{"id":323,"date":"2016-06-11T15:13:11","date_gmt":"2016-06-11T13:13:11","guid":{"rendered":"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/?page_id=323"},"modified":"2019-12-14T09:47:14","modified_gmt":"2019-12-14T08:47:14","slug":"robert-alias-roman","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/robert-alias-roman\/","title":{"rendered":"X. Robert alias Roman"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie die in Wimpfen 1880 geschlossene Ehe der\u00a0SOPHIE \u00a0VON WIMPFFEN\u00a0(1861 \u2013 1907) mit BARON\u00a0THEODOR VON UNGERN-STERNBERG (1857 \u2013 1918\/23) zerbricht, diese eine zweite Ehe mit dem Baron\u00a0OSKAR VON HOYNINGEN-HUENE (1860 \u2013 1918) eingeht und deren \u00e4lterer schwieriger Sohn aus erster Ehe namens\u00a0ROBERT\u00a0VON UNGERN-STERNBERG (1885 \u2013 1921) nach einem unsteten Leben als russischer Milit\u00e4r, nachdem er w\u00e4hrend den der Revolution folgenden K\u00e4mpfen zwischen den Wei\u00df- und Rotarmisten die (\u00c4u\u00dfere) Mongolei von der chinesischen Vorherrschaft befreit und dann unter dem Namen\u00a0ROMAN UNGERN VON STERNBERG dort als \u201eBlut(durst)iger wei\u00dfer Baron\u201d eine schreckliche Gewalt- und Mordherrschaft ausge\u00fcbt hat, schlie\u00dflich unter den Kugeln der ihn hinrichtenden Bolschewiki stirbt.<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits angedeutet, war die in Wimpfen eingegangene und von den Gl\u00fcckw\u00fcnschen einer solch illustren Adelsgesellschaft geleitete Ehe der BARONESSE SOPHIE VON WIMPFFEN mit BARON THEODOR LEONHARD VON UNGERN-STERNBERG alles andere als gl\u00fccklich und dieser viel Ungl\u00fcck beschieden. Das beginnt damit, dass zwei zuerst geborene M\u00e4dchen aus dieser Ehe, n\u00e4mlich die 1881 in Wien geborene FLORENCE NATALIE und die 1883 in Valtu\/Estland geborene CONSTANCE SOFIE, das S\u00e4ulingsalter nicht \u00fcberlebt haben. Und der laut Gregorianischem (russischem) Kalender am 29. Dezember 1885, laut Julianischem (deutschem) Kalender am 10. Januar 1886 in Graz (sicherlich unter der Obsorge der Gro\u00dfmutter Amalie von Wimpffen) unter dem Namen NIKOLAUS (oder auch NIKOLAI) ROBERT MAXIMILIAN VON UNGERN-STERNBERG geborene erste Sohn entwickelte sich, wie sp\u00e4ter ausf\u00fchrlich dargestellt, zum ausgesprochenen Sorgenkind, dessen unheilbegleitetes Leben unter dem Namen NIKOLAI ROMAN FJODOROWITSCH UNGERN VON STERNBERG, wie er sich selbst umbenannt hatte, am 17. September 1921 in Nowosibirsk unter den Kugeln der Hinrichtung durch die Bolschewiki im Alter von nur 35 Jahren geendet hat.<\/p>\n<p>Sehr viel besser verlief das Leben des knapp drei Jahre nach diesem am 12. Oktober (nach dem russischen = Gregorianischen Kalender am 30. September) 1888 ebenfalls in Graz geborenen zweiten Sohnes des Namens CONSTANTIN ROBERT FREIHERR VON UNGERN-STERNBERG. Dieser heiratete am 30. Januar 1917 in Riga L\u00c9ONIE JENNY BERTHA\u00a0ZENAIDE (auch SINAIDE) Gr\u00e4fin KEYSERLING (aus der Herrschaft Rayk\u00fcll), geb. am 18. 12. 1887 in Konn\u00f6 (Livland), Schwester des ebenso ger\u00fchmten wie umstrittenen deutschbaltischen Philosophen HERMANN GRAF KEYSERLING (1880 \u2013 1946). Nachdem es dem als verm\u00f6gender Grundbesitzer und Adliger in den Wirren der russischen Revolution verfolgten Constantin gelungen war, den Bolschewiki zu entrinnnen und nach allerlei romanhaft anmutenden Abenteuern sich von Asien nach Europa durchzuschlagen, finden wir diesen in den 1820\/30er Jahren als Diplomingenieur bei der Siemens-China Co. in Shanghai t\u00e4tig. Am Ende des Zweiten Weltkrieges bei der Besetzung von Wien erlitt er am 10. April 1945 im Alter von 56 Jahren zusammen mit seiner Gattin einen schlimmen Tod: Beide wurden tragischerweise von einem geistig umnachteten Pf\u00f6rtner get\u00f6tet. Gl\u00fccklicherweise hat sich von diesem die nachstehend gezeigte Fotografie erhalten:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/115.jpg\"><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-155 size-medium aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/115-300x300.jpg\" alt=\"115\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/115-300x300.jpg 300w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/115-150x150.jpg 150w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/115.jpg 419w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. X 1: Constantin Freiherr von Ungern-Sternberg (1888 \u2013 1945), der j\u00fcngere der beiden S\u00f6hne der Sophie von Ungern-Sternberg aus erster Ehe<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Demgegen\u00fcber wurde die 1880 in Wimpfen geschlossene Ehe der SOPHIE VON WIMPFFEN\u00a0und des THEODOR VON UNGERN-STERNBERG 1891 &#8211; die S\u00f6hne ROBERT\u00a0und CONSTANTIN\u00a0waren sechs bzw. noch keine drei Jahre alt &#8211; geschieden, und zwar h\u00f6chstwahrscheinlich deshalb, weil die Pers\u00f6nlichkeit und das Leben ihres Mannes von viel Unruhe und Unstetigkeit (sicherlich nicht zuletzt infolge gewisser pathologischer Z\u00fcge) gepr\u00e4gt gewesen ist. \u00dcber diesen erfahren wir aus dem uns als Hauptquelle dessen ungew\u00f6hnlichen Lebensganges dienenden und erst an sp\u00e4terer Stelle umschriebenen Buchwerkes von James Palmer des Titels \u201eThe Bloody white Baron\u201d (2008) Folgendes: <em>\u201eUrsache der Scheidung war wahrscheinlich der allm\u00e4hlich fortschreitende geistige Zusammenbruch, der wahrscheinlich notwendigerweise zu einer Zwangseinweisung in ein Sanatorium in<\/em> <em>Hupfal <\/em>(Hapsal) <em>f\u00fchrte und dies f\u00fcr f\u00fcnf Jahre. Die Protokolle \u00fcber die genaue Beschaffenheit seiner Krankheit beschreiben ihn als \u201ageistig ungesund\u2019. Der fr\u00fche Tod der beiden ersten Kinder dieser Ehe, beides M\u00e4dchen, konnte nicht die Ursache sein. Er hat wahrscheinlich an einer Art Schizophrenie gelitten, obwohl er sich im sp\u00e4teren Leben anscheinend wieder gut erholte. Wir k\u00f6nnen nur spekulieren, ob sein kleiner Sohn je Zeuge seiner psychotischen Episoden wurde und welche Wirkung sie auf ihn gehabt h\u00e4tten. Seine Mutter gibt &#8211; \u00fcberraschenderweise &#8211; kaum ihre eigene Erfahrung der Ehe wieder. Es scheint so, dass sie verh\u00fctet hat, dass er viel Kontakt mit seinem Vater hatte, sogar auch nicht nach dessen sp\u00e4terer Entlassung aus dem Sanatorium.\u201d\u00a0<\/em>Von au\u00dfen gesehen, stand im Jahr nach der Eheschlie\u00dfung von 1881 bis 1885 zun\u00e4chst der Besitz (und wohl auch die Bewirtschaftung) des Rittergutes Waldau (estnisch Valtu) im Vordergrund, dann aber von 1885 bis 1888 (d. h. im Zeitraum der Geburt der beiden S\u00f6hne) war der Aufenthalt im Ausland (in S\u00fcdrussland und auf der Krim) wohl als (wie er im Biographischen Lexikon gef\u00fchrt ist) Geologe, schlie\u00dflich ab 1888 als Beamter f\u00fcr besondere Auftr\u00e4ge beim russischen Statthalter der Kaukasus-Region gefolgt. Dann unternimmt er mehrere wissenschaftliche Reisen nach Transkaukasien, Persien und in die asiatische T\u00fcrkei, besteigt sogar, wie es hei\u00dft, zweimal den Elbrus, den h\u00f6chsten Berg des Kaukasus und Russlands mit Doppelgipfel von 5642 m bzw. 5621 m H\u00f6he (gemeint ist mit \u201ezweimal\u201d wohl, dass er beide Gipfel bestiegen hat), und ist wirkliches Mitglied der Kaiserlich Russischen Geografischen Gesellschaft und anderer solcher Gesellschaften. Im Januar 1896 heiratet er zum zweiten Male &#8211; und zwar in London &#8211; MARIA PEARCE. 1897 wird er in Wiesbaden in einen Aufsehen erregenden Prozess verwickelt, aber freigesprochen, dem genauer nachzugehen, ich mir versagen muss. Ab 1899 lebt er in einer Privatheilanstalt des westestnischen Ostsee- und Moorbades Hapsal (estnisch Haapsalu). In Dunkel geh\u00fcllt ist sein Tod: Es hei\u00dft nur, er sei ca. zwischen 1918 und 1923, demnach in den wirren blutigen Jahren der russischen Revolution, in Sankt Petersburg gestorben bzw. verschollen.<\/p>\n<p>SOPHIE VON UNGERN-STERNBERG, GEB. VON WIMPFFEN, heiratet wenige Jahre nach ihrer Scheidung mit nunmehr 32 Jahren am 30. April 1894 einen anderen deutschbaltischen Adligen, den Gutsbesitzer in der ungef\u00e4hr 40 Meilen von der Hauptstadt Estlands Reval entfernten Landgemeinde Jerwakant (estnisch J\u00e4rvakandi) namens OSKAR (ANSELM HERMANN) BARON VON HOYNINGEN-HUENE (auch: OSKAR HEININGEN genannt HUENE). Dessen aus H\u00f6nningen an der Ahr im Rheinland bei Ahrweiler stammendes Geschlecht war auch in Russland und Deutschland (Preu\u00dfen, Kurhessen, Baden) zu Besitz und Ansehen als hohe Milit\u00e4rs und Beamte, Politiker und Wissenschaftler gekommen. Das Ehepaar zieht mit den beiden Kindern auf dessen vorgenannten ab 1820 errichteten estnischen Landsitz J\u00e4rvakandi , in dessen Zentrum ein zweigeschossiges Gutshaus steht und wo es auch eine 1879 gegr\u00fcndete und bekannt gewordene Glasfabrik gibt. Aus dieser zweiten Ehe gehen noch drei Kinder hervor: 1895 HELENE WILHELMINE, 1897 ISABELLA MARGARETHA, 1899 MAX HERMANN.<\/p>\n<p>Ihr in die zweite Ehe mitgebrachter \u00e4lterer Sohn ROBERT, um nunmehr dessen \u00e4u\u00dferst bunten und tragisch geendeten Lebensgang zu schildern, wuchs unter seinem Stiefvater und unter Mitwirkung ihrer Mutter AMALIE VON WIMPFFEN auf. Von James Palmer erfahren wir dar\u00fcber Folgendes: Sie besa\u00dfen ein namhaftes Herrschaftshaus weit hinten in den W\u00e4ldern und im Winter tief im Schnee liegend, wie aus M\u00e4rchenerz\u00e4hlungen. Hoyningen-Huene hatte das Land in Besitz und beaufsichtigte dessen P\u00e4chter im Umkreis von Meilen wie ein guter deutscher Gutsbesitzer. Die meisten der Belegschaft auf dem Gut waren Deutsche, die Arbeiter und Bauern Esten. Die Einwirkung der Scheidung auf den jungen Robert m\u00fcsste infolge der nunmehr gegebenen Ruhe g\u00fcnstig gewesen sein, doch das Gegenteil war der Fall. Zwar erfolgt dar\u00fcber seitens des Stiefvaters etwa in Briefen oder in sp\u00e4teren Gespr\u00e4chen keinerlei Erw\u00e4hnung. Nur aus dem Hinweis der Schulprotokolle ist zu entnehmen, dass Robert gegen\u00fcber dem Stiefvater eine ungute Haltung einnahm. Wie die Mehrheit der baltischen Deutschen waren die Ungern-Sternberg wie auch die Hoyningen-Huene protestantisch-lutherischen Glaubens. Doch engagierten sich die russischen Beh\u00f6rden stark, diesen den russisch-orthodoxen Glauben aufzuzwingen. Und zu diesem f\u00fchlte sich der junge Roman hingezogen. Auch war dessen Umwelt ebenso vielsprachig wie multikulturell gepr\u00e4gt. Zwar sprachen seine Eltern zu Hause Deutsch und wurde Robert bis zum Ende des 14. Lebensjahrs zu Hause privat in Deutsch unterrichtet. Doch wurde er mit dem 15. Lebensjahr auf das von der Oberschicht besuchte Nikolaus-Gymnasium in Reval gegeben, wo zwar eine Menge Deutsche waren, doch die Mehrheit der Schulkameraden aus Russen bestand; dazu kamen, wenngleich weniger, Esten und Juden. Auch sonst von vielen russisch sprechenden Menschen umgeben, sprach er Russisch bald ebenso flie\u00dfend wie Deutsch. Hinzu kam das bei der Aristokratie beider Kulturkreise verbreitete Franz\u00f6sisch und mehr oder minder auch Englisch, dazuhin das vermutlich von Dienern und Zofen gelernte Estnisch. Da letzteres entfernt verwandt mit den mongolischen Sprachen ist, d\u00fcrfte ihm dieses zusammen mit dem vielsprachigen Aufwachsen beim sp\u00e4teren Erwerb des Mongolischen geholfen haben. Wenn er auch auf den erhaltenen Fotos seiner fr\u00fchen Jugend mit seinem lockigen blonden Haaren und den klaren blauen Augen den Eindruck eines liebenswerten unschuldigen Gesch\u00f6pfs mache, so sei er dennoch, von den wenigen erhaltenen Bruchst\u00fccken her, ein \u00e4u\u00dferst ungest\u00fcmes und impulsives Kind gewesen. Einer der Nachbarn habe z. B. eine zahme Eule gehabt, die der Zw\u00f6lfj\u00e4hrige grundlos zu erw\u00fcrgen versucht habe. In diesem Zusammenhang weist James Palmer darauf hin, dass auf der sch\u00f6nen Insel Hiimaa (Dag\u00f6), wo der junge Robert mit seinen Verwandten Urlaub gemacht habe und die Ungern damals schon 200 Jahre Besitz gehabt h\u00e4tten, noch die Erinnerung an dessen Ururgro\u00dfvater Otto umgehe, der als gemeiner See- und Strandr\u00e4uber einen schrecklichen Handel betrieben und mit gewaltt\u00e4tiger Lebensart t\u00e4glich seine Bediensteten aufgestellt und ihnen je zehn Rutenhiebe, im Falle sie etwas getan h\u00e4tten, womit sie es verdient h\u00e4tten, verabreicht habe.<\/p>\n<p>Wie Robert denn sich auch im h\u00e4uslichen Bereich benommen haben mag, jedenfalls wei\u00df James Palmer \u00fcber dessen Verhalten im Nikolausgymnasium Schlimmes zu berichten: Ungern gefiel es gar nicht, unterrichtet zu werden. In der Zeit, als er dort zur Schule ging, war er ein starkwilliger heranwachsender Mann, gro\u00df und athletisch, nicht gewillt, sich an Schulregeln zu halten oder Lehrern zu gehorchen, die er als niedrig (untergeordnet) betrachtete. Er war nat\u00fcrlich intelligent, aber seine Noten waren miserabel. In seiner Klasse war er eigensinnig und gewaltt\u00e4tig. Zwar denke er nicht, dass er ein brutaler Kerl (Tyrann) als solcher gewesen ist, aber wie sein sp\u00e4teres Benehmen vermuten l\u00e4sst, eher einer von jenen Sch\u00fclern, vor denen sich sogar andere Brutale f\u00fcrchteten, der Art und Weise, dass ungeschriebene Regeln der Kindheitsauseinandersetzungen verletzt werden, neben dem niemand sitzen wollte und dem nicht getraut werden konnte wegen Zirkeln und Scheren. Laut Freunden seiner Eltern, die im Exil in Paris interviewt wurden, war Robert f\u00fcr seine Mitsch\u00fcler und Lehrer ein Gewaltt\u00e4tiger. Verschiedene M\u00fctter von Sch\u00fclern verboten ihren S\u00f6hnen, mit ihm zu sprechen. Er nahm Rache und machte es sich zur Gewohnheit, Schulb\u00fccher mitten in der Schulstunde aus dem Fenster zu werfen, ihnen nachzurennen und niemals zur\u00fcckzukommen. Seine Lehrer wagten es zwar nicht, sich direkt zu beschweren, aber sie taten es diskret und Ungerns Mutter wurde somit gebeten, ihn von der Schule zu nehmen. Trotzdem stand seine Familie zu ihm. Denn sein Stiefvater Baron Hoyningen-Huene schrieb einen Brief an die Leitung der Marineakademie in St. Petersburg und bat, ihn dort aufzunehmen. Und er gab im Blick auf dessen zu erwartende Widersetzlichkeit auch die fr\u00fcheren Schulklassen-Protokolle bei. Resigniert f\u00fcgte er hinzu, dass er sich verpflichte, wenn sie es f\u00fcr notwendig hielten, ihn wieder auszuweisen, diesen wieder unter seine Obhut zu nehmen. Es war klar, dass die Familie weiteren \u00c4rger f\u00fcrchtete. Die Akademie war mehr eine Schule f\u00fcr die h\u00f6heren Klassen, voll mit Kindern des Adels des Landes. Aber Ungern vertrug sich nicht gut mit der milit\u00e4rischen Routine. Sein disziplinarisches Zeugnis zeigt best\u00e4ndige Scharm\u00fctzel mit den Oberen. Zu seinen Verst\u00f6\u00dfen geh\u00f6rte z. B., von den Ferien mit langen Haaren zur\u00fcckzukommen, im Bett und bei der Arbeit zu rauchen, mit seinen Klassenkameraden zu streiten, den Lehrern zu widersprechen, in der Kirche herumzustehen und die Gymnastik zu schw\u00e4nzen. Als ihm gesagt wurde, dass seine Antwort in einer Pr\u00fcfung der Marinearchitektur unklar sei, erwiderte er: \u201eOh, was f\u00fcr eine Schande!\u201d Das war typisch f\u00fcr seine Humorauffassung im Erwachsenenalter, die auf brutalen Sarkasmus beschr\u00e4nkt blieb. Seiner Vergehen wegen in Arrest gesperrt, entzog er sich durch Flucht und stahl er sich aus der K\u00fcche sein Abendessen. Waren im ersten Jahr seine Noten noch passabel, so sanken sie im zweiten Jahr in ungeahnte Tiefen. Das Einzige, worin er sich immer auszeichnete, waren besondere k\u00f6rperliche Geschicklichkeits\u00fcbungen wie z. B. um Masten herumzuman\u00f6verieren oder oben am Mast zu stehen. Schlie\u00dflich musste er erniedrigenderweise an der Seite von j\u00fcngeren Knaben lernen. Da er weiterhin lernm\u00e4\u00dfige Fortschritte wie Disziplin vermissen lie\u00df, wurden seine Eltern schlie\u00dflich von der St. Petersburger Marineakademie ersucht, ihn im Februar des Jahres 1905 herauszunehmen.<\/p>\n<p>Weiterhin haupts\u00e4chlich James Palmer folgend, soll nunmehr der h\u00f6chst abenteuerliche und bunte weitere Lebensgang kurzgefasst geschildert und schlie\u00dflich zu Ende gebracht werden: Jetzt 19 Jahre alt und ohne Besch\u00e4ftigung und Perspektive, fand er einen Ausweg, indem er sich freiwillig zur russischen Armee meldete und nach der Eroberung von Port Arthur durch die Japaner zun\u00e4chst als einfacher Soldat im fernen Osten noch an den letzten Kampfhandlungen des Russisch-Japanischen Krieges teilnahm. Bis zum Ende dieses f\u00fcr Japan siegreichen Krieges mit Gewinnung der Vorherrschaft in der Mandschurei und in Korea im Herbst 1905 stieg Ungern dort zum Korporal auf. Jetzt gelang es ihm sogar, in die Pawlowsk-Milit\u00e4rakademie in Sankt Petersburg einzutreten, wo er erstmals mit dem Buddhismus und okkult-esoterischen Praktiken in Ber\u00fchrung gekommen sein soll, was sein Denken und Handeln entscheidend gepr\u00e4gt und letztlich zu seinem Untergang gef\u00fchrt haben d\u00fcrfte. Obgleich protestantisch getauft und in diesem Geist aufzuziehen versucht, identifizierte sich Ungern voll und ganz mit dem russischen Zarenstaat, nahm somit zun\u00e4chst den orthodoxen Glauben an und schloss jetzt sogar an der Milit\u00e4rakademie eine Kavallerie-Ausbildung mit mittelm\u00e4\u00dfigem Erfolg ab. Seinen anschlie\u00dfend erlangten Posten im 1. Argunregiment der Kosakenarmee Transbaikal in Daurien musste er jedoch aus ungekl\u00e4rten Gr\u00fcnden (Duell in Trunkenheit mit einem anderen Offizier?) wieder verlassen. Und die nun folgende Verwendung im 1. Regiment der Kosakenarmee Amur gab er wegen Unzufriedenheit mit der Tatenlosigkeit Russlands im fernen Osten auf und erreichte seine Entlassung und Verlegung in die Reserve. Nach einer Reise zu Pferd durch die Mongolei gelang es ihm, in die Schutztruppe des russischen Konsulats im dortigen Kobdo als au\u00dferordentlicher Hauptmann aufgenommen zu werden. Da er als solcher wenige Pflichten hatte, nutzte er die Zeit, um u. a. die mongolische Sprache zu erlernen. Anfang 1914 verlie\u00df er die Mongolei jedoch, kehrte nach Reval zur\u00fcck und lebte dort erwerbslos bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Durch diesen im Juli 1914 reaktiviert und einem Regiment aus Nerchinsk in Transbaikalien zugewiesen, war er am russischen Einmarsch in Ostpreu\u00dfen und nach dem Stillstand der Fronten als Leiter von Erkundungsmisssionen vor und hinter der Front beteiligt und mit dem Georgskreuz der 4. Stufe ausgezeichnet worden. Bis zum Oktober 1916 k\u00e4mpfte er dann in Polen und Galizien und wurde w\u00e4hrenddem f\u00fcnfmal verwundet. Trotz seiner draufg\u00e4ngerischen Tapferkeit und seines Mutes wurde er haupts\u00e4chlich seiner Unberechenbarkeit und seiner Disziplinlosigkeit wegen kaum bef\u00f6rdert. Der zust\u00e4ndige General Wrangel notierte in seinen Memoiren, dass er davor zur\u00fcckschrecke, von Ungern-Sternberg zu bef\u00f6rdern. Schlie\u00dflich bekam er wegen Beleidigung eines Adjudanten des russischen Gouverneurs von Czernowitz und gar T\u00e4tlichkeit zwei Monate Arrest. Nach Entlassung und kurzzeitiger Versetzung in die Reserve im Januar 1917 kehrte er bald darauf in den aktiven Dienst zur\u00fcck und diente an der Kaukasusfront, wo er ohne Erfolg ein Regiment aus Einheimischen (Assyrern) aufzubauen suchte. Dort traf er den ihm schon vom Einsatz in Polen her bekannten jungen Kosakenoffizier GRIGORI MICHAILOWITSCH SEMJONOW, den er im M\u00e4rz 1917 in den Osten begleitete, um unter den einheimischen Burjaten Freiwillige f\u00fcr den Krieg im Westen zu rekrutieren und dort eine lokale Milit\u00e4rpr\u00e4senz aufzubauen. Im Anschluss an die Oktoberrevolution 1817 bewies er sich zusammen mit Semjonow als unerbittlich-gnadenloser Gegner der Bolschewiki und Unterst\u00fctzer der diese im nunmehrigen B\u00fcrgerkrieg bek\u00e4mpfenden Wei\u00dfen Armee in Sibirien unter Admiral Koltschak. Die fixe Idee der Wei\u00dfarmisten war, in der s\u00fcdostsibirischen Stadt Tschita eine \u201eRegierung der gro\u00dfen Mongolei\u201d sowie im dortigen Umfeld eine Milit\u00e4rmacht aufzubauen, die den Bolschewismus beseitigen und aus der eine Mongolisch-Tibetisch-Burjatische Monarchie f\u00fcr ganz Asien erwachsen solle. Es gelang Ungern, sich in Richtung Osten bis hin bis zur Bahnstation Dauria in der nach dem Russisch-Japanischen Krieg seit dem Friedensschluss in einen n\u00f6rdlichen russischen und einen s\u00fcdlichen japanischen Einflussbereich unter chinesichen Hoheitsrechten geteilt gewesenen Mandschurei durchzuschlagen. Dort hatte Semjonow Stellung bezogen, um mit einer kleinen Freiwilligentruppe die 1.500 Mann starke russische Garnison Manjur zu entwaffnen, die sich gegen ihre Offiziere gestellt hatte. Dadurch verst\u00e4rkt und zur \u201eSpeziellen Mandschurischen Division\u201d erkl\u00e4rt, die den Anfang der angestrebten Milit\u00e4rmacht bilden sollte, konnten von diesem St\u00fctzpunkt aus gr\u00f6\u00dfere russische Gebiete entlang der russisch-chinesischen Grenze besetzt werden, doch wegen der geringen Mannst\u00e4rke zun\u00e4chst nur vor\u00fcbergehend. Somit beschr\u00e4nkte sich Ungern vorl\u00e4ufig darauf, mit Truppen mongolischer Barguten die restlichen russischen aufst\u00e4ndischen Truppen in der Mandschurei zu entwaffnen und per Transsibirischer Eisenbahn nach dem Westen zu schicken. Da die Chinesen die Barguten aber als Aufst\u00e4ndische betrachteten und Ungerns Machtzuwachs f\u00fcrchteten, nahmen diese ihn und seine Truppen bei einem fingierten Festessen gefangen. Doch konnte Semjonow diese freipressen, indem er einen Panzerzug in chinesisches Territorium entsandte. Von M\u00e4rz bis Juli 1918 versuchte die Spezielle Mandschurische Division erneut, russisches Gebiet zu besetzen, musste sich aber nach einer schweren durch die Rotarmisten zugef\u00fcgten Niederlage bis tief in mandschurisches Gebiet zur\u00fcckziehen. Jetzt unterst\u00fctzt durch japanisches Geld und Waffen sowie durch die zarenfreundliche sog. Tschechoslowakische Legion, gelang es jedoch, ab August 1918 ganz Transbaikalien zu besetzen. Da die Japaner das Ziel hatten, einen fern\u00f6stlichen Vasallenstaat unter der F\u00fchrung Semjonows zu etablieren, betrachteten die F\u00fchrer der Wei\u00dfen Armee die Kollaboration mit den Japanern als Hochverrat. Semjonow errichtete dort eine Schreckensherrschaft und ernannte sich im Fr\u00fchjahr 1919 selbst zum Ataman (Obersten der Kosaken). Ungern-Sternberg erhielt das Kommando \u00fcber den Ort Dauria und wurde von Semjonow dar\u00fcber hinaus zum Generalmajor ernannt. In dieser Funktion lie\u00df er eigenst\u00e4ndig neue Truppen rekrutieren und ausbilden und parallel dazu ging eine Verrohung desselben und seiner M\u00e4nner einher. Denn es kam h\u00e4ufig zum Schaden der Wei\u00dfen Armee zur Pl\u00fcnderung umliegender Ortschaften und durchfahrender Z\u00fcge der Transsibirischen Eisenbahn sowie zur Folterung und Ermordung von Zivilisten, insbesondere von Juden. Die Letztgenannten machte Ungern f\u00fcr die Oktoberrevolution und die Abdankung des Zaren sowie f\u00fcr den B\u00fcrgerkrieg verantwortlich. Seine irre Lehre war, dass die Rote Partei eine geheime Partei der Juden und schon vor 3.000 Jahren entstanden sei, um die Macht in allen L\u00e4ndern zu erobern. Sein Judenhass hatte ihn sogar veranlasst, in seinem Namen das Adelspr\u00e4dikat \u201evon\u201d zur\u00fcck vor den j\u00fcdisch erscheinenden Zweitnamen \u201eSternberg\u201d zu setzen, um so den Anschein j\u00fcdischer Abkunft zu entkr\u00e4ften. Obwohl zwischen den beiden Schreckensherren sich ein fortschreitendes Zerw\u00fcrfnis entwickelte, insbesonders da Ungern sich zunehmend \u00fcber Korruption, Verschwendungssucht und Judenfreundlichkeit Semjonows \u00e4rgerte, zeichnete der Letztgenannte ihn im M\u00e4rz 1919 mit dem (bereits fr\u00fcher schon empfangenen) Georgskreuz 4. Klasse aus. Dies geschah vermutlich deshalb, weil Ungern sich um die vielen Kriegsgefangenen \u201ek\u00fcmmerte\u201d. Denn mit der weiteren Eskalation des B\u00fcrgerkrieges nahmen beide Seiten von der bisherigen Gepflogenheit Abstand, entwaffnete Gefangene zur\u00fcck ins Feindesland zu schicken. <em>\u201eDa Semjonows Truppen oft nicht wussten, was sie mit gefangenen Bolschewiken machen sollten, wurden diese oft in Z\u00fcge gepfercht und in das Gebiet Ungerns gebracht. Dieser lie\u00df den Gro\u00dfteil der Gefangenen beinahe unmittelbar darauf in der Umgebung Dauriens ermorden und h\u00e4ufig unbestattet liegen. Auch mit seinen eigenen Leuten ging er nicht besser um. W\u00e4hrend der Jahre 1919 und 1920 zogen mehrere Typhus- und Choleraepidemien durch Sibirien. Ungern lie\u00df Kranke, bei denen eine Genesung unwahrscheinlich erschien, augenblicklich erschie\u00dfen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.\u201d\u00a0<\/em>Am 30. Juli 1919 (laut russischem Kalender) bzw. 12. August 1919 (laut deutschem Kalender) heiratete er \u00fcberraschend in Harbin (Mandschurei\/Amur-Provinz) die 1900 in Peking (China) geborene neunzehnj\u00e4hrige chinesische Adlige namens (so vor der Trauung russisch getauft) HELENE PAWLOWNA ZSI, die ihn jedoch nicht nach Daurien begleitete, sondern in Harbin blieb und von ihm regelm\u00e4\u00dfige Geldzuwendungen empfing. Als im Verlauf des Jahres 1920 die Lage der Wei\u00dfen Truppen sich immer weiter verschlechterte und nach dem Tod von Admiral Koltschak Transbaikalien das letzte gr\u00f6\u00dfere unter wei\u00dfer Kontrolle stehende Gebiet darstellte, begann Ungern, sich nach einem R\u00fcckzugsort f\u00fcr sich und seine Truppen umzusehen. Dabei kam ihm zu Hilfe, dass im November 1919 chinesische Truppen unter dem Befehl von XU SHUZHENG\u00a0unter dem Vorwand, diese vor den revolution\u00e4ren russischen Truppen der Roten Armee sch\u00fctzen zu wollen, in die seit der Xinhai-Revolution von 1911 unter der Theokratie des mongolischen BOGDO GEGEN\u00a0KHAN\u00a0(kurz: BOGD KHAN) stehende und seit Sommer 1915 bereits unter Chinesischer Vorherrschaft befindliche Mongolei einmarschiert waren und somit der Vorgenannte Ungern und seine Truppen in einem Brief &#8211; wie nat\u00fcrlich auch alle F\u00fcrsten der Mongolei &#8211; um Hilfe bat. Da Xu Shuzheng die Theokratie abschaffte und die Macht der religi\u00f6sen Eliten m\u00f6glichst zu beschneiden versuchte, war dem Bogd Khan daran gelegen, Unterst\u00fctzer f\u00fcr einen erneuten Umsturz zu seiner R\u00fcckkehr zu finden. Einen solchen fand er in Ungern, der sich jetzt vollends von Semjonow trennte, sich, neue Truppen aushebend, als selbst\u00e4ndiger Kriegsherr (heute w\u00fcrde man sagen als \u201eWarlord\u201d) etablierte und am 15. August 1920 mit an die 1.500 Mann die mongolische Grenze \u00fcberschritt und zun\u00e4chst den kleinen Ort Aksha besetzte, bevor er weiter in die Mongolei zog und sein Gebiet in Transbaikalien aufgab. Seine Truppen wurden bald durch einige hundert Reiter verst\u00e4rkt, die der 13. DALAI LAMA\u00a0aus Tibet zur Unterst\u00fctzung der Befreiung der Mongolei gesandt hatte. Ungerns Plan, den nahe bei der Hauptstadt Urga (heute Ulan Bator) gelegenen Ort mit dem meisten chinesischen Garnisonstruppen Maimaicheng einzunehmen, scheitere an der Unterzahl seiner aus einer bunten Mischung von Russen, Mongolen, Tataren, Burjaten, Koreanern und Japanern zusammengew\u00fcrfelten Truppen und der guten Befestigung des Ortes. Sowohl der Angriff in der Nacht vom 26. Oktober als derjenige 5 Tage sp\u00e4ter wurde zur\u00fcckgeschlagen. Da der Winter sich bereits ank\u00fcndigte, beschloss Ungern, vor dem neuen Jahr keine Aktionen mehr zu wagen und zog seine Truppen in das etwa 250 Kilometer \u00f6stlich von Urga gelegene Zam Kuren zur\u00fcck. <em>\u201eDort versorgten er und seine Truppe sich dadurch, dass sie umliegende Siedlungen und Kl\u00f6ster pl\u00fcnderten. Um die Disziplin aufrechtzuerhalten, f\u00fchrte Ungern einen strengen Strafkatalog ein, der f\u00fcr die kleinsten Vergehen harte k\u00f6rperliche Z\u00fcchtigung oder Folter vorsah. Deserteure lie\u00df er verfolgen und zu Tode hetzen.\u201d<\/em>\u00a0An anderer Stelle ist das folgende Beispiel einer damals ersonnenen Strafe grausamster Form beschrieben, die Ungern als Sadist schlimmster Art erscheinen l\u00e4sst: <em>\u201eAu\u00dfer an Auspeitschen vergn\u00fcgte sich der Adlige gern &#8230; an Folterungen, die mit B\u00e4umen zu tun hatten. Eine solche Strafe bestand zum Beispiel darin, den Misset\u00e4ter zu zwingen, auf einen hohen Baum zu steigen und dort die ganze Nacht zu bleiben. Diejenigen, die diese \u201aakrobatische Farce\u2019 nicht durchhielten und herunterfielen, brachen sich Arme und Beine und wurden erschossen, da sie nun nur noch \u00fcberfl\u00fcssige Esser w\u00e4ren.\u201d\u00a0<\/em>Im Januar 1921 befahl er mehrere Angriffe auf die Hauptstadt Urga, die aber unter hohen Verlusten scheiterten. Im Februar gelang es ihm denn doch, diese Stadt einzunehmen. <em>\u201e &#8230; Ungern-Sternberg &#8230; glaubte, dass die Monarchie das einzige Regierungssystem sei, welches die westliche Zivilisation vor Korruption und Selbstzerst\u00f6rung sch\u00fctzen k\u00f6nne. Er wollte die Qing-Dynastie in China wieder etablieren und die fern\u00f6stlichen Nationen unter ihrer Herrschaft vereinen. Als fanatischer Antisemit proklamierte er in einem Manifest von 1918 seine Absicht, \u201aalle Juden und Volkskommissare in Russland auszul\u00f6schen\u2019 und Gro\u00dff\u00fcrst Michail Romanow, den j\u00fcngeren Bruder von Nikolaus II., auf den russischen Thron zu setzen. Wegen der Wirren des Ersten Weltkriegs flohen viele Juden aus dem Westen Russlands, wo sie vor dem Krieg gezwungen worden waren, sich niederzulassen, nach Osten. Die Truppen von Ungern-Sternberg jedoch ermordeten alle Juden, derer sie habhaft werden konnten, h\u00e4ufig auf grausame Weise.\u201d\u00a0<\/em>Ungern selbst l\u00e4sst sich diesbez\u00fcglich folgenderma\u00dfen aus: <em>\u201eIm Land fern\u00f6stlich des Baikalsees versuchte ich, den Orden des militanten Buddhismus zu gr\u00fcnden, um einen gnadenlosen Kampf gegen die Verderbtheit der Revolution zu f\u00fchren &#8230; Wozu? Zum Schutz der Entwicklung der Humanit\u00e4t &#8230; , denn ich bin \u00fcberzeugt, dass diese Entwicklung zur G\u00f6ttlichkeit f\u00fchrt und die Revolution zur Bestialit\u00e4t.\u201d\u00a0<\/em>Und bei solch irrsinnig klingenden Zielsetzungen, wundert es nicht, was nach der Eroberung von Urga vor sich ging:<em> \u201eAm 13. M\u00e4rz 1921 wurde in der Mongolei eine unabh\u00e4ngige Monarchie ausgerufen, mit von Ungern-Sternberg als alleinigem Herrscher. Der achte Jebtsundamba Khutukhtu (+ 1924), geistliches Oberhaupt der Mongolei, bekannt als Bogd Khan, wurde durch Ungern-Sternberg nominell auf den Thron gebracht.\u201d\u00a0<\/em>Siehe dazu die nachstehende<br \/>\n<strong><em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/116.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-156  aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/116-241x300.jpg\" alt=\"116\" width=\"292\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/116-241x300.jpg 241w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/116.jpg 559w\" sizes=\"(max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb.<\/strong><strong style=\"line-height: 1.6471;\">\u00a0X 2: Der Bogdo Gegen Khan (1869 \u2013 1924), das 1911 eingesetzte, doch nach der Beseitigung dessen Theokratie nach der \u00dcbernahme der Vorherrschaft 1915 und schlie\u00dflich Besetzung 1917 durch China verdr\u00e4ngte und 1921 durch die Truppen von Roman Ungern von Sternberg wieder religi\u00f6se Oberhaupt der dem buddhistischen Lamaismus huldigenden (\u00e4u\u00dferen) Mongolei<\/strong><span style=\"line-height: 1.6471;\">.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u201eDer Khutugthu identifizierte ihn im Gegenzug als Inkarnation der zornigen Schutzgottheit Jamsarang (tib. Begtse). Ungern-Sternberg war fasziniert von fern\u00f6stlichen Religionen wie dem Buddhismnus. Seine Philosophie war eine wirre Mischung von russischem Nationalismus mit chinesischen und mongolischen Glaubenssystemen. Im Alltag war seine kurze Regentschaft vor allem durch Morde und Pl\u00fcnderungen seiner Armee gepr\u00e4gt. Opfer waren neben Juden auch Russen, die nicht politisch mit ihm \u00fcbereinstimmten. Die Terrorherrschaft seiner Armee, Requirierungen und Zwangsaushebungen kosteten ihn auch unter den Mongolen, die ihn zun\u00e4chst als Befreier von den Chinesen angesehen hatten, schnell alle Sympathien.\u201d\u00a0<\/em>Das zu erwartende rasche Ende dieses von seinen Gegnern w\u00e4hrend des russischen B\u00fcrgerkrieges treffend mit einer Palette von Beinamen wie \u201eRoter Baron\u201d, \u201eBlut(durst)iger Baron\u201d \u201eWei\u00dfer Baron\u201d, \u201eSchwarzer Baron\u201d belegten ideologischen an die Grenze der Geisteskrankheit gelangten Spintisierers bis paranoiden Narzisten nach noch nicht einem halben Jahr als Gewaltherrscher \u00fcber die Mongolei ist in der mehrfach zitierten Abhandlung unter der Unter\u00fcberschrift \u201eNiederlage und Tod\u201d in Kurzform so beschrieben: <em>\u201eDer Baron versuchte im Mai, in Burjatien sowjetisches Territorium anzugreifen. Nach anf\u00e4nglichen Erfolgen im Mai und Juni wurde er aber in einer Gegenoffensive geschlagen. In der Zwischenzeit hatten Anfang Juli Verb\u00e4nde der neuaufgestellten Mongolischen Revolution\u00e4ren Volksarmee (unter Damdin S\u00fcchbaatar) und sowjetrussische Verb\u00e4nde Urga besetzt. Ungern-Sternbergs Leute lieferten ihn am 21. August 1921 an die Rote Armee aus. Ein milit\u00e4risches Eiltribunal durch eine Tscheka-Troika verurteilte ihn zum Tode, und er wurde in Nowonikolajewsk (heute Nowosibirsk) erschossen. Angeblich soll er vor seinem Tod noch eine Medaille des St.-Georgs-Ordens heruntergeschluckt haben, um zu verhindern, dass sie in gottesl\u00e4sterliche kommunistische H\u00e4nde falle.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Als Abschluss der Schilderung dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lebens seien noch angef\u00fcgt die<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/117.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-157\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/117.jpg\" alt=\"117\" width=\"647\" height=\"1813\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/117.jpg 647w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/117-107x300.jpg 107w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/117-365x1024.jpg 365w\" sizes=\"(max-width: 647px) 100vw, 647px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong> Abb. X 3a, X 3b, X 3c, X 3d, X 3e: Robert von Ungern-Sternberg als Kind um ca. 1890, daneben 1907 als Offiziersanw\u00e4rter der Pawlowsk-Milit\u00e4rakademie in Sankt Petersburg<\/strong>, <strong>darunter<\/strong> <strong>1913<\/strong> <strong>als au\u00dferordentlicher Hauptmann in der Schutztruppe des russischen Konsulats in Kobdo (Mongolei), daneben im Ersten Weltkrieg als mit dem Georgskreuz vierter Klasse ausgezeichneter russischer Offizier sowie unten 1921 als Generalmajor der Wei\u00dfen Armee mit dem Georgskreuz auf der Brust<\/strong> <strong>in einer Uniform, die zaristische und mongolische Elemente vereint<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es blieb nicht aus, dass das unter einem b\u00f6sen Stern gestandene Leben von BARON NIKOLAUS ROBERT MAXIMILIAN UNGERN VON STERNBERG oder NIKOLAI ROMAN FJODOROWITSCH UNGERN VON STERNBERG, wie er sich sp\u00e4ter hie\u00df, immer wieder deutsche und auch nichtdeutsche Schriftsteller zu schildern und Ideologen insbesondere rechter bis rechtester Couleur sein Ideengut zu interpretieren und zu \u00fcbernehmen angeregt hat und offenbar in der Gegenwart im Gefolge der Globalisierung und Weltfinanz- sowie Eurokrise verst\u00e4rkt besch\u00e4ftigt. Dieses alles geht aus der nachstehenden chronologischen Zusammenstellung der Vielzahl der sich mit dem Leben und dem Gedankengut desselben sich befassenden Schriftgut hervor, dessen Entstehungszeit den gesamten Zeitraum ab den Jahren nach seinem Tod bis zur Gegenwart umfasst. Jedem einzelnen der angef\u00fchrten Titel wird hier in der Regel eine kurze Interpretation beigegeben, woraus sich eine Art Wirkungsgeschichte des Ungern-Sternbergschen Indeengutes und Lebens ergibt:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>1922\/23\/24\/\/2006\/2008: <u>Ferdynand Antoni Ossendowski (Ferdinand Ossendowski, 1876 \u2013 1945<\/u>): <strong>Beasts, Men and Gods<\/strong> (englischer Originaltitel) bzw. <strong>Tiere, Menschen und G\u00f6tter<\/strong>, 1923 und 1924, Strange Verlag; neu aufgelegt 2006 bei Georg Langenbrink GmbH &amp; Co. und 2008 bei Baker &amp; Taylor.- Der polnische Autor und Globetrotter war Schriftsteller, Journalist und Universit\u00e4tsprofessor im russischen Omsk gewesen. Es wird dessen Flucht aus dem revolution\u00e4ren Russland vor den Bolschewiki der Jahre 1921\/22 nach Tibet und in die Mongolei und dabei auch dessen Begegnung mit dem Baron Ungern von Sternberg und seinen politisch-weltanschaulichen Ideen beschrieben. Der Autor berichtet, was er von den Lamas und Herrschern Zentralasiens \u00fcber die Existenz eines geheimnisvollen Kr\u00e4ftzentrums und mythologischen Ortes namens Agartha geh\u00f6rt haben will, bei dem es sich um den Sitz des \u201eK\u00f6nigs der Welt\u201d handeln sollte. Indem die Beschreibung der ungew\u00f6hnlichen Pers\u00f6nlichkeit des kurz zum Herrscher der Monogolei aufgestiegenen Barons, um den in Asien beinahe schon der Mythos eines Erretters rankte, diesem mythologischen Ort vorangestellt ist, wird dieser unwillk\u00fcrlich in den Bannkreis dieser Lehre ger\u00fcckt. Das Buch wurde in der Weimarer Republik unmittelbar nach seinem Erscheinen zu einem Weltbestseller. <em><em>\u201eIn den Zwanzigerjahren beeinflusste diese baltische Reinkarnation des Dschingis Khan stark die deutsche Rechte &#8230; .\u201d<\/em><\/em><\/li>\n<li>1938\/1944\/2011: <u>Bernd Krauthoff<\/u>: <strong>Ich befehle! Kampf und Trag\u00f6die des Barons Ungern-Sternberg<\/strong>, 1938, Bremen (Carl Sch\u00fcnemann); Zweitauflage 1944; Neuauflage in \u201eFreikorps 02\u201d Juni 2011.- Diese romantisierte Biographie soll auf Zeugenberichten des Jessaul (Kosaken-Hauptmanns) Mekejew, des Artilleriekommandanten Ungern-Sternbergs, basieren, die unter dem Titel \u201eBog vojni Baron Ungern\u201d (Der Kriegsgott Baron Ungern) 1926 in Shanghai erschienen sein sollen. Das kritische Urteil von Eric von Grawert-May ist, dass Ungern-Sternberg in diesem Roman <em>\u201esogar zum heldenhaften Vorl\u00e4ufer des F\u00fchrers auserkoren &#8230; vor allem auch wegen seines Antisemitismus\u201d\u00a0<\/em>worden sei.<\/li>\n<li>1958: <u>Vladimir Pozner<\/u>: <strong>Der wei\u00dfe Baron<\/strong>; Verlag Volk und Welt Berlin (DDR), 1958. Der franz\u00f6sische Schriftsteller und Journalist russischer Herkunft (1905 \u2013 1992), der nach dem Zweiten Weltkrieg kurz auch mit Bertholt Brecht zusammenarbeitete und in seinen Werken gegen den Faschismus Stellung bezog, hat Ungern-Sternbergs Leben ebenfalls als romanhafte Biografie &#8211; und zwar aus der Sicht sozialistischen Ideengutes &#8211; dargestellt.<\/li>\n<li>1973\/1987\/1997: <u>Jean Mabire<\/u>: <strong>Ungern, le baron fou<\/strong>, Paris, Balland, 1973; Korrigierte Wiederauflage unter dem Titel: <strong>Ungern, le dieu de la guerre<\/strong>; Art de Histoire d\u2019Europe, 1987; Wiederauflage unter dem Titel: <strong>Ungern, l\u2019h\u00e9ritier blanc de Genghis Khan; Veilleur de proue<\/strong>, 1997.- Der Milit\u00e4rschriftsteller Jean Mabire (1927 \u2013 2006) geh\u00f6rte dem neofaschistischen Spektrum an.<\/li>\n<li>2001: <u>Nick Middleton<\/u>: <strong>The Bloody Baron: Wicked Dictator Of The East<\/strong>, London, Short Books, 2001.<\/li>\n<li>2007: <u>Markus Fernbach<\/u> (Herausgeber und Autor): <strong>Baron Ungern-Sternberg &#8211; der letzte Kriegsgott<\/strong>; Straelen, Regin-Verlag, Junges Forum, Die neue Ausgabe Nr. 7, 2007.- Es handelt sich um eine Folge von Beitr\u00e4gen eines internationalen Autoren-Teams &#8211; und zwar:<br \/>\n&#8211;<u>Julius Evola<\/u>: Der blutr\u00fcnstige Baron<br \/>\n&#8211;<u>Alexander Dugin<\/u>: Der Gott des Krieges<br \/>\n&#8211;<u>Claudio Mutti<\/u>: Der Eurasist zu Pferd<br \/>\n&#8211;<u>W. Greiner<\/u>: Unbeugsamer Wille und Unerschrockenheit<br \/>\n&#8211;<u>Reinhold Konrad Mutschler<\/u>: Der wei\u00dfe Dschingis Khan<br \/>\n&#8211;<u>Arsenij Nemeslow<\/u>: Ballade \u00fcber einen dragurischen Baron<br \/>\n&#8211;<u>York Freitag<\/u>: Eruption literarischer Freiheit<br \/>\n&#8211;<u>Theophile von Bodisco<\/u>: Ein Mensch der Zukunft<br \/>\n&#8211;<u>Roman Ungern-Sternberg<\/u>: Befehl Nr. 15<br \/>\n&#8211;<u>Markus Fernbach<\/u>: Der Baron zwischen Kommerz, Konsum und Kultur.<br \/>\nWie der neue Herausgeber der 2004 im jungen (in Zusammenarbeit mit dem \u201eDeutschen Freundeskreis Eurasien\u201d stehenden) Regin-Verlag <u>Markus Fernbach<\/u> nach vierj\u00e4hriger Pause wiederer\u00f6ffneten Schriftenreihe \u201eJunges Forum\u201d betont, will er in dieser <em>\u201eweiterhin die Idee des Reiches Europa, das Europas der 100 Fahnen, der Regionen und Traditionen vertreten\u201d. <\/em>Damit bleibt er dem Denkkanon der fr\u00fcher hinter dieser gestandenen &#8211; von korporativistischen und volksgemeinschaftlichen Sozial- und Ordnungsvorstellungen beherrschten &#8211; \u201eNeuen Rechten\u201d treu. Nach Fernbach ist Ungern von Sternberg der erste Verfechter der sog. \u201eeurasischen Idee\u201d gewesen, die immer wieder als mutma\u00dflicher L\u00f6sungsansatz f\u00fcr gegenw\u00e4rtige Probleme ins Spiel gebracht und die z. B., um nur auf einen der neun Coautoren des Heftes hinzuweisen, f\u00fchrend vom russischen Vordenker Putins, dem Politiker, Politologen, Traditionalisten und Publizisten sowie Vorsitzenden der sog. \u201eInternationalen Eurasischen Bewegung\u201d\u00a0<u>Alexander Dugin<\/u> (geb. am 7. Januar 1962 in Moskau), vertreten wird und als <em>\u201eeine Bewegung, die sich einem geopolitischen Reich verpflichtet f\u00fchlt<\/em> &#8230; , <em>das im Gegensatz zur Europ\u00e4ischen Union, nicht der Religion, sondern dem Materialismus feindlich gegen\u00fcbersteht, der heute am eklatantesten durch die materialistische Weltmacht, die USA verk\u00f6rpert ist<\/em>.\u201d Auf gleichem Boden steht der in der obigen Autorenreihe an dritter Stelle zu findende <u>Claudio Mutti<\/u> (geb. 1946), der in Parma Geschichte, Geografie und alte Sprachen lehrt und als National Director von \u201eYoung Europe\u201d fungiert. Zwar kommen in dieser Aufsatzfolge mancherlei interessante Fakten \u00fcber Herkunft, Leben, Denken und Handeln des \u201everr\u00fcckten Barons\u201d zum Vorschein. Wenn jedoch mehrfach in den nicht wenigen Internet-Rezensionen von einer Truppe Ungerns in H\u00f6he von 150.000 (statt in Wirklichkeit zun\u00e4chst nur cirka 1.500, sp\u00e4ter etwas mehr als 5.000!) Mann die Rede ist oder auf einen Aufsatz des Geschichtsphilosophen und Kulturhistorikers Oswald Spengler des Jahres 1924 hingewiesen wird, der dar\u00fcber spekuliert habe, \u201e<em>wie das \u201aBild Asiens aussehen k\u00f6nnte, w\u00e4re der Baron nicht einem Anschlag der Bolschewiken zum Opfer gefallen\u201d<\/em>, so wird die ungerechtfertigte Hochstilisierung und gar Verherrlichung Ungerns zum (um die Schlagzeile einer der Rezensionen zu gebrauchen) <em>\u201eermordeten Hoffnungstr\u00e4ger\u201d<\/em>\u00a0in diesem Heft deutlich. Und der in dieser Schriftenreihe an erster Stelle zu findende, aus der Versenkung hervorgeholte, italienische Kulturphilosoph, Kulturpessimist und Esoteriker <u>Julius Evola<\/u> (1898 \u2013 1974) ist als ein metaphysischer Rassentheoretiker und <em>\u201eIdeengeber<\/em> <em>einerseits f\u00fcr den rechtextremen italienischen Untergrund, andererseits beginnend in den 1980er Jahren f\u00fcr die metapolitische gesamteurop\u00e4ische Rechte\u201d\u00a0<\/em>zu sehen. Auf weitere Besprechungen von zwei durch die Wortf\u00fchrer dieser Reihe in deren Gefolge aufgef\u00fchrten Schriften, die auf Ungern-Sternberg bezogen sind, soll verzichtet werden, da diese ebenfalls extrem rechtslastig erscheinen:<\/li>\n<li>1940\/2012: <u>Mario Appelius<\/u>: <strong>La cosacca del barone von Ungern<\/strong> (erstmals erschienen 1940, neu aufgelegt in der Erotik-Reihe Le librette di controra 2012), 60 Seiten;<\/li>\n<li>2006: <u>\u00c9rik Sabl\u00e9:<\/u> <strong>\u201eQui suis-je?\u201d Ungern<\/strong> (Pard\u00e8s 2006), 128 Seiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Genannt werden soll jedoch auch eine Verarbeitung des Lebens des Ungern-Sternberg (zusammen mit dem zweier anderer grausamer Gestalten des fernen Ostens, n\u00e4mlich des Michailowitsch Semjonow und dessen sowie Ungern-Sternbergs roten Gegenspielers Sukhe Bator) der Science-Fiction-Literatur durch den italienischen Comiczeichner und Erfinder des Comic-Helden Corto Maltese:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>1984\/2001\/2002: <u>Hugo Pratt<\/u>: <strong>Corto Maltese in Sibirien<\/strong> (erschienen in der Comic-Art-Reihe Corto Maltese Nr. 6, 1984; Neuaufllage mit ge\u00e4ndertem Titelbild 2001).- Dieses Album wurde 2002 von <u>Pascal Morell<\/u>i als 92-min\u00fctiger Zeichentrickfilm in englischer und deutscher Version unter dem nachgenannten Titel verfilmt:<strong> Corto Maltese: La cour secr\u00e8te des Arcances<\/strong>.<\/li>\n<li>Zeitpunkt des Ersterscheinens nicht ausmittelbar: <u>Frank Westerfelder<\/u>: <strong>Ungern-Sternberg. Der blutige Baron und sein Reich in der Mongolei<\/strong>, 4-seitiger Text aus der Internet-Reihe \u201ekriegsreisende.de &#8211; Das e-zine mit der Sozialgeschichte der S\u00f6ldner und Abenteurer\u201d.- Dieser mit einigen dokumentarischen Fotos belebte und durchaus als fundiert zu betrachtende Text beginnt mit dem folgenden durch die Einordnung dessen untatenschwangerer Pers\u00f6nlichkeit in den Gang der russischen Revolution verst\u00e4ndnisst\u00fctzenden Satz: <em>\u201eUnter all den grausamen und perversen Gestalten, die der russische B\u00fcrgerkrieg in nicht geringer Zahl hervorbrachte, nimmt Baron Ungern-Sternberg sicher eine finstere Spitzenposition ein.\u201d<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Breiteres internationales Aufsehen verursachte das tragend f\u00fcr diese vorstehender Lebensbeschreibung verwendete Werk von:2008: <u>James Palmer<\/u>: <strong>The Bloody White Baron: The Extraordinary Story of the Russian Nobleman Who Became the Last Khan of Mongolia<\/strong>, London, Faber &amp; Faber. Siehe dazu:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/118.jpg\"><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-158  aligncenter\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/118-199x300.jpg\" alt=\"118\" width=\"299\" height=\"451\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/118-199x300.jpg 199w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/118.jpg 534w\" sizes=\"(max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/a><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li><strong>Abb. X 4: Die vordere Umschlagseite der vorgenannten in London 2008 ersterschienenen Lebensbeschreibung des Robert von Ungern-Sternberg alias Roman Ungern von Sternberg von James Palmer<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deren deutsche Ausgabe tr\u00e4gt den folgenden Titel: James Palmer: <strong>Der blutige wei\u00dfe Baron: Die Geschichte eines Adligen, der zum letzten Khan der Mongolei wurde<\/strong> aus dem Englischen von Nora Matocza und Gerhard Falkner; Eichborn (Die andere Bibliothek), Frankfiurt a. M., 2010.- Diese Biografie des in Peking lebenden Reiseschriftstellers James Palmer, der den Handlungstr\u00e4ger mehrfach als \u201egeistesgest\u00f6rt\u201d bezeichnet und auf dessen Darstellung gro\u00dfteils auch die obige Lebensdarstellung Ungern-Sternbergs basiert, fand allgemeine Anerkennung. Dies spiegelt sich vor allem auch in den nachfolgend genannten drei gewichtigen Rezensionen wider:<br \/>\n-a. <u>Telegraph Media Group Limited<\/u>: <strong>Baron Ungern-Sternberg, meteoric nutter. Simon Sebac Montefiore reviews The Bloody White Baron by James Palmer<\/strong>, AM GMT 23. M\u00e4rz 2008.- Obgleich der Autor kritisiert, dass bei Palmer oft der Reiseschriftsteller und nicht der Biograf spricht sowie wegen Materialmangels fragw\u00fcrdige Interpretationen insbesondere bez\u00fcglich des jungen Ungern erfolgen, stellt er als besonders positiv die Erschlie\u00dfung neuer Quellen (so die Memoiren des Arztes von Ungern) heraus und schlie\u00dft seine Betrachtungen folgenderma\u00dfen: <em>\u201eDennoch liefert Palmer mit seinem speziellen Wissen \u00fcber die Mongolei und die Begeisterung f\u00fcr Ungers Mischung aus Wahnsinn, Politik und Krieg eine spannende Biografie, welche die Verbrechen und Eroberungen dieses Monsters zwingend, bunt und mit filmischem Geschmack erz\u00e4hlt.\u201d<br \/>\n<\/em>-b. <u>The New York Times\/Sunday Book Review<\/u>: <strong>Mongolia and the Madman<\/strong>. By Jason Goodwin, Published: February 20, 2009.- Dort hei\u00dft es: <em>\u201e \u201aDer blutige wei\u00dfe Baron\u2019 so au\u00dfergew\u00f6hnlich ist Palmers hellsichtige Gelehrsamkeit, seine F\u00e4higkeit, den Mahlstrom eines vergessenen Krieges vollendet sichtbar zu machen. Dies ist ein brillantes Buch &#8230; .\u201d<br \/>\n<\/em>-c. <u>Deutschland-Radio Kultur<\/u>: <strong>Der Diktator Ungern von Sternberg. James Palmer: \u201eDer blutige wei\u00dfe Baron\u201d.<\/strong> Rezensiert von Erik von Grawert-May, Sendung am 03. 04. 2011.- Dazu wurden unter LESART Textteile wiedergegeben, von denen in der obigen Lebensdarstellung bereits zwei zitiert worden sind. Abschlie\u00dfend seien hier noch drei weitere vom Reszensenten bei Palmer entnommene aufschlussreiche kurze Passagen aufgef\u00fchrt: <em>\u201eEr hatte gek\u00e4mpft, das Reich zu retten, in dem er aufgewachsen war, aber das war fast unwiderruflich dahin. Russlands Seele war an die Bolschewiken verloren. Ein neues Reich musste gegr\u00fcndet werden und das Modell daf\u00fcr sah er in dem Reich des Dschingis Khans, das sich einst \u201avom Amur bis ans Kaspische Meer\u2019 erstreckt hatte.\u201d\u00a0<\/em>(S. 169). &#8211; <em>\u201eEin Staat k\u00f6nne ebenso wenig ohne K\u00f6nig auskommen, wie \u201adie Erde ohne Himmel\u2019. Ohne Monarchen werde die apokalyptische Endzeit kommmen &#8230;\u201d\u00a0<\/em>(S. 233). &#8211; <em>\u201eUngern-Sternberg schrieb selten von \u201aGott\u2019, wenn er sich \u00fcber die Monarchie auslie\u00df, sondern bevorzugte stattdessen den \u00f6kumenischen Ausdruck \u201aHimmel\u2019, der den ostasiatischen Vorstellungen einer mehr allgemeinen g\u00f6ttlichen Autorit\u00e4t sicherlich n\u00e4her kam.\u201d\u00a0<\/em>(S. 235).<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>????\/2001\/2005: <u>Leonid Abramowitch Jusefowitch<\/u>: <strong>Der Baron Ungern, der Selbstherrscher der W\u00fcste<\/strong> (in russischer Sprache), 2. Auflage; das Jahr des Erscheinens der russischen 1. Auflage ist nicht bekannt. Die 2001 erschienene franz\u00f6sische Ausgabe tr\u00e4gt den folgenden etwas ver\u00e4nderten Titel \u201eL\u00e9onid Youz\u00e9fovitch, <strong>Le baron Ungern <\/strong><strong>Khan des steppes\u201d<\/strong>. Die deutsche Erstver\u00f6ffentlichung erfolgte 2005 unter dem folgenden Titel: Leonid Jusefowitsch, <strong>Der mongolische F\u00fcrst: Iwan Putilin ermittelt; (<\/strong>Dokumentarischer) Roman; aus dem Russischen von Alfred Frank, M\u00fcnchen, Taschenbuch im Goldmann Verlag. N\u00e4heres \u00fcber diese Buchsch\u00f6pfung und ihren Autor, der sich in dieser sowohl als Kriminalschriftsteller wie auch als Geschichtsprofessor beweist, wird im Zusammenhang mit der im Fortgang erfolgenden Berichterstattung \u00fcber eine ausgangs 2011 in Berlin Roman von Ungern-Sternberg, wie er dort genannt ist, gegoltenen Veranstaltung zu berichten sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Umschlagbilder mit Titel der deutschen und franz\u00f6sischen Ausgabe des vorgenannten russischen Autors Leonid Abramowitch Jusefowitch erscheinen rechtsoben in der nunmehr abschlie\u00dfend gezeigten kleinen Auswahl aus der Menge der dem \u201eBlutigen wei\u00dfen Baron\u201d geltenden und \u00fcber nunmehr fast ein Jahrhundert hinweg reichenden Ver\u00f6ffentlichungen unterschiedlichster Wertsch\u00e4tzung:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-159\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119.jpg\" alt=\"119\" width=\"1264\" height=\"1644\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119.jpg 1264w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119-231x300.jpg 231w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119-768x999.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/119-787x1024.jpg 787w\" sizes=\"(max-width: 1264px) 100vw, 1264px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong> Abb. X 5: Eine Anzahl von Beispielen der in der Internetwerbung angebotenen B\u00fccher bzw. Brosch\u00fcren, die auf das ungew\u00f6hnliche Leben des Barons Robert von Ungern-Sternberg alias Roman Ungern von Sternberg (1885 \u2013 1921) gerichtet sind und von denen jeweils die vordere Umschlagseite (mit dem dazugegebenen Erscheinungsjahr) dargeboten ist<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Haupts\u00e4chlich auf dem in der vorgenannten Autoren-Reihe an letzter Stelle aufgef\u00fchrten russischen gro\u00dfen dokumentarischen Roman des Leonid Abramowitsch Jusefowitsch, dazu auf den Moskauer Historiker Sergei Kuzmin, der s\u00e4mtliche Archivdokumente zur Geschichte des Ungern-Sternberg ver\u00f6ffentlicht hat, sowie auf Memoiren von russischen Zeitgenossen desselben st\u00fctzt sich das nachgenannte H\u00f6rspiel, auf intensiven Recherchen insbesondere durch die Erschlie\u00dfung der vorgenannten bislang unbekannten russischen Quellen fu\u00dft:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>2011: <u>Deutschland-Radio Kultur &#8211; H\u00f6rspiel-Produktion zusammen mit dem S\u00fcdwestfunk unter der Regie von Mario Bandi<\/u>: <strong>Dschingis Khan f\u00fcr ein halbes Jahr. Baron Ungern von Sternberg, Herrscher der Gro\u00dfen Steppe<\/strong> (gesendet im Deutschlandfunk am 16. September 2011 sowie auch im S\u00fcdwestfunk).- Die Recherchen zu dieser Sendung wurden durch das Grenzg\u00e4nger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung erm\u00f6glicht. Der im Internet zu findende 28-seitige Autorentext stammt von <u>Bernd Reheuser<\/u>. In diesen sind auch einige wenige Anmerkungen zur Familiengeschichte bzw. der Auslegung der Pers\u00f6nlichkeit Ungern-Sternbergs durch Oswald Spengler von Seiten eines Familiengliedes der Ungern-Sternberg der Gegenwart, n\u00e4mlich des 2007 emeritierten Professors f\u00fcr alte Geschichte an der Universit\u00e4t Basel J\u00dcRGEN VON UNGERN-STERNBERG VON P\u00dcRKEL (geb. 1940 in Schneidem\u00fchl), eingebracht. Als Kostprobe sei hier das im Ausklang des H\u00f6rspiels konkret geschilderte tragische Ende der halbj\u00e4hrigen Terrorherrschaft des Barons in der (\u00c4u\u00dferen) Mongolei wiedergegeben:<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u201eAutor: Geschickt und punktuell erfolgreich begann Ungern im Gebiet um den Baikalsee einen Partisanenkrieg gegen die Rote Armee. Doch der f\u00fchrte nicht zu einem gesamtrussischern Volksaufstand. &#8230; Dann kam die Nachricht, dass die Rotarmisten und die mongolischen Kommunisten mit Sukhee-Baatar an der Spitze das ungesch\u00fctzt gebliebene Urga eingenommen hatten. Roman Ungern zog sich zur\u00fcck, schwieg und schmiedete neue Pl\u00e4ne. Seine Offiziere dagegen strebten nach Harbin, in die Mandschurei, sie hatten begriffen, dass sie nur Kanonenfutter f\u00fcr ihren Anf\u00fchrer waren, der mit der Zeit alles Menschliche verloren zu haben schien. Das Ger\u00fccht, dass der Baron nun nach Tibet gehen wollte, um seine Armee dem Dalai-Lama zur Verf\u00fcgung zu stellen und von dort den asiatischen Staat aufzubauen, l\u00f6ste einen Aufstand unter seinen Leuten aus.- Ungern floh zu seinen geliebten treuen Mongolen, in das Regiment des F\u00fcrsten Sunduj-Gun und besiegelte damit am 21. August 1921 sein Schicksal.- Erz\u00e4hler: F\u00fcrst Sunduj-Gun kam zum Baron und fragte nach Streichh\u00f6lzern. Der Baron lie\u00df die Z\u00fcgel los und suchte in den Taschen seines Mantels. Der Mongole riss geschickt den Baron vom Pferd, es kamen andere angerannt und nahmen ihn fest, seine H\u00e4nde und Beine waren mit Lederriemen gebunden. Dann stellten sie ein Zelt auf, brachten ihren Oberbefehlshaber hinein, vor dem sie immer noch unb\u00e4ndige Angst hatten, lie\u00dfen ihn dort liegen und verschwanden.- Morgens stie\u00df eine russische Partisanenstreife auf das einsame Zelt. Vorsichtig sahen sie hinein: \u201aWer sind Sie, Genosse?\u2019 &#8211; Autor: Sie konnten erst nicht glauben, dass vor ihnen hilflos der Baron, der gro\u00dfe Recke, der General-Heerf\u00fchrer Dschan-Dschin Roman Ungern von Sternberg liegt. Der gef\u00fcrchtete Kriegsgott, eine Mischung aus Don Quichote und Iwan dem Schrecklichen. Ein Offizier, dem es gelungen ist, in die Geschichte der Mongolen einzugehen &#8230; .\u201c<\/em><\/p>\n<p>Da Roman Ungern von Sternberg eine schicksalsbestimmende Rolle in der j\u00fcngeren Geschichte der (\u00c4u\u00dferen) Mongolei und damit jenem Land gespielt hat, aus dem vor acht Jahrhunderten der legend\u00e4re Gr\u00fcnder und Beherrscher des gewaltigsten Imperiums der Geschichte Dschingis Khan in das christliche Abendland mit seinen Reiterhorden eingebrochen ist, findet dessen legendenumwobene d\u00e4monische Gestalt trotz der dort verursachten blutigen Exzesse in der heutigen demokratisch gef\u00fchrten Mongolischen Volksrepublik Beachtung und sogar eine partiell-positive Bewertung. Im Ausklang dieses H\u00f6rspiels kommt der letztgenannte Umstand in der Aussage des Mongolen Nergui zum Ausdruck: <em>\u201eNur dank dem Baron Ungern ist die Mongolei zu einem europ\u00e4isch gesinnten Land geworden. Wenn er uns nicht befreit h\u00e4tte, w\u00e4ren wir China unterlegen und dessen Bestandteil geblieben, wie die Innere Mongolei.\u201d\u00a0<\/em>Die Besch\u00e4ftigung der Mongolei mit Roman Ungern von Sternberg l\u00e4sst sich auch schlie\u00dfen aus der nachfolgend dokumentierten Veranstaltung im ausgehenden Jahr 2011 in Berlin:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-160\" src=\"http:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120.jpg\" alt=\"120\" width=\"1015\" height=\"1525\" srcset=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120.jpg 1015w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120-200x300.jpg 200w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120-768x1154.jpg 768w, https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"(max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong> Abb. X 6: Einladung zu einer vor Weihnachten 2011 im Atelier ZURAG Galerie &#8211; Mongolei-Kultur-Kunstzentrum in Berlin in Kooperation zwischen der Botschaft der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland, der Robert-Bosch-Stiftung, dem Deutschlandfunk, AVINTHFILM BERLIN und dem vorgenannten Atelier unter dem Titel \u201eBaron Roman von Ungern-Sternberg und die MONGOLEI\u201d ausgerichteten Veranstaltung mit angeschlossenem f\u00fcnfteiligem Programm<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber den Ablauf des vorstehend entnehmbaren Programms berichtet ein im Internet unter dem Titel \u201eWahrheit und Mythos \u00fcber den Baron Roman von Ungern-Sternberg\u201d mit einer Reihe von Fotos versehener aufschlussreicher Bericht von Brit Beneke, der hier ungek\u00fcrzt wiedergegeben und mit dem die diesem ungew\u00f6hnlich breiten Raum einger\u00e4umte Thematik abgeschlossen werden soll: <em>\u201eIm Mongolei Kultur Kunst Zentrum ZURAG in Berlin trafen sich am Sonnabend, dem 17. 12. 11, Mongolei- und Geschichtsinteressierte, um \u00fcber die umstrittene Person Baron Roman von Ungern-Sternberg zu diskutieren. Dass er eine wesentliche Rolle in der j\u00fcngeren Geschichte der Mongolei gespielt hatte, ist unverkennbar. Nur f\u00e4llt eine genaue Bewertung seines Wirkens schwer, da die Quellenlage \u00e4u\u00dferst d\u00fcnn und hingegen die Mythenbildung um ihn herum stark ausgepr\u00e4gt ist.- 1921 gelang es mit seiner milit\u00e4rischen Hilfe, die chinesischen Besatzer aus der Stadt Urga zu vertreiben und den Bogd Khan wieder zu inthronisieren. Im Hintergrund behielt Roman von Ungern-Sternberg die F\u00e4den in der Hand. Seine \u201aHerrschaft\u2019 zeichnete sich durch Brutalit\u00e4t, Verhaftungen und Erschie\u00dfungen aus. Als Wei\u00dfgardist in der Mongolei, zog er den innerrussischen Konflikt in dieses Land. Die Rote Armee marschierte im Juni 1921 in Urga ein. Ungern-Sternberg wurde von seinen eigenen mongolischen Leuten gefangen genommen und ausgeliefert, in Novosibirsk vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.- An dem Abend in der ZURAG Galerie stellte der Rundfunkautor Mario Bandi sein Radiofeature \u201aDschingis Khan f\u00fcr ein halbes Jahr. Baron Ungern von Sternberg, Herrscher der Gro\u00dfen Steppe\u2019 vor. Bei seinen Recherchen fing Mario Bandi Erinnerungen an Ungern-Sternberg in der heutigen mongolischen Bev\u00f6lkerung ein. Sein Feature vermittelt die komplexen Abl\u00e4ufe der damaligen Geschehnisse ohne ins Rei\u00dferische zu verfallen.- Dr. Veronika Kapisaovsk\u00e0 von der Universit\u00e4t Prag trug Passagen aus ihrer Forschungsarbeit vor. Sie untersucht \u00dcberlieferungen von Ungern-Sternberg. Dabei stie\u00df sie neben Romanen auf Lieder, die in der mongolischen Bev\u00f6lkerung Verbreitung fanden und Bezug auf das Wirken des Barons nahmen.- Ein entfernter Verwandter des Barons ist der Historiker J\u00fcrgen von Ungern-Sternberg aus Basel, der ebenfalls auf dem Podium sa\u00df. Er stellte den Anwesenden eine zusammengestellte Biobliografie zur Verf\u00fcgung, in der er alles auflistete, was mit dem Baron in Zusammenhang gebracht wurde. Das f\u00fchrt von Science-Fiction-Literatur, \u00fcber Comics bis hin zu einem Computerspiel. Diese Sammlung vergegenw\u00e4rtigt, wie sich aus einer geringen Faktenlage ein gro\u00dfer Mythos entwickeln kann und immerzu wiederholt wird.- Der Schriftsteller Leonid Jusefowitch aus Moskau hat einen Dokumentarroman \u00fcber Ungern-Sternberg mit dem Titel \u201aSelbstherrscher der W\u00fcste\u2019 geschrieben. Zum Umgang mit dem Mythos Ungern-Sternberg sagte er auf der Veranstaltung: \u201aIn meinem Buch habe ich versucht die Mythen mit der Wahrheit zu verbinden, weil ich der Ansicht bin, dass der Mythos auch ein Teil der Geschichte ist.\u2019 Der Roman liegt zurzeit nur in Russisch und Franz\u00f6sisch vor.- Leonid Jusefowitch bezeichnete den Baron als einen \u201aIdeologen der Brutalit\u00e4t\u2019.- \u00dcber das Wirken von Roman von Ungern-Sternberg wurde an diesem Abend ausf\u00fchrlich diskutiert. Fakt ist, dass in der Mongolei ein Bewertungswandel stattfindet. W\u00e4hrend der Zeit bis 1990 wurde der Baron als Monarchieanh\u00e4nger und mordender Antikommunist gesehen und verabscheut. In heutiger Zeit wird mehr sein Zutun bei der Bek\u00e4mpfung der chinesischen Herrschaft in den Mittelpunkt ger\u00fcckt. Doch stellte J\u00fcrgen von Ungern-Sternberg am Ende des Abends fest, dass eine solche Veranstaltung nicht dazu dienen sollte, den Baron von seinen schrecklichen Taten reinzuwaschen. Auch der Kulturattach\u00e9 der Botschaft Mongolei, Ch. Batbileg, bekr\u00e4ftigte, dass jetzt vielmehr die Wahrheit interessiere als der Mythos.- Die mongolische Botschaft unterst\u00fctzte diese Veranstaltung ebenso wie die Robert-Bosch-Stiftung.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Es mag vom Inhaltlichen wie vom bis hin zum Beginn der 1920er Jahre ausgedehnten Zeitraum her vielleicht unpassend erscheinen, dem Leben des BARONS ROBERT VON UNGERN-STERNBERG\u00a0alias ROMAN UNGERN VON STERNBERG\u00a0hier so viel oder \u00fcberhaupt Raum gegeben zu haben. Doch ist zu bedenken, dass dieser zum einen einer der Enkel des mit der Stadt Wimpfen der 1870er Jahre so eng verbundenen BARONS WILHELM VON WIMPFFEN gewesen ist und zum andern dessen erst 1925 in hohem Alter von 88 Jahren in Graz verstorbene Gattin und Gro\u00dfmutter des Robert bzw. Roman AMALIE (AMELIE) VON WIMPFFEN im Gegensatz zu deren bereits 1907 im Alter von nur 46 Jahren in Reval verstorbenen Tochter und Mutter des Robert SOPHIE VON HOYNINGEN-HUENE den unseligen Untergang dieses Enkels noch hat erfahren und ertragen m\u00fcssen. Aus dem in den Kapiteln V und W dargelegten Brief ihres Sohnes MAX(IMILIAN) VON WIMPFFEN von 1912 geht hervor, dass Amalie von Wimpffen damals mit ihren 75 Jahren in Reval noch die Kinder ihrer verstorbenen Tochter Sophie betreut hat, womit aber nicht die zu dieser Zeit bereits 27 und 25 Jahre alten S\u00f6hne aus der ersten Ehe ROBERT und NIKLOLAUS VON UNGERN-STERNBERG, sondern deren drei alle in Reval geborenen j\u00fcngeren Kinder aus der zweiten Ehe mit OSKAR VON HOYNINGEN-HUENE (gest. 1918) namens HELENE WILHELMINE (geb. am 8. M\u00e4rz 1895), ISABELLA MAGARETHA (geb. am 27. August 1897) und MAX HERMANN VON HOYNINGEN-HUENE (geb. am 8. September 1899) gemeint sind. Der Letztgenannte, d. h. das j\u00fcngste der drei Kinder aus der zweiten Ehe, war beim Tod der Mutter erst 8 Jahre und dessen Schwestern waren damals nicht mehr als 10 und 12 Jahre alt! Somit setzten sich Amalie von Wimpffens Enkelsorgen und Belastungen offenbar bis ins hohe Alter fort.<\/p>\n<p>Ob sich in Wimpfen, als ausgangs September des Jahres 1909 bei einem der damaligen Besuche des Gro\u00dfherzogs ERNST LUDWIG VON HESSEN mit Gemahlin ELEONORE als deren Begleiter u. a. HOFMARSCHALL VON UNGERN-STERNBERG eingefunden hat, noch jemand an die 1880 und damit vor fast drei Jahrzehnten in Wimpfen f\u00fcr das Geschlecht derer Von Wimpffen stattgefundene ebenso aufsehenerregende wie folgenschwere Hochzeit der BARONESSE SOPHIE VON WIMPFFEN mit dem FREIHERREN THEODOR VON UNGERN-STERNBERG erinnert und gar die zwischen dem Vorgenannten und dem Besucher Wimpfens als Begleiter des gro\u00dfherzoglichen Paares sicherlich bestehenden verwandtschaftlichen Bande gekannt hat?<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Mit der nunmehr beendeten langen Betrachtung des bunt-tragischen Lebens des BARONS ROBERT VON UNGERN-STERNBERG\u00a0alias ROMAN UNGERN VON STERNBERG\u00a0kann die in Kapitel Q. Russisch-preu\u00dfische Seitenlinie mit der Lebensbeschreibung des GEORG VON WIMPFFEN (1760 &#8211; 1807) begonnene und bis zu derjenigen dessen Urenkels WALDEMAR alias BISCHOF LEONTIJ (1872 &#8211; 1919) reichende sukzessive Betrachtung der Angeh\u00f6rigen der ersten Generation des von FRAN\u00c7OIS LOUIS DE bzw. FRANZ LUDWIG VON WIMPFFEN (1732 &#8211; 1800) begr\u00fcndeten sog. Franzens-Zweiges (siehe diese verzeichnet in der II. Stammtafel des Constantin von Wurzbachs in der durchg\u00e4ngigen gr\u00fcnen Generationslinie XIVc bzw. 12c, die zw\u00f6lf Nachkommen umfasst ) als beendet gelten. Allerdings darf nicht \u00fcbersehen werden, dass innerhalb der zu diesem Zweck vorgenommenen systematischen Darlegung der Lebensl\u00e4ufe der sechs S\u00f6hne unter Einschluss auch der sechs T\u00f6chter des vorgenannten Zweiggr\u00fcnders \u00a0dessen F\u00fcnft\u00e4ltester namens\u00a0DAGOBERT SIGISMUND VON WIMPFFEN (1782 \u2013 1862) und dessen Gattin ANATOLIE VON CAUVIGNY (geb. 1738) nur am Rande &#8211; und zwar in Kapitel P. Zweiggr\u00fcnder Franz Ludwig &#8211; Beachtung finden.<\/p>\n<p>Somit sollen diese abschlie\u00dfend eine (allerdings nur kurze) Erw\u00e4hnung haupts\u00e4chlich auf der Basis von Wurzbachs Lebensbeschreibung Nr. 8 finden:<br \/>\nGeb. am 7. Februar 1782 auf der Bornburg bei Frankfurt a. M., gest. widerspr\u00fcchlich laut Lebensbeschreibung von Wurzbach 1852, laut II. Stammtafel von Wurzbach jedoch 1862, zu Ca\u00ebn, laut Dr. Hans H. von Wimpffen ebenfalls &#8211; wohl richtigerweise &#8211; 1862 in Bavent\/Normandie im Alter von 80 Jahren; Verm\u00e4hlung am 18. Dezember 1828 mit ANATOLIE DE CAUVIGNIY, geb. 1788; Ehe kinderlos geblieben. Wie der Zweit- und der Viert\u00e4lteste seiner Br\u00fcder FRANZ KARL EUGEN (1762 &#8211; 1835)) und F\u00c9LIX (1778 &#8211; 1814, richtigerweise 1813) blieb dieser lebenslang in den Diensten seines Heimatlandes Frankreich. Wie fast alle seine Br\u00fcder trat er fr\u00fch in dessen Armee ein, wurde Offizier und machte eine beachtliche Milit\u00e4rkarriere. An den Feldz\u00fcgen Napoleons teilnehmend, erk\u00e4mpfte er sich in jenem gegen die Preu\u00dfen 1807 das Kreuz der Ehrenlegion, nahm dann an den Feldz\u00fcgen 1809 gegen \u00d6sterreich und 1812 gegen Russland teil und wurde 1814 zum Major ernannt. Sp\u00e4ter, 1820, erscheint er als Oberst und 1822 als solcher im 7. franz\u00f6sischen Chasseur-Regiment. 1823 soll ihm die Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion zuteil geworden sein. 1834 wurde er zum March\u00e9chal de Camp bef\u00f6rdert und zum Milit\u00e4rbefehlshaber des D\u00e9partements Hautes-Pyren\u00e9es, sp\u00e4ter des D\u00e9partements de l\u2019Orne ernannt. Dieser sollte nicht mit seinem in den Kapiteln T. W\u00fcrttembergische Nebenlinie und W. Wilhelm von Wimpffen behandelten gleichnamigen Neffen der W\u00fcrttembergischen Nebenlinie DAGOBERT VON WIMPFFEN (1842 &#8211; 1881) verwechselt werden. Weiteres \u00fcber diesen l\u00e4sst sich in der Webseite von DR. HANS H. VON WIMPFFEN \u201ewimpffen.hu bzw. \u201ewimpffen.de\u201c, Rubrik biographien, unter dem Titel \u201eDagobert Sigismond Laurent de Wimpffen\u201d nachlesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die in Wimpfen 1880 geschlossene Ehe der\u00a0SOPHIE \u00a0VON WIMPFFEN\u00a0(1861 \u2013 1907) mit BARON\u00a0THEODOR VON UNGERN-STERNBERG (1857 \u2013 1918\/23) zerbricht, diese eine zweite Ehe mit dem Baron\u00a0OSKAR VON HOYNINGEN-HUENE (1860 \u2013 1918) eingeht und deren \u00e4lterer schwieriger Sohn aus erster Ehe namens\u00a0ROBERT\u00a0VON UNGERN-STERNBERG (1885 \u2013 1921) nach einem unsteten Leben als russischer Milit\u00e4r, nachdem er &hellip; <a href=\"https:\/\/wimpfen-geschichte.de\/von_wimpffen\/thema\/robert-alias-roman\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X. 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