemalige reichsunmittelbare zum Gebiet der Reichsstadt Ulm geh\u00f6rige und im Grenzraum des Herzogtums W\u00fcrttemberg zum K\u00f6nigreich Bayerrn hin gelegene Herrschaft Wain f\u00fcr 500.000 Gulden erworben und diese zum Fideikomiss bestellt hatte, 1774 ebenfalls in den reichs- und erbl\u00e4ndisch-\u00f6sterreichischen Adelsstand erhoben, was dem Geschlecht den Beinamen AUF WAIN einbrachte. In deren rund 25 km s\u00fcdlich von Ulm gelegenen Herrschaftsort Wain entstand 1877 \u2013 1880 das nach den Pl\u00e4nen des M\u00fcnchener Hofarchitekten Lorenzo Quaglio in klassizistischem Stil erbaute Schloss Wain mit davor terrassenf\u00f6rmig angelegtem Schlossgarten, heute Sitz des Freiherrlich Herman\u2019schen Forst- und Bauamtes. Aufschlussreich ist deren Wappen: Im der L\u00e4nge nach geteilten Schild mit unten eingepfropfter gebogener Spitze ist die rechte H\u00e4lfte durch einen roten Querbalken geteilt. Oben findet sich in Gold ein aufwachsender, einw\u00e4rts gekehrter schwarzer Widder; das untere Feld ist rot-silbern geschacht. Die linke H\u00e4lfte zeigt auf einem vielh\u00fcgeligen Berge einen einw\u00e4rts gekreuzten, in den Vorderklauen einen goldenen Zepter haltenden goldenen Greif und in der goldener Spitze zwei gekreuzte, die Spitzen nach oben kehrende silberne Pfeile, rechts und links von je einem goldenen Sterne begleitet. Aus dem in diesem Wappen enthaltenen, wenngleich schwarzen und nicht wie im Wappen des DOMINICUS VON WIMPF(F)EN GENANNT HERMAN wei\u00dfen, Widder m\u00f6chte man allzugerne ableiten, dass zwischen den beiden insofern Blutsverwandtschaft besteht, als diese zumindest den gleichen Vorfahren entwachsen sind, was nat\u00fcrlich unbeweisbares Wunschziel bleibt. Hier sei nur noch darauf hingewiesen, dass das vorbeschriebene Adelsgeschlecht noch heute besteht und der Stammhalter BENEDIKT-JOACHIM XVIII. GERD HUBERTUS ERNST MORITZ VON HERMANN AUF WAIN (geb. 1941) hei\u00dft.<\/p>\n<p>&#8211; 2. H\u00d6RMANN; EDLE: In Nieder\u00f6sterreich wurde 1702 die Person des Regimentsrats JOHANN LEOPOLD EDLER VON H\u00d6RMANN, HERR ZU CHORHERRN, der ein Sohn des nieder\u00f6sterreichischen Regierungskanzlers\u00a0JOHANN CHRISTOPH H\u00d6RMANN gewesen ist, unter die neuen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen. Dessen Geschlecht schloss bereits 1743 mit dessen Sohn, dem Regierungsrat zu Gr\u00e4tz JOSEPH JULIUS EDLER VON H\u00d6RMANN, HERR ZU CHORHERRN UND KIHRLING.<\/p>\n<p>&#8211; 3. H\u00d6RMANN, ERBL\u00c4NDISCH-\u00d6STERREICHISCHER ADELSSTAND: \u00dcber diesen Zweig l\u00e4sst sich nur sagen, dass ein diesbez\u00fcgliches Diplom 1758 an den \u00c4u\u00dferen Rat in Wien namens JOHANN CORNELIUS H\u00d6RMANN vergeben worden ist.<\/p>\n<p>&#8211; 4. H\u00d6RMANN VON H\u00d6RBACH, ERBL\u00c4NDISCH-\u00d6STERREICHISCHER ADELSSTAND: 1785 erhielt der Gerichtsschreiber der Herrschaft H\u00f6rtenberg in Tirol namens JOSEPH H\u00d6RMANN das dementsprechende Diplom. Von den Enkeln wurden bei Anlegung der Adelsmatrikel des K\u00f6nigsreiches Bayern die folgenden Br\u00fcder eingetragen: Der k\u00f6niglich-bayrische Legationsrat in M\u00fcnchen JOSEPH (geb. 1778), der k\u00f6niglich-bayrische Polizeikommissar zu Aschaffenburg ANTON (geb. 1785) und der k\u00f6niglich-bayrische Lieutenant FRANZ H\u00d6RMANN VON H\u00d6RBACH (geb. 1789). Nachfolgend bekannt wurde der \u00f6sterreichische Schriftsteller und Bibliothekar sowie sp\u00e4tere Direktor der Universit\u00e4tsbibliothek Innsbruck LUDWIG H\u00d6RMANN VON H\u00d6RBACH (geb. 18347 in Feldkirch, gest. 1924 in Innsbruck), dessen Forschungen und Werke dem alpenl\u00e4ndischen und speziell dem tirolischen und vorarlbergischen Volkstum sowie Landschaftsraum auswahlweise in folgenden Werken galten: Tiroler Volkstypen (1877), Wanderungen durch Tirol und Vorarlberg (1889), Hausspr\u00fcche in den Alpen (1890), Grabschriften und Marterln (Folge: 1890, 1891, 1896), Volkst\u00fcmliche Sprichw\u00f6rter und Redensarten aus den Alpenlanden (1891), Vorarlberger Volkstrachten (1904), Tiroler Volksleben (1909). Der Jurist WINFRIED H\u00d6RMANN VON H\u00d6RBACH (geb. 1821 in Mainz, gest. 1896 in M\u00fcnchen) stieg im K\u00f6nigreich Bayern bis zum Staatsminister im Kabinett Hohenlohe (1868\/69) auf, war dann Regierungspr\u00e4sident von Schwaben und Neuburg (1870 \u2013 1887) und \u00fcbte daneben Mandate der Liberalen im Reichstag (1870) und in der 2. Kammer des Bayrischen Landtags (1871 \u2013 1883) aus. Das Wappen seines Geschlechtes sei gezeigt in der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/026.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-51 aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/026-237x300.jpg\" alt=\"026\" width=\"362\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/026-237x300.jpg 237w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/026.jpg 755w\" sizes=\"(max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abb. H 8: Das Wappen der ursp\u00fcnglich erbl\u00e4ndisch-\u00f6sterreichischen Adelsfamilie H\u00f6rmann von H\u00f6rbach<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie bei den H\u00f6rmann von und zu Gut(t)enberg besteht hier, was die Schild- und die Helmzierzeichen betrifft, keinerlei \u00dcbereinstimmung mit dem Urwappen von 1555 des DOMINICUS VON WIMPF(F)EN, wohl Zeichen des in den inzwischen vergangenenen um die drei Jahrhunderten geschehenen Erl\u00f6schens des Wissens um die verwandtschaftlichen Bande.<\/p>\n<p>&#8211; 5. H\u00d6RMANN VON WILLERSDORF (W\u00dcLLERSDORF) UND URBAIR, EDLE UND RITTER, ERBL\u00c4NDISCH-\u00d6STERREICHISCHER ADELS- UND RITTERSTAND: 1791 erh\u00e4lt der m\u00e4hrische Kreisschulkommiss\u00e4r H\u00d6RMANN das Adelsdiplom mit dem Pr\u00e4dikat EDLER VON WILLERSDORF UND URBAIR, 1859 der K. u. K. OBERFINANZRAT\u00a0M. H\u00d6RMANN VON WILLERSDORF UND URBAIR das Ritterdiplom. Zu diesem Geschlecht geh\u00f6rte BERNHARD VON WILLERSDORF UND URBAIR, der F\u00fchrer der K. u. K. Fregatte Novara, die 1857 zur Reise um die Welt abgesandt worden ist.<\/p>\n<p>Es erscheint im R\u00fcckblick auf das nunmehr dem Abschluss entgegengehende Kapitel H. Kaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann schon sehr beachtlich, welchen raschen Aufstieg die Kaufbeurener H\u00f6rmann genommen haben, indem diese bereits 1528 und damit 1 \u00bc Jahrhundert fr\u00fcher in den Adelsstand erhoben worden sind als die, wie sich in Kapitel L. Adelswerdung im Einzelnen zeigen wird, erst 1658 geadelten Augsburg-N\u00fcrnberger Hermann und nunmehrigen VON WIMPFFEN. Beachtenswert erscheint auch im Zuge deren Verzweigung und Ausbreitung hin nach Augsburg sowie in den s\u00fcddeutsch-\u00f6sterreichischen Umraum im Laufe von an die vier Jahrhunderten und mehr zahlreiche Ableger ebenfalls in (siehe vorstehend) allerlei Adelspositionen und berufliche Rangstellungen gelangt sind. Dieses alles war der Grund, den Kaufbeurener H\u00f6rmann hier ein ganzes langes Kapitel einzur\u00e4umen. Allerdings war urspr\u00fcnglich noch beabsichtigt, mit Hilfe des Leiters des Stadtarchivs Kaufbeuren Dr. Stefan Fischer die folgenden dort verwahrten grundlegenden Dokumentationen des einstigen Reichsst\u00e4dtisch-Kaufbeurener Kanzleidirektors WOLFGANG LUDWIG H\u00d6RMANN VON UND ZU GUTENBERG (1713 \u2013 1795) herbeizuziehen:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eEhrenspiegel, Ehren Denckmahl und Stammen-Register des Adelichen Geschlechts derer H\u00f6rman von und zu Gutenberg &#8230;&#8230;\u00a0\u201d,\u00a01770, Stadtarchiv Kaufbeuren B 89, HS 178 (sog. Familienchronik der H\u00f6rmann von und zu Gutenberg). Es ist anzunehmen, dass sich dieses Werk mit dem folgenden in der Literatur zur Stadtgeschichte von Augsburg angegeben solchen deckt: \u201eDie Familienchronik im Hausarchiv der H\u00f6rmann in Kaufbeuren\/Kr\u00fcn\u201d, wobei mein Versuch der Suche nach diesem sog. Hausarchiv bis jetzt keine Erfolge gezeitigt hat. Merkw\u00fcrdigerweise l\u00e4sst sich das dem Ortsnamen von Kaufbeuren beigegebene \u201eKr\u00fcn\u201d allein als Ort in den bayrischen Alpen (Karwendel) bei Mittenwald identifizieren.<\/p>\n<p>&#8211; \u201eSammlung derer f\u00fcrnehmsten Merckw\u00fcrdigkeiten und Geschichten der H. R. Reichs freyen Statt Kaufbeuren &#8230; von Wolfgang Ludwig H\u00f6rmann von und zu Gutenberg\u201d, 3 B\u00e4nde. Dieses offenbar bislang nicht oder nur zum Teil transkribierte kostbare Werk ist dem umfangreichen Evangelischen Kirchenarchiv der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren wider die Regel der sp\u00e4teren Unterbringung an zentralem Archivort erhalten geblieben. Dessen \u201eErster Theil\u201d reicht, wie es im erweiterten Titel hei\u00dft, \u201e<em>von dem Jahr 842 bi\u00df auf das Jahr 1599\u201d<\/em> und dieser k\u00f6nnte somit auch bislang unausgesch\u00f6pft Gebliebenes \u00fcber die fr\u00fchesten Kaufbeurener H\u00f6rmann enthalten, zumal die Wertung dieses Werkes im \u201eHistorischen Lexikon Bayerns\u201d\u00a0des Titels \u201eKaufbeuren, Reichsstadt\u201d folgenderma\u00dfen lautet: <em>\u201eEine chronikalische Darstellung der Stadtgeschichte, deren Verfasser nach vergleichsweise modernen wissenschaftlichen Methoden arbeitete und dem das reichssst\u00e4dtische Archiv noch ohne die sp\u00e4teren Verluste zur Verf\u00fcgung stand, so dass viele Quellen nur \u00fcber die Zitation des W. L. H\u00f6rmann auf die Nachwelt gekommen sind.\u201d<br \/>\n<\/em>Leider muss ich auf eine Besorgung dieser Dokumentation sowie Durchsicht zum Zweck der Suche nach Spuren der fr\u00fchesten bis fr\u00fchen H\u00f6rmann in Anbetracht meines fortgeschrittenen Alters verzichten.<\/p>\n<p>Dazuhin hat sich im Evangelischen Kirchenarchiv Kaufbeuren auch noch ein zweites gro\u00dfes originelles Werk des vorgenannten gro\u00dfen Kaufbeurener Chronisten erhalten, das ebenfalls Fakten \u00fcber dessen fr\u00fcheste bis fr\u00fche H\u00f6rmann-Vorfahren enthalten k\u00f6nnte:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eSammlung der merckw\u00fcrdigsten Geschichten das Kirchen- und Religions-Weesen in des H. R. Reichs freyen Statt Kauffbeuren betreffend von den \u00e4ltesten Zeiten bi\u00df auf das Jahr 1757 mit m\u00f6glichstem Flei\u00df zusammengetragen von Wolfgang Ludwig H\u00f6rmann von und zu Gutenberg\u201d.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, so teilte mir der Leiter des Stadtarchivs Augsburg Dr. Stefan Fischer in einem ersten Mail-Kontakt vom 11. 09. 2015 mit, k\u00f6nnte auch die Durchsicht der folgenden Regestenwerke, in denen die Urkunden von Kaufbeuren dokumentiert sind, diesbez\u00fcglich von Nutzen sein:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eRichard Dertsch, Urkunden der Stadt Kaufbeuren 1240 \u2013 1500, Augsburg 1955&#8243;;<\/p>\n<p>&#8211; \u201eStefan Dieter, Urkunden der Reichsstadt Kaufbeuren 1501 \u2013 1550, Thalhofen a. d. Gennach 1999\u201d.<\/p>\n<p>Nicht nur, dass eine versuchte Weiterf\u00fchrung des Kontaktes zu Dr. Fischer nicht zustande gekommen ist, sondern ich bin in der Zwischenzeit auch durch das Studium und die Einarbeitung der mir j\u00fcngst zug\u00e4nglich gewordenen und vorstehend vielfach sowie schon in vorausgegangenen Kapiteln zitierten zwei B\u00e4nde umfassenden und hier noch einmal ihrer hohen Informativit\u00e4t wegen herausgestellten Dokumentation von<\/p>\n<p>&#8211; Wolfgang Reinhard (Editor), \u201eAugsburger Eliten des 16. Jahrhunderts: Proposographie wirtschaftlicher und politischer F\u00fchrungsgruppen 1500 \u2013 1620\u201d, 1996 Berlin,<\/p>\n<p>zu der \u00dcberzeugung gekommen, dass es mit der bisher verarbeiteten Literatur sowie den zugrundegelegten gedruckten Quellen und urkundlichen Materialien sein Bewenden haben kann. Denn, wie schon mehrfach angedeutet, besteht letztlich denn doch mangels noch vorhandener \u00e4lterer in das 15. Jahrhundert und gar weiter zur\u00fcckreichenden Quellenmaterials sehr wenig Hoffnung, in Augsburger wie Kaufbeurener Archivbest\u00e4nden Weiteres \u00fcber die HERMANN\/H\u00d6RMANN und somit vor allem auf die Spur des von Wimpfen am Neckar nach dorthin ausgewanderten Zielahnen dieses Nachnamens HEINRICH HERMANN aufsp\u00fcren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie durch die Heirat von einem der S\u00f6hne des nach Augsburg zur\u00fcckgegangenen und die MAGDALENA SCHMUCKER geheirateten\u00a0WILHELM HERMANN (Generation 5) namens CHRISTOPH (Generation 6, geb. ca. 1540, gest. 1611) mit der Augsburger Patriziertochter SUSANNA WALT(H)ER des Jahres 1564 sich abermals der Blick auf die alte Heimatstadt der HERMANN (VON WIMPFFEN) Augsburg und die dort zu &hellip; <a href=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/kaufbeuren-augsburger-hoermann\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">H. Kaufbeuren-Augsburger H\u00f6rmann<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":8,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/274"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274"}],"version-history":[{"count":134,"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4179,"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/274\/revisions\/4179"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}